Kolja Zydatiss / 12.02.2021 / 06:25 / Foto: CDU/CSU Fraktion / 56 / Seite ausdrucken

Ausgestoßene der Woche: Ethiker, Mediziner, Feministin

Der aktuellste Ausgestoßene der Woche ist Christoph Lütge. Der Wirtschaftsethiker ist Professor an der TU München und saß bis vor kurzem im Bayerischen Ethikrat. In den vergangenen Monaten fiel er mit öffentlicher Kritik an der Coronapolitik von Bund und Ländern auf. Bereits nach der Lockdown-Verschärfung im Dezember 2020 sprach er davon, dass die Politik das Vertrauen der Menschen vollkommen verspiele. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk erklärte er, dass das Durchschnittsalter der Corona-Toten bei etwa 84 Jahren liege: „Da stirbt man an Corona oder an etwas anderem.“ Die Corona-Maßnahmen brächten „massive Kollateralschäden“ mit sich. „Es sterben Menschen, weil sie nicht zum Arzt gehen. Das sind meist ebenfalls ältere Menschen mit Vorerkrankungen, die später tot in ihrer Wohnung gefunden werden.“

Nun ist Lütge schon nach der ersten Sitzung des Ethikrats aus dem Gremium geflogen, wie die BILD berichtet. Eine Sprecherin der Bayerischen Staatskanzlei habe von einer einstimmigen Entscheidung des Ministerrats gesprochen und den Schritt mit angeblich „wiederholten öffentlichen Äußerungen von Herrn Professor Lütge, die mit der verantwortungsvollen Arbeit im Ethikrat nicht in Einklang zu bringen sind und auf Dauer dem Ansehen des Gremiums Schaden zufügen könnten“ begründet. Beispiele habe sie nicht genannt. Der Bayerische Ethikrat wurde im Oktober 2020 von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ins Leben gerufen, um die Landesregierung in ethischen Fragen zu beraten.

Nicht verpflichtet, „emanzipatorisch“ zu denken

Der zweite Ausgestoßene der Woche ist Paul Cullen. Der aus Irland stammende Mediziner ist Facharzt für Laboratoriumsmedizin und als Leiter des MVZ Labors für die Corona-Testungen in der gesamten Region Münster verantwortlich. Als außerplanmäßiger Professor hält Cullen regelmäßig unentgeltlich Vorlesungen an der medizinischen Fakultät der Uni Münster. Dort werfen ihm nun der AStA und eine Vereinigung namens Kritische Mediziner*innen in einem gemeinsamen Statement „unwissenschaftliche, antifeministische und antisemitische Äußerungen” vor. Die studentische „Regierung“ fordert eine Untersuchung des Falls und, sollte das öffentliche Auftreten von Prof. Cullen mit den Grundsätzen der Universität Münster in Konflikt stehen, die Aberkennung seiner Professur.

Was ist dran, an den Vorwürfen? Cullen ist Vorsitzender des Vereins „Ärzte für das Leben” und Mitglied im Vorstand des „Bundesverbands Lebensrecht”. Das sind christlich geprägte Organisationen, die sich für ein Verbot der Abtreibung in Deutschland einsetzen. Als Autor hat Cullen abtreibungskritische Beiträge unter anderem im Magazin Tichys Einblick, auf der Webseite der evangelikalen Nachrichtenagentur idea sowie auf der erzkatholischen österreichischen Onlineplattform kath.net veröffentlicht.

Der AStA nennt Cullens Standpunkte „antifeministisch“ und „antiemanzipatorisch“. Der Arzt folge „konservativen bis fundamentalistischen Ideologien“. Nun, konservativ ist Prof. Dr. Cullen sicherlich. Mit den Positionen vieler Feministen ist seine Abtreibungskritik nicht vereinbar, in diesem Sinne ist sie „antifeministisch“. Was „emanzipatorisch“ oder „fundamentalistisch“ ist, ist Ansichtssache. Darüber lässt sich trefflich streiten. Was allerdings nicht zur Debatte steht: Deutschland ist eine pluralistische Demokratie, in der auch konservative und „antifeministische“ Positionen vertreten werden dürfen und Universitätsdozenten (bislang) nicht verpflichtet sind, „emanzipatorisch“ zu denken.

Der AStA bemerkt in seinem Statement selbst, dass Cullen aktuell keine Vorlesungen in der Gynäkologie oder zu anderen Inhalten, die einen engen Bezug zum Thema Abtreibung haben, hält. Die Studentenregierung befürchtet aber dennoch, dass der Mediziner „seine (politischen) Ansichten auch in seine Lehre“ einbringen könnte. Mehr als ein Freizeitengagement für ein konservatives Anliegen und die diffuse Sorge, dass die Lehre davon irgendwie kontaminiert werden könnte, kann der AStA hier also nicht ins Feld führen.

Der „Beweisführung“ selbst nicht ganz sicher 

Kommen wir zum Anklagepunkt „unwissenschaftlich“. Prof. Cullen veröffentlichte im August 2020 in einer katholischen Zeitung einen Text mit der Überschrift „Die seltsame Pandemie. Warum das Impfen gegen das Virus SARS-CoV-2 vielleicht gar keine so gute Idee ist“. Der Arzt äußert hier (in aus meiner Sicht sachlichem Ton) allgemeine Überlegungen zu möglichen Risiken einer Corona-Impfung. Bewegen sich diese Positionen „zwischen streitbar und schlicht falsch“, wie der AStA behauptet? Das will ich als medizinischer Laie nicht beurteilen.

Die Studentenregierung scheint sich der Stärke ihrer „Beweisführung“ allerdings selbst nicht ganz sicher zu sein, denn schnell schiebt sie noch nach, dass der fragliche Artikel auch auf einem irgendwie anrüchigen YouTube-Kanal verbreitet worden sei, auf dem „Virolog*innen mit den Taliban“ verglichen würden. Großer Gott! Am Ende kommt noch raus, dass eine Cousine von Paul Cullen mal jemandem die Hand gegeben hat, der zusammen mit Attila Hildmann auf einen Bus gewartet hat.

Und dann ist da noch der schwerwiegende Vorwurf des Antisemitismus. Der AStA stützt sich hier auf ein „Manifest“, das Cullen 2016 in Kassel öffentlich vorgetragen habe. Meine Recherchen legen nahe, dass die Studenten sich auf die Rede „Quo vadis, Lebensschutz?“ beim „Lebensrecht-Forum“ (Kassel, 19.11.2016) beziehen. Eine Aufzeichnung oder Abschrift dieses Vortrags lässt sich im Netz leider nicht finden.

Ein politisch missliebiges Fakultätsmitglied

Die Argumentation des AStA besteht im Wesentlichen darin, dass Cullen „rechte Begriffe“ wie „Meinungsdiktatur“ und „Kulturkampf“ verwendet und eine Theorie von „herrschenden gesellschaftlichen Kräften“ entwickelt habe, deren Ziele eine „Gefahr für die Menschheit“ bedeuteten und von denen nur die „Finanzindustrie“ und „wenige Reiche“ profitieren würden. In diesem Zusammenhang habe der Mediziner der Bill-und Melinda-Gates- sowie der Soros-Stiftung vorgeworfen, als „mächtige Finanzinteressen“ die „Abtreibungs-und Euthanasielobby“ zu unterstützen. Letztere Stiftung wurde von dem jüdischen, ungarischstämmigen Investor George Soros gegründet, der laut AStA für Cullen ein „Spekulant und Strippenzieher“ ist.

Es mag sein, dass hinter diesen Äußerungen ein verklausulierter Antisemitismus steckt. Mit Sicherheit kann eine Fixierung auf (Finanz-)Eliten und deren (vermeintliche) finstere Machenschaften unter Umständen antisemitische Ressentiments befördern. Aber von mächtigen, obskuren Kräften, die angeblich die Interessen „der Reichen“ und der Finanzindustrie vorantreiben, sprechen Linke mindestens genauso oft wie Rechte. Würde ein Mediziner am Pranger stehen, gar die Aberkennung seiner Professur gefordert werden, wenn er in seiner Freizeit auf sozialistischen Konferenzen mit ähnlicher Wortwahl gegen „die da oben“ wetterte?

Paul Cullens streng-konservative Ansichten müssen einem nicht gefallen. Letztlich entsteht aber der Eindruck, dass hier ein auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehendes, aber politisch missliebiges Fakultätsmitglied „gesäubert“ werden soll. Nun bleibt zu sehen, ob sich der Senat der Uni Münster der illiberalen Argumentation der Studenten anschließen wird. „Der Vorgang befindet sich aktuell noch in der Prüfung“, zitiert das Regionalmagazin Wiedertäufer den Dekan der medizinischen Fakultät.

Die Chefetage der „Times“ leitete eine Untersuchung ein

Ausgestoßen ist aktuell auch Donald McNeil. Der renommierte Wissenschaftsjournalist arbeitete bis vor kurzem für die New York Times. Seine Berichterstattung über die Corona-Pandemie befindet sich in der engeren Auswahl für einen Pulitzer-Preis. Zur Kündigung gedrängt wurde er letzte Woche trotzdem, und zwar aufgrund von Äußerungen, die er 2019 auf einem von der Times organisierten Südamerika-Trip für gesundheitspolitisch interessierte Jugendliche gemacht haben soll.

Wie verschiedene englischsprachige Medien berichten, begleitete McNeill vor zwei Jahren eine Gruppe von amerikanischen High-School-Schülern nach Peru. Beim Abendessen fragte ihn offenbar eine Schülerin, ob er es richtig fände, einen Schüler, der das „N-Wort“ benutzt hat, von der High School zu suspendieren. Im Rahmen der sich aus dieser Frage ergebenden Diskussion soll McNeill selbst die fragliche Formulierung verwendet haben.

Laut dem Magazin Daily Beast beschwerten sich sechs Schüler und deren Eltern bei der Zeitung über diesen Sprachgebrauch. Einige warfen dem Journalisten zudem vor, Klischees über schwarze Teenager verbreitet zu haben und nicht an das Konzept der „White Privilege“ zu glauben. Die Chefetage der Times leitete eine Untersuchung ein, „disziplinierte“ den Mitarbeiter (obwohl sie einräumte, dass er nicht „böswillig“ gehandelt habe), und entschuldigte sich bei der jugendlichen Reisegruppe.

Abgang mit pathetisch-winselnder Selbstkritik

So weit, so woke. Die Geschichte ist aber noch nicht zu Ende. Letzte Woche rollten McNeills Kollegen den Fall wieder auf. Mehr als 150 Beschäftigte der Times unterzeichneten einen offenen Brief an das Management der Zeitung, in dem sie eine weitere Untersuchung des Vorfalls und eine persönliche Entschuldigung des Journalisten forderten. Vage schrieben sie zudem von Voreingenommenheit gegenüber Farbigen („People of Color“), die McNeill in seiner journalistischen Arbeit und in seinen Interaktionen mit Kollegen an den Tag lege.

Der Verleger der Times, Arthur G. Sulzberger, Chefredakteur Dean Baquet und die Vorstandsvorsitzende Meredith Kopit Levien begrüßten den Brief und kündigten „Ergebnisse“ an. Angesichts dieser Drohkulisse hielt McNeill es wohl für die beste Option, freiwillig das Medium, für das er viele Jahre gearbeitet hatte, zu verlassen. Zu unseren neo-maoistischen Zeiten passend, begleitete er seinen Abgang mit einer pathetisch-winselnden Selbstkritik. Ob ihm das helfen wird, beruflich wieder Fuß zu fassen?

McNeill ist nicht der erste Journalist, der aus politisch-ideologischen Gründen bei der einst weltweit als Qualitätsblatt geschätzten linksliberalen Zeitung „herausgeekelt“ wurde. 2020 kündigte der Leiter der Meinungsseite, James Bennet, seinen Job. Mehr als 800 seiner Times-Kollegen hatten eine Petition unterzeichnet, in der sie gegen die Veröffentlichung eines Textes des republikanischen Senators Tom Cotton protestieren. Cotton hatte in seinem Meinungsbeitrag eine „Machtdemonstration“ des Militärs gefordert, um auf Gesetzesbrüche bei Antirassismusprotesten zu reagieren.

Wenige Wochen später kündige auch Bari Weiss, ebenfalls vom Team der Meinungsseite. Die klassisch-liberale Journalistin beklagte „ständiges Mobbing“, Einschüchterung und Zermürbung von Mitarbeitern wie ihr, die nicht „progressiv“ genug seien, und schrieb gar von einem „Bürgerkrieg“ innerhalb der Redaktion. Der Fall McNeill zeigt noch einmal eindrücklich, welche Seite diesen Krieg gerade gewinnt.

Wegen Vermietung an die AfD privat bedroht

Möglicherweise von der Cancel Culture betroffen ist diese Woche auch die AfD. Wie der Deutschlandfunk berichtet, strebt die niederrheinische Stadt Kalkar ein Verbot des geplanten Parteitags der nordrhein-westfälischen AfD zur Aufstellung ihrer Bundestagskandidaten an. Es sei eine entsprechende Ordnungsverfügung gegen das privat betriebene Freizeitzentrum Wunderland Kalkar ausgesprochen worden, in dem das Delegiertentreffen stattfinden solle. Als Grund habe die Stadt die unmittelbare Nähe des Tagungsortes zu einem Corona-Impfzentrum angeführt. Es sei zu befürchten, dass die Erreichbarkeit dieses Orts massiv gestört werden könne.

Ein Vorwand? Der Geschäftsführer des Wunderlands, Han Groot Obbink, hält die Begründung jedenfalls für unsinnig. Das Gelände sei groß genug für eine Trennung: „Ungemütlich werden hier nur die Demonstrationen, aufgrund derer Polizeikontrollen überhaupt notwendig werden.“ Der Niederländer wird nach eigenen Angaben wegen der Vermietung der Messehalle an die AfD privat bedroht. Die Partei tagte bereits 2017, 2019 und 2020 in dem skurrilen Freizeitpark, der auf dem Areal des niemals in Betrieb gegangenen schnellen Brüters SNR-300 errichtet wurde.

Rückwirkende Cancel Culture

In Australien hat sich indessen die Buchhandlung Readings Books für die Tatsache entschuldigt, dass sie vor drei Jahren (!) eine Lesung mit der feministischen Autorin Julie Bindel veranstaltete. Bindel ist so etwas wie die britische Alice Schwarzer, nur etwas jünger. Bei Readings präsentierte sie 2018 ihr Buch „The Pimping of Prostitution: Abolishing the Sex Work Myth“, das sich kritisch mit Prostitution und Frauenhandel auseinandersetzt.

Wie viele Feministinnen alter Schule ist Bindel kein Fan der Ideologie der Genderfluidität und des „Transgender“-Aktivismus, die unter anderem zur Folge haben, dass biologische Männer, die sich als Frauen „identifizieren“, in den Frauensport, Frauengefängnisse und so weiter drängen. Das scheint ihr nun zum Verhängnis geworden zu sein. Die aktuelle Haltung Bindels „spalte unsere Gemeinschaft“, daher bereue man, sie eingeladen zu haben, teilt die Buchhandlung auf Twitter etwas kryptisch mit. Cancel Culture nun also auch für Veranstaltungen, die Jahre zurückliegen. Die Folgen dieser Kolumne dürften in Zukunft nicht kürzer werden …

Und wie gewohnt kam es auch diese Woche in den sozialen Medien zu schwer nachvollziehbaren Sperr- und Löschentscheidungen, die eine Verarmung der Meinungsvielfalt und damit letztlich des demokratischen Lebens bedeuten. Die Twitter-Nutzerin Aya Velázquez (Autorin bei der Lockdown-kritischen Wochenzeitung Demokratischer Widerstand) teilt zum Beispiel mit, dass ihr Primär-Account @aya_velazquez für sieben Tage gesperrt wurde, und belegt das mit einem Screenshot.

Der Auslöser? Velázquez hatte ein offenbar mit einer Handykamera am Berliner Pariser Platz aufgenommenes Video geteilt, das eine Auseinandersetzung zwischen Polizisten und einer irgendwie nicht Corona-konformen Radfahrerin zeigt. Sie schrieb dazu den Kommentar: „Der ganze Zustand der #Demokratie in Deutschland in einem Video. Ich wünschte wirklich, jeder Mensch, der glaubt, hier ginge noch alles mit rechten Dingen zu, ließe solche Bilder mal wirklich an sich heran. Ich weiß, es ist schmerzhaft. Wer lebt schon gerne in einer Diktatur…“

 

Nachtrag: Prof. Dr. Paul Cullen hat in einer E-Mail an die Achse des Guten darauf hingewiesen, dass es ihm bei seiner Kritik an George Soros im Rahmen seiner am 19.11.2016 in Kassel gehaltenen Rede nicht um die Behauptung einer Verschwörung ging, sondern in erster Linie um eine konkrete Kampagne zur Liberalisierung der Abtreibungsgesetzgebung in Irland, der „Abortion Rights Campaign“, die Soros‘ „Open Society Foundation“ in Januar 2016 mit 23.000 Euro unterstützt habe.

Foto: CDU/CSU-Fraktion

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Leserpost

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Wolfgang Richter / 12.02.2021

Immerhin war den Öffentlich-Rechtlichen heute zu entnehmen, daß die Mit-Ethiker den Rauswurf des Herrn Prof Lütge begrüßt hätten, da er auch deren “Kreise” gestört habe. Damit ist dann offensichtlich das Wohlfühlbiotop der bayerischen Entscheider wieder im Lot und die Ethik der sich selbst Gleichschaltenden gerettet. Jetzt müssen sie nur noch der Öffentlichkeit erklären, was sie unter “Ethik” verstehen und wo für sie der Unterschied zu einem Regierungs hörigen System der Selbstzensur liegt.

Max Wedell / 12.02.2021

Anregung für eine der künftigen Ausgaben: Der aktuelle US-Fall Gina Carano.

J. Heini / 12.02.2021

Und L. betont am Ende ausdrücklich, dsss er nicht für den Ethikrat spricht. Was braucht S. einen Ethikrat, wenn der nur seine, sprich S., Argumente vertreten darf. Wenn die Mitglieder des Rates ihre persönlichen Argumente in der Öffentlichkeit nicht vortragen dürfen? Das wirkt doch gegen Spaltung der Gesellschaft, wenn die “Leugner” wissen, dass auch Gegenargumente vertreten werden. Wenn die Gelegenheit günstig ist (am Endergebnis der Ethikkommission würde sich auch mit L. nichts ändern) und es gegen die Richtigen (CSU u S.) geht, dann wird von den Medien schon mal das Bein gehoben und die Blase entleert.

J. Heini / 12.02.2021

Ich habe mir Prof. Lütge gerade angesehen. Er ist vom Auftreten her sehr angenehm sachlich ohne kalt zu wirken. Vorgestellt wurde er als Prof. für Wirtschaftsethik der TU MUC und Mitglied im Ethikrat. Im Untertitel des Interviews stand dann nur noch Mitglied des Ethikrates. Aber dafür kann der Mann ja nichts. Nachdem L. sichnzu Corona geäussert hat, stellt der Reporter dann fest, L. sei “auch Mitglied” des Rates und fragt, wann es denn die erste Stellungnahme des Rates geben werde. Für mich eine ganz klare Zäsur. Es gab von L. auch keinerlei Hinweis, dass er seine Äusserungen als Mitglied oder für den Ethikrat gemacht hat. Fazit: Die einzigen im letzten Jahr abweichenden Argumente in einem von Politikern bestellten Gremium führten zur Abberufung, weil sie nicht öffentlich ausgesprochen werden dürfen. Und alle haben sich in den vergangenen Monaten daran beteiligt, diesen Argumenten keine Plattform zu geben. Jetzt heisst es gegen Söder gerichtet, Politik müsse das aushalten. Wo waren die Medien bislang mit dieser Forderung?

Nadja Schomo / 12.02.2021

Wenn man sich an das “C” in Söders CSU erinnert:  wozu braucht der einen Ethikrat?  Konnte er keine Christen auftreiben, die zu Ethik was zu sagen hätten?

Karla Kuhn / 12.02.2021

“Professor Lütge wurde soeben aus dem Bayerischen Ethikrat beordert, weil er die Lockdown-Verschärfungen stark kritisierte,..... ” ETHIKRAT SOFORT AUFLÖSEN !! Wenn die Typen in diesem Rat tasächlich die “Ethik” vertreten würden, hätten sie Merkel und Co. schon längst in die Wüste schicken müssen. Wer einen IMPFSTOFF der nicht mindestens FÜNF Jahre geprǘft wurde als Menschenversuche gut heißt, darf das WORT ETHIK nicht mal in den Mund nehmen. Es ist erschreckend, erst werden einigeWISSENSCHAFTLER angeheuert, “dementsprechende Gutachten”  zu verfassen und jetzt wird ein KRITISCHER PROFESSOR geschaßt. “Der aktuellste Ausgestoßene der Woche ist Christoph Lütge.” ” „wiederholten öffentlichen Äußerungen von Herrn Professor Lütge, die mit der verantwortungsvollen Arbeit im Ethikrat nicht in Einklang zu bringen sind und auf Dauer dem Ansehen des Gremiums Schaden zufügen könnten“ WELCHE VERANTWORTUNGSVOLLE Arbeit ??”...dem Ansehen des Gremiums. .....Gremiums.  Professor CULLEN geht es auch nicht anders, “Dort werfen ihm nun der AStA und eine Vereinigung namens Kritische Mediziner*innen in einem gemeinsamen Statement „unwissenschaftliche, antifeministische und antisemitische Äußerungen” vor.”  Antifeministisch und ANTISEMITISCH, wow, da wurde gleich die richtig Große Keule geschwungen. Meine Güte, ich kann nur noch lachen ! Die Zeiten werden sich ändern umd dann hoffe ich sehr, daß ALLE zur Rechenschaft gezogen werden, die sich der “Corona Diktatur” unterworfen haben.

Reinhart Max / 12.02.2021

Bei dem Deutschlandweiten „Freifunk“ WLAN Verein scheint achgut.com ebenfalls gecancelt zu sein. Jedenfalls kann man euch aus dem WLAN nicht aufrufen.

K. Nerweiß / 12.02.2021

,,Mit Sicherheit kann eine Fixierung auf (Finanz-)Eliten und deren (vermeintliche) finstere Machenschaften unter Umständen antisemitische Ressentiments befördern.” Nein, das tut sie eben nicht ,,mit Sicherheit”. Sie tappen mit dieser Behauptung munter in eine von links aufgestellte Falle, Herr Zydatiss.

Manfred Lang / 12.02.2021

Manfred Lang: Korrektur: natürlich muss es…. “einen 12 Wochen alten Fötus”...heißen. Diese Korrektur gibt mir die Möglichkeit, zur cancel culture in früheren Jahren gegen Abtreibungsgegner zu schreiben. Wer als Lehrer an einer links-grünen Schule beschäftigt ist, dem wird relativ schnell klar, dass Gleiches nicht wie Gleiches behandelt wird. So durften linke friedensbewegte Gruppen, grüne oder Jusos ihre Flugblätter in die Lehrerfächer legen und Veranstaltungshinweise am Schwarzen Brett aushängen. Während das Aufhängen eines Plakates zum Hinweis auf eine Antiabtreibungsdemo in Hadamar, obwohl vom Schulleiter abgezeichnet, zu einem von Kollegen befeuerten Sturm der Entrüstung führte. Die große Aula wurde mit Spruchbändern “Keine rechtsradikalen Lehrer am ...” ” Keinen GK-Unterricht von rechtsradikalen Lehrern” u.v.a. zugehängt. Es wurde eigens eine Schülerzeitung gegründet, um eine Hetzschrift gegen diesen Lehrer verbreiten zu können. Seine Gegendarstellung konnte nicht mehr gedruckt werde, weil diese 1 x Schülerzeitung eingestellt wurde. Das Lehrerkollegium hielt eine Gesamtkonferenz als Tribunal nur zu diesem Vorfall ab. Und der Schulleiter, der das Hadamar-Plakat abgezeichnet hatte, hielt eine Philippika vom Feinsten. Cancel Culture gab es also schon vor über 35 Jahren. Nur sind die Methoden, was das Ausgrenzen, die berufliche und soziale Beschädigung des Betroffenen angeht, heute noch etwas “filigraner”.

Dr. Peter Jung / 12.02.2021

„Demokratischer“ Byzantinismus in Bayern: König Markus beruft, volksverbunden wie er ist, einen Ethikrat ein, obwohl er selbst alles besser weiß. Gebauchpinselt ob der hohen Ehre und eingedenk ihrer staatstragenden Funktion, angeführt und angeleitet von einer ehemaligen Regionalbischöfin (Frau Dampf-in-allen-Gassen), schreitet der Ethikrat zur Tat und bestätigt dem obersten bayerischen Corona-Nachtwächter die hohe Qualität seiner Merkelimitation. Nur einer, der Prof. Lütge, hat eine eigene Meinung. Dumm gelaufen für ihn und für uns. Keiner will sie hören. So hatte König Markus das mit dem Ethikrat ja auch nicht gemeint. Er hat es lediglich gut gemeint, weil er doch ein richtiger Demokrat ist. Wie schon seine Kollegen damals, in Byzanz.

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