Dirk Maxeiner / 07.11.2017 / 10:59 / Foto: Wolfgang Roehl / 0 / Seite ausdrucken

“SpOn” macht Wind und schafft halbe Energiewende

Für listige Fake News braucht es ein Händchen. „Spiegel Online“ jubelt passend zu der just angelaufenen Bonner Weltklimatouristensause: „Im Oktober ist in Deutschland so viel Ökostrom produziert worden wie noch nie zuvor in einem Monat.“ Solar-, Wind-, Wasser- und Biomassekraftwerke hätten „44,1 Prozent zur deutschen Stromerzeugung“ beigetragen, nämlich mit 20,7 Milliarden KW-Stunden.

Der Löwenanteil sei dabei auf das Konto von Wind und Sonne gegangen: 14,6 Milliarden KWh. Was Spon diskret ausblendet: Der weitaus größte Teil des Zappelstroms landete im Irgendwo, nicht beim deutschen Verbraucher. Laufen nämlich die Netze über, weil es - wie im Oktober – mal heftig stürmt, müssen die Zufallsstromerzeugnisse hastig verramscht, verschenkt oder sogar zu Negativpreisen ins Ausland entsorgt werden. Bei "SpOn" hoffen sie vermutlich, dass der doofe Leser den Unterschied zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch (der tatsächlich aus der Steckdose kommende Saft stammt ganz überwiegend aus den immer parallel mitlaufenden konventionellen Kraftwerken) nicht schnallt. Die Hoffnung trügt leider, wie ein Blick ins aufmüpfige "SpOn"-Leserforum beweist. Tipp für die Kollegen: Bei lauschigen Strommärchenstunden einfach die Kommentarfunktion ausknipsen.

Foto: Wolfgang Roehl

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