Henryk M. Broder / 11.04.2008 / 21:51 / 0 / Seite ausdrucken

Uri ist für alle da!

Bis jetzt hat er den Freiheitskampf der Palästinenser unterstützt, jetzt solidarisiert er sich mit den Tibetern, irgendwie. “Ich unterstütze die Rechte des tibetischen Volkes auf Unabhängigkeit oder wenigstens eine Autonomie, ich verurteile die Aktionen der chinesischen Regierung dort, aber ich bin nicht bereit, mich an den Demonstrationen zu beteiligen.” Das wird die Tibeter natürlich betrüben, denn sie haben fest mit der Teilnahme von Uri Avnery an den Protestdemos gerechnet. Fragt sich nur, wie der elder statesman der israelischen Friedensbewegung “die Rechte des tibetischen Volkes” unterstützt. Bei sich daheim auf der Veranda? Kurz vor dem Einschlafen oder zwischen zwei Löffelchen Marak Kube?
Avnery, dem das Schicksal der Tibeter so am Herzen liegt wie einem Pathologen der Zustand seiner Kunden, fängt bei den Tibetern an, arbeitet sich dann über die Kurden, die Basken, die Korsen, die Einwohner der West-Sahara bis zu den Afrikanern im Ostkongo durch und landet am Ende - Überraschung! - bei den Palästinensern, um die sich niemand kümmert - Uri ausgenommen. Das ist eine großartige Analyse der Sitaution eines Volkes, das seit fast 6o Jahren von der ganzen Welt bemuttert, bevatert und bedauert wird und dabei die Welt das Fürchten lernt. Noch schöner ist nur noch dieser Satz, der gleich zwei sensationelle Enthüllungen enthält: “Und seit dem Mord an Yassir Arafat und Sheich Ahmed Yassin haben die Palästinenser keinen besonders beeindruckenden Führer mehr - weder bei der Fatah noch bei der Hamas.”
Bleibt nur noch Uri, der große Madrich.
Hier die ganze Majse: http://www.freitag.de/2008/15/08150902.php

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