Reinhard Szibor, Gastautor / 07.04.2021 / 06:26 / Foto: Amadalvarez / 51 / Seite ausdrucken

Es war einmal ein Rechtsstaat – Die Abwicklung der forensischen Genetik

Von Reinhard Szibor.

Der Senat der Humboldt Universität Berlin kann sich in der Geschichte der „Charité“ sonnen. Der Name der Klinik hatte schon immer einen guten Klang, nicht nur in Berlin, sondern in der ganzen Welt. Dank des Fernsehens ist die Charité nun vielen Menschen ans Herz gewachsen. Krankenhausfilme mögen die Deutschen, auch Krimis. In letzteren haben Rechtsmediziner einen festen Platz. Jan Josef Liefers erreichte als Professor Boerne in der „Tatort“-Folge „Mord ist die beste Medizin“ mit 13,13 Millionen Zuschauern einen Marktanteil von 36,7 Prozent. Der Erfolg einer Talkshow ist gesichert, wenn zum Beispiel. Prof. Michael Tsokos, jetziger Direktor des Instituts für Rechtsmedizin an der Charité (oder ein anderer Rechtsmediziner) eingeladen ist, ein paar schier unglaubliche Geschichte aus der Realität zum Besten zu geben. Die jüngste Folge der mehrteiligen Staffel zur Geschichte der Charité stellte das „Institut für Gerichtsmedizin“ (es heißt jetzt „Institut für Rechtsmedizin“) mit ihrem damaligen Direktor Prof. Dr.med. Dr. h.c. mult. Otto Prokop in den Focus, und das zu Recht. Prokop hat das Fach wie kaum ein anderer vorangebracht.

Das Fernseh-Unterhaltungsgeschäft will und kann auf die Rechtsmedizin nicht verzichten. Sie ist groß angesagt, in der gegenwärtigen deutschen Wirklichkeit kämpft das Fach hingegen an vielen Universitäten ums Überleben. Das ist partiell auch in Berlin so. Nicht, dass das Institut an sich in seiner Existenz bedroht wäre, aber gegenwärtig ist man dabei, das wichtigste Standbein seiner wissenschaftlichen Reputation zu amputieren. Unsere Medien schwelgen in Erinnerungen an Prokops Zeiten, ignorieren aber, dass dessen Nachfolger, die ebenso wie der Nestor der Rechtsmedizin Weltgeltung erlangt haben, abgewickelt werden.

Otto Prokop und seine tüchtigen Erben

Die Rechtsmedizin ist eine Querschittswissenschaft der Medizin. Pathologie mit ihren vielfältigen Unterdisziplinen, Toxikologie, Stomatologie, Psychiatrie, Genetik und anderes mahr jeweils in einer forensischen Ausrichtung, sind ihre Hauptdomänen. Prokop war ein Multitalent und bereicherte fast alle Subdisziplinen mit Innovationen, aber die größte Bedeutung erlangte er auf dem Gebiet der forensischen Genetik. Zu seiner Zeit ging es um die Erforschung von Blut- und Serumgruppen und die Vielgestaltigkeit von Enzymen im Blut und anderen Körperflüssigkeiten. Prokop und seine Schüler haben viele dieser Merkmale erforscht und Methoden entwickelt, mit denen man deren Vielgestaltigkeit für forensische Zwecke nutzen kann. Die Analyse dieser Systeme ermöglichte es, Vaterschaftsgutachten mit bis dahin nicht gekannter Präzision zu erstellen und Blutspuren von Tatorten mit hoher Zuverlässigkeit Tätern beziehungsweise den Opfern zuzuordnen. Das trug signifikant zur Aufklärung von Straftaten bei. Im weltweiten wissenschaftlichen Wettbewerb agierte das Prokop-Institut ganz weit vorn.

Die zwei Generationen nach Prokop, die bis heute aktiv sind, hatten das Glück, Merkmale, die die genetische Individualität des Menschen bedingen, in der DNA, also direkt in der Erbsubstanz, untersuchen zu können. Forensische DNA-Labors schossen ab Mitte der 80er-Jahre überall in der Welt aus dem Boden und auch diesmal war Deutschland von Anfang an führend mit dabei. Das Ostberliner Institut, also Prokops unmittelbare Nachfolger, reihten sich sofort in die Führungsriege ein. Prof. Dr. Lutz Roewer und sein Team profilierten sich mit der Erforschung der Vielgestaltigkeit des Y-Chromosoms, also der genetischen Struktur im Genom, die das männliche Geschlecht bedingt und nur hier vorkommt. Eine genaue Kenntnis der Merkmalskombinationen auf dem Y-Chromosom ermöglicht es insbesondere Sexualstraftäter durch die Untersuchung der von ihnen am Tatort oder am Opfer hinterlassenen Spuren (Spermien, Speichel, Haare, Hautzellen, Blut) zu identifizieren.

Mehr noch: Lutz Roewer, Sascha Willuweit und weitere Kollegen haben weltumspannende Arbeitsgruppen organisiert, die die globale Verteilung der Y-Chromosomenmuster erforschen und in die Berliner Y-Chromosom-Haplotyp-Referenzdatenbank (YHRD) einspeisen. Diese Daten stehen allen Forschern relevanter Disziplinen zur Verfügung. Für die kriminalistische Fallarbeit sind sie unverzichtbar, denn nur auf dieser Datenbasis kann die Identitätswahrscheinlichkeit zwischen einer Spur und einem Tatverdächtigen zuverlässig bestimmt werden. Zu deren Ermittlung muss man genau wissen, wie häufig bzw. selten die vorgefundene Y-Merkmalskombination in der Bevölkerung vorkommt. Das Berliner Institut leistet somit einen entscheidenden Beitrag dazu, dass Straftäter, insbesondere Sexualverbrecher, überführt und juristisch verfolgt werden können und Personen, die zu Unrecht beschuldigt wurden, rehabilitiert werden.

Jenseits der Kriminalistik dienen die Daten der anthropologischen Wissenschaft. Die globale Verteilung der Y-chromosomalen Merkmalskombinatioen (Haplotypen) ermöglicht es, grundlegende Erkenntnisse über die Menschheitsgeschichte und die Besiedlung unserer Erde zu erlangen. Sowohl die Wege der Völkerwanderungen als auch die zeitlichen Verläufe konnten somit erforscht werden. Kurz: Das Team der forensischen Genetik an der Charité leistet exzellente Wissenschaft. Es gehört weltweit auf dem Gebiet der Forensischen Genetik zu den 10 bis 15 wichtigsten Arbeitsgruppen. Darüber hinaus liefert es wesentliche Erkenntnisse für die genetische Grundlagenforschung und die Anthropologie.

Exzellenz Extinktion à la Humboldt-Universität

Es ist üblich, dass forensische DNA-Labors der Universitäten Dienstleistungen sowohl für Gerichte, Staatsanwaltschaften, Polizei als auch für Privatpersonen übernehmen. Sie fertigen Abstammungsgutachten an, identifizieren ausgesetzte Babys, Leichen und Skelette und anderes mehr. Und natürlich analysieren sie Spuren, die im Zusammenhang mit Straftaten gesichert worden sind. Das alles ist sinnvoll, denn nicht zuletzt daraus ergeben sich Fragestellungen, die nach innovativen Lösungen verlangen. In der Fallarbeit werden Ideen für neue Forschungsprojekte geboren, und das ist auch die Aufgabe von forensischen Instituten an den Universitäten.

Dass sie auf diese Weise auch Geld verdienen, mit dem sie ihre Forschungsarbeiten kofinanzieren können, ist nützlich. Aber natürlich brauchen Arbeitsgruppen eine Grundfinanzierung. Die hat man dem forensischen DNA-Labor der Charité schon vor Jahren gestrichen, mit der Vorstellung, es könne sich über die genannten Dienstleistungen ja selbst finanzieren. So besteht die groteske Situation, dass Forschung und Lehre, also Aufgaben, die sonst überall aus Steuermitteln bezahlt werden, aus Dienstleistungen der Wissenschaftler für die Polizei finanziert werden. Wann werden der Senat von Berlin und deren Humboldt- Universität darauf kommen, dass sich ihr Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften durch die Produktion von Gurken, Tomaten, Kartoffeln usw. selbst zu finanzieren hat?

Das alles ist schlimm genug, aber ein Unglück kommt selten allein. Das forensische DNA-Forschungsteam hat nicht nur das Pech, einer Universitätsleitung zu unterstehen, die vom Wesen und den Aufgaben von Forschungsinstituten offenbar keine Ahnung hat, sondern sie waren auch noch im kommerziellen Wettbewerb unterlegen. Es mag sein, dass private Wettbewerber bei der Spurenuntersuchung billiger sind, aber sind sie auch besser? Hat nicht der Wissenschaftler aus Berufung, der nicht unter ökonomischen Zwängen arbeitet, viel eher die Möglichkeit, sich für schwierige Fälle Zeit zu nehmen und an der Sache zu tüfteln? Aus diesem guten Grunde hatte das Landeskriminalamt Berlin und das Institut für Rechtsmedizin einen exklusiven Kooperationsvertrag über die Analyse von Spuren abgeschlossen.

Aber nach EU-Recht müssen solche Aufträge ausgeschrieben werden und es gelten die gleichen Regeln wie bei der Vergabe von Aufträgen fürs Fensterputzen und zur Fußbodenreinigung. Im Endergebnis wurde der Vertrag annulliert, weil ein starker Wettbewerber aus München in der 2. Instanz ein Gerichtsurteil erwirkt hatte, nach dem der Exklusivvertrag rechtswidrig sei. Somit haben die Mitarbeiter des weltberühmten Teams der Charité nicht einmal mehr die Möglichkeit, ihre Arbeitsplätze zu erhalten, auf denen sie mit ihrer Hände und Köpfe Arbeit Aufgaben wie Forschung und Lehre alimentiert haben, die eigentlich staatliche Finanzierung erfordern. Somit wird die Charité das Labor abwickeln.

Auf Freisprüche freuen

Der Schaden ist kalkulierbar. Täter aus dem Bereich der Schwerstkriminalität können sich auf Freisprüche freuen, weil das lückenlose und unanfechtbare System der Beweisführung zusammenbricht. Unklar ist, ob die riesigen Mengen von Asservaten und Daten, die im Institut vorhanden sind, rechtssicher in andere Speicher überführt werden können. Viele davon werden noch zur Aufklärung nicht abgeschlossener und künftig anfallender Fälle gebraucht. Einen Aufschrei gibt es bisher nur von der Berliner Justiz und Staatsanwaltschaft. Sie sind offenbar die Einzigen, denen neben den direkt Betroffenen klar ist, dass hier der Staat den Anspruch verspielt, sich als Rechtsstaat bezeichnen zu dürfen. Das ist nämlich der Fall, wenn er aus niederen Beweggründen (Sparen um jeden Preis) nicht alle Möglichkeiten der Verbrechensaufklärung nutzt und somit perspektivisch eine Verbrechensprophylaxe auf Kosten der Opfer, die überwiegend Frauen und Kinder sind, vernachlässigt.

Es ist ja nicht so, dass kein Geld da wäre, nur die Humboldt-Universität agiert bei Prioritätensetzung weder im Sinne der Wissenschaft noch zum Wohle der Menschen. Sie finanziert Lehrstühle und Institute, deren Inhaberinnen bzw. Mitarbeiterinnen wähnen, sie würden für Frauenrechte kämpfen, indem sie den Gebrauch von gendergerechter Sprache durchsetzen. Darüber schreiben sie dann allerlei Abhandlungen und verbreiten krude Theorien, die die Sprachregeln aushebeln sollen. Die bestehenden werden aber von allen namhaften Philologen und Literaten als sinnvoll und gültig anerkannt. Trotzdem wird der Unsinn an der Humboldt-Universität als Wissenschaft ausgegeben und finanziert.

Die groteske Gallonsfigur Lann Hornscheidt will uns glauben machen, sie und ihresgleichen seien geschlechtslos wie der Süßwasserpolyp (Hydra) und sie belehrt uns, wie man solche Fabelwesen anzusprechen habe, nämlich, in ihrem Falle mit „Profx. Hornscheidt“. Wenn das Geld für solchen Unsinn fließt, muss man sich nicht wundern, dass es für Arbeitsgruppen wie das Team der Forensischen Genetik nicht mehr reicht. Während die ersteren keinen erkennbaren Beitrag zu Verbesserung der Frauenrechte leisten, schaffen die Naturwissenschaftler mit ihrem Wirken die Voraussetzungen dafür, dass die Justiz Straftäter, die Kapitalverbrechen wie Vergewaltigung und sogar Sexualmorde gegen Frauen und Kinder begehen, aus dem Verkehr ziehen kann.

Absturz der Humboldt-Universität in die Bedeutungslosigkeit

Die Berliner Universität, die nach den deutschen Giganten der Natur-und Geisteswissenschaften Alexander und Wilhelm von Humboldt benannt ist und eigentlich auch jetzt und in der Zukunft in deren Geist agieren sollte, war zum Ende des 19. Jahrhundert und in der Zeit danach absolute Weltspitze. Rudolf Virchow, Robert Koch, Emil von Behring, Paul Ehrlich, Ferdinand Sauerbruch und viele andere begründeten hier die moderne Medizin. Obwohl die Nazis bedeutende und aus deren Sicht unliebsame Wissenschaftler vertrieben oder gar umgebracht haben, hat der Ruhm der Universität deren Schreckensherrschaft trotzdem überdauert. Auch in der DDR, die ebenfalls totalitär regiert wurde, blieb der Glanz der Charité erhalten.

Die Ära Prokop, die allerdings noch mit weiteren Namen wie Samuel Mitja Rapoport und anderen zu ergänzen wäre, wurde schon genannt. Hätte es zu Beginn des 20. Jahrhunderts schon ein internationales Universitätsranking gegeben, wäre die Humboldt-Universität mit ihrer Charité sicher unter den ersten 5 gewesen. Heute kann man solche Rankings im Internet abfragen. In den „QS World University Rankings“ wird die Humboldt-Universität für den Bereich „Life Science“ auf dem Platz 284 geführt. Alle westlichen und östlichen Industriestaaten, auch China und Russland, liegen mit einer Vielzahl ihrer Universitäten weit vor der Humboldt-Universität. Sogar Entwicklungsländer in Afrika und Lateinamerika platzieren vier bzw. zehn ihrer Universitäten im Ranking deutlich vor der Humboldt-Universität. Mit dem Ausfall des Teams für Forensische Genetik, das ja bisher auch hochrangig im Bereich Humangenetik und Anthropologie publiziert hat, dürften nun weitere Impactpunkte verloren gehen.

Bei dem Ranking hat die Humboldt-Universität noch das Glück, dass es keine Sparte gibt, die die Universitäten nach der Freiheit von der Wissenschaft und Lehre misst. Hier würde die Humboldt-Universität wahrscheinlich auf dem Niveau der Universitäten von China und Venezuela stehen, also auf einem Platz mit vierstelliger Zahl. An der Humboldt-Universität darf der renommierte Historiker Prof. Jörg Baberowski das geplante „Interdisziplinäre Zentrum für Diktaturforschung “ nicht gründen, weil kleine lautstarke Gruppen bestimmen, was sein darf und was nicht. Wissenschaftliche Kolloquien führen Baberowski und seine Kollegen inzwischen an geheimgehaltenen Orten durch, weil sie sonst vom ASTA und der Antifa gesprengt würden.

Also gibt es an der Humboldt-Universität keine allgemeine Akzeptanz für den Art. 5 Absatz 3 des Grundgesetzes, der Freiheit von Wissenschaft und Kunst schützt. Aber das ist schon wieder ein neues trauriges Kapitel und ein weites Feld. Dazu sollen lieber Geisteswissenschaftler referieren.

 

Prof. Dr. habil. Reinhard Szibor (*1945) studierte an der FSU Jena Biologie (1965-1970), arbeitete danach als Humangenetiker. Ab 1992 leitete er an der Otto-von- Guericke Universität Magdeburg ein Labor für forensische Genetik am dortigen Institut für Rechtsmedizin. Das Labor wurde 2010 wegen fehlender Finanzierung geschlossen. Als Mitglied des Collegium emeritio arbeitet er ehrenamtlich als Journalist für das Stadtmagazin Magdeburg Kompakt und andere Medien.

Foto: a href="//commons.wikimedia.org/wiki/User:Amadalvarez" title="User:Amadalvarez">Amadalvarez CC-BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

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armin wacker / 07.04.2021

Aus Berlin kommt nichts mehr gutes. Die schaffen sogar den Duden ab.

S.Müller-Marek / 07.04.2021

@R.Bunkus: Was Sie schreiben war auch mein erster Gedanke, als ich den Artikel gelesen habe. Wohin man blickt, in Deutschland öffnet sich ein Abgrund nach dem anderen, schlimmer geht immer!!!!!

E. Meierdierks / 07.04.2021

An welcher Hochschule ist es denn anders? Meinetwegen gerne alles einstampfen, spart viel Geld und wir werden vpn diesen Huschnuschhühnern nicht mehr vollgelabert. Was Brauchbares lernen die Studenten dort kaum noch, dann besser eine gute alte Berufsausbildung im Betrieb.

Gerhard Schmidt / 07.04.2021

Genetik geht gar nicht - Am Ende erfinden die noch “Rassen” oder so was…

Paul Siemons / 07.04.2021

Mich erinnert das Schicksal der Humboldt-Universität an die Geschichte von “Schlobottis Reise” vom vergangenen Sonntag hier auf Achgut.  Dem Wissenschaftler Prof. Itziger wird der Strom gekappt, damit ein Lehrstuhl für Gleichrichterbeauftragung und Geschlechtshabitus elektrisch versorgt werden kann. Vermutlich, um selbstgemalte Vaginabilder an die Wand projizieren zu können. Fiktion, Satire - wo ist euer Stachel? Die Realität knockt euch mit einer brutalen Linken aus. Bevorzugt unter die Gürtellinie platziert.

Steffen Raschack / 07.04.2021

@ Kurt Müller ....“Als nichtreligiöser Mensch möchte man fast den Herrn anrufen, so er endlich Gnade walten lasse,”  anrufen ist gut, halten Sie es lieber mit Biermann: “Ach, Macht kommt aus den Fäusten und nicht aus dem guten Gesicht, aus Mündungen kommt die Macht ja und kommt aus den Mündern nicht!” weniger

Jochen Brühl / 07.04.2021

Ja Hallo,da zieht einer vom Leder. Der hat anscheinend noch nichts vom strukturellem oder instutionellem Rassismus gehört, der bekämpft werden muss. Ganz einfach: Die Forensik ist genauso weiß wie Mathe, klassische Musik oder das Automobil. Also weg damit und Umschichtung der Kapazitäten in Genderthemen und kritische Weißseinsforschung. Das fördert Personen, die mit den “weißen” Disziplinen in Ermangelung des erforderlichen Intellekts nichts am Hut haben (völlig losgelöst von der Hautfarbe dieser Personen), führt zum Abstieg Deutschlands unterhalb des Statusses eines Entwicklungslandes und verhindert das Sichtbarwerden der Überrepräsentanz migrantischer Gruppen bei bestimmten Deliktsfeldern; hier der Sexualdelikte bei ausfallender Forensik. Das gefällt auch dem Justizsenator Behrend von den Grünen. Nicht nur eine winwin, sondern sogar eine winwinwin-Situation.

Ulla Schneider / 07.04.2021

Herr Prof. Szibor, Sie haben vergessen in der Grundlagenforschung eine Verbindung zum Klima herzuleiten.  Das wäre der Geldtopf gewesen.

Albert Pflüger / 07.04.2021

Man stelle sich vor, man hätte nur ein Kind, und dann ist es Lann Horscheidt! Was für ein Horror!

Olaf Weiss / 07.04.2021

Grundsätzlich gebe ich Herrn Szibor Recht: die Geschwätz- und Gaga"wissenschaften” sollten meiner Meinung nach nicht einen einzigen Cent Unterstützung aus dem Steuersäckel erhalten. Es gibt tausendmal wichtigere Dinge, die der Unterstützung wert sind. Die Kritik an der Privatisierung jedoch kann ich nicht nachvollziehen. Der Autor wirft die Frage auf, ob private, billigere Labore denn auch bessere Ergebnisse liefern. Gegenfrage: wie häufig liefert denn der Staat mit seinen steuer- und abgabefinanzierten Projekten bessere Ergebnisse? Schon vergessen? Flughafen BER? Stuttgart 21? Die Zahl sollte übrigens für die Fertigstellung stehen. Aktuell rechnet man mit 2025! Die Bahn? Offiziell eine private AG, allerdings im Besitz des Staates. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Wo immer staatliche Organisationen ihre Finger im Spiel haben, stoßen Sie auf Misswirtschaft und mangelnde Qualität - man siehe sich nur einmal den Zustand unserer Infrastruktur an! Meine Meinung dazu: wir haben viel zu wenig “Privat vor Staat”! Sie schreiben weiter, dass Täter aus dem Bereich der Schwerstkriminalität sich auf Freisprüche freuen können, weil das lückenlose und unanfechtbare System der Beweisführung zusammenbricht. Der Beweis zu dieser Behauptung fehlt jedoch. Genausogut könnte es sein, dass die Beweisführung aus privaten Laboren besser wird. Und nur mal zur Info: die meisten Verbrecher freuen sich aufgrund unserer Kuscheljustiz über Freisprüche; da ist es egal wie lückenlos die Beweisführungen sind!

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