Gastautor / 28.03.2019 / 17:00 / Foto: Bildarchiv Pieterman / 5 / Seite ausdrucken

Die Sache mit dem Ex

Von Uwe Zimmermann.

Hin und wieder stößt man auf Texte, in denen das „Ex“ vorkommt und auch eine besondere Rolle spielt. Wir kennen verschiedene Wörter mit der kurzen Vorsilbe Ex. Da wären z.B. Exfreund oder auch Ex-Freund, um das Ex hervorzuheben. Auch häufig gebräuchlich sind zum Beispiel. die Wörter Ex-Ehefrau und Ex-Ehemann usw. Das Ex soll ausdrücken, dass es nicht mehr der Ehemann oder die Ehefrau ist. Die Ehe ist vorbei – es war einmal und jetzt nicht mehr. Mit Ex drückt man „zu Ende“ oder auch „vorüber“ aus. 

Mich irritiert immer wieder, dass es bei dem Gebrauch von „Ex“ manchmal nicht mit rechten Dingen zugeht. Ich stelle gerade die Überlegung an, wie man wohl einen Mörder nennt, der seine Gefängnisstrafe abgesessen hat. Ist das ein Ex-Mörder? Wie verhält es sich mit einem Kriegsverbrecher nach der Gefängnisentlassung. Würde man ihn als Ex-Kriegsverbrecher bezeichnen? Wohl kaum, denn  „Ex-Kriegsverbrecher“ klingt harmloser als „Kriegsverbrecher“ und hat so etwas von einem Reinwaschen der Schuld an sich. Warum aber wird ein Terrorist, oder im aktuellen Fall eine Terroristin, die Menschenleben auf dem Gewissen hat, als Ex-Terroristin bezeichnet? 

Es kann durchaus sein, dass eine Terroristin zu einer Ex-Terroristin wird. Dazu bedarf es aber mehr, als das Absitzen einer Gefängnisstrafe.

Der Autor ist Ingenieur.

Foto: Bildarchiv Pieterman

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A.W.Gehrold / 28.03.2019

Nicht zu vergessen die Ex-Pädophilen im EU-Parlament, Ex-Steinewerfer im Außenamtsruhestamd, Ex-FDJ-Funktionäre als BRD-Liquidatoren,  Ex-Stasimitarbeiter als “Gegen- alles -was rechts-ist - Sittenwächter”, Ex-Kinderschänder als Seelenretter und Schäflein-des Herrn-Betreuer. Um nur einige der Unvergesslichen zu benennen.

Karla Kuhn / 28.03.2019

“Ist das ein Ex-Mörder ?” Grotesk.  Auch wenn die Terrosistin keinen Terror mehr macht, sie ist eine Terroristin und hat vielleich zig Menschen auf dem Gewissen. Da bin ich bei dem Mörder. Der ist und bleibt ebenfalls ein Mörder. Da gibt es NICHTS zu beschönigen. “... als Ex-Terroristin bezeichnet? Wie Sie schreiben, zum reinwaschen, das klingt harmloser, dann darf sie auch in Deutschland bleiben und hier ihr EX weiter ausleben,eben eine “GUTE”  geworden. Ich sehne den Tag herbei, der wird ein FREUDENTAG für mich, wenn ich sagen kann Merkel ist die EX- KANZLERIN ! ENDLICH !!

Hans Schafranek / 28.03.2019

Die Argumentation des Autors ist sprachlich auf den ersten Blick überzeugend, nicht aber in einem spezifischen historischen Kontext. Natürlich bleibt ein Mörder ein Mörder - hier wäre ein “ex” ebenso sinnstörend wie bei einem Kriegsverbrecher. Wenn wir uns aber beispielsweise die Geschichte der RAF vergegenwärtigen, können wir seit Jahrzehnten feststellen, dass mit “Ex-Terroristen” in aller Regel jene bezeichnet wurden, die mit ihrer politischen Vergangenheit gebrochen haben, sich öffentlich distanziert haben usw. Das relativiert oder verharmlost aus meiner Sicht assoziativ keineswegs frühere Straftaten, bezeichnet aber ein “Ende” - ebenso wie in enem “neutralen” Sinn der “Exfeund”.

Markus Bärtschi / 28.03.2019

Wenn eine Terroristin von der Zivilgesellschaft für einen Auftritt eingeladen wird, dass ist sie eben eine “Ex-“Terroristin.

beat schaller / 28.03.2019

ja, herr zimmermann, sie bringen die feinheiten auf den punkt.  gerade in so einem fall scheint durch das “ex” die möglichkeit gegeben, solch eine verbrecherin trotzdem öffentlich auftreten zu lassen. so ist es eben weniger schlimm. das gibt neue perspektiven für die rückkehr der landeseigenen is-terroristen und terroristinnen. man kann es eben biegen anstatt es konsequent zu bekämpfen. so einfach ist das im (un)rechtsstaat. b.schaller

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