Cora Stephan / 04.07.2017 / 06:00 / Foto: Bildarchiv Pieterman / 9 / Seite ausdrucken

Zwischen Größenwahn und Selbstverleugnung

„Ich war das erste Mal in meinem Leben stolz auf dieses Land.“ Das seufzen noch heute viele in Erinnerung an die Wonnezeit des großen Willkommens im August 2015. Menschen, die sich normalerweise allein mit dem Wort „Deutschland“ schon schwer tun, niemals die deutsche Fahne schwingen oder bei der Nationalhymne mitsingen würden. Deutschland und seine Bevölkerung waren offenbar in ihren Augen endlich auf der richtigen Seite angekommen: bei den Guten.

Tatsächlich leisteten viele an der „Basis“, in den Gemeinden und Turnhallen, von den Bürgermeistern bis zu den vielen freiwilligen Helfern, Großartiges. Das war „die Sonne, in deren moralischem Licht die Bundespolitiker badeten", konstatiert Markus Vahlefeld in seinem neuen Buch (Mal eben kurz die Welt retten. Die Deutschen zwischen Größenwahn und Selbstverleugnung). Politiker, die jene Zustände sehenden Auges zugelassen, ja herbeigeführt hatten, die eine derart große Hilfsbereitschaft nötig machten. Die kollektive Begeisterung zeigte jedoch bald ihre Kehrseite: den Ausschluss all derer, die eine Politik der offenen Grenzen nüchtern sahen und für brandgefährlich hielten.

Eine Kritik an der Politik der offenen Grenzen, die Angela Merkel ein halbes Jahr lang zelebrierte, konnte, fanden die Guten, nur eines sein: nicht etwa die Ermahnung, die Dinge realistisch zu betrachten. Sondern mitleidloser Fremdenhass. Das Gespür für den Unterschied zwischen Politik und Gefühl schien endgültig abhanden gekommen zu sein.

Die Entscheidungslage von damals ist mit dem Buch von Robin Alexander hinreichend analysiert worden. Markus Vahlefeld, "Achse"-Lesern als scharfsinniger Stilist vertraut, hat in seinem im Selbstverlag erschienenen Buch „Mal eben kurz die Welt retten“ nicht repetiert, was jeder wissen kann, der es wissen will. Er ist dem überschwänglichen Wunsch auf der Spur, wie er sich vor allem in den Jubelchören von Journalisten und Politikern ausdrückte, endlich zum einig Volk von edlen Deutschen mutiert zu sein.

Den Deutschen ist die Möglichkeit zum Bösesein abhanden gekommen

Bernd Ulrich von der „Zeit“ fragte im April 2016 in einem Interview mit Alexander Gauland von der AfD mehrmals, ob der sich nicht freue, dass Deutschland „in Negation zum Nationalsozialismus“ „ökologischer, weiblicher, offener, föderaler, weniger militärisch“ geworden sei. Mal abgesehen von der Blödheit, mit der heutzutage Gefühlslagen abgefragt werden, wenn es doch um politische Angelegenheiten sui generis geht – Ulrich setzt seiner Scheinfrage die Krone auf: „Dass ein Volk in der Lage ist, Schlüsse aus seiner Vergangenheit zu ziehen und dadurch ein besseres Volk zu werden, ist doch etwas Großartiges.“ Ja, so eine ordentliche Katastrophe kann auch ihr Gutes haben.

Nun, Markus Vahlefeld widmet sich der Weltsicht des stellvertretenden Chefredakteurs der „Zeit“ mit bewundernswertem Ernst – und stellt zunächst die berechtigte Frage, ob man nicht eine volkhafte Kollektivschuld annehmen müsse, bevor man sich an der Läuterungsfähigkeit des deutschen Volkes erfreut. Er sieht in Ulrichs Lob des Ökologischen, Weiblichen und Pazifistischen ein „klassisches Narrativ, also eine Erzählung, die politische und historische Gegebenheiten so präsentiert, dass Sinn und Aufgabe aus ihr erwachsen. Ein Narrativ beschreibt nicht die Wirklichkeit, sondern schafft eine sinnstiftende Wirklichkeit für eine imaginäre bessere Zukunft.“

Ein solches Narrativ geht nicht davon aus, dass Menschen schon immer so sind, wie sie sind: zum Guten und Bösen gleichermaßen fähig. Es entwirft Menschheitsgeschichte als ewigen Fortschritt, als „Höherentwicklung des Menschen hin zu seiner Erlösung“. Als Motor dieses Fortschritts geriert sich nun schon seit Jahrzehnten eine vor allem linksgrüne Moral, die Auschwitz als eine Art Besserungsanstalt funktionalisiert, aus der nur gute Menschen hervorgehen können, auf der Täter- wie auf der Opferseite. Das ist es, was manch einer als deutschen Sündenstolz empfindet. In Israel hat man bekanntlich andere Schlüsse gezogen: Man verteidigt sich, was viele dem „guten“ Opfer übelnehmen.

Markus Vahlefeld nun holt das ökologisch ewig weiblich Pazifistische aus dem Himmel der Moral und stellt es auf den harten Boden der Wirklichkeit. It’s the demography, stupid. Kurz: den Deutschen ist die Möglichkeit zum Bösesein abhanden gekommen.

Nicht, weil sie aus der Geschichte gelernt haben, sind sie so schmusig und lieb, sondern weil ihnen die Grundlage für gewalttätige Eroberungslust mittlerweile fehlt: eine hohe Zahl testosteronstarker junger Männer. „Die Stärke der westlichen Gesellschaften“, schreibt er, „ist ihr demographischer Niedergang“. Die Antibabypille hat nicht nur die Frauen vom Gebärzwang befreit, sondern auch die Gesellschaft von der Sprengkraft männlicher Aggression.

Eine alternde Gesellschaft, in der beschäftigungslos marodierende junge Männer eine schwache Minderheit sind, ist eine friedlichere. Nichts könnte also idiotischer sein, als sie sich aus anderen Ländern und Kulturen massenhaft einzuladen, weil man eine (global so wünschenswerte) Bevölkerungsabnahme vermeiden will. „Die kulturelle Offenheit und der Frieden, die sich Europa durch niedrige Geburtenraten erkauft hat“, wird „als höhere Moral, die für alle Anwendung finden soll, missverstanden.“ Wir sind friedlich, weil wir nicht anders können. Das gilt nicht für Länder mit einem großen Anteil junger Männer, die keine Beschäftigung finden.

Rückbau eines Staatsvolks zum Stamm unter Stämmen?

Statt die dramatisch wachsenden Bevölkerungen in Afrika als Ursache von Gewalt und Krieg zur Kenntnis zu nehmen und über Abhilfe nachzusinnen, hat sich der Westen auf eine „Klimakatastrophe“ kapriziert, die man für ursächlich für Fluchtbewegungen erklärt. Dabei ist es die Perspektivlosigkeit in übervölkerten Gesellschaften, die sie auslöst.

Praktischerweise aber kann man mit der dräuenden „Klimakatastrophe“ vor allem die eigene Bevölkerung kujonieren, die an der dramatischen Lage durch ihre Lebensweise (und womöglich auch noch durch die Kolinialgeschichte) schuld sei, weshalb sie Verzicht zu üben habe. „Das Zwei-Grad-Ziel, das bis zum Jahr 2100 erreicht werden soll, und in das weltweit Billionen Dollar gesteckt werden, ist die Nebelkerze, die es brauchte, um von den dramatischen Ursachen der Völkerwanderungsbewegungen ablenken zu können.“ Das erklärt zu einem nicht geringen Teil die Vehemenz, mit der „Klimaleugner“ in die ultraböse Ecke gestellt werden.

Vahlefeld, der selbst lange in den USA lebte, zerpflückt ganz nebenbei den Mythos von den so bewundernswert dynamischen Einwanderungsländern, die manch einer uns hierzulande als Vorbild empfiehlt: dort, etwa in den USA, ging es wild, roh und gewalttätig zu, erst nach erbitterten Kämpfen wuchsen Parallelgesellschaften zu einem Staatsvolk zusammen. „Sich diese Verhältnisse in Europa zu wünschen, zeugt schlechterdings von Zynismus.“

Ob sich manch einer genau das wünscht, den Rückbau eines Staatsvolks zum Stamm unter Stämmen, die Konstituierung einer multi-tribalen Ordnung? Das käme den Kulturen entgegen, in denen ein ausgeprägtes Familien- oder Clansleben mitsamt dem dazugehörigen Paternalismus lebendig ist. Die Deutschländer-Monade, das städtische Individuum, das sich ungebunden und kosmopolitisch fühlt, hat demgegenüber schlechte Karten.

Solch Widerspruch gegen das allgemeine Eiapopeia ("Unser Land wird sich verändern, und ich freue mich darauf“ - K. Göring-Eckardt) wird deren Apologeten ärgern. Den anderen dürfte Vahlefelds Abrechnung mit dem linken Denken Spaß machen. Er nimmt den linken Populismus auf die Hörner, der am laufenden Meter Angst schürt: vor Atomkraft, dem Waldsterben, der Klimakatastrophe. Nur den Islam haben gute Linke lieb, die bei jedem Terroranschlag vor allem daran denken, dass „Rechte“ daraus Honig saugen und Muslime unter „Generalverdacht“ geraten könnten.

Alles, was der Selbstverwirklichung im Wege steht, ist „strukturelle Gewalt“

Dass Vahlefeld, Deutsch-Brite, was womöglich seine ironische Gelassenheit erklären hilft, auf nützliche Weise Philosophie studiert hat, beweist seine Erkundung der historischen Gründe für die Vormachtstellung des progressiven linken Denkens in Deutschland.

Der Siegeszug des Nominalismus, wonach universale Begriffe lediglich auf Vereinbarungen beruhen, das abstrakte Allgemeine nichts, das Einzelding alles gilt, beflügelte die Wissenschaft und befreite den Menschen von Schicksal und Vorbestimmung. Die Kehrseite: wo es keine (göttliche) Ordnung gibt, kann alles als menschliche Vereinbarung gesehen werden, als bloßes „soziales Konstrukt“, das man in Frage stellen kann. Auch das Geschlecht erklären die Apologeten des „Gender-Mainstreaming“ zum sozialen Konstrukt, und das magische Denken, das Ungleichheit leugnet, verhunzt mittlerweile unsere Sprache – als ob „das Entfernen des Mehrdeutigen das Böse bannen“ könnte.

Die private Selbstdefinition des Individuums beansprucht immer mehr Platz im öffentlichen Raum, nicht zur Freude aller: die Mehrheit sieht sich nicht „divers“. Doch wo das Allgemeine oder Normale kein Recht mehr hat, ist alles, was der Selbstverwirklichung im Wege steht, „strukturelle Gewalt“. (Allein das Leben ist schon strukturelle Gewalt: es führt immer zum Tod.) Und nur die völlige Offenheit und absolute Unbestimmtheit der Gesellschaft vermeidet solch strukturelle Gewalt: „Im globalen Dorf ist alles gleichberechtigt und gleich gültig.“ Damit sind auch Mehrheitsentscheidungen strukturelle Gewalt. Adieu, Demokratie.

Vor allem aber: das Konzept entleert den Begriff des Individuums und degradiert das Ich zum Gefäß der umgebenden Strukturen und Einflüsse. Ade, Schicksal oder gar Seele. Und: nicht mehr der Mensch ist seines Glückes Schmied, sondern die Verhältnisse entscheiden über sein Wohl und Wehe. Nicht der Einzelne, die Gesellschaft ist schuld. Wer aber soll die Verhältnisse so richten, dass sie richtig sind? Genau: der starke Staat.

Vahlefeld konstatiert bei der Auseinandersetzung mit jenen Netzfeministinnen, die wenig zu den Ereignissen der Kölner Silvesternacht zu sagen wussten, dass es mittlerweile eine neue Hierarchie zu geben scheint: „Ein Opfer der Verhältnisse steht in der Hierarchie über einem Opfer realer Gewalt.“ Ein sich durchsetzender positiver Rassismus (den anderen, den Migranten gegenüber) erweist sich als „negativer Selbst-Rassismus“.

Das mag einer der Gründe dafür sein, dass „Hate Speech“ oder auch nur Abneigung  gegen jemanden aus der Minderheit der illegal Eingewanderten als schlimmer empfunden wird denn Gewalt eines solchen „Opfers der Verhältnisse“ gegen ein Mitglied der Mehrheitsgesellschaft. Doch „wenn die Zugehörigkeit zu einer Minderheitengruppe darüber entscheidet, ob Anliegen Gehör finden oder nicht, wird eines der konstitutiven Elemente der Demokratie ausgehöhlt: dass die Mehrheit entscheidet.“ Demokratie lebt nicht vom Schutz von Minderheiten, sondern vom Schutz des Individuums. „Die Abschaffung des Einzelnen ist die Verbindungsnaht zwischen den ganz linken internationalen und den ganz rechten nationalen Sozialisten“, die einen haben den Einzelnen an Rasse, Blut und Heimat ausgeliefert, die anderen an die Struktur und den Überstaat.

Wenn die Probleme groß genug sind, hat das Individuum still zu halten

Die Antagonisten bei diesem Spiel: Konservative, die an Regionalem und Überschaubaren festhalten, und Progressive, die eine Verflüssigung der Verhältnisse zugunsten eines weltumspannenden Neuen anstreben: „Identität versus Globalität.“ Fürs „Weltoffene“ werden die herkömmlichen Grenzen geschleift, nicht nur die Staatsgrenzen. Dass es um „Werte“ gehe, ist ein Argument, dass mittlerweile jederzeit Recht und Gesetz außer Kraft setzen kann. Der Bezug auf „Werte“ verbürgt den anhaltenden Ausnahmezustand.

Und wie kämpft man gegen „kleingeistigen Nationalismus“? Indem man den „Großraum Europa“ schafft. Je größer der Raum und die Aufgaben, desto eher entziehen sie sich dem banalen Modus demokratischer Entscheidungen innerhalb eines Nationalstaates. Wenn die Probleme groß genug sind – Klima oder weltweite Fluchtbewegungen – hat das Individuum schön still zu halten. Wir erinnern uns: der Klimaonkel Schellnhuber hat bereits vor einigen Jahren verkündet, dass man die Rettung des Klimas nicht dem blöden Volk überlassen dürfe, sondern „Experten“.

Die bunte Vielfalt, die freudig annoncierte Weltoffenheit gehen auf Kosten der Demokratie. Es ist nicht „Nationalismus“, wenn man den Nationalstaat für das beste Gehäuse der Demokratie hält. Und es ist nicht rechts, wenn man dem Globalisierungs- und Multikultitraum widerspricht. Vahlefeld ist hier wie dort auf der Seite auch linker Gesellschaftskritiker wie Wolfgang Streeck.

Genügend Stoff also für eine intensive Diskussion, insbesondere das letzte Kapitel, in dem Vahlefeld über eine mögliche Ratio hinter all dem moralischen Getue nachdenkt. Ich glaube zwar eher an die Kurzsichtigkeit der Regierenden denn an ihre großen strategischen Entwürfe, doch auch wer Verschwörungstheorien meidet, sollte darüber nachdenken: Der Bürgerkrieg in Syrien, argumentiert Vahlefeld, sei zu keinem Zeitpunkt der Hauptgrund der Völkerwanderung gewesen, sondern wurde als Vorwand genommen für etwas, das aufs Schlusskapitel des Buches hinführt: eine Art Strategie – eine „Weltinnenpolitik“.

Großraum-Phantasien der europäischen Eliten

Angela Merkel denke nicht in Staaten oder Nationen, sondern in Großräumen, ihre Nachgiebigkeit der Türkei gegenüber könne darauf hindeuten, dass sie Europa bis weit in den islamischen Bogen hinein ausdehnen wolle. Putin habe ihr die Osterweiterung der EU durch die Annexion der Krim unmöglich gemacht, jetzt richte sich ihr Streben auf die Ausdehnung der EU nach Süden: „Vom europäischen Herzland über die Türkei und Damaskus bis nach Casablanca könnte der Großraum Europas in Zukunft reichen. Dazu ist eine religiöse Homogenisierung nötig und ein intensiver Austausch zwischen den Völkern, um die ersten Bande zwischen den zu überwindenden Staaten zu knüpfen.“ Das erste Opfer eines solchen „Eurabien“ wäre Israel, die einzige Demokratie im Nahen Osten. Dafür hätte man mit dem islamischen Bogen eine Pufferzone gegen Afrika geschaffen, die man mit Ghaddafis Libyen verloren hat.

Der Fels in der Brandung gegen solche Großraum-Phantasien der europäischen Eliten? Die osteuropäischen Staaten, Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei, auch Österreich, derzeit die Prügelknaben der Eurokraten. Geostrategisches Denken ist hierzulande in Verruf geraten seit der gescheiterten Großraumpolitik Hitlers. Andere haben keine dieser Hemmungen. Möge die Debatte darüber endlich öffentlich werden, egal, ob man Markus Vahlefelds Thesen zustimmt oder nicht.

Sein Buch ist ein Parforceritt durch die bizarre Landschaft deutscher Befindlichkeiten, und der Autor wird womöglich das übliche Gekläff der Getroffenen ernten. Macht nichts: für alle weniger Kurzsichtigen ist das Buch Stoff für die bitter nötige Auseinandersetzung mit der Richtung, die Politik in Europa nimmt, voran die politische Elite Deutschlands, die sich höhere Moral zumisst. Doch wer wissen will, hat sich den Realitäten zuzuwenden.

Markus Vahlefeld: Mal eben kurz die Welt retten - Die Deutschen zwischen Größenwahn und Selbstverleugnung, Mai 2017. Erhältlich im Buchhandel, auf amazon oder direkt auf markus-vahlefeld.de

Foto: Bildarchiv Pieterman
Leserpost (9)
Alexander Rostert / 04.07.2017

“Wenn die Zugehörigkeit zu einer Minderheitengruppe darüber entscheidet, ob Anliegen Gehör finden oder nicht, wird eines der konstitutiven Elemente der Demokratie ausgehöhlt: dass die Mehrheit entscheidet.“ - Nicht nur das. Wenn die Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe darüber entscheidet, ob bei vergleichbaren Straftaten ein Strafverfahren mit Freispruch endet - so etwa beim Schokopudding-Brandstifter in Düsseldorf - oder der Täter für acht Jahre eingebuchtet wird - wie beim NPD-Politiker in Nauen - dann wird nicht nur die Demokratie ausgehöhlt, sondern auch der Rechtsstaat, und zwar genau von denen, die ihn 1933 schon einmal ausgehöhlt haben: Von den willfährigen deutschen Juristen.

Andreas Rochow / 04.07.2017

Diese Rezension bekräftigt meine Bewertung der außerordentlich anregenden Lektüre von Vahlefelds Buch. Seine Gedanken und Positionierungen stammen aus einer Denktradition, die noch nicht vor den Denkverboten unseres Landes kapituliert hat. Unter vielem anderen war mir die Betonung des in Vergessenheit geratenen Umstandes wichtig, dass in der Demokratie doch Mehrheiten entscheiden, die sich nicht der Diktatur von Minderheiten beugen wollen/dürfen. Markus Vahlefelds “Mal eben kurz die Welt retten. Die Deutschen zwischen Größenwahn und Selbstverleugnung” und der Text von Cora Stephan sind anspruchsvoller Denkstoff, den man wie einen guten Wein genießen kann. Möge die Lektüre etwas bewirken.

Florian Bode / 04.07.2017

Vor 35 Jahren sagte ein Pfarrer im ev. Religionsunterricht zu uns, an irgendwas glaubt jeder. Wenn nicht an Gott, dann an eine andere Macht, die er nicht kontrollieren können darf. Vermutlich hatte der Mann recht. Nachdem nicht einmal mehr die ev. Kirche an Gott glaubt, müssen neue bedrohliche Mächte her. Z. B. der “Klimawandel”, vertreten durch seinen Papst, den seifigen Schellnhuber. Da hatte die Aufklärung das Joch der Kirche mühevoll abgeworfen. Wenige Jahrunderte später, schwupp, wird etwas anderes imaginiert, dass uns die Freiheit nehmen soll. Sehr schade. Die westeuropäische Gesellschaft scheint sich in einer art pubertären Verwirrung zu befinden. Es ist zu hoffen, dass der Hormonhaushalt bald wieder ins Lot kommt.

Wilfried Cremer / 04.07.2017

Den aus der Abtötung der Fruchtbarkeit resultierenden linken Selbsthass, dessen Umkehrbild sich als Xenophilie zeigt, hat unsere schlaue Staatsführerin politisch kanalisiert und in die Fundamente ihres Machtapparats eingegossen.

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