Peter Grimm / 20.06.2019 / 16:00 / 22 / Seite ausdrucken

Manuela zeigt Haltung

Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck hat bekanntlich nicht nur die Unterscheidung zwischen hellem und dunklem Deutschland erfunden, sondern jetzt auch seine Liebe zu einer „erweiterten Toleranz in Richtung rechts“ entdeckt. Dazu ist schon viel gesagt worden. Aber bislang hatte sich ein politisches Schwergewicht noch nicht dazu geäußert, die SPD-Übergangs-Teilvorsitzende Manuela Schwesig. Jetzt hat die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern das nachgeholt. Nachdem sie im „Berliner Salon“ des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) schwärmte, was für ein tolles Amt das der SPD-Vorsitzenden sei, welches sie aber trotzdem nicht haben wolle, äußerte sie sich auch kritisch zu Gaucks neuer Toleranz: „Ein großer Teil der Bürgerinnen und Bürger denkt und wählt anders als die Anhänger der AfD“. „Diesen Menschen ist es wichtig, dass die Werte, die dieses Land ausmacht, gegen diejenigen verteidigt werden die sie in Frage stellen“, deshalb „muss man sich auch als Politiker entscheiden, auf wessen Seite man steht“.

Abgesehen davon, dass der Satz ein wenig nach dem DDR-Propagandalied „Sag mir wo du stehst“ klingt, sollte sich die SPD-Übergangs-Teilvorsitzende vielleicht eher darüber Gedanken machen, was jenen „Bürgerinnen und Bürgern“ wichtig ist, die nicht zu den Anhängern der SPD zählen. Diese Bevölkerungsgruppe ist zudem mittlerweile deutlich größer als die der Nicht-Anhänger der AfD. Ein Umstand, den Genossin Schwesig vielleicht auch deshalb gern ignoriert, weil sie nicht weiß, wie am besten darauf zu reagieren ist. Denn eine sozialdemokratische Partei kurz vor dem Untergang müsste eigentlich versuchen, viele von denen wieder zu erreichen. Den Blick nach Norden, zu den erfolgreicheren dänischen Parteifreunden haben sich die deutschen Genossen aber verboten. Wer will an dieses Dilemma schon ständig erinnert werden?

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Wolfgang Kaufmann / 20.06.2019

Mal wieder stehen die Deutschen zu ihrer Überzeugung bis zum Endsieg. Also dem der 5%-Hürde über einen kleinen Restbestand von überforderten Wohlfühlpolitikerinnen. Wie einst Andrea vom Arbeitskreis Pferd; die Älteren werden sich erinnern.

Paul Siemons / 20.06.2019

Zumindest bei Herrn Ex Wulff scheint nicht die Gefahr zu bestehen, dass er als Pensionär seine Worte in Gedanken fasst. Nach “gehört zu Deutschland” hat er gerade erst noch einmal nachgelegt in Sachen Segen und Glücksfall. Vielleicht muss er aber auch erst noch in Gaucks Alter kommen, um in der Realität anzukommen.

Wilfried Düring / 20.06.2019

Unser ‘Küsten-Barbie’ zeigt uns wo sie steht. Auf der Richtigen Seite!  Auf der Seite der ‘Verteidiger’ des Guten (der Werte, des Klimas, des Lebens, der Menschheit, des Friedens, der Partei etc. - Vokabeln und Parolen sind austauschbar). Frau Schwesig hat als ‘gute Genossin - immer - Recht. Denn: “Die Partei, die Partei, die hat immer Recht! Und, Genossen, es bleibe dabei; Denn wer kämpft für das Recht, Der hat immer recht. Gegen Lüge und Ausbeuterei. Wer das Leben beleidigt, Ist dumm oder schlecht. Wer die Menschheit verteidigt, Hat immer recht. So, aus Leninschem Geist, Wächst, von Stalin geschweißt, Die Partei - die Partei - die Partei!” Dieses ‘Lied’ , das in DDR Millionen Kinder lernen mußten, stammt von dem deutsch-böhmisch Lyriker Louis Fürnberg. Der Stalinist Fürnberg schrieb es 1949 in einem beginnenden ‘Klima der Denunziation’ - welches in der Tschechoslowakei zum Slansky-Prozess, zu ‘Säuberungen’ und allgemein zu staatlich organisierten Massenmorden gegen ‘imperialistische Agenten’, ‘Kriegstreiber’ und ‘Feinden des Sozialismus’ führte. Unter diesen Feinden befanden sich auch enge ‘Freunde’ Fürnbergs ... Gegen FEINDE, Lüge und Hetze will Frau Schwesig heute ‘unser’ ‘Land’ und ‘unsere’ ‘Werte’ verteidigen. Vor 70 Jahren standen tapfere Sozialdemokaten wie Dr. Kurt Schumacher, Louise Schröder, Ernst Reuter, Carlo Schmid und auch ein Herbert Wehner (der aus eigener leidvoller Erfahrung wußte, was der Stalinismus aus und mit Menschen macht) ein: für Freiheit, Rechtsstaalichkeit und menschliche Würde - unabhängig von ‘Klassen-Standpunkt’ und ‘Haltung’. Heute sprechen einige Sozialdemokraten wie Schwesig, Maas, Kahrs, Stegner und Kühnert die Sprache der damaligen Verfolger. DAZU sollte sich Pfarrer Dr. Gauck äußern! Und Frau Schwesig möchte ich in Anlehnung an den Sozialdemokraten Karl Liebknecht sagen (25.08.1916): “Ihre Werte sind - offensichtlich - nicht meine Werte!”.

Bernd Fischer / 20.06.2019

Die Frau ist nur noch peinlich. Aber in MV ( starke Leistung ) entfernt sie doch fähige Mitarbeiter ( oder die gehen selbst ) und scharrt Hofschranzen ( männlich / weiblich ) vom Schlage eines Diederich Heßling um sich. Da waren doch die Pioniernachmittage in der DDR, doch nicht ganz nutzlos. Seid bereit…immer bereit.

Armin Reichert / 20.06.2019

Es gibt auch weibliches blondes Pack.

Marion Sönnichsen / 20.06.2019

@ Claudius Pappe, ja genau die, die ihre Kinder auf eine Privatschule schickt, Familienangehörige gut mit Pöstchen versorgt (hierzu Vera Lengsfeld, Korruption in der Politik), sich nicht vom Links-Extremismus distanziert, sowieso glaubt, dass dies nur ein aufgebauschtes Problem sei, sich stark macht in einer DDR ähnlichen Volkserziehungs-Kampagne (sie hat den sozialistischen Pionierschlips noch nicht abgebunden bzw. sie ist die Personifizierung desselbigen geworden) und dafür Millionen verpulvert (hierzu achgut.com Demokratie lebt) und schlussendlich hat sie als Bundesfamilienministerin! zur Kinderehe geschwiegen und sich erst geäußert, als Heiko Maas zurückruderte (hierzu Steinhöfel auf achgut.com: Maas will Kinderehe legalisieren vom 29.10.2016). Letzteres belegen Datum und Uhrzeit ihrer beiden Twitter-Äußerungen zur Kinderehe. Ja, genau die ist das.

Karla Kuhn / 20.06.2019

WARUM schickt Frau Schwesig ihre Kinder in eine Privatschule ?? In einer Gesamtschule würden sie das Leben, SO wie es ist,  kennenlernen. Will sie das ihren Kindern nicht zumuten ??  Eine Frau, die als Familienministerin die Amadeo Stiftung unter Leitung der ehemaligen STASI IM VICTORIA; Anetta Kahane,  mit 100 (EINHUNDERT)  Millonen EURO Steuergelder unterstützt hat , erdreistet sich diesen Satz zu sagen : “„Ein großer Teil der Bürgerinnen und Bürger denkt und wählt anders als die Anhänger der AfD“. Das hat man in GÖRLITZ gesehen, wo der AfD Bürgermeisterkandidat Wippel OHNE Unterstützung 45 PROZENT Stimmen von Seiten der AfD WÄHLER erhalten hat, Ursu konnte von seinen 30 Prozent nur mit den Stimmen der anderen gewinnen. Das nenne ich Moral !  Mit diesem SATZ werden von ihr die AfD Anhänger DISKRIMINIERT !!Die Übergangsvorsitzende einer steil abwwärts trudelnden SPD unterstellt den AfD Anhängern sie würden die WERTE in Frage stellen.  Welche Werte, die von MERKEL ??  Ich nehme mal an, daß viele AfD wähler FRÜHER SPD WÄHLER waren!  Frau Schwesig scheint keine gute Verliererin zu sein. !!  “Den Blick nach Norden, zu den erfolgreicheren dänischen Parteifreunden haben sich die deutschen Genossen aber verboten. Wer will an dieses Dilemma schon ständig erinnert werden? ”  Im Gegesatz zur deutschen SPD,  ist die DÄNENPARTEI wieder im AUFWIND; durch ihre KLUGE Vorsitzende !! Es wäre SOOOO einfach, NACHDENKEN, TOLERANZ üben, sich entschuldigen und in gewissen Punkte zusammenarbeiten.. Anstatt Politik FÜR den Wähler zu machen, scheinen die Parteien nur EIN ZIEL zu haben, koste es, was es wolle, ZERSTÖRUNG DER AFD !!  Dabei sollte die SPD lieber darauf achtem, daß sie nicht unter die 5 Prozent Hürde fälllt. Sollte es ohne Frau Nahles nicht besser werden ?? Sie kann sich jetzt ins Fäustchen lachen.

Rudi Knoth / 20.06.2019

War das nicht die Politikerin, die die “Extremistenklausel” aus den Förderkriterien für den “Kampf gegen Rechts” rausgenommen hat. Diese Klausel besagte die Aussage, daß die Geförderten sich zum Grundgesetz und zur “freiheitlich demokratischen Grundordnung” bekennen müssen. Diese Klausel sehe ich als selbstverständlich an. Dann stell sich die Frage, welche Werte diese Frau vertritt?

Rainer Hanisch / 20.06.2019

Es ist schon egenartig, dass bei Politikern erst im Ruhestand so etwas wie Restbestände an Vernunft zutage treten. Warum nicht dann, wenn sie aktiv Poltik betreiben sollen? Scheinheiliges Geschwätz; bin gespannt, was die Staatsratsvorsitzende mal noch so von sich gibt… Ansonsten sollten sich alle, nicht nur Manuela dafür interessieren, was ALLE Bürger so bewegt. Nicht voraussetzen, dass “die Mehrheit der Bürger” die selben Vorstellungen und Wünsche hat, wie es unsere Parteieliten so denken. Da liegen mitunter Welten dazwischen!

Franck Royale / 20.06.2019

Manuela erinnert mich manchmal irgendwie an Christiane aus Good Bye, Lenin! Wenn die eines Tages erfährt, daß der Schulz-Zug entgleist, Andrea in Rente und die SPD keine Volkspartei mehr ist - kann sich dann bitte jemand kümmern?

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