Gunter Weißgerber / 22.09.2017 / 09:31 / Foto: Hampton/Royal Navy / 30 / Seite ausdrucken

Neue Munition für Untersuchungs-Ausschuss zur Grenzöffnung

Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages bestätigt die allgemeinen Irritationen über Merkels einsame Entscheidung vom 5.September 2015. Robin Alexander beschreibt es heute in DIE WELT: „Gutachten sieht unklare Rechtsgrundlage für Grenzöffnung“. Und das ist – wie gesagt – nicht irgendein Gutachten, sondern eine Expertise des Wissenschftlichen Dienstes des Bundestages höchstselbst. Demnach ist die Rechtsgrundlage, auf der die Einreise von Asylsuchenden im Herbst 2015 genehmigt wurde, nicht geklärt. Das ist brisant, weil FDP und AfD angekündigt haben, nach einem möglichen Einzug in den Bundestag einen Untersuchungsausschuss zur Flüchtlingspolitik Merkels einzusetzen.

Die Fragen der Rechtmässigkeit von Angela Merkels Vorgehen standen am 5. September 2015 sofort im Raum. Ich war damals erschüttert ob der institutionellen Ignoranz der Kanzlerin und der Selbstamputation des Bundestages. Es war wie eine Entscheidung in Politbütomanier über ein Scheinparlament hinweg.

Wahlen sind in der Demokratie Bestandsaufnahmen. Am 24.9. 2017 werden wir sehen, wie Bevölkerung und Parteien zueinander stehen. 2013 bis 2017 waren die Parteien am Zug. Am 24.9. sind die Wähler am Zug. So ist die Abmachung in einer Demokratie. Parteien und Politiker, die die eigenen Institutionen des demokratischen Rechtsstaates nicht ernst nehmen, werden am Wahltag mit den Konsequenzen ihres Fehlverhaltens brutal konfrontiert. Sie vergaßen: Die Demokratie funktioniert - spätens am Wahltag.

Der Menschenstrom ab dem 5. September 2015 schwoll gewaltig an und schob an seiner Spitze die häßliche kleine AfD in die Landtage und in den Bundestag. Das war abzusehen. Hätten Union und SPD ihren Fehler zugegeben und korrigiert, die Gaulands und Höckes würden am kommenden Sonntag abends wie gewohnt unter den erfolglosen Parteien "unterhalb 5 Prozent" subsumiert werden können. Ohne das Versagen von Union und SPD gäbe es das Problem AfD nicht. Wie schrieb ich hier auf der Achse vor einem Jahr:  "Ich bin dann mal weg, sagte der Staat..."

Foto: Hampton/Royal Navy Imperial War Museum via Wikimedia Commons

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Wolfgang Richter / 22.09.2017

Wenn die Einreise aufgrund autokratischer Entscheidung der Berliner Regentin illegal war, dürfte es die Nachzugsmöglichkeit für die Angehörigen der schon mal als antragsberechtigt ausgewiesenen 390 000 “Syrer”  auch sein, einschl. derer, die als gesamt vermutlich 60 000 dieses Jahr schon eingereist sind. Wer will auch diesen Rechtsbruch nachträglich noch heilen, alles stillschweigend geduldet von dem Politdarstellern der GröKoaZ ?

Gregor Kühn / 22.09.2017

Enttäuschend, dass sie es nicht schaffen, ihre politische Tradition zu überwinden. Ihre Bezeichnung der AFD führt dann auch zu kleinen häßlichen AFD-Wählern?! Schade, dass sie ihr sonstiges Niveau in diesem Artikel nicht halten konnten - keine Werbung für die Achse, die ich sehr schätze.

Wolfgang Kaufmann / 22.09.2017

Das Schlimme ist: Den besten aller Menschen ist die Rechtslage egal. Hauptsache wir zeigen ein freundliches Gesicht und gehen pfleglich miteinander unter. Bauchdenken eben…

Karla Kuhn / 22.09.2017

“....und schob an seiner Spitze die häßliche kleine AfD in die Landtage und in den Bundestag. ”  Müssen Sie als SPD Mitglied so schreibem ,so hetzerisch?  Warum soll die AfD “häßlich” sein?? Haben Sie die Wahlprogramme aus früheren Jahren der CDU gelesen ? Ich habe mir die Mühe gemacht und sie mir dem Wahlprogramm der AfD verglichen, da gibt es viele Übereinstimmungen.  Wird dadurch die CDU auch zu einer “häßlichen kleinen” Partei ?? Kann es sein, daß Sie Angst haben, die SPD könnte nach der Wahl in die Bedeutungslosigkeit versinken und das “Problem”  AfD an deren Stelle treten ?? Die AfD ist eine demokratisch gewählte Parte.  Als solche hat sie das Recht auch so behandelt zu werden alles andere ist schäbig.

Wilfried Cremer / 22.09.2017

Der Denkzettel für die Regierung per AfD-Wahl bezieht sich aber nicht nur auf den Import der Kopf-ab-Religion. Es geht genauso um die desaströse Nullzins-Geldverteufelung, die von scheinbar der anderen Seite auf die seit Jahrhunderten real existierende Totwirtschaft der Allah-Sklaverei hinausläuft.

Armin Reichert / 22.09.2017

Ja, ganz schlimm diese AfD. Wählen Sie schön Ihren Martin, der macht wenigstens was für den kleinen Mann.

Axel Heinz / 22.09.2017

Sehr geehrter Herr Weißgerber, dass Sie die AfD als Problem ansehen, verstehe ich. Denn sie wird eines für alle anderen Parteien im Bundestag sein, einschließlich für die ihrige. Die werden nun alle ein wenig aus ihren Komfortzonen herauskommen (müssen). Erschüttert es Sie gar nicht, dass ausschließlich derzeit nicht im Bundestag vertretene Parteien, Merkels Alleingang - ernsthaft - thematisieren ? Als 2015 ca. 1,1 mio Menschen nach Deutschland kamen (von denen die Mehrheit Armutsflüchtlinge waren), gab es die AfD bereits längst (seit Februar 2013). Bis zur Merkels Alleingang im September 2105 war sie in 5 Länderparlamenten und im Europaparlament vertreten. Ihre ersten Erfolge erzielte sie bis dahin gegen eine kopflose Euro- und Europapolitik und gegen eine Schuldenvergemeinschaftung, für die sich Ihr (Sie sind doch noch SPD-Mitglied !?) ehemaliger Brüsseler Grüssaugust nach wie vor ausspricht. Die Flüchtlingskrise hat also bei weitem nicht und schon gar nicht alleine die AfD in die Landtage geschoben, wie Sie behaupten. Eine besonnenere Merkel hätte sicher den Einzug der AfD in acht weitere Länderkammern seit 2016 reduzieren oder auch hier und da verhindern können. Vielleicht wäre dann noch der ursprünglich wirtschaftliche (und so dringend notwendige) Sachverstand der Partei und Deutschland erhalten geblieben. So fristet derzeit Luckes LKR leider nur ein Schattendasein im Europaparlament.

Axel Kracke / 22.09.2017

Tja, lieber Herr Weißgerber, dann können wir ja alle froh und dankbar sein, daß es die “häßliche kleine AfD” als dringend notwendiges Korrektiv gibt. In der gegenwärtigen Situation hat die “häßliche kleine AfD” sich jedenfalls bereits jetzt, allein schon durch ihre bloße Existenz, mehr um die Demokratie verdient gemacht als alle Altparteien.

Wolfgang Lechner / 22.09.2017

Sehr geehrter Herr Weißgerber, die Beschreibung Ihrer persönlichen Wahrnehmungen zur AfD,  klein und häßlich,  errinnert mich an die Parabel von den blinden Männern und dem Elefanten. Ich bin mir nicht im Klaren, an welcher Stelle des Objektes Sie Ihre Erkenntnisse sammeln. Vielleicht geben Sie aber auch nur das Hörensagen anderer Blinder wieder. Dies wäre allerdings zuwenig um an der derzeitigen politischen Diskussion teilzunehmen. mit freundlichem Gruß Wolfgang Lechner

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