Wolfgang Röhl / 01.12.2016 / 20:15 / Foto: Zarateman / 8 / Seite ausdrucken

Woher kommt der Hass? Mely weiß Bescheid

Doch, doch, Thilo Sarrazin und Mely Kiyak haben einiges gemein. Beide sind deutsche Publizisten, vertreten prononcierte Ansichten und ernten dafür teils Lob, teils kritische, wütende oder gar hundsgemeine Kommentare. Über letzteren Umstand beschwert sich Sarrazin nicht. Kiyak und andere Hassverfolgte dagegen haben ihren Postkasten zu einer Bühnennummer umgebaut, mit der sie seit vier Jahren durch die Theaterlandschaft tingeln. Da lesen sie glucksend die irrsten Schmähbriefe vor und „sezieren die deutsche Fremdenfeindlichkeit“.

Auch Kiyaks leider weithin unbeachtet gebliebene Festrede zur Verleihung von gewerkschaftsfinanzierten Preisen für linken Journalismus, zum Glück hier aufbewahrt für alle Zeiten, geißelt die „Verachtungsprosa“ und den „Menschenhass“ im verdunkelten Deutschland unserer Tage. Zitat: „Das Konzept vom rassistischen Ressentiment zum völkischen Programm funktioniert immer so: Stigmatisierung, Segregation, Vertreibung, Vernichtung“.  

Tatsächlich kennt sich Kiyak beim Thema Verachtung ganz gut aus. Was die Hassexpertin in ihrer flammenden Rede glatt zu erwähnen vergaß: Im Mai 2012 hatte sie Sarrazin in der „Berliner Zeitung“ und in der „Frankfurter Rundschau“ nicht ganz dudenfest als „lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur“, die „das niedrigste im Menschen“ anspreche, charakterisiert.

Hallöchen! Das helle Deutschland grüßt

Einer Rüge des Deutschen Presserates entging die „Berliner Zeitung“ nur dadurch, dass sie den Text eilends aus dem Netz entfernt und sich davon klafterweit distanziert hat. Sowie eine, nun ja, „Entschuldigung“ der Autorin druckte, die nicht gewusst haben wollte, dass Sarrazins rechte Gesichtshälfte teilweise gelähmt ist. Deshalb fing sich die „Berliner Zeitung“ (wollte mal die „Washington Post“ Deutschlands werden, wird aber demnächst wegen massenhafter Leserflucht zum Lokalanzeiger für ein paar Berliner Stadtbezirke eingedampft) nur eine „Missbilligung“ des Presserates ein.

Das Beispiel Kiyak muss Schule machen. Wenn künftig Preise an die üblichen Leuchten der Zivilgesellschaft verliehen werden, handverlesen von einer Jury aus Perlen der Wahrheitspresse wie Sonia Mikich, Heribert Prantl oder Thomas Leif, dann sollten die Keynotes allein von Fachleuten für den semantisch stubenreinen Diskurs gehalten werden. Mithin von Demokraten, denen die Freiheit der Andersdenkenden ein luxemburgisches Bedürfnis ist. Etwa von Ralf Stegner („AfD-Idioten“), Heiko Maas („geistige Brandstifter“) oder Sigmar Gabriel („Pack“).

Oder von Kiyaks Kumpel Deniz Yücel, auch er Stammgast bei den Hate Poetry-Lesungen in Staatstheatern. Yücel hatte mal als „taz“-Kolumnist in Richtung Sarrazin gehofft, „der nächste Schlaganfall möge sein Werk gründlicher verrichten“. Hallöchen! Das helle Deutschland grüßt den Rest der bunten Welt.

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost (8)
L.Bagusch / 02.12.2016

Ich kann es langsam nicht mehr hören ! Egal wie man sich Sachlich äussert bekommt man gleich die Nazi-Keule, Rassist oder Hassprediger am Kopf geschmättert ! Das ist für mich Denunziantentum und Rassismus gegenüber einem rational- und klardenkenden Deutschen. Leider sind die Gutmenschen darauf aus sich selbst zuvernichten und das auch noch mit Freude. Das ich nicht der Schlaueste bin weiß ich selber, aber daß es noch viel mehr blödere Menschen gibt mach mich dann doch Nachdenklich. „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ Albert Einstein

Frank Schlünsen / 02.12.2016

Wer ein wenig über den bundesdeutschen Medientellerrand hinausblicken möchte, dem empfehle ich dringend, sich direkt, z.B. auch im Ausland, über Vorgänge in Deutschland zu informieren. Es ist erstaunlich wie weit z.B. Zahlenangaben auseinander klaffen können… Im Internet kann man sich (noch…) prima in ausländischen Zeitungen informieren. Tja, und es gibt auch die Möglichkeit via Internet (noch…?) Beiträge ausländischer Rundfunk- und Fernsehsender anzuhören oder zu schauen. Und - es gibt immer noch die Möglichkeit über Kurzwelle Rundfunksender aus aller Welt zu hören. Kurzwellenfunk kann auch nicht einfach abgeschaltet oder eingeschränkt werden - wie das mit Internet problemlos möglich ist…. Unsere digitale Medienwelt ist für böse Regierungen problemlos einzuschränken. Der Weg über die gute alte Kurzwelle - auch wenn heute nicht mehr so bekannt - bietet Informationen aus erster Hand - ungefiltert! Es ist sehr bedauerlich das in Deutschland fast alle Lang- Mittel- und Kurzwellenempfänger abgeschaltet wurden!

Hans Meier / 02.12.2016

Danke, und wir sind so viele, dass werden wir den Idioten noch zeigen. Sie haben zwar die Finger an den Tasten, aber wir werden wählen gehen und die Kreuze an der richtigen Stelle machen. Da können die Idioten gar nichts gegen tun, außer weiter Idioten zu bleiben.

Wilfried Cremer / 02.12.2016

Ihrem Wortgefunkel, Herr Röhl, kann ich nur einen Kinderspruch hintansetzen: Was man sagt, ist man selber.

Frank Perka / 02.12.2016

Etwa von Ralf Stegner („AfD-Idioten“), Heiko Maas („geistige Brandstifter“) oder Sigmar Gabriel („Pack“). Diese drei Herren und weitere nicht genannte haben sicher einen Deutschen Vater und eine Deutsche Mutter, sie gehören also dazu, zu den Deutschen und zu dem von Ihnen geäußerten Beschimpfungen. Ja, Positive Selbstkritik ist der beginn der Selbstfindung.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Wolfgang Röhl / 22.06.2018 / 06:07 / 22

Unbequeme Wahrheiten über das Reisen

Reisen bildet, ließ der im Zitatenranking führende Deutsche (in seinem langen Leben zumeist ein Stubenhocker) mal via Eckermann verlauten. Schränkte aber gleich ein: „Für Naturen wie…/ mehr

Wolfgang Röhl / 13.06.2018 / 13:17 / 7

Ahoi SPD! Käp’tän Grenzenlos auf großer Fahrt

Das meerumschlungene Bundesland Schleswig-Holstein, Heimat des SPD-Hoffnungsträgers Ralf Stegner, unterhält einen „Beauftragten für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen“. Der hört auf den Namen Stefan Schmidt und…/ mehr

Wolfgang Röhl / 31.05.2018 / 18:00 / 6

Achtsam sein! Aus der Welt der Powerfrauen

Was dem frühen Herbert Grönemeyer („Männer“) vielleicht nicht so bekannt war: Auch Frauen haben’s schwer. Besonders Frauen! „Nervende Chefs, mobbende Kollegen, Überforderung, immer mehr Druck:…/ mehr

Wolfgang Röhl / 21.05.2018 / 15:30 / 11

„T-online.de“: Die unterschätzte Meinungsschleuder

Unsere große, bunte Medienvielfaltspalette hat einen neuen Klecks erhalten! Gut, wirklich frisch sieht er bei schärferem Hinschauen nicht aus. Und Klecks ist vielleicht untertrieben – es handelt…/ mehr

Wolfgang Röhl / 04.05.2018 / 06:25 / 22

Wo „Welt“ draufsteht, steckt oft ein Ladenhüter drin

In Abständen wiederholt das Fernsehen Filme mit ihm in der Rolle seines Lebens. Da gibt er den beleibten Detektiv Hercule Poirot, den alle unterschätzen, weil…/ mehr

Wolfgang Röhl / 07.04.2018 / 06:25 / 27

Richter Furchtlos kennt keine Messerangst

Fast drei Jahre hatte der Bundesrichter Thomas Fischer die Nutzer von „Zeit online“ mit meist schmissig formulierten, immer voluminösen Rechtsbetrachtungen unterhalten. Nach Einstellung seiner vielgelesenen Kolumne…/ mehr

Wolfgang Röhl / 27.03.2018 / 12:00 / 11

Neuer Ultrakurzwitz: „Leipziger Volkszeitung“

Vor längerer Zeit gab es das Genre UKW (Ultrakurzwitze). Mein Favorit ist und bleibt der Kracher „Weltfrieden“. Ein Anliegen nicht nur, aber speziell des Duos…/ mehr

Wolfgang Röhl / 08.03.2018 / 06:28 / 25

Warum uns seit 144 Jahren bald das Öl ausgeht

Zu einer gut geölten Schrottpresse gehören die verlässlich wiederkehrenden Warnungen vor dem Weltuntergang. Oder wenigstens solche vom Untergang der Welt, wie wir sie kannten. Im…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com