Peter Grimm / 05.12.2018 / 17:40 / 23 / Seite ausdrucken

Beleidigte Leberwurst

Mehmet Ünal ist aus der CDU ausgetreten. Das tat er nicht ganz freiwillig, aber seine Parteifreunde hatten ihn dazu gedrängt. Anderenfalls hätte er sich von beleidigenden Äußerungen gegen seinen Parteifreund Ali Toprak distanzieren müssen. Topraks kurdische Herkunft war dabei für den Türken Ünal das geringere Problem, dem „Christdemokraten“ ging es vielmehr um mangelnde Rücksicht auf islamische Regeln in Deutschland.

Bekanntlich galt es als großer „Skandal“ der Islamkonferenz, dass auf dem Buffet auch Blutwurst angeboten wurde. Und Ünal gehörte zu jenen, die sich darüber ungeheuer empören konnten. Ali Topraks Reaktion darauf gefiel ihm gar nicht:

„Wer sich über Blutwurst auf der Islamkonferenz aufregt, aber darüber schweigt, dass Menschen wegen ihrer Kritik an Islamismus in Deutschland unter Polizeischutz leben müssen, der ist nicht nur verlogen, sondern lehnt in Wirklichkeit alles ab, was dieses Land ausmacht.“

Ünals Antwort war alles andere als souverän:

„Halt den Ball flach Ali! Du bist eine islamophobe Ratte und schämst dich nicht, noch Seitenhiebe zu verteilen, selbst wenn Muslime brüskiert oder provoziert werden. Für den Aufschrei über die Blutwurst hat der Tweet eines Schweinefleischkonsumenten gesorgt. Friss weiter Schwein!“

Eine solch unflätige und beleidigende Reaktion, noch dazu unter Parteifreunden, geht gar nicht, befand die Bremer CDU, also Ünals Landesverband, nachdem der Wortwechsel öffentlich wahrgenommen wurde. Die Partei habe Ünal aufgefordert, seine Äußerungen zurückzunehmen, meldet BILD. Doch nachdem Ünal die Partei nun verlassen hat, bleibt dennoch die Frage, wie ein Mann lange ein unangefochtenes Mitglied sein konnte, der mehrfach öffentlich von Israel als „faschistischem Unrechtsregime“ gesprochen hatte.

Der Beitrag erschien auch hier auf sichtplatz.de

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Leserpost

netiquette:

Wolfgang Kaufmann / 05.12.2018

“Right or wrong, my Country” scheint in vielen südländischen Gesellschaften gang und gäbe zu sein, oder wie sagt man „Clan“ auf Englisch? Demgegenüber haben die wenigen nordländischen Kulturen, die die Enge der Polkalotte zugelassen hat, Liberalismus, Meinungsvielfalt und Aufklärung erfunden. Müsste er verstehen, kann er aber nicht.

Armin Reichert / 05.12.2018

“Der Chip ist drin” würde Hamed wohl sagen.

Eleonore Weider / 05.12.2018

Möchte sowieso wissen, was dieser in einer christlichen Partei zu suchen hat. Schon bei einem ersten oberflächlichen Blick auf seine Social - Media-Aktivitäten fällt auf, daß er Menschen nicht nur gerne in faschistoidem Jargon öffentlich als „Ratten“ beschimpft, sondern daß er zudem unter einem regelrechten Israelphobie zu leiden scheint. Auf seinen Twitter-Account zeugen viele Beiträge von einer wahnhaften Agitation gegen Israel. Er hetzt gegen Zionisten, gegen IDF-Soldaten, die er der Vertreibung der Palästinenser beschuldigt. Er nennt Israel ein „faschistisches Unrechtsregime“, dem er sogleich „Kriegsverbrechen“ attestiert. Und, als wäre dies nicht schon genug, greift er Jens Spahn auch noch mit einem homophoben Kommentar an, als dieser sich für ein Gelöbnis der Bundeswehr vor dem Bundestag ausspricht. Integration?  Mitnichten. Eher der Wunsch zur Unterwanderung.

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