Ideologisch grenzwertiger Sondermüll

Von Reinhard Szibor.

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ein „Genhonigskandal“ die Gemüter erhitzte. Damals war der Anbau des gentechnisch verbesserten Mais MON810 in Deutschland noch zugelassen, und so kam es dazu, dass der Honig eines Imkers einige Pollen ebendieser Pflanzen enthielt. Es waren nur Spuren, denn Mais ist für Bienen kaum attraktiv, weil er keinen Nektar produziert. Trotzdem musste der Honig entsorgt werden und zwar als Sondermüll. Der Produzent blieb obendrein auch noch auf den Entsorgungskosten für seine 342 Kilogramm Honig sitzen. So wurde es medienwirksam verkündet.

Die Wellen der Empörung gegen den verhassten Monsanto-Konzern, aus dessen Laboren die sogenannte „Genpflanze“ MON810 stammt, schlugen hoch. Natürlich hätte man den Honig auch an Braunbären in einem Zoo verfüttern können. Meister Petz, der ein ausgesprochener Honigliebhaber ist, hätte es sicher gutgetan, denn Mais MON810 ist als Futtermittel zugelassen. Dem Imker wären die Sondermüllentsorgungskosten erspart geblieben, und vielleicht wären für ihn sogar noch ein paar Euro Erlös herausgesprungen. Aber dann hätte der „Sondermüll-Hype“ als Argument gegen den bitterbösen Monsanto-Konzern nicht funktioniert.

Für Säuglinge ist Honig tabu. Er enthält nämlich gelegentlich Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum, und das kann für Säuglinge tödlich ausgehen. Schließlich produzieren diese Bakterien das Botulinum-Toxin, das eine der giftigsten Substanzen ist, die wir überhaupt kennen. Die Immunausstattung von Säuglingen ist nicht ausreichend, um sich gegen diese Bakterien zu schützen. Aber dennoch habe ich nie davon gehört, dass Honig wegen der Anwesenheit von Clostridium-Sporen entsorgt wurde, schon gar nicht als Sondermüll.

Lebensmittel als Sondermüll zu deklarieren, ist also keine Maßnahme einer Gefahrenabwehr, sondern der Propaganda. Das zeigt sich auch an einem aktuellen Vorkommnis. Ein Hobbyimker im Jerichower Land nahe Magdeburg musste 280 Kilogramm Honig mit einem Verkaufswert von 1.300 Euro entsorgen, als „Sondermüll“, versteht sich. Der Grenzwert für Glyphosat war um das 40-fache überschritten. Die Höchstmenge in Honig darf 0,05 Milligramm je Kilogramm nicht überschreiten. Das liegt knapp über der Nachweisgrenze. Bei Getreide liegt der Grenzwert je nach Sorte bis zum 400-fachen des Wertes vom Honig. Der Unterschied: Die von Menschen täglich konsumierten Mengen betragen selbst bei ausgemachten Honigliebhabern kaum mehr als 40 Gramm des leckeren Bienenprodukts. Das wäre dann eine Aufnahme von 0,002 Milligramm Glyphosat. Bei Getreideprodukten verzehrt man meist 100 bis 200 Gramm am Tag. Dann läge auf einmal die Unbedenklichkeitsgrenze bei 4 Milligramm pro Tag, also 1.000 bis 2.000 Mal höher. Auch hier hätte man das wertvolle Produkt verfüttern oder wenigstens zu Biogas vergären können, anstatt die Sondermüll-Keule herauszuholen.

Der Gottseibeiuns hieß Monsanto – jetzt Bayer

Interessant: Während für Honig hinsichtlich des ungiftigen Glyphosats praktisch eine Nulltoleranz gilt, gefährdet das Vorkommen von hochtoxischen Pyrrolizidinalkaloiden (PA) selbst in extremen Konzentrationen die Marktfähigkeit von Honig überhaupt nicht! PA kommen vorwiegend durch das Jakobs-Kreuzkraut in den Honig. Der gelbe Korbblütler verbreitet sich seit einigen Jahren stark und steht in Massen an Wegrändern, Autobahnböschungen und auf Brachen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht die Aufnahme von 0,42 Mikrogramm pro Tag durch einen Erwachsenen als kritisch an. Eine Untersuchung ergab aber, dass Honige mit einer Belastung von bis zu 212 Mikrogramm pro Kilogramm auf dem Markt sind. Also wäre in diesen Fällen ein Konsum von 2 Gramm schon gefährlich. PA haben das Potenzial, Gendefekte und Krebs sowie tödlich verlaufende Leberzirrhosen zu erzeugen. Für PA im Honig gibt es aber keine Grenzwerte!

Wenn Produkte der Firma Monsanto auftauchen, kommen diese in den Sondermüll, auch wenn sie gar nicht giftig sind. Wenn es gegen den verhassten Konzern geht, der nach verbreiteter Meinung die totale Kontrolle über die Lebensmittelproduktion der Welt anstrebt, ist jede Art der Propaganda recht. Als vor einiger Zeit hingegen mit Dioxin belastete Bio-Eier aus dem Verkehr gezogen werden mussten, kamen diese in die normale Müllverbrennung, wohl wissend, dass sich das Supergift Dioxin auf diese Weise gar nicht entsorgen lässt.

Inzwischen hat der deutsche Bayer-Konzern den amerikanischen Konkurrenten aufgekauft und aus Imagegründen den Teufelsnamen „Monsanto“ entsorgt, gewissermaßen als „Sondermüll“. Aber das wird ihm nichts nützen. Der Konzern hat zusätzlich zu der Kritik an seiner eigenen Agrarsparte auch noch den grünen Hass gegenüber Monsanto geerbt und wird nun in der Szene mit dem vernichtenden Namen BEELZEBAYER belegt. Einige Apotheken boykottieren inzwischen Bayer-Medikamente.

Es gab Zeiten, da wurden Pharmaproduzenten, die Krankheiten heilen, Schmerzen lindern und uns eine hohe Lebenserwartung bei guter Lebensqualität ermöglichen, geschätzt. Nun richtet sich der geballte Zorn gegen den rheinländischen Chemieriesen, der nicht nur den schon erwähnten medizinischen Fortschritt ermöglicht, mit seinen Agrarprodukten zur Ernährung der Weltbevölkerung von inzwischen 7,6 Milliarden Menschen signifikant beiträgt, sondern auch deutschlandweit 37.000 Menschen gut bezahlte Arbeitsplätze bietet und mit seinen Steuerabgaben unseren Sozialstaat wesentlich mitfinanziert.

Und was wird aus dem verhassten Glyphosat, das einst Monsanto entwickelt hatte und dessen Patentschutz lange abgelaufen ist? Es ist egal, ob es zukünftig vom Bayer-Konzern oder von den etwa 200 anderen auf dem Markt agierenden Herstellern produziert wird. Es wird bleiben, denn die Substanz ist weder giftig noch krebserregend noch (unter der Vorausetzung einer sinnvollen Anwendung) umweltschädlich. Doch die Propagandamaschine läuft auf Hochtouren, und die Stimmung im Land wendet sich zunehmend gegen das ungiftige und vor allem insektenschonende Herbizid.

Unkrautbekämpfung mit Gasbrennern

Nun kann niemand von Politikern erwarten, dass sie sich selbst mit den mehr als 3.300 Studien beschäftigen, die allesamt die Unbedenklichkeit des Mittels belegen. Wenigstens sollten die Empfehlungen der wissenschaftlichen Gremien, die für unsere Sicherheit zuständig sind, ernstgenommen werden. Das sind das BfR, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die Europäische Behörde für Chemikalien (ECHA). Es ist schon erstaunlich, mit welcher Verachtung gerade die Grünen das einst von Renate Künast geschaffene BfR belegen, nur weil dieses das tut, was die Umweltministerin der damaligen rot-grünen Koalition gewollt hat, nämlich unabhängig von Konzernen und Politik zu begutachten.

Deutschlandweit wird nun auf eine Unkrautbekämpfung mit Gasbrennern umgestellt. Anstatt das insektenschonende Glyphosat einzusetzen, werden Unkräuter gemeinsam mit Hummeln, Bienen und vielen anderen Insekten mit Flammenwerfern weggebrannt! Die sachsen-anhaltinische Gemeinde Möser musste kürzlich als Resultat dieser primitiven Methoden einen Waldbrand auf zwei Hektar Fläche hinnehmen, weil ein Bürger den Gehsteig mit der Flammenwerfermethode vom Unkraut befreit hatte. Der Verlust seines Wohnhauses wurde nur unter größter Mühe aller regionalen Feuerwehren verhindert.

Anders im ebenfalls sachsen-anhaltinischen Beendorf: Da brannte im Juli 2016 infolge der Anwendung dieser vermeintlich umweltfreundlichen Methode der Unkrautbeseitigung ein Mehrfamilienhaus ab. Wahrscheinlich wird es noch einiger solcher Ereignisse bedürfen, bis man erkennt, dass der Glyphosat-Stopp-Beschluss in den Sondermüll gehört. Das Kriterium der „besonderen Gefahr für die Gesundheit und/oder die Umwelt“, die von diesem Beschluss ausgeht, ist gegeben. Die bekannten Baumärkte haben auf Druck der Umweltorganisationen (die aber diesen Namen gar nicht verdienen) und der Politik Glyphosat aus dem Angebot gestrichen und bieten stattdessen ein ganzes Sortiment von brandstiftenden Flammenwerfern an.

Und hat man überhaupt bedacht, dass das Abbrennen von Unkräutern und Insekten zu ungeliebten Emissionen führt? Das wäre ja eigentlich gar nicht so schlimm, denn die Angst davor ist stark übertrieben. Andererseits ist es bemerkenswert, wie Deutschlands Politiker bereit sind, wegen Feinstaub und Stickoxiden die besten PKW der Welt – nämlich die deutschen, nicht die anderer internationaler Hersteller – aus dem Verkehr zu ziehen und somit eine Säule der deutschen Wirtschaft ins Wanken zu bringen. Wo es opportun erscheint, streicht man Emissionen anderer Verursacher aus der Betrachtung. Wenn sie aus Dieselfahrzeugen kommen, werden sie als Sondermüll angesehen, jedoch entstehen sie überall dort, wo Feuer ist. Kamine, Holzkohlegrills, Kerzen in Wohnräumen und die schon erwähnten Flammenwerfer spielen in den Bedrohungsszenarien keine Rolle!

Interessengeleitete Panikmache

In der ganzen kontroversen Debatte gibt es nur zwei Fakten, die unwiderlegbar sind: Die Luft, die wir atmen, wird seit Jahren immer sauberer, und die Menschen werden immer älter. Der Eindruck, der jedoch vermittelt wird, ist ein anderer: Der Statistiker Walter Krämer, der seit Jahren politisch motivierte Manipulationen mit Zahlen aufdeckt, schreibt, dass die Autos zwar immer sauberer geworden sind, noch schneller wären dagegen die zulässigen Grenzwerte gesenkt worden. Sie seien auf Druck von Interessengruppen zustandegekommen, die den Autoverkehr aus den Städten verbannen wollen. „Sie sind politisch gesetzt und werden pseudowissenschaftlich bemäntelt“, sagte Krämer, der als Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der Universität Dortmund hohe Reputation in der ganzen Welt genießt.

Matthias Klingner, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Verkehrssysteme in Dresden, sagt zu dem Thema: „Der Feinstaubgrenzwert ist eigentlich völlig widersinnig: Was wir mit den Messgeräten messen, ist zu 90 Prozent natürlicher Feinstaub und an diesem Feinstaub ist niemand bisher gestorben – der ist seit Jahrmillionen in der Luft. Der Anteil der Diesel-PKW daran ist so marginal, dass man ihn eigentlich gar nicht messen kann.“ Trotzdem ist es ungesund, Feinstaub in größerer Menge einzuatmen. Aber Experten, wie Dieter Köhler, von 2002 bis 2007 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, sowie eine Reihe weiterer Fachleute halten die Diskussion für völlig überzogen und sehen eine interessengeleitete Panikmache.

Völlig hanebüchen verhält es sich mit den Stickoxiden in der Luft. Die Grenzwerte, die in der Atemluft nicht überschritten werden dürfen, betragen auf Straßen 40 Mikrogramm je Kubikmeter. Sonderbarerweise dürfen an Arbeitsplätzen (wo man sich ja gewöhnlich viel länger aufhält), die Höchstwerte etwa 24 Mal höher sein und 950 Mikrogramm je Kubikmeter erreichen. So werden, wenn man z.B. an einem Adventskranz die vierte Kerze angezündet hat, die Stickoxidwerte im Wohnzimmer die für Straßen zugelassenen Werte überschritten haben. Von Feinstaub in Form von Rußpartikeln gar nicht zu reden.

Der Neurowissenschaftler Gerald Wolf hat mit seinem Team viele Jahre zur Bedeutung der Stickoxide als Signalstoff in unserem Körper geforscht. Er wies darauf hin, dass Stickoxide in unseren Körperzellen produziert werden und dort eine wichtige Funktion erfüllen. Sie werden in den Zellen unseres Körpers in einer Konzentration produziert, die den Grenzwert auf unseren Straßen um bis zum Millionfachen überschreitet.

Namen wie VW, BMW, Audi und Mercedes erzeugen mittlerweile die gleichen Hassgefühle, wie schon für Monsanto und Bayer beschrieben. Natürlich ist es richtig, dass betrügerische Angaben über Schadstoffemissionen der Fahrzeughersteller geahndet werden müssen. Das ist geschehen. Trotzdem verwundert es sehr, dass ein Milliardenbußgeld für die Volkswagen-AG in den Medien und großen Teilen der Bevölkerung Jubelstürme auslöst, die an das Begleitgeschehen früherer Hexenverbrennungen erinnern. Vergessen ist, dass diese Konzerne zigtausenden von Menschen gut bezahlte Arbeitsplätze bieten und unser aller Wohlstand mitbegründen.

Als kürzlich an der Universität Aachen in Experimenten mit freiwilligen Versuchspersonen untersucht wurde, ob die Grenzwerte für Stickoxide am Arbeitsplatz wirklich gerechtfertigt sind, stellte sich heraus, dass die von den Versuchspersonen eingeatmeten Stickoxidkonzentrationen, die übrigens weit über den Grenzwerten für Gehwege lagen, völlig unbedenklich waren. Trotzdem gerieten der überwiegende Teil der Presse und führende Politiker bis hin zu Bundeskanzlerin Angela Merkels (CDU) Regierungssprecher Steffen Seibert sofort in populistische Aufregung und brandmarkten die von der zuständigen fachkundigen Ethikkommission genehmigten Untersuchungen als „unethische Menschenversuche“ à la Joseph Mengele. Seibert sagte, die Autokonzerne sollten nicht an Affen oder sogar Menschen nachweisen, dass Abgase nicht schädlich seien, sondern sie hätten schlicht die „Grenzwerte einzuhalten“. Aber Grenzwerte fallen nicht vom Himmel und solche, die in den schwarz-rot-grünen Politbüros willkürlich festgelegt worden sind, gehören in den Sondermüll, denn sie sind gefährlich, weil sie für die Sicherheit der Menschen nichts bringen und tausendfach Arbeitsplätze vernichten.

Inzwischen gefallen sich dubiose Organisationen wie Greenpeace darin, zu berechnen, wie viele Menschen durch Stickoxide vorzeitig gestorben seien. Bis zum März 2018 seien es in Deutschland seit dem sogenannten „Dieselgate“ fast 20.000 gewesen! Seriöse Mathematiker halten solche Berechnungen für absolut unwissenschaftlich und demagogisch. Solche angstmachenden Botschaften gehören in den Sondermüll, denn sie sind gefährlich! Angst macht krank, das weiß man im Gegensatz zu den Stickoxiden sehr genau!

Prof. Dr. Reinhard Szibor ist Diplombiologe und Mitglied des Forums Grüne Vernunft.

Dieser Beitrag erschien zuerst in Novo und im Stadtmagazin „Magdeburg kompakt“

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J. Braun / 11.10.2018

So schön und richtig der Beitrag im Großen und Ganzen ist, er enthält einen gemeinen Fehler. Der Autor geht davon aus, daß Bienen und auch Wildbienen wie die Hummel Nektar sammeln und deshalb nicht an dem nektarfreien Mais interessiert sind und deshalb die Gefahr der Kontamination durch Pflanzenschutzmittel praktisch nicht besteht. Das ist grundlegend falsch.  Bienen sammeln für die Aufzug der Larven genauso emsig Pollen. Und Pollen liefert Mais in rauhen Mengen. Ich hatte das Märchen von den Bienen, die nicht an Maispflanzen gehen auch geglaubt, bis ich selbst (Zucker-)Mais im Garten gezogen habe. Der war voll mit Insekten, die an den männlichen Blüten die Pollen sammelten, darunter auch reichlich Honigbienen und diverse Wildbienen. Daß dies zu Verunreinigungen führt, ist klar.

Helmut Driesel / 11.10.2018

Bekanntermaßen sind ja die Neandertaler am Feinstaub in Ihren Höhlen und an der fetten Ernährung ausgestorben, oder war es doch der Klimawandel? Oder gar die aufdringlichen Zuwanderer aus dem Süden? Die theoretisch aus Schadstoffbelastungen berechneten Todesfälle sind Leute, die in den nächsten sechzig Jahren statistisch früher sterben werden, jetzt in unserer Gegenwart leben sie noch, erfreuen sich vielleicht sogar bester Gesundheit. Es wird aber immer so getan, als stürben sie weg wie von einer Seuche hingerafft, wenn in diesen Tagen nicht genügend gegen die Schadstoffe unternommen wird. Der normale COPD-Patient ist aber ein Raucher. Ganz besonders auch der Passivraucher. Die restlichen 20% Prozente sind Handwerker, Bergleute, Schweißer, schwere Arbeit in staubbelasteter Umgebung eben. Einen Prozentsatz derer, die an viel befahrenen Kreuzungen Feinstaub aus Dieselmotoren eingeatmet haben, gibt es statistisch nicht. Was diese Belastung zwar nicht harmlos macht, aber eben statistisch untauglich. Und in diesen kommenden 60 Jahren wird wohl die Medizin ein Wörtchen mitzureden haben, wie die Statistik dann endgültig ausfällt. Es gibt ja erste Anfänge von erfolgreichen Lungenspülungen und dergleichen, da kann man viel Hoffnung haben. Auch die Struktur der medizinischen Versorgung wird sich noch verbessern, irgendwann wird jeder Betroffene einen qualifizierten Arzt haben. Es sei denn, wir sitzen in 20 Jahren wieder in schlecht belüfteten Höhlen ums Lagerfeuer und streiten darüber, wer Häuptling sein soll und deshalb das beste Stück vom Fleisch bekommt.

Wolf Dieter Krapp / 11.10.2018

@ Herr Geiselhart. Das kommt ganz auf die Pflanze an, das Stadium ihres Wachstums und die Art des Beikrauts. Ich bin immer wieder erstaunt, was meine Nützlinge so alles abkönnen ohne dass ich beim Ertrag was merke, einige Beikräuter erweisen sich sogar als äußerst nützlich, was Bodenqualität, Wasserspeicherung etc angeht. Das erfodert auch keine diffizilen Algorithmen, öfter mal aufs Feld schauen und sehen was da vor sich geht reicht. P.s. ich bin kein Biobauer und setze Herbizide ein, wenn ich es für nötig halte. Das ist recht selten.

Roland Stolla-Besta / 11.10.2018

Phobien sind in Deutschland durchaus politisch korrekt und gewollt, etwa Genophobie, Atomphobie, Chemophobie, Zeozwophobie und dergleichen. Mit derartigem kann man quasi volksfestartige Zusammenkünfte in Feld, Wald und Wiesen abhalten. Völlig undiskutabel dagegen Xenophobie und Islamophobie, die sind aber auch sowas von rechts und nazi, dagegen muß unbedingt etwas unternommen werden. Es sei denn, so meine Idee, man zieht die auch unterhaltsam auf und gibt den auf diesem Sektor Feiernden das Gefühl, gaaanz toll, edel und mutig zu sein.

Wolf Dieter Krapp / 11.10.2018

Manchmal frage ich mich wie die deutsche Landwirtschaft all die Jahre ohne Glyphosat nicht nur überleben sondern Jahr für Jahr massive Überschüsse produzieren konnte. Aber das ist wohl das Kennzeichen einer von beiden Seiten geführten Schattenboxerei…

Werner Geiselhart / 11.10.2018

@Marion Sönnichsen. Bitte benennen Sie mir einen einzigen Fall, bei dem durch grüne Gentechnik Umweltkatastrophen ausgelöst wurden. Wenn Sie nur Techniken wollen, die fehlertolerant sind, dann müssen Sie die konventionelle Mutationszüchtung als allererstes verbieten. Wie Sie wissen, werden dort durch äußere “Gewalt” wie chemische Stoffe, Röntgen- oder radioaktive Strahlung zufällige Genmutationen hervorgerufen und dann die Pflanzen weitergezüchtet, die die gewünschten Merkmale zeigen. Es wird in keinster Weise geprüft, ob sich durch die Mutationen auch unerwünschte, eventuell schädliche Merkmale gebildet haben. Die Produkte werden also ungeprüft auf die Menschheit losgelassen, wenn Sie so wollen, kann das man auch fehlertolerant nennen;-) Mit CRISPR/CAS können Sie heute genetische Eigenschaften gezielt in der DNA platzieren, Sie haben volle Kontrolle über die Mutationen und können bei Fehlerhaftigkeit sofort reagieren, so was nenne ich wirklich fehlertolerant!

Ben Palmer / 11.10.2018

@Marion Sönnichsen: “Ferner, das große Problem mit der Gentechnik ist, sie ist zwar faszinierend, ohne Frage, aber sie ist nicht fehlertolerant „Fehler“ haben bei dieser Technik durchaus Katastrophenpotential und die Konsequenzen sind nicht mehr rückholbar.” Als Biologin wissen sie sicher, dass bei jeder geschlechtlichen Fortpflanzung Gentechnik im Spiel ist. Braune Augen des Vaters gepaart mit blauen Augen der Mutter können braune Augen beim einen Kind, blaue Augen bei einem weiteren Kind ergeben. Das ist natürliche, zufallsbedingte Gentechnik. Der Zufall kann aber auch dazu führen, dass Fehler passieren, wie z.B. Augen, die nicht sehen. Es können auch Gendefekte entstehen, die sich weitervererben oder die zu nicht lebensfähigen Organismen führen. Keine Fehlertoleranz, nicht rückholbar. Gerade das versucht man mit Gentechnik zu vermeiden, indem man gezielt vorgeht und Unerwünschtes eliminiert. Ich empfehle das folgende kurze Video, in dem moderne Gentechnik eindrücklich erklärt wird: https://www.addendum.org/gentechnik/ist-das-gentechnik/

Thorsten Helbing / 11.10.2018

Ideologie vs Realität. Im Wolkenkuckucksheim ist es eben heimeliger als draussen auf der nassen dreckigen Strasse. Wer soll es den linksgrünrot = braun lackierten Ideologen verübeln? Und wenn es sich davon auch noch so hervorragend auf Kosten der “in geschlossenen Räumen mit dem Grenzwert von 950 µGramm wahre Werte erschaffenden Mitmenschen” leben lässt - so what? Es gibt immer Zwei. Zwei Seiten, Oben und Unten, Schwarz und Weiss, Feuer und Wasser. Und es gibt denjenigen, der es macht und denjenigen, der es mit sich machen lässt! Die AfD steht nicht nur dafür ein den Islamismus aufzuhalten, nein, auch Gerechtigkeit und die Einhaltung von Recht, Gesetz und Ordnung steht auf ihren Fahnen geschrieben. Da kann der Herr Schneider als FDP-Fanboy hier auf der Achse noch so wüten. Ein sehr großes Problem sehe ich persönlich in dem Charakter der Deutschen in ihrer Obrigkeitshörigkeit und dem Wunsch nach “Führung”. Die AfD setzt dagegen auf Selbstbestimmung und Freiheit. Auch das geht dem Autor Herrn Schneider völlig ab. Entweder ist er ein Misanthrop erster Güte oder einfach nur neidisch darauf, das die AfD AUCH die bessere FDP ist, was natürlich einem in der bekennenden in der “relativen” Öffentlichkeit stehenden Autor eines bedeutenden Mediums wie der Achse schlicht nicht gut zu Gesicht, bzw im Arbeitszeugnis, steht. Aber genug von Herrn Schneider, dessen Humor ich sonst wirklich sehr schätze! Hier geht es um Ideologie um jeden Preis vs Realität wie sie tagtäglich erlebbar gepredigt und zum Teil umgesetzt wird. Umgesetzt von Vollpfosten in verantwortlicher Position für ein Land von Obrigkeitshörigen, weshalb diese Propaganda überhaupt auf fruchtbaren Boden fallen kann. Gesinnungsethiker vs Verantwortungsethiker, so würde Dushan Wegner argumentieren. In der Farbe Braun sind Grün und Rot vertreten. Ich würde es einen Kampf (braune) Faschisten vs wahre Antifaschisten nennen. Wer wer ist entscheiden Sie, lieber Achse-Leser. Ideologie vs Realität.

Werner Geiselhart / 11.10.2018

@R. Nicolaisen. Herr Nicolaisen, jeder Landwirt, ob Bio oder konventionell, ist bestrebt, möglichst wenig “Unkraut” in seinen Nutzpflanzen zu haben, da sie dann schlichtweg nicht mehr oder nur unter riesigem Reinigungsaufwand geerntet werden können. Der Bio-Bauer bezahlt dann halt eine Hundertschaft osteurpopäische Lohnarbeiter, die die Unkräuter regelmäßig rausreissen, ein konventioneller Bauer sprüht einmal Glyphosat und kann dann nach ein paar Tagen seine Saat ausbringen, der Fall ist erledigt. Das hat oft noch den Vorteil, dass nicht mehr tiefgepflügt werden muss, was wiederum die Erosion behindert. Auf diese Weise kann auch sehr viel CO2 eingespart werden, da kein dauerndes Nacharbeiten nötig ist, Sie wissen ja, landwirtschaftliche Fahrzeuge fahren mit Diesel;-) Diese Monsanto-Fan Leier könnten Sie sich eigentlich sparen, das ist das Standardargument für Leute, die keine anderen Argumente mehr haben!

madeleine nass aus Bonn / 11.10.2018

Wenn es nach den Baum-Liebhabern ginge, würden wir alle bald wieder im Wald leben.

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