Der Wind bezüglich Schulschließungen in Coronazeiten hat sich gedreht. Und sieh an: Christian Drosten hat sie nie empfohlen! Echt jetzt?
Nun, da die exzessiven Schulschließungen als Fehler weithin anerkannt werden, bemüht der einflussreichste Regierungsberater sich folgendermaßen aus der Affäre zu ziehen. „Schulschließungen in ganz Deutschland zu machen“, so Drosten im Spiegel-Interview mit Lauterbach, „haben wir nicht empfohlen! Ich habe das Bild einer Wiese bemüht, die mit Stroh bestreut ist, und darauf fliegen Funken. Wir waren damals so schnell in Deutschland mit der Diagnostik, dass wir diese ersten Glutnester sofort erkannt haben. Und deswegen hatte ich gedacht, dass wir die Schulen grundsätzlich offen lassen (!) könnten und nur lokal schließen, nämlich dort, wo wir die Inzidenz momentan nicht mehr in den Griff bekommen. Und ich hatte auch damals schon die Befragung von Schulexperten und Pädagogen empfohlen.“
Drosten sei also grundsätzlich für geöffnete Schulen gewesen, merkwürdig, dass er nie so rezipiert wurde. Hat man ihn nur missverstanden? Warum hatte er sich nicht deutlich gegen sie positioniert? Sie dauerten immerhin mehrere Monate an, genug Zeit dafür, seine Stimme zu erheben, wäre dagewesen. Der Grund dafür besteht schlichtweg darin, dass er sich wortwörtlich sehr wohl für grundsätzliche – nicht von lokalen Besonderheiten abhängige – Schulschließungen ausgesprochen hatte, wie im NDR-Podcast vom 12. März 2020 nachzuhören ist.
Anja Martini: „Schauen wir nach Deutschland, zu unseren Kultusministern, die heute zusammensitzen. Es soll darum gehen, Schulen zu schließen, und zwar wirklich in großem Stil. Das soll da heute beraten werden. Was raten Sie denen?“
Drosten antwortet in längeren Ausführungen, die unmissverständlich schließen:
„In dieser Zeit könnte man überlegen, ob man versucht, in diesem Intensivbetreuungsbereich, wo wirklich die Betreuung sein muss, weil sonst viele Bereiche des Arbeitslebens gerade auch in der Medizin zusammenbrechen, ob man da Hilfe leistet und dann aber doch für die Verlangsamung der Ausbreitung sagt: Die Schulen ab einem bestimmten Jahrgang werden geschlossen.“
Wer verdreht hier Tatsachen?
Einschränkend sind für ihn nur Überlegungen, die die Aufrechterhaltung des Betriebs betreffen, weil man kleine Kinder nicht allein zu Hause lassen kann. Einmal mehr zeigt sich, woran der Experten-Diskurs grundsätzlich krankt. Die Frage, ob Schulschließungen verhältnismäßig sein können, ist keine wissenschaftliche, sondern eine der Abwägung, die vor dem Hintergrund der Verfassungsprinzipien stattfinden und die grundrechtlich geschützten Bedürfnisse der Schüler zentral berücksichtigen muss, über welche Drosten kein Wort verliert. Ein Fachexperte hat in dieser Frage keinen Erkenntnisvorteil gegenüber gewöhnlichen Bürgern.
Im verengten virologischen Blick ist „[d]ie Wissenschaft zu diesem Thema […] seit zweieinhalb Jahren klar. Schon 2020 sah man in England, dass Kinder so häufig wie Erwachsene infiziert sind. Noch früher hatten wir unsere Viruslaststudie gemacht…“ Nur entscheidet sich die Legitimität von Schulschließungen nicht daran, ob man im Rachen von Kindern so viel Viruslast vorfindet wie von Erwachsenen. Ja, dann wird das Virus eben auch in den Schulen vielfach übertragen. Es ist nicht entscheidend, weil es sich um eine gewöhnliche Atemwegsinfektion handelt, die auch von konformen Wissenschaftlern wie Fauci als „common cold“ kategorisiert wird.
Da „in sozialen Medien und der Öffentlichkeit ein Kampf um die Deutungshoheit über die Coronamaßnahmen entbrannt ist“, wie der Spiegel konstatiert, befürchtet Drosten „eine handfeste Umdeutung“. Dabei ist er doch derjenige, der seine Position zu den Schulschließungen im Nachhinein handfest umdeutet. Aber wen soll das überzeugen? Die Maskenpflicht verteidigt er weiterhin so apodiktisch, als „natürlich notwendig“, als hätte nicht eben noch der renommierte Cochrane-Report gezeigt, dass sie nicht hinreichend begründet werden kann. Einer der Autoren, Tom Jefferson, spricht übrigens in einem Interview wunderbar Klartext.
Der von Drosten und Lauterbach registrierte Umschwung geht auf keine sinistren Umdeutungen oder Tatsachenverdrehungen zurück. Vielmehr geraten die Verantwortlichen der Corona-Maßnahmen zunehmend in die Defensive. Der Wind hat sich gedreht.
Nachtrag: Am 10. Februar 2021 titelt rp-online.de: „Virologe Drosten warnt vor Öffnung der Schulen.“

Es ist interessant, jetzt will es keiner gewesen sein! Genau wie all die bösen „Schwurbler“ es vorausgesagt hatten. Jetzt wo peu a peu die Wahrheiten auf den Tisch kommen, ziehen sie die Schwänze ein und waschen ihre Hände in Unschuld! Jahre der Gängelung und das faktisch außer Kraft setzen der Grundrechte -- insbesonders der Meinungs-und Bewegungsfreiheit -- die Dämonisierung von Maßnahmenkritikern und das Zusammenknüppeln durch die Polizei während friedlicher Demonstrationen und Spaziergängen -- die Hetzerei und die Diffamierungen -- Schul-und Kindergartenschließungen -- usw, -- das alles hat die Clique um Lauterbach (und Spahn), zu verantworten! Dafür gehören sie bestraft! Und Drosten war einer der Eifrigsten unter den Eifrigen!
Der Drosten kann empfehlen, was er will. Das waren die Söder*nnden, die die Schulen geschlossen haben.
Ich bin inzwischen für Schulschliessungen. Wieso viel sgeld ausgeben, für Klebstoffreste auf der Strasse..
Herr Drosten, muß ich mich jetzt bei Ihnen entschuldigen, weil Sie doch nicht zu der Fraktion gehörten, die den Kindern mittels medialer Dauerbeschallung einredeten, ihre Großeltern nicht mehr zu besuchen, weil selbige sonst ggf. an deren Tod die Schuld träfe? Und Sie waren auch nicht für den exzessiven Schutz der „Vulnerablen“, die somit infolge Kontaktsperre zu Einzelhaft in den Senioreneinrichtungen und Krankenhäusern und gesellschaftlich überwiegend einvernehmlich zum einsamen Versterben „verurteilt“ waren? Die Angst vor der erwartbaren Abrechnung scheint bei Spahn, Lauterbach und jetzt Drosten doch tief zu sitzen.
Wer glaubt, daß Männer Kinder gebären, der glaubt auch, das Lauterbach, Drosten und co. immer schon dagegen, wogegen auch immer waren. Also die Mehrheit (siehe Berlin). Dazu gehören auch die meisten Achseautoren, die alles wählen außer AFD, die Ukraine für eine Demokratie halten, lüstern Kriegspropaganda betreiben und bezweifeln, daß NS II von den USA gesprengt wurde. Mit Volldampf in den Untergang.
Genau so habe ich Herrn Professor eingeschätzt, ehrlich: Sobald sich rausstellt, dass er auf falscher Spur war, zieht er den Schwanz ein. Von der Sorte haben wir in Politik, Behörden und Medien ausreichend sitzen. Solange sie mit Rückenwind unterwegs sind, kann man diese Maulhelden nicht bremsen. Bei der kleinsten Brise aus der falschen Richtung fallen sie um, werden kleinlaut und behaupten das Gegenteil und falsch verstanden worden zu sein. So etwas ist an Ekelhaftigkeit schwer zu übertreffen.
Niemand hatte die Absicht , irgendwas zu schließen ….