So etwas kommt nicht alle Tage vor, schon gar nicht bei einer Qualitätszeitung. Der Deutsche Presserat hat einen Beitrag in der SZ beanstandet und dem Blatt einen sogenannten Hinweis erteilt. Einer ihrer Reporter hatte in einem Kommentar behauptet, “Zehntausende Israelis” seien vor der Politik ihres Premierministers nach Deutschland “geflohen”. Wie es dazu kam, und wie die SZ rumeiert, beschreibt Alex Feuerherdt. Hier
"Bei der Zahl handelt es sich um eine umstrittene Schätzung." Eine Schätzung durch wen? Oder weiß die SZ das auch nicht? Oder hat Thorsten Schmitz selber die Zahl geschätzt? Auf welcher Daten-Grundlage? Oder etwa aus dem Bauch? Ja, das wird es sein. Nur so kann erklärt werden, daß von seiten der SZ offensichtlich nicht das geringste Material kam, um die Schätzung zu untermauern. Wo nichts ist, kann nichts geliefert werden. Und ein Bauchgefühl ist auch nicht lieferbar. Ein Bauchgefühl als "umstrittene Schätzung" zu bezeichnen... das ist ein Kniff, den man sich merken sollte. Wenn praktisch alles, was ich aus der Feder eines bestimmten Journalisten gelesen habe, ziemlicher Unsinn war, ergibt das kein gutes Bauchgefühl bei mir. Das Bauchgefühl veranlasst mich dann sogar zu schreiben: Thorsten Schmitz fehlen mindestens zehn Tassen im Schrank. Ich möchte aber auch Probleme mit dem Presserat vermeiden, daher der Hinweis: Bei der Zahl handelt es sich um eine umstrittene Schätzung.