Georg Keckl, Gastautor / 25.05.2019 / 06:25 / Foto: Stefan Klinkigt / 78 / Seite ausdrucken

Frau Künasts Landwirtschaft im Faktencheck

Frau Künast gab der WELT ein Interview. Einige Ihrer Aussagen zur Landwirtschaft im Faktencheck:

Renate Künast„Es wird ja oft gesagt, die jetzige konventionelle Landwirtschaft sei so effizient. Aber das stimmt nicht. Wir schmeißen viel zu viel weg von den Lebensmitteln. Über den ganzen Produktionsprozess werden von 100 geernteten Kartoffeln nur 34 gegessen, der Rest wird zum Teil wegen Schönheitsfehlern nicht genutzt.“

Wie viele von den geernteten Kartoffeln auch genutzt werden, wird sehr genau in der Versorgungsbilanz Kartoffeln jährlich dargestellt. Von der 2016 geernteten Menge von 10,77 Millionen Tonnen Kartoffeln gab es einen Schwund in der Erzeugungsstufe (gefault, Wasserverdunstungsverlust, Wurmfraß, weggeworfen) von 1,1 Millionen Tonnen. Bei den deutschen Abnehmern in der Verarbeitungsstufe gab es Verluste/Schwund von 0,27 Millionen Tonnen, also gab es Verluste vom Erntefahrzeug bis zum Endabnehmer von 1,37 Millionen Tonnen, das sind 12,7 Prozent. Weniger geht nicht, wäre unnatürlich, aber im Biobereich sind die Verluste höher, da dort nicht so effektiv gegen Pilzbefall gespritzt werden kann. Die Kupferspritzmittel der Biobetriebe sind zwar giftiger und unweltschädlicher als die modernen, chemisch-synthetischen Fungizide der konventionellen Bauern, aber sie wirken schlechter. Ein Umstieg auf Bio würde die „Wegwerfverluste“ bei Kartoffeln erhöhen und die verwertbaren Erträge mehr als halbieren, was letztlich auch eine Form des Luxus-Verschwendens wäre. Wegen der Kraut- und Knollenfäule der Kartoffeln verhungerten eine Million Iren zwischen 1845 bis 1849.

Die Mehrzahl der Kartoffeln wird heute industriell verwertet, da spielt die Form der Kartoffeln eine geringe Rolle. Auch aus krummen Knollen lässt sich noch Alkohol herstellen oder als Futter verwenden. Ein sehr großer Abnehmer von industriell hergestellter Kartoffelstärke ist die Papierindustrie. Die gegenüber der Getreidestärke teurere Kartoffelstärke macht ein glänzenderes Papier. Nur noch 25 bis 32 Prozent der im Inland verwendeten Kartoffeln landen in einem Kochtopf (je nach Erntemenge), 30 bis 42 Prozent wird in Form von industriell hergestellten Kartoffelerzeugnissen verzehrt (Chips, Kloßteig, Pommes, Fertigsalat, Flockenpüree etc.). Der Rest wird für die Herstellung von Alkohol und Stärke sowie als Saatgut und Futter verwertet. 10 bis 50 Prozent der schwer planbaren Ernte wird exportiert.

Wüstenbildung ist nicht unser Problem

Künast: Wir werden wegen des Klimawandels, der uns erreicht hat, eine massiv reduzierte landwirtschaftliche Nutzfläche haben, egal, ob es um Obst, Gemüse oder Tierhaltung geht. Die Wüstenbildung schreitet voran.“

Der Wald ist nicht dem Waldsterben zum Opfer gefallen und die Wüstenbildung schreitet nicht voran. Die Ernten und Ernteflächen in der Sahelzone steigen, die Leute werden sogar dicker, wie die Statistiken der FAO zeigen (siehe hier und hier). Die Getreideproduktion in Niger hat sich seit 1961 versechsfacht. Das Hauptproblem dieser Länder ist nicht die Wüsten­bildung, sondern der Menschenzuwachs, eine falsche Politik und eine Anspruchshaltung gegenüber dem Staat (siehe hier). 

Frage der WELT: „Wenn wir die Felder nicht mehr mit chemischen Produkten, sondern mit Gülle düngen, würde die Nitratbelastung des Bodens doch nicht sinken. Und wie ernähren wir die zusätzlichen Rinder und Schweine, die notwendig wären für die Produktion zusätzlicher Gülle?“

Künast: Wir werden noch Tiere haben, aber die Tierhaltung wird sich drastisch reduzieren müssen … Und für die Gülle zur Düngung der Felder brauchen wir weniger Tiere, als wir jetzt haben.“

Realität ist anders: Für die geringen Erträge eines Hektars Bio-Ackerlandes wird in einer 7-jährigen Fruchtfolge jährlich der Mist, beziehungsweise die Gülle von 1,4 Großvieheinheiten (Tiere mit einer Summe von 700 kg Lebendgewicht, 1 GV = Lebend­gewichtssumme von 500 kg) benötigt, laut Video vom FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau), Schweiz (siehe auch SWR-Text).

SWR/FiBL: „Im biologischen Landbau müssen dem Ackerland ebenfalls Nährstoffe zurückgegeben werden. Dazu benötigt man diese beiden (vorgeführt wird eine große Kuh samt Kalb): 1,4 Großvieheinheiten (GV) pro Hektar“. Sie entsprechen etwa 12,5 Tonnen Mist und 16 Kubikmeter Gülle.“

(Im SWR-Text heißt es „12,5 t Mist + 6 m³ Gülle“, was zu wenig ist. Der Dauerversuch, über den hier berichtet wird, ist so angelegt, dass ein kleiner Ertragsabstand bio zu konvi herauskommen muss, dazu wurden die Konvi-Erträge auf lächerlich geringe Flächenerträge runtermanipuliert, die weder praxisüblich und schon gar nicht in Versuchen erreicht werden.)

Diese 1,4 GV/ha sind die theoretisch nötige Dungmenge für die geringen Ökoerträge. Selbst die Konvi-Betriebe in Deutschland erreichen nur einen Viehbesatz von 0,79 GV/ha. (zur Info: In den Niederlanden ist der Besatz 3,5-mal höher, in Dänemark 1,4-mal) und die Biobetriebe erreichen gar nur 0,56 Großvieheinheiten pro Hektar. (2016 hielten die Biobauern an Vieh 634.884 Großvieheinheiten auf 1.135.531 Hektar ökologisch genutzter landwirtschaftlicher Nutzflächen (LF), das ergibt einen Viehbesatz 0,56 GV pro Hektar. Konvibauern 12.319.475 GV auf 15.523.397 Hektar. Laut Destatis.) Der deutsche Bio-Ackerbau, insbesondere der Gemüseanbau, ist auf den Import von Konvi-Dung, sei es Gülle, Mist, Gärsubstrate oder Kompost angewiesen, was gerne verschwiegen wird (siehe hier). Wenn ich also 1,4 GV pro Hektar brauche, um meinen Bioacker zu düngen, im deutschen Biolandbau aber nur 0,56 GV/ha im Schnitt gehalten werden, dann brauche ich + 150 Prozent mehr Vieh. Gegenüber der deutschen Konvi-Viehdichte müßte der Viehbestand um +77 Prozent aufgestockt werden.

Planwirtschaft ist schwer korrigierbar

Es gibt im Ökobereich das Narrativ, es gäbe sehr viel Vieh und eine „Gülleflut“ in Deutschland, deswegen müsse man die Tierbestände reduzieren. Außerdem wäre es unökologisch, so viele Ackererträge an das Vieh zu verfüttern. Durch den Zwang, an Dung-Nährstoffe zu kommen, die Äcker damit zu düngen, stickstoffmehrende Futterpflanzen auf dem Acker anzubauen, eine weite Fruchtfolge mit verschiedenen Früchten, von denen viele nur als Futter verwendbar sind (Gerste, Mais, Klee, Futterrüben), zu fahren, wird der Biolandbau immer mehr vom Acker für Futterzwecke nutzen müssen als der Konvi-Ackerbau. Die Öko-Landwirtschaft verfüttert in Deutschland circa 81 Prozent ihrer Ackererträge an das Vieh, die Konvi-Landwirtschaft 53 Prozent. Die Förderer des Biolandbaues täuschen die Öffentlichkeit mit isolierten Einzelaspekten, die in der statistischen Gesamtschau unstimmig sind und nicht funktionieren können. In der Realität sind die Tierbestände in Deutschland mäßig, sie haben sich mit der Spezialisierung der Landwirte zum viehlosen Ackerbau auf den guten Böden und in die Viehhaltung in Regionen mit nicht wettbewerbsfähigen Bodengüten nur unterschiedlich entwickelt. Die Viehbesatzstärken in Europa stehen im Statistischen Jahrbuch Landwirtschaft, wobei die in der EU üblichen „GV“ etwas anderes errechnet werden als die deutschen GV (Großvieheinheiten) (siehe Tabelle: Keckl. Viele Früchte sind „Dual-Use“, hier ist nach Hauptverwendung sortiert, Quelle: Agrarstrukturerhebung 2016). 

Künast: „Ohne diese Verordnung wären die Wasserwerke schlicht nicht mehr in der Lage, sauberes Trinkwasser aus der Leitung anzubieten.“   

Trinkwasser mit hohen Nitratgehalten ist ein Problem von gestern, nicht von morgen, siehe zum Beispiel hier (Karte auf Seite 49). Alle Warnungen vor der unausweichlichen Nitratkatastrophe, wenn „das Zeug in 20 Jahren unten ankommt“ (STERN 1982), lösten sich sprichwörtlich in Luft auf, wie das Nitrat bei der bakteriellen Zersetzung selbst auch. Diese Nitrat-Zersetzung wird gern verschwiegen.

Künast: „Wir düngen heute viel mehr, als die Pflanzen wirklich brauchen. Der Acker ist quasi zu einer billigen Entsorgungsstelle für zu viel Gülle geworden.“

Eine Schuldzuweisung aus plakativen Einzelfällen, die inzwischen im Griff sind. Dabei hat Frau Künast mit ihrem EEG („Erneuerbare-Energien-Gesetz“) aus ihrer Regierungszeit die Nitratproblematik verschärft, sie ist Täterin und spielt sich hier ohne jeden Hauch von Zweifeln als Anklägerin auf. Leider haben viele Landwirte in viehstarken Gebieten die planwirtschaftliche Geldquelle EEG genutzt, haben die Produktion von Tierfutter eingeschränkt, kauften mehr Futter zu, nutzten ihre oft sandigen Flächen nun für den hier noch ideal wachsenden Mais. Das war alles bekannt, als die Biogaswelle unter der Landwirtschaftsministerin Künast begann, ja sie förderte die „Entsorgung“ noch mit der Erlaubnis, zusätzlich zur Tiergülle (begrenzt auf 170 kg Stickstoff) die Biogasgülle obenauf fahren zu dürfen, Hauptsache Klimarettung. Das ist nach 2010 langsam korrigiert worden, worauf das Geschäft der Güllebanken und Güllelaster boomte. Das EEG hat wenigen Landwirten genutzt, aber vielen die Kosten (Pacht, Gülleentsorgung) erhöht, es hat die schnellste Industrialisierungswelle der Landwirtschaft nach dem Krieg ausgelöst, dabei ist man doch vordergründig so für romantische, vielfältige Kleinbetriebe. Planwirtschaft ist schwer korrigierbar.

So funktioniert Ökolandbau

Künast: „Denn das, was bei den Tieren hinten rauskommt, ist auch nicht das einzige Düngemittel. Es gibt auch biologischen Dünger aus Pflanzen und pflanzlichen Rückständen, die über Fruchtfolgen dem Boden zugleich wieder etwas Stickstoff zurückgeben. Das machen kluge Bauern heute schon. Wir brauchen nicht die eine Ackerfläche, um Dünger für die andere anzupflanzen, sondern das sind Pflanzen, die als Zwischensaat den Boden anreichern.“

Der Biolandbau muss circa 25 Prozent seiner Ackerflächen dafür nutzen, „stickstoffmehrende“ Futterpflanzen für die im nächsten Jahr folgenden, „stickstoffzehrenden“ Nahrungsmittelpflanzen anzubauen (siehe Tabelle). So funktioniert Ökolandbau. Stickstoffmehrende „Zwischenfrüchte“ haben nur seltene Zeitfenster in den Bio-Fruchtfolgen, in denen sie sinnvoll angebaut werden können, zum Beispiel nach der genügsamen Futtergetreideart Gerste. Darum funktioniert das ursprüngliche „Bio“ auch nur mit Rindvieh, denn man konnte so die stickstoffmehrenden Ackerfutterpflanzen sinnvoll verfüttern. Nur Demeter schreibt noch heute seinen Betrieben eine Rinder- oder Schafhaltung (Raufutterfresser) vor. Bei allen anderen Bioverbänden oder bei EU-Bio ist das nicht mehr der Fall, sogar die Spezialisierung auf viehlose Betriebe ist heute dort möglich. Nun kann man diese Pflanzen auch in Biogasanlagen fahren und Strom und Gärreste daraus machen. In so einem „Dungjahr“ hat ein viehloser Ackerbau- oder Gemüsebaubetrieb keine Einnahmen aus dieser Fläche. Wir können uns „Mistjahre“ leisten, den Armen der Welt würde das auf Sicht den teureren Teller leeren.

Stickstoffmehrende Futterpflanzen in der Tabelle sind:

  1. Leguminosen zur Ganzpflanzensilage (eine bürokratische Bezeichnung für Klee, Kleegras, Luzernegras, Erbs-Wickgemenge, usw., die grün geschnitten und dann oft siliert werden. Man kann aber auch Heu daraus machen, sie frisch verfüttern oder abweiden oder Grünschnitt-Kompost daraus machen); 
  2. Feldgras (hier ist der Anteil von Leguminosen unter 20 Prozent bis 0 Prozent). Unter Gras bildet sich eine feste Wurzelmasse, das fördert die Humusbildung, wenn die Grassoden umgebrochen werden, ist es eine langsam fließende, leider etwas unkalkulierbare Stickstoffquelle;
  3. Erbsen, Bohnen, Wicken, Lupinen (das sind Futterpflanzen, Gemüse-Erbsen etc. sind im Posten „Gemüse“).
  4. Sojabohnen. Sojabohnen sind ungenießbar, sie müssen aufbereitet werden, bei uns überwiegend als Futter.

Künast: „Wir bauen Soja in Südamerika ein. Das ist pflanzliches Eiweiß, das man essen könnte oder an dessen Stelle man etwas anderes anbauen könnte. Aber wir nehmen dieses Soja, verfüttern es an die Tiere und machen so aus neun Kilo pflanzlichem Eiweiß ein Kilo tierisches Eiweiß. Das ist völlig ineffizient.“

„Wir“ bauen in Südamerika nichts an! Wir kaufen Sojabohnen, Sojaschrot (entöltes, dampf-geröstetes Bohnenmark), Speise-Sojaöl und vor allem Soja-Biodiesel (auch eine Folge Grüner Planwirtschaft) in Südamerika. Allerdings kaufen wir jetzt mehr Sojabohnen in den USA und Kanada wegen des Handelsstreites der USA mit China. Die Sojabohnen nehmen den Südamerikanern keine Flächen für Nahrungspflanzen weg, sie schaffen mit dem Geld, das durch Soja und Sojaprodukte in die Länder kommt, Wohlstand auch auf den Tellern der Armen. Ein katholischer Ex-Bischof wurde mal mit Unterstützung und unter dem Jubel aller Grünen und NGOs Präsident in Paraguay. Ein Grüner als Präsident in Paraguay! Doch kaum im Amt, ging er gegen diese Soja-Polemik der NGOs vor. Später wurde er wegen etlicher unehelicher Kinder aus seiner Bischofszeit, darunter mit einer verheirateten Frau und einer Minderjährigen, zum Rücktritt genötigt.

Nachdem er Präsident wurde, gab er der taz ein Interview. Die taz fragte: „Kann sich Paraguay überhaupt von den Sojaexporten abkehren, die den Kleinbauern so viel Elend bringen?“ worauf Präsident Lugo antwortete: „Das Sojaprogramm ist für die Regierung wichtig, weil es den größten Posten bei den Devisen­einkünften ausmacht. Aber es darf nicht das einzige Modell sein. Wir glauben, dass es nicht unvereinbar mit der kleinbäuerlichen Landwirtschaft ist.“ (siehe hier, Seite 9) Unser Sojaimport fördert die Entwicklung armer Länder, füllt die Teller der Armen, so ist die Realität hinter den grünen Kampagnen. Aber diese Kampagnen unterstützen lieber Terroristen, die Farmer überfallen, ermorden, erpressen, Elend und Chaos verbreiten, weil sie den Besitz anderer für ihr Erbteil halten. Das ist so in Simbabwe oder Lateinamerika, die tödliche Spur einer linksgrünen Planwirtschaft auf Grundlage falscher Narrative, wie sie hier in dem Interview wieder zum Vorschein kommt.

„Hier Bio – dort Tod“

Man kann keine „neun Kilo pflanzliche(s) Eiweiß verfüttern, um dann ein Kilo tierisches Eiweiß zu bekommen.“ Auch so ein von Kampagnen erfundenes Gespinst mit ewigem Leben. Der Eiweißanteil an Futtermischungen für Schweine und Geflügel liegt bei circa 20 Prozent, und von so einem Futter muss man 3 bis 5 Kilogramm einsetzen, um ein Kilogramm Fleisch oder Eier zu bekommen. Mit dem entölten Sojamark (Sojaschrot) kann man unsere energiereichen, für die Bodenfruchtbarkeit und die Anbauvielfalt wichtigen Futtergetreidearten zu effektiven, energie- und eiweißaustarierten Futterrationen mischen. Sojaschrot ist für den Menschen nicht genießbar, so wenig wie die entölten Rapskörner aus unserer Ernte, dem Rapsschrot. Der Mensch will das Öl der Ölpflanzen zu seiner Ernährung oder zur Fortbewegung mittels Biodiesel, aber mit dem Pressrückstand der Körner kann er nichts anfangen, darum ist hier die Verfütterung sinnvoll, neben dem Aspekt, dass es die Entwicklung armer Länder fördert. Noch immer verbessert übrigens das Sojadiesel unsere CO2-Bilanz, denn es ist ja fast klimaneutral, jedenfalls nach den eingesetzten Bewertungskoeffizienten. Viele Menschen glauben ja, bei der Klimagasberechnung würde was gemessen, aber da wird geschätzt und mit Zu- oder Abschlägen gerechnet, was gerade so gefördert oder entfördert werden soll, eben grüne Planwirtschaft. 

Künast: „Aber an einer Stelle hat Malaysia recht. Wir Europäer haben das Land auf eine falsche Fährte geführt. Nun war der Beimischungszwang keine Idee der Grünen, der ist zustande gekommen auf Druck großer Mineralölkonzerne. Das haben wir immer kritisiert.“

Frau Künast sagt hier nicht die Wahrheit. Die Grünen haben in Straßburg und Brüssel dafür gekämpft, dass es einen Beimischungszwang von Bioöl zum Diesel gibt, das ist ihr Kind. Gejubelt und geheult haben sie, als das EU-Parlament das beschloss, nur um sich dann wenige Jahre später in die Büsche zu schlagen, als dieses Gesetz immer mehr kritisiert wurde („Hier Bio – dort Tod“). Grüne Planwirtschaft irrt nie! (Siehe hier, Seite 15 sowie hier und hier).

WELT: „Allein in Berlin werden jeden Tag 600.000 Liter Milch konsumiert. Wie lässt sich das auf ökologisch nachhaltige Weise organisieren?“

Künast: So stellt sich die Frage nicht. Wir wissen einfach, dass wir es so, wie wir es jetzt tun, nicht mehr schaffen werden. Das ist der Ausgangspunkt.

Ein schönes Beispiel für grüne Dogmatik. Die Praxis draußen im Land gibt es nicht, wir haben unsere genialen Pläne und wenn sich alle danach richten, verhindern wir den Weltuntergang. An ideologischer Dogmatik sind schon Millionen Menschen verhungert, in der Sowjetunion, in China und anderswo. Wenn die Ökopläne durchgesetzt werden, wird diese Liste sehr viel umfangreicher werden. Kein Wissenschaftler wird heute Mineraldünger noch aus irgendeinem Grund in Frage stellen, die Hälfte der Menschheit ernährt sich daraus, was moralische Implikationen bei dieser eher öko-religiös begründeten Ablehnung erzeugt. Die Ablehnung von „Kunstdüngern“ wird im Bio-Bereich früher oder später fallen, wie die Ablehnung der roten, weißen und grauen Gentechnik 1998 zum Regierungseintritt der Grünen bei Kanzler Schröder gefallen ist. Sogar die dogmatische Ablehnung der verbliebenen grünen Gentechnik gerät beim grünen Nachwuchs langsam in Zweifel.

Foto: Stefan Klinkigt

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

S. Mueffler / 25.05.2019

Mir fiel ein alter Witz ein, als ich den Artikel durchgelesen hatte: Walter Ulbricht beim Besuch einer LPG: “Der Mais steht aber gut Genossen Bauern!” Darauf hin bemerkte ein LPG’ler, dass es sich hierbei um Roggen handle. Ulbricht: “Das macht nichts Genossen! Hackfrucht bleibt Hackfrucht!”

Herbert Müller / 25.05.2019

Es wäre, im Bezug auf die Humusbildung unserer Böden, wünschenswert, den Ackerbau wieder zwingend an die Viehhaltung, speziell an die Wiederkäuerhaltung, zu binden. Gleichzeitig hätte man eine natürlich Größenbegrenzung, denn Wiederkäuerhaltung benötigt menschliche Arbeitskraft, daran wird sich auch in Zukunft nichts wesendliches ändern. Allerdings bräuchte man dann nicht weniger, sondern mehr Wiederkäuer als heute, wenn man die üblichen ein bis zwei Großvieheinheiten pro Hektar zu grunde legt. Also nichts Fleischverzicht zu Gunsten nachhaltiger Landwirtschaft.

Wolfgang Richter / 25.05.2019

Wie mir ein Landwirt erzählte, sind die niederländischen Bauern aufgrund Mißverhältnis Viehhaltung zu Landfläche gezwungen, ihre Gülle loszuwerden. Entsprechend wird sie gen Germoney exportiert gegen Zahlung von 25 Euronen / Tonne Gülle (der aktuelle “Preis” ist mir nicht bekannt), dann auf hier vorhandenen “Freiflächen” ausgebracht.

Johannes Schuster / 25.05.2019

Danke für das Bild: Ich habe gekotzt, Sodbrennen und eine Wurst ist umsonst gestorben, ihr ist das Recht auf die Verdauung genommen worden. Danke für gar nichts ! Pornos sind verboten und sowas darf man ins Bild bringen, bitte, es reicht ! Künstlicher konnte ich mich nicht erregen, noch einen Schritt weiter und die Wahrheit würde schmecken, so überkünstlich wie Kinderzahnpasta.

helmut elsberg / 25.05.2019

Wenns nach Kühnast ginge, dann würden wir uns bald sicjerlich nur noch mit Soilent Green ernahren… oder mir der Proteinpampe aus Matrix. Grun sein? Nein, danke!

Namor peter / 25.05.2019

Die Grünen sind eine Marionetten-Partei, wie die NEOS in Österreich, wie die DHU eine Marionetten-NGO,... Medial überpräsent, vollkommen kritikbefreit und so über die Jahrzehnte maximal erfolgreich. Wer das System verstehen will findet unter “Marionettenvereine gegen Alkohol” einen guten Einstieg. Die FDP ist durch die Brüderle-Affäre ein Übernahmekandidat geworden. Spure oder du fliegst innerhalb weniger Tage vor der Wahl aus den Bundestag.

sybille eden / 25.05.2019

Die Grünen ? - das ist der Neofaschismus auf Samtpfoten und Sonnenblume im Haar. Die KINDER der Wandervogelbewegung, der Mythos des dunklen deutschen Waldes, der Triumph über Varus.

Marion Sönnichsen / 25.05.2019

Zur Grünen Gentechnik: Ich erinnere mich an die Verabschiedung meines bekannten Professors der Genetik in den wohlverdienten Ruhestand, eine Veranstaltung, gerahmt von der Einladung der Crème de la Crème der deutschen Gentechnik mit einem garantiert nicht gentechnikfreien Büfett und vielen lobpreisenden Reden, was uns die Grüne Gentechnik doch für ein Segen bringen wird: Mit genmanipulierten Pflanzen besiegen wir den Hunger in der Welt, keine Inderin wird mehr im Pestizidregen auf der Baumwollplantage arbeiten müssen, weil die genmanipulierten High-Tech-Pflänzchen natürlich resistent gegen alle Schädlinge auf den Feldern stehen und wir kriegen auch keinen Krebs mehr, denn die guten Antikrebs-Substanzen, die wir so kennen, natürlichen Ursprungs natürlich, aus der Karotte oder der Roten Bete und so, ja die packen wir halt einfach mal in hoher Konzentration im Sinne von „Darf es auch ein bisschen mehr sein?“ überall rein; dann hat man die halt auch in der Tomate oder der Gurke als so eine Art Anti-Krebsmedikament, vorsorgend gedacht. Schöne, heile Gentechnik-Welt. Ein geladener Geisteswissenschaftler fragte mich sodann: „Sagen Sie mal, denken Sie, dass ihre Hexenküche denn auch funktioniert?“. „Nein“, musste ich gestehen, „die funktioniert garantiert nicht.“ Ach ja, einer der regelmäßigen Pro-Gentechnik-Autoren der Achse war auch dabei. Ich glaube, der war das mit der Inderin im Pestizidregen. Sie können mir glauben, diese Veranstaltung toppte Frau Künast noch!

Frank Baumann / 25.05.2019

Also, das muß ich jetzt wirklich zugeben, Frau Künast ist ästhetisch gesehen zwar eine Maximalbeleidigung für meine Augen, aber lügen, das kann sie und zwar richtig. Wie übrigens alle ihre mir bekannten Parteikollegen.

Frances Johnson / 25.05.2019

Am Fleischtopf ist’s am schönsten. Viel mehr fällt mir zur Grünenpartei nicht mehr ein. Für diesen nimmt man jede Verdrehung in Kauf. Problematischer sind aber die gutsituierten Wähler der Grünen und deren Kinder sowie eine Presse, die nicht angemessen kritisch ist, von der SZ bis inzwischen zur Welt (Unser täglich Habrot gib uns heute). Danke, Herr Keckl, das muss mühsam sein.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Georg Keckl, Gastautor / 21.10.2018 / 16:00 / 10

Wie die Umweltbürokratie die Öffentlichkeit täuscht

Von Georg Keckl. Der Wolf ist wieder heimisch in Deutschland, vermehrt sich prächtig und breitet sich aus, sehr zum Kummer der Weidetierhalter. Kaum wieder heimisch geworden,…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com