Michael W. Alberts, Gastautor / 04.05.2021 / 11:15 / Foto: Pixabay / 162 / Seite ausdrucken

Warum eine grüne Kanzlerin Autosuggestion ist

Nun regt Euch mal wieder ab, Leute. Auf beiden Seiten. Denn ich möchte hier gleich schlüssig vorführen: Nein, wir bekommen keine grüne Kanzlerin. Da bin ich ziemlich sicher, wenn auch nicht so hundertprozentig, wie ich gern wäre, angesichts der endgültigen Klima- und weltweiten Solidaritätsdiktatur, die damit drohen würde. Aber die Meinungsumfragen!!! Ja, schon klar – trotzdem. Man soll nicht alles glauben, was einem erzählt wird, nicht mal mit so klaren und knalligen Umfrage-Zahlen. Oder sogar erst recht nicht.

Zahlen sind erst mal nur ziemlich praktisch und quasi unschuldig. Auch wenn die meisten Menschen nicht gerade positiv erregt auf Mathematik reagieren: Was wären wir ohne, im täglichen Leben? Etwa beim Einkauf im Supermarkt oder schon vorher im aktuellen Prospekt mit den Sonderangeboten: „Ein Kilo Grillfleisch für total billig“ käme irgendwie komisch über, im Gegensatz zu „…nur 6,95 Euro“. Eine Tafel Quadrat-Schokolade nur 79 Cent, statt sonst 1,19 Euro – ein Drittel gespart, da kauft man gleich etwas mehr!

Das Schöne beim Einkaufen ist: Die Zahlen „stimmen“ auch wirklich. An der Kasse wird genau summiert, was das Preisschild behauptet hat. Das Gleiche gilt für das Monatsgehalt, das Cent-genau aufs Konto kommt. Deshalb sind wir alle gewohnt, Zahlen als „Fakten“, geradezu als „Wahrheit“ zu akzeptieren. Und sicher kann man mit Zahlen, mit Mathematik, vieles viel genauer beschreiben als mit Worten. Ohne Zahlen-Exaktheit kein Maschinenbau, kein effizientes Wirtschaften, kein Staatswesen, keine Mondlandung.

Aber genau deswegen kann man mit Zahlen auch wirkungsvoller lügen als mit Worten. Selbst wenn fast jeder eigentlich weiß, dass Statistiken bestenfalls etwas unpräzise sind, schlimmstenfalls massiv manipuliert: Man kann sich dem Eindruck des „mathematisch Exakten“ nicht ganz leicht entziehen. Und wenn ein „Experte“ mit großangelegten Modellrechnungen kommt, etwa über die angebliche Entwicklung des Weltklimas, dann scheint jeder Zweifel zwecklos.

Aber Zahlen haben eine Art Doppelleben: eines in der absoluten Sphäre der reinen Mathematik, eines in der Realität. Die Klima-Modellrechnungen sind „in sich“ alle richtig. Der Supercomputer „verrechnet“ sich nicht, aber ob er tatsächlich abbilden kann, was weltweit beim Langfrist-Wetter passiert, ist eine ganz andere Frage. Man kann mit Zahlen eben auch „spielen“, kann Fiktionen beziffern: ganz präzise, und gleichzeitig ganz irreal. Man kann „Milchmädchenrechnungen“ betreiben, die genau deshalb hinfällig sind, weil sie das reale Leben ausblenden und nur in der Phantasie funktionieren.

Machtgewordenes Bauchgefühl einer Kanzlerin

An den „Corona-Inzidenzen“ haben wir inzwischen leidvoll gelernt, wie man mit Fake-Zahlen, in die man alles mögliche hineingeheimnissen kann und die fast beliebig manipulierbar sind (und noch dazu von vornherein auf ungewöhnlich unzuverlässigen Erhebungsmethoden basieren), Politik betreibt – die so tut, als sei sie nüchtern wissenschaftlich, obwohl sie nur machtgewordenes Bauchgefühl einer Kanzlerin im Endstadium ist, und zwar einem bösartigen. Eine „Inzidenz“ von 107,8 oder sogar 116,2 fühlt sich exakt und aussagekräftig an, schon wegen der Nachkommastelle, aber sie ist pure Regierungspropaganda. Das wissen wir, aber schon zu dieser Erkenntnis müssen wir uns mit kritisch reflektierendem Nachdenken zwingen, entgegen dem oberflächlichen Schein der Ziffern.

Nun kommen seit ein paar Wochen erstaunliche Zahlen zur „Sonntagsfrage“ in Umlauf und das ganze grünlinke „juste milieu“ der Medienschaffenden und der von ihnen abhängig gewordenen Politblase jubilieren, weil die schon länger hier Lebenden und damit Wahlberechtigten im Herbst ganz sicher die frech-innovative Annalena zur Königin von Deutschland machen werden. Und während die einen jubeln und ihre Vorfreude kaum begreifen können, versinkt die verbliebene Handvoll konservativ-liberaler Medienmacher (kann sein, die Zahl ist zu hoch geschätzt…) in tiefer Verzweiflung, dass das Land dann wohl leider endgültig durch ideologisierte Planwirtschaft in den Ruin getrieben wird. Alle miteinander erzeugen einen gewaltigen Meinungs-Sog, der die politische Debatte einengt und am Ende doch noch echte Fakten schaffen könnte.

Doch Umfragezahlen sind meist nicht „härter“ oder „echter“ als die sonstige Propaganda, mit der wir täglich überzogen werden. Glaube erst mal gar nichts, schon gar nicht hohle Prophezeiungen und Projektionen von Meinungsmachern – und genau darum handelt es sich bei den Demoskopen und ihren Auftraggebern, die das Geld dafür über die Theke schieben. Glaubt jemand wirklich noch, da sei einfach unvoreingenommene Neugierde am Wirken anstelle intensiver politischer Absichten? Seriöses sozialwissenschaftliches Handwerk? 

Also wenn schon Zahlen, dann möglichst handfeste mit einer echten Aussagekraft. Und wenn es um Wahlergebnisse und grüne Chancen geht: Ganz neulich erst haben die Menschen in Baden-Württemberg ganz in echt gewählt. Ja, dabei haben sie König Kretschmann grandios bestätigt, mit über 30 Prozent der abgegebenen Stimmen. Aber: Das war kein allgemein „grünes“ Ergebnis, sondern eines für den etablierten Landesvater. Und die 1,586 Millionen Stimmen für ihn wirken schnell weniger beeindruckend, wenn man 7,671 Millionen Wahlberechtigte zum Maßstab macht: von denen hat nur etwa jeder fünfte sein Kreuz bei den Grünen gemacht, nicht mal 21 Prozent.

Keine strukturelle linke Mehrheit

Das ist das Maximalpotenzial der Partei, aber nur ganz konkret in einem immer noch (trotz Grünen) wirtschaftlich starken westdeutschen Land, wo die Menschen fälschlich zu glauben scheinen, sie könnten aus dem Vollen schöpfen und politischen Wunschträumen nachjagen, wo seinerzeit wegen der Überlagerung von Fukushima und Stuttgart-21-Randale in historischer Ausnahmesituation (hier nachlesenswert) ein Grüner Regierungschef geworden ist, der sein bürgerlich-altväterliches „Ich fahre doch selber Mercedes-E-Klasse“-Image pflegt. Und dieses nur regionalspezifisch verständliche Ausnahme-Potenzial soll eine  jüngere Politfunktionärin mal eben bundesweit realisieren? Theoretisch denkbar ist vieles, aber wie abwegig ist es, das als beinahe selbstverständliche neue politische Realität anzunehmen?

Wenn die Grünen bundesweit nahe 30 Prozent landen wollten, obwohl sie in den ostdeutschen Ländern auch weiter eher nur marginale Größen sind und es zudem auch in Rheinland-Pfalz neulich, wieder ganz „in echt“, nur zu einem ebenfalls peinlich einstelligen Ergebnis gereicht hat, dann müssten sie andererseits in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ein Drittel der Stimmen einsacken – nach wie vor so gut wie undenkbar. In Berlin und Bremen mögen sie so weit kommen, aber das spielt bundesweit keine so bedeutende Rolle.

Ihr Maximum im Bund ist bisher 10,7 – und das war 2009, nach der ersten „großen Koalition“ unter Merkel, wodurch die SPD von gut 34 Prozent (mit Schröder) auf 23 Prozent (!) gestürzt und ein gewisser Frank-Walter Steinmeier krachend gescheitert war, wodurch er später mit Schloß Bellevue belohnt werden konnte. Nie haben die Grünen bei einer Bundestagswahl seit 1983, also nach Helmut Schmidt, auch nur drei Prozentpunkte hinzugewonnen – das ist einfach mal ein Faktum. (Historische Wahlergebnisse zum Bundestag.) Und jetzt springen sie aber mal eben von knapp 9 auf … sagen wir 18? Das wären schon drei mal drei mehr und eine Verdoppelung insgesamt – also zirkusreif genug.

Nimmt man das „linke Lager“ in Gestalt von Rot-Rot-Grün insgesamt, also die kombinierten Stimmen von SED, SPD und Grünen, dann gab es (ganz weit zurück betrachtet sogar seit „Willy wählen“ 1972) nur einen einzigen wirklich starken Umschwung für die linke Seite: 1994, als auf den Einheitsrausch Ernüchterung folgte; damals rutschten gut sieben Prozent der Zweitstimmen dorthin (wobei die erste gesamtdeutsche Wahl 1990 natürlich auch eine quasi irreguläre Vergleichsbasis bildet).

1998, als Schröder die Wahl für sich entschied, kamen die drei Parteien gemeinsam sogar auf fast 53 Prozent, nach einem weiteren Zuwachs von fast fünf Punkten. Allerdings zeigte das keine strukturelle linke Mehrheit in Deutschland, sondern nur den Willen zum Kanzlerwechsel: weg von Kohl und hin zu einem irgendwie modernen, betont pragmatischen (und eben nicht „linken“ wie Lafontaine!) Kanzler, mit „Kellner“ Joschka im Beiboot. 2009 hingegen, als die Kurs-der-Mitte-Politik von Schröder, Clement, Müntefering von der grünroten SPD-Funktionärskaste (die Schröder schon 2005 das Amt gekostet hatte!) abgeräumt war, kam „links“ oder RRG nur noch auf gut 45 Prozent, blieb klar unter einer Parlaments-Mehrheit – und ausgerechnet FDP-Westerwelle mit fast 15 Prozent triumphierte.

Wechselwähler im demoskopischen Dunkel

Was bei Sonntagsfragen regelmäßig ausgeblendet wird: die gewaltigen Umfänge an Wählern, die (vielfach enttäuscht bis angewidert) am Rande stehen und sich für keine der Parteien entscheiden mögen, und derzeit schon mal gar nicht für die Union. (Die ihrer Sache so sicheren moralisierenden Beamtenseelen hingegen, von denen die Grünen leben, lieben es, ihre saubere Überzeugung demoskopisch zu manifestieren, sie sprechen gern in jedes hingehaltene Mikrofon und machen die Grünen zu „Umfragekönigen“.)

Sich gerade jetzt nicht explizit zur Union zu bekennen, ist das eine, im Herbst eine transformationsfreudige Linke gewinnen zu lassen, eine ganz andere Sache. Selbst wer die Union abstraft durch Zuhause-bleiben, hat noch nicht aktiv die Grünen gewählt. Die angeblich bevorstehende große Wählerwanderung von Merkel zu Annalena müsste jeden dritten CDU-Wähler von 2017 jetzt wirklich aktiv grün stimmen lassen, damit Annalena RRG-Kanzlerin werden könnte, und dabei dürfte es parallel keinen Stimmenzuwachs für bürgerlich-rechte Alternativen von bisherigen SPD-, Linken- oder Nichtwählern geben.

Aber mindestens ein Drittel der Wahlberechtigten flottiert da draußen im demoskopischen Dunkel vor sich hin und ist trotz Dauerpropaganda der gleichgeschalteten grünlinken Kanäle eben nicht auf grüner Linie, und selbst von denjenigen, die sich bei einer Umfrage vorläufig auf eine der Parteien festlegen, sind sehr viele bis zur letzten Minute noch bereit zum Umschwenken. Das sind am Ende häufig diejenigen, die wirklich den Ausschlag geben.

Warum sollten sie weit überwiegend dafür stimmen, dass ab sofort alles noch viel tüchtiger umgekrempelt wird, nachdem schon Merkel das Land bis zur Unkenntlichkeit entstellt hat? Wer diesen Irrweg toll findet, hat sich schon längst grün oder dunkelrot festgelegt. Es scheint viel plausibler, dass viele von diesen unsicheren Wechselwählern den ganzen neumodischen Zirkus einfach nicht mehr nachvollziehen können und sich am liebsten „Deutschland normal und wie früher“ wünschen, also eher wie unter Helmut Schmidt – und nicht wie unter Erich Honecker  im Gewande einer jungen Frau mit Klimakompetenz und Gendersternchen.

Das mindeste, was man wohl annehmen darf und muss: Es gibt eine starke Bewegung gerade in dieser explizit nicht-grünen Richtung. Selbst wenn es einen gewissen Strom von Merkel zu Annalena gibt, hat er ganz sicher reichlich Gegenverkehr, und er könnte die Grün-Bekehrten durchaus wie Geisterfahrer aussehen lassen. Tatsache ist, gegenüber den aktuell grün überschäumenden Demoskopie-Projektionen: Es braucht aus dem gewaltigen Lager derjenigen, die im Moment demoskopisch im Abseits stehen, nur vielleicht jeder siebte oder sogar nur jeder zehnte doch sein Kreuz irgendwo im nicht-linken Bereich zu machen, damit die grünen Umfragekönige am Wahltag doch wieder auf dem Teppich landen, oder sogar auf dem hartem Laminat.

Die linke Deutungshoheit ist passé

Natürlich, die inhaltlich-politischen Koordinaten sind durch Merkels Grünkurs immer weiter nach links geschoben, grünlinke Positionen „normalisiert“ worden. Aber das Parteienspektrum (bis zur FDP) ist eben mitgerückt: Schlimm genug, aber das löst für sich noch keinen Stimmengewinn für die Grünen aus. Dann gibt es das Argument, „Wenn alle nur noch grün argumentieren, dann wählen die Leute das Original“. Aber warum hat dann nicht mal jeder zehnte Wähler in Rheinland-Pfalz die Grünen gewählt? Offenbar ist das „Original“-Argument nicht ganz so stichhaltig. Wenn die FDP inzwischen ebenfalls „wirklich ganz doll“ Klimaschutz will, dann zum Teil deshalb, weil Christian Lindner von den grünlinken Medienmachern nicht aus dem Spielfeld getrieben werden will, indem er ihnen einen Vorwand gibt, mit den bösen „Rechtspopulisten“ in einen Topf gesteckt zu werden, als Klimaleugner oder so ähnlich. Das ist taktisch nachvollziehbar, jedenfalls wird es kaum einen „linksliberalen“ FDP-Wähler zu den Grünen treiben – warum sollte es auch. Es wird eher Konservativ-Liberale von der FDP fernhalten.

Vor allem liegt der Auswahl einer Partei durch einen unsicheren Wechselwähler eben nicht so sehr eine ausgeprägte Programmatik in Reinkultur zugrunde. So denken nur Ideologen, aber die Bevölkerung besteht höchstens zu zehn, vielleicht fünfzehn Prozent aus solchen. Es geht eher darum, ob man einer Partei zutraut, einigermaßen „vernünftig“ zu agieren, und das bedeutet nach wie vor für eine breite Mehrheit: irgendwie mit Augenmaß, ohne extreme Übertreibungen. Die meisten werden sagen, wir sind schon alle auch für den Klimaschutz, aber das heißt noch lange nicht, dass wir demnächst im Kalten und Dunklen sitzen wollen. Wenn es anfängt, weh zu tun, und zwar auch im Portemonnaie, werden die Meinungen, die demoskopisch produziert worden sind, schnell Makulatur. Im Prinzip für die Weltverbesserung sein, ist das eine, und einem Interviewer „das Richtige“ zu sagen, kostet auch nichts. 100 Euro für die monatliche Stromrechnung sind etwas anderes, oder nicht mehr nach Mallorca fliegen zu dürfen. Karlsruhe kann viel Weltfremdes beschließen, auf Dauer müssen Bürger das noch mitmachen.

Aber danach sieht es weltweit in den westlichen Demokratien nicht zwingend aus. Gerade deshalb haben die linksradikalen Ideologen die Geduld verloren mit dem blöden Volk. Sie ziehen jetzt andere Saiten auf; die weltweit monopolartigen Kommunikations-Plattformen betreiben offene Zensur; im Namen der „Gerechtigkeit“ wird Bürgerkrieg veranstaltet; unter dem Vorwand der Pandemie-Bekämpfung wird die Demokratie geschrottet. Die geballte Machtdemonstration zeigt eben keine Stärke (und kein Vertrauen in die Zustimmung des Volkes), auch keine taktische Klugheit. Vielmehr lässt es pure Panik vermuten, weil man offenkundig die Deutungshoheit verliert – und technokratisch-autoritäre „Eliten“-Funktionäre hoffen wohl, sie haben inzwischen genug Machthebel in der Hand, um jeden verbliebenen Widerstand brutal aus dem Weg räumen zu können, entsprechend ungeniert treten sie auf. Ohne Gewalt und Manipulation kann die autoritäre Linke jedenfalls nicht gewinnen: Es gibt keine Mehrheit für die „Große Transformation“.

Foto: Pixabay

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Mats Skinner / 04.05.2021

@A. Iehsenhain, kam mir auch die Idee mit den Alliierten, aber im Gegensatz zu `45, bei wem will man dann Besatzungs-Zonengast sein? Der Ami ist fragwürdig durch seine Wahl und politische Neu-Ausrichtung, der Franzose Merkel-Fan, einzig die abtrünnigen Tommys und der Gottseibeiuns von damals, der Russe, könnten die richtige Wahl sein. Die alten Leute würden sich die Augen reiben, ausgerechnet Putin wäre die Alternative zu den lupenreinen Demokraten in Deutschland. Dann würde auch der Ausruf von Werner`s Chef: “Ekkehart, die Russen kommen“ seinen Schrecken verlieren…

Boris Kotchoubey / 04.05.2021

Die Argumentation des Autors ist an sich vollkommen korrekt - und trotzdem beweist sie nichts. Natürlich wird Annalena die Kanzlerin - aber natürlich NICHT, weil die Umfragewerte so hoch sind. Die Umfragewerte sind nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt sind, an dem Punkt hat der Autor völlig Recht. Sie wird Kanzlerin, weil dies ein notwendiger Schritt ist in einem historischen Prozess der Vernichtung der westlichen (im konkreten Fall deutschen) gesellschaftlichen Ordnung ist. So wie in den USA notwendigerweise ein dementer Patient zum Präsidenten wurde, muss in Deutschland eine Dame mit der Intelligenz einer unterdurschnittlichen Putzfrau unbedingt Kanzlerin werden. Und die ganzen (möglicherweise sehr genauen) Berechnungen, wie viele Wähler maximal von der Union zu den Grünen und umgekehrt wechseln könnten, sind zwar perfekt, aber am Thema vorbei. Um den Satz Stalins zu paraphrasieren, wird die BTW nicht derjenige gewinnen, der die meisten Stimmen bekommt, sondern derjenige, der die Briefwahlergebnisse am besten zählt. Oder glaubt jemand in diesem Forum im Ernst, dass wir in einer “epidemischen Lage nationaler Tragweite” an die Wahlurnen treten dürfen?

Hein Noog / 04.05.2021

Die ihrer Sache so sicheren moralisierenden Beamtenseelen hingegen, von denen die Grünen leben, lieben es, ihre saubere Überzeugung demoskopisch zu manifestieren, die brauchen ja auch nicht zu fürchten, dass am Monatsende das Gehalt gekürzt oder gar nicht mehr kommt. Aber Herr Alberts, ich hoffe, dass ihre Analyse zutrifft, alle Wähler in Deutschland können doch nicht binnen einigen Monaten den Verstand verloren haben.

Mats Skinner / 04.05.2021

Professor Ruppert aus München hat in seinem Buch:“Ich will leben,lieben und geliebt werden“ausgeführt, dass eigentlich alle Personen in verantwortlichen politischen Positionen vorher u.a. geprüft werden müssten, ob ihre psychischen Traumata aus der Kindheit überhaupt aufgearbeitet sind.Er sieht die Ursache in Empathielosigkeit im Erwachsenenalter in fehlender Selbstliebe, oftmals verursacht durch Spaltung der Persönlichkeit nach traumatischen Erlebnissen.Eine erlebte Machtlosigkeit als kleines Kind wird später mit übertriebener Machtsucht kompensiert. Ohne Analyse und Verarbeitung der Ursachen wird es keine Erneuerung geben, sondern nach kurzer Zeit alles so weitergehen und die Menschen manipulierbar bleiben, wie bisher. Prof.Ruppert fordert eine grundlegende Neuausrichtung der Psychologie. Dann hätten Altkader und kriminelle Leute keine Chance mehr in verantwortliche Regierungspositionen zu gelangen. Viele Leute haben kein Verständnis dafür, wenn kriminelle Jugendliche statt hart bestraft, in Erziehungscamps und quasi in den Urlaub geschickt werden. Aber genau da geht es los mit der Korrektur der Traumata. Der Ansatz – Resozialisierung geht vor – ist ja richtig.Es wurde immer begründet damit, die hätten eine schlechte Kindheit gehabt, was durch die inflationäre Verwendung oft als zu voreilige Entschuldigung gewertet wird.Wenn es aber wirklich der richtige Ansatz ist, warum wird nicht das gleiche bei kriminellen Politikern gefordert? Einfach nur abwählen wird keinen von ihnen verändern, es muss aktive Aufarbeitung und Besserung gefordert werden. Zitat:“Wie es im Inneren Anteile gibt , die miteinander im Streit liegen, so gibt es auch im Außen Menschengruppen, die bedürftig sind nach Liebe, Schutz, Freiheit und Orientierung und andere Menschengruppen, welche diese bedürftigen Menschen bekämpfen unterdrücken und in die Schranken zu weisen versuchen.Dieser Kampf führt zur Selbstzerstörung der Menschheit und der Menschlichkeit.“

Karlheinz Patek / 04.05.2021

Hoffentlich behalten Sie Recht. Nur werde ich den Restzweifel einfach nicht los. Mit Vorhersagen ist das so eine Sache, und der Artikel ist ja auch nichts Anderes. Mich wundert hier nichts mehr, rein gar nichts. Errinnern sie sich an den Vorwahlkampf in den USA, eine Amtsperiode zurück, VOR Trump. Da stand im Relotiusmagazin sinngemäss folgendes (damals las ich den Mist noch, heute nicht mehr). Trump sei das grösste Geschenk. Für wen? Für die Demokraten! Ja, sie haben richtig gelesen. Je länger Trump sich als Bewerber um die Präsidentschaft auf der Vorwahlkampf-Bühne hält, um so besser für die Demokraten. Austauschen gegen einen Anderen müssen sie ihn sowieso, daran führe kein Weg vorbei, je länger das dauert umso weniger Zeit bleibt dem nächsten republikanischen Kanditaten um sich zu präsentieren, das zieht die gesamten Republikaner in Lächerliche. Das verschaffe dem Bewerber der Demokraten einen uneinholbaren Vorsprung und der sei somit schon so gut wie Präsident. So ist das mit Vorhersagen.

Karla Kuhn / 04.05.2021

S. Wietzke, “Tatsächlich fiebert die Mehrheit doch geradezu dem Tag entgegen an dem sie endlich gemeinsam in der Ökoeinheitskluft mit Hacke und Spaten aus ihren ungeheizten Barackenunterkünften aufs Feld ziehen dürfen.”  Einfach wunderbar, ich krieg kaum noch Luft vor lachen. Im Unrechtsstaat mußten Schüler und Studenten während der Herbstferien aufs Feld,  um bei der Zuckerrüben- und Kartoffelernte zu helfen. Bei uns wurde Hopfen angepflanzt, das war eine Schinderei. Aber reichlich zu essen gab es von den Bauern und immer ein Paket Wurst, Fleisch und Eier mit nach Hause. Nix mit freudlosen vegan.

A. Ostrovsky / 04.05.2021

Protestiert gegen die Ausrottung der Menschheit! Das ist das wichtigste politische Ziel, denn die Menschheit sind WIR! Demonstriert für die Bestrafung der Kriegsverbrecher, die an der biologischen Massenvernichtung forschen!

giesemann gerhard / 04.05.2021

Die Sehnsucht nach dem einfachen Leben mit viel Grün(futter), das ist unschlagbar. Ohne das komplizierte Zeugs ringsum. Jede Religion lebt davon - alle wissen, dass das nicht stimmt, aber es ist eben einfach, tröstlich, somit mehrheitsfähig. Das geht so lange gut, bis die Realität zuschlägt, dann schlägt auch das Pendel wieder in die andere Richtung aus. Warten wir es ab, die Klugen werden sich zu helfen wissen, die anderen zahlen die Zeche. Das ist gut so, haben schließlich selbst bestellt, Zechprellerei wird geahndet. Und wenn es bloß eine Tracht Prügel ist. Und Aufräumen in der Küche, nebst Tellerwaschen. Trümmer räumen 2.0

Dieter Ehrlich / 04.05.2021

Aber bei allem ist nicht zu vergessen, dass die Grünen viele Wahlhelfer haben, die so nicht direkt in Erscheinung treten. Das geht von der DUH über Pro Asyl, die “Mittelmeerkreuzfahrer”, und viele kleine Menschlein, die freitags auf Unterricht verzichten, angeführt von Mädels aus der Tabakindustrie. Und dann auch die ganzen Ökos, Veggies, Radfahren-ist-geil-Fundies.

Frances Johnson / 04.05.2021

@ Anton Weigl: Das ist richtig lustig mit dem Rudi am Ende. Das Traurige ist: Wenn es ein kalter feuchter Sommer werden sollte, die Medien aber behaupten, es sei das heißeste Jahr jemals gewesen, glauben das zu viele Leute. 2020 war angeblich auch das heißeste Jahr. Ich kann das aus meiner Sicht nicht bestätigen. So viel Schneckenkorn habe ich noch nie verbraucht wie 2020. Im April war es aber warm. Vielleicht wurde statt April einfach Jahr eingesetzt.

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