Vera Lengsfeld / 02.03.2016 / 16:30 / 2 / Seite ausdrucken

Niemand braucht taz-Kretins - eine Gegensatire

Satire darf alles. Sie kann sich nicht wehren, auch nicht gegen gänzlich unbegabte Schreiber, die ohne einen Funken Humor, aber mit viel Gift und Galle sagen wollen, was sie sich sonst nicht zu sagen trauen. Die TAZ ist für die Veröffentlichung verunglückter Satiren notorisch. Vor Jahren fand sie es lustig, den sterbenden Autor Jürgen Fuchs mit den Symptomen seiner Krebskrankheit zu verhöhnen.

Nun hebt sie Philip Meinhold, den Autor des „notwendigen Manifests zur endgültigen Abschaffung Deutschlands“ ins Blatt. Sie hätte den Beitrag versehen sollen mit dem Hinweis „Achtung, das soll Satire sein!“. Das wäre hilfreich gewesen, denn dem irritierten Leser konnte das nicht auffallen. Er musste beim Lesen dieses ganz und gar humorlosen Textes davon ausgehen, dass er aus Versehen auf die Humorseite der Zeitung gesetzt wurde.

Meinhold, schaut man sich seine Biographie an, gehört zu den Fördermittelabzockern und ewig Zweit- und Drittplatzierten.  Er hat sich offenbar für jedes irgendwie in Frage kommendes Stipendium beworben und war erfolgreich, wahrscheinlich weil man sich der Flut seiner Bewerbungen nicht anders erwehren konnte. Knete von dem Staat zu nehmen, den er so hasst, dass er seine Vernichtungsphantasien nicht zügeln kann, ist sichtlich kein Problem für ihn. Von Talent, gar zur Satire, kann bei ihm nicht die Rede sein. Wenn ihm eine Parodie gelingt, dann ist das unbeabsichtigt. „Niemand unter den Völkern braucht dieses Land“, behauptet er. Nun, mindestens eine Million Zuwanderer im vergangenen Jahr brauchen das Land dringend, am dringendsten aber der Schreiberling  selbst. Wer sonst bezahlte dem „freien Autor“ seinen Unterhalt, wenn der Staat über Nacht tatsächlich ein „einzigartiger, unberührter grüner Landstrich“ würde? Die deutschlandfreie Fauna und Flora sicherlich nicht.

Auch sonst verwickelt sich der Hasser par excellence in allerlei Widersprüche. Er zählt sich offensichtlich zu denen, die noch „einen Funken Herzenswärme“ besitzen, um gleich darauf zu beweisen, dass er schlimmer und hasserfüllter vom Leder ziehen kann als die Dörfler aus der sächsischen Provinz. Was die von ihm beklagte „geistige und emotionale Verarmung“ angeht, so ist sein Text der beste Beweis dafür, dass Meinhold selbst es ist, der darunter leidet. Es zeugt von höchster „ethischer und moralischer Verkommenheit“ ein ganzes Land mit solchen Verbalinjurien zu überziehen, wie er es tut. Ganz verbissen in seinen  helldeutschen Furor, bemerkt er nicht, in welche Schreibtradition er sich stellt- und das freiwillig. Welchen Riesenkomplex ein unübersehbar „von Neid und Niedertracht“ getriebener Charakter abzuarbeiten hat, der Sätze wie Meinhold schreibt und veröffentlicht, darüber möchte ich nicht spekulieren. Ich bin aber sicher, dass Hans-Joachim Maaz die Antwort wüsste.

Es ist jedenfalls schizophren, zugleich in und von einer „Widerwertigkeit der zum Staat gewordenen Kloake“ zu leben, sofern man kein Mistkäfer ist, als den ich Meinhold nicht mal spaßeshalber bezeichnen würde. Unfreiwillig komisch wird es auch, wenn Meinhold den Deutschen mangelnden Humor und den Intelligenzquotienten eines Tellers Erbsensuppe vorwirft. Der Arme hat selbst keinen Funken Humor.

Natürlich hält der Mann auch nichts vom Grundgesetz. Alle, die noch wissen, was darin steht und meinen, dass es eine richtige Antwort auf die Erfahrung einer menschenverachtenden Diktatur ist, sind in Helldeutschland Rechte, für die, geht es nach den Meinholds, nicht gilt, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Meinholds Text dokumentiert, dass er genau in dem Ungeist schreibt, den er zu parodieren vorgibt. Wenn man das Wort Deutsche durch ein beliebiges anderes, wie „Flüchtling“ ersetzte, würde die TAZ den Text noch als „Satire“ drucken? Humor ist ja, wenn man trotzdem lacht, auch wenn die angebliche Satire so gar nichts Humorvolles hat.

Zu fürchten ist, dass sich Meinhold demnächst um einen Satirepreis bewirbt. Ob die Juroren diesen Text dann als preiswürdig erachten?  Hoffentlich nicht, denn sie müssten sich totlachen dafür, einen Schreiber zu küren, der sich, natürlich nur spaßeshalber, den Feuersturm von Dresden im Februar 1945 für ganz Deutschland wünscht. Meinholds Humor klingt fatal nach dem eines Henkers. Wie gut, dass der Mann seine  Vernichtungsphantasien nur  in die Tastatur hämmern  kann und nicht am berühmten roten Knopf sitzt.

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Gerhard Falk / 02.03.2016

Meinhold scheint mächtige Befürworter in der Politik zu haben. Er ist offenbar aus dem Holz geschnitzt, aus dem auch die “Demonstranten” einer (womöglich staatlich subventionierten) “Gegendemonstration” gegen die AfD bestehen.Claudia Roth ist Ende November bei einer Anti-AfD-Demonstration mitmarschiert, bei der “Deutschland, Du mieses Stück Scheiße” und “Deutschland verrecke” skandiert wurde. Obwohl sie das auch gehört haben muss, hat sie sich bisher nicht davon distanziert – im Gegensatz zu anderen Beteiligten. Es ist immer wieder lustig zu sehen und zu hören, wie sich die Deutschen- und Deutschlandhasser gegen die “rechten Hassprediger” echauffieren. Da darf dann auch eine stellvertretende Bundestagspräsidentin nicht fehlen, schließlich hat sie ja nur den breiten Konsens der derzeitigen Bundestagsabgeordneten der fünf Linksparteien mit mutiger Zivilcourage auf den Punkt gebracht - es ging ja schließlich gegen rechte Hetzer! Nachzulesen im Bayernkurier: “Claudia Roth auf Abwegen”. https://www.bayernkurier.de/inland/8411-claudia-roth-auf-abwegen

Thomas Bode / 02.03.2016

Wenn man den Text von Meinhold wirklich als Satire liest funktioniert er doch hervorragend. Die ganze Widersprüchlichkeit und Durchgeknalltheit der progressiv-empathischen Erbsensuppe- und Kartoffel-Hasser (wo ist eigentlich das Kraut geblieben?), die den aktuellen Diskurs beherrschen, wird schön heraus gearbeitet. Besser geht’s nicht. Das Problem ist nur dass es eben keine Satire ist. Sondern diese Kategorie nur ein Vorwand, um mal richtig die Sau raus zu lassen. Was man schon immer sagen wollte, und auch schon gesagt hat, nur nicht so unbefangen hasserfüllt. Aber diese Verwahrlosung von Journalismus, und auch von Begriffen wie “Empathie”, sind eben nun Normalität, – je linker desto normaler. Bis in die ehemals ehrwürdige ZEIT hinein, wo Mely Kiyak gelegentlich auch mal Gift und Galle über das miese Stück Scheisse-Deutschland (das es eigentlich gar nicht gibt) und und lispelnde Menschenkarikaturen herziehen darf. Tja, vierzig Jahre lang habe ich mich selbst als Linker betrachtet, bis 2015. Jetzt habe ich leider erkennen müssen dass Dummheit kein Privileg der Rechten ist.

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