P. Werner Lange, Gastautor / 08.01.2022 / 16:00 / Foto: Pixabay / 11 / Seite ausdrucken

Whisky on the rocks

Vor 75 Jahren erschien erstmals ein Roman, der den Lesern seiner vielen Auflagen seither großes Vergnügen bereitete. Dabei stimmt der Schauplatz der Handlung nicht gerade heiter: Es sind die Hebriden im Nordwesten Schottlands, graue Klippen unter einem schmutzigen Himmel, Küsten, an denen Wellen brechen, die nichts mehr aufhielt, seit sie vor Grönland entstanden. „Wir erschrecken, auch hier den Menschen angesiedelt zu sehen“, schrieb ein Dichter beim Anblick einer ähnlich wüsten und kalten Weltgegend. In der Tat sind solche Bilder geeignet, allem Gerede vom Leben im Einklang mit der Natur zu misstrauen. 

Die Menschen haben freilich Mittel gefunden, die sie einen Winterabend auf den Hebriden ohne Schwermut überstehen lassen: „Ein Glas davon ist fabelhaft, zwei sind zu viel, drei sind zu wenig.“ Die Rede ist von Whisky, und daher heißt auch der erwähnte Roman „Whisky Galore“ (Whisky im Überfluss, deutscher Titel „Das Whisky-Schiff“). Geschrieben hat ihn Compton Mackenzie, besser Sir Edward Montague Compton Mackenzie, der selbst lange Zeit auf der Hebrideninsel Barra lebte. Obwohl er fast hundert Bücher geschrieben hat, erinnern die meisten seiner Leser sich heute wohl zuerst an „Whisky Galore“. Manche behaupten sogar, dieser Roman hätte ihm schließlich den Adelstitel beschert, und die Queen habe beim Ritterschlag gelächelt. Darüber hinaus ist „Whisky Galore“ Gegenstand eines Musicals, von Liedern und Gedichten, man hat den Stoff mehrfach als Theaterstück aufgeführt und vor sechs Jahren zum zweiten Mal verfilmt. 

Compton Mackenzie beschrieb im Roman sowie im Drehbuch des ersten Films ein Geschehen, das sich auf zwei Hebrideninseln namens Great und Little Todday ereignet haben soll: eine Gelegenheit, von den Eigenheiten der Schotten und vom Versagen englischer Beamter sowie von Brautwerbungen zu erzählen, die ohne Whisky ergebnislos verlaufen wären. Der Leser muss sich deshalb nahezu einhundert Seiten lang gedulden, bis ein Schiff namens „Cabinet Minister“ strandet und 15.000 Kisten mit schottischem Whisky den Inselalltag heftig beleben. Jeweils in einer der Kisten „waren mindestens ein halbes Dutzend verschiedene Marken in einem halben Dutzend verschiedener Formen vertreten. Außer den Namen, die durch jahrzehntelange, wilde und unablässige Reklame in der ganzen Welt berühmt geworden waren, befanden sich auch viele andre Namen feinster Qualität darunter, die vielleicht weniger bekannt, aber deshalb nicht weniger köstlich waren ...“, heißt es verlockend in der deutschen Übersetzung. Der Inhalt dieser Flaschen bringt dann nicht nur die Handlung in Schwung, sondern lässt sie schließlich mit einer Doppelhochzeit nach schottischem Brauch enden.

Gestrandet mit 22.000 Kisten Whisky an Bord

Compton Mackenzie hat natürlich keinen Bericht, sondern einen Roman geschrieben. Mir ist die Geschichte vom Whiskyschiff deshalb anders erzählt worden. Denn zumindest die schottischen Leser wussten sogleich, dass die „Cabinet Minister“ eigentlich „Politician“ hieß und im Februar 1941 vor der Hebrideninsel Eriskay gestrandet war. Eriskay hingegen kennt jeder Schotte zumindest dem Namen nach: 1745 ist dort Bonnie Prince Charlie, Schottlands letzte Hoffnung auf einen Stuart auf dem Königsthron, mit einer Handvoll Getreuer gelandet. Obwohl die Hochländer ihm jubelnd folgten, endete der Traum von der Krone auf dem Schlachtfeld, und Schottland verlor Bonnie Prince Charlie an das italienische Exil und an den Alkohol. Geblieben ist das Verlangen nach Eigenständigkeit, das zum Beispiel Compton Mackenzie bewog, mit Gleichgesinnten die Scottish National Party, die nunmehr größte Partei Schottlands, zu gründen. 

Aber mir rollt mein Garn davon: Eriskay war künftig wiederum nicht mehr als eine kleine, ziemlich bedeutungslose Insel der Äußeren Hebriden, bis dort die „Politician“ strandete. Das Schiff geriet damals in einem Sturm auf die Rocks, wie Einheimische das Riff bei Eriskay schlicht nennen, sofern sie denn einmal Englisch sprechen. Beaconsfield Worthington, sein Kapitän, hatte einen nicht ganz ungefährlichen Kurs zwischen den Inseln gewählt, mit dem er sowohl dem Unwetter als auch der Gefahr entgehen wollte, die von deutschen U-Booten ausging. Aber dann drängte der Sturm die „Politician“ auf die Felsen und in eine gewaltige Brandung. Durch ein Leck flutete Wasser in den Maschinenraum. Als dann noch die Schraubenwelle brach und das Feuer unter den Kesseln erlosch, gab Kapitän Worthington das hilflose Schiff auf. 

Die Besatzung rettete sich in den Booten auf die Insel. Was sie dort über die Ladung der „Politician“ erzählte, bewog die Bewohner Eriskays, für ein rasches Ende des Sturmes zu beten: Neben Autos, Fahrrädern und Baumwolle bargen die Laderäume auch drei Millionen britische Pfund in Banknoten sowie 22.000 Kisten – gewöhnlich wird von 264.000 Flaschen geschrieben – schottischen Whisky verschiedener Marken.

Mit dem Lebenswasser durch den langen Hebriden-Winter

Der Whisky stammte aus Lagerhäusern, die in Leith und Glasgow von deutschen Bomben zerstört worden waren. Er war für den Verkauf in den USA, das Geld für die Kronkolonie Jamaika bestimmt. Das alles erreichte nun seine Bestimmung nicht mehr. Oder vielleicht doch? Die Ladung gesunkener oder gestrandeter Schiffe galt seit jeher als herrenloses Strandgut. Es gab keinen Haushalt auf der Insel, in dem sich nicht Gegenstände fanden, die von den Wellen an den Strand geworfen wurden. Weshalb sollte das nicht auch für ein ganzes Schiff gelten? Überdies stellte eine Bergungsmannschaft der Küstenwache fest, dass die in der Luke 5 untergebrachte Whiskyladung durch Seewasser und Öl verschmutzt und wertlos sei. Die Männer von Eriskay zögerten nun nicht mehr und begannen zielstrebig mit dem Löschen der Ladung. Dabei richtete sich ihre Begehrlichkeit weniger auf Autos und Fahrräder – schon deshalb, weil es auf der Insel keine Straße gab. Auch die anders als im Vereinigten Königreich gefärbten und vom Seewasser verdorbenen Kolonialbanknoten weckten keine Begierde. Mit dem Whisky jedoch ließ sich durchaus noch etwas anfangen. 

Es war schließlich Winter, und was gab es schon zu tun? Die Äußeren Hebriden werden von Stürmen kahlgefegt, sie sind meist baumlos, bis auf Disteln, Ginster und Brombeerhecken wächst nur etwas Gras. Wer wollte, der konnte dort Kartoffeln oder sogar Roggen anbauen – sofern er das Stroh benötigte, denn die karge Erde schenkte ihm nur das nächste Saatgut. Der Himmel ist selten klar, Nebel, Regen, Hagel und Schneetreiben verdüstern nach dem kurzen Sommer die Landschaft. Während die Frauen noch das eine oder andere Schaf scheren und Flechten von den Felsen kratzen konnten, um damit Wolle zu färben und zu verspinnen, stachen die Männer vielleicht noch ein wenig vom minderwertigen Torf, flickten Netze und Hummerkörbe, teerten Boote.

Die Winterstürme ließen sie nicht einmal fischen, Kelp brennen oder Tang in die Pflanzgruben schleppen, die von ihren Vorfahren an geschützten Stellen in das Gestein gemeißelt worden waren. Nein, im Winter konnte man eigentlich nur herumsitzen, das Lied von Bonnie Prince Charlie summen und sich dabei einen Bart wachsen lassen. Warm gekleidet natürlich, denn vor einem Torffeuer kann man im besten Fall seine Schuhe zum Qualmen bringen – wärmen wird es kaum. John M. Synge beschrieb in seinem Buch über die ganz ähnlich beschaffenen Aran-Inseln vor der irischen Küste einen Winterabend so: „Die Flasche mit schwarz gebranntem Whisky wurde aus ihrem Versteck hervorgeholt. Es ist unmöglich, dass diese Menschen am Rande eines solchen Abgrundes etwa Wein trinken würden, aber der graufarbene Whisky, der wie ein plötzlicher Stoß von Freude ins Blut dringt, scheint wie dazu geschaffen zu sein, sie, die verlassen in diesen Nebelwelten leben, bei Verstand zu halten.“

Schatzamt und Zollbehörde auf verlorenem Posten

Und jetzt dieses Geschenk des Himmels! Da torkelten selbst Schafe und Ponys auf Eriskay in einem glückseligen Zustand umher, den sie ihren mit Highland Nectar gefüllten Taschenflaschen verdankten. Aber da erschien Charles McColl, Zollinspektor Ihrer Majestät. Als er mit mehreren Beamten eintraf, hatten viele sich bereits aus der Whiskyladung bedient und das mit gutem Gewissen getan. Den Leuten auf Eriskay galt die Ladung der „Politician“ als Strandgut, und das war ihnen nicht auszureden. Gemeinschaften von Menschen, die hin und wieder freiwillig der Gewalt des Wetters trotzen, sind anfällig für eine demokratische Tugend, die Staatsdiener zivilen Ungehorsam nennen. Insbesondere mag das für auf den Hebriden lebende Schotten gelten. Jedenfalls sahen jene auf Eriskay nicht ein, was McColl verkünden ließ: Bei dem Whisky handele es sich um unversteuerte Ware, die deshalb Eigentum der Behörden bleibe und zumindest nachträglich zu versteuern sei. 

Für McColl waren die Inselbewohner sicherlich – sie sprechen übrigens alle zwei Sprachen, und der vom Wetter bedingte Wechsel der Tätigkeiten beschert ihnen eine bewegliche Intelligenz – aufsässige Hohlköpfe, die Beamte verachteten und vorgaben, nur Gälisch zu verstehen. Er wird sie wohl gehasst haben, und das mag der alltägliche Hass des Untertanen auf unangepasste Mitmenschen gewesen sein. Es war vielleicht auch jener Hass, der manchem Ordnungshüter zuweilen hilft, seine Selbstachtung zu bewahren. Denn ihm gegenüber standen Frauen und alte Männer, deren Ehemänner, Brüder und Söhne mit den Handelsschiffen der Geleitzüge verbrannten und versanken, die auf dem Atlantik von deutschen U-Booten gejagt wurden. Deshalb bedrängte McColl fortan seine Vorgesetzten mit Forderungen nach harter Bestrafung, nach Haussuchungen, ließ Boote beschlagnahmen, beschuldigte Polizisten der Kumpanei mit Plünderern und verhängte irrwitzige Geldstrafen, ohne dazu berechtigt zu sein. Ein wenig Autorität gewannen er und seine Untergebenen erst, als Polizisten vom Festland eintrafen. Mehrere Männer konnten nun festgenommen werden, während Frauen und Kinder noch eilig damit beschäftigt waren, Flaschen in Häusern und Ställen zu verstecken oder am Strand zu vergraben. Richter ließen die Verhafteten freilich mit Geldstrafen von drei bis fünf Pfund davonkommen. Viele zahlten, andere zogen eine Haft in den Gefängnissen von Inverness und Peterhead vor. 

Inzwischen barg eine zweite Bergungsmannschaft noch 13.500 Flaschen, bevor sie aufgab. McColls Widersacher hingegen waren hartnäckiger: Immer wieder legten während der Nächte Boote am Wrack an, sodass McColl im September schätzte, es seien mindestens 24.000 Flaschen entwendet worden. Schließlich von Richtern, Presse, Rundfunk und widerwilligen Polizisten im Stich gelassen, gaben die Behörden auf und ließen das Achterschiff der „Politician“ mit der bewussten Luke 5 und ihrem Inhalt sprengen. Schatzamt und Zollbehörde Ihrer Majestät hatten den Wettstreit um den Whisky verloren.

Winterabende mit Single Malt und den Blazin‘ Fiddles

Die Nachwelt urteilte wohlwollend. Das zeigt nicht allein der anhaltende Erfolg von „Whisky Galore“, sondern zum Beispiel auch die mindestens 9.000 Pfund (10.500 Euro), die trotz des warnenden Aufklebers „not suitable for human consumption“ bisher bei Auktionen für eine der manchmal von Tauchern geborgenen Flaschen gezahlt wurden. Alle, denen das unerschwinglich ist, könnten stattdessen die Reise nach Eriskay unternehmen und an einer der vergnügten Zusammenkünfte während der Jubiläumsfeiern teilnehmen oder sich das alles im Pub nach dem vierten Glas zur Musik der Blazin' Fiddles nochmals von einem Pony erzählen lassen. Sollten sie es vorziehen, auf dem Festland zu bleiben, so zeigt ihnen das Scottish Maritime Museum in Irvine eine der Whiskyflaschen von Eriskay. Neblige Winterabende, hervorragenden schottischen Whisky nebst Konzerten der Blazin' Fiddles auf einer CD gibt es freilich auch hier.

Vor vielen Jahren, als ich in der Linienfahrt zwischen Ostafrika und dem Vereinigten Königreich tätig war, begleiteten uns oft Passagiere. Irgendwann war eine dieser stets dezent geschminkten und gekleideten älteren britischen Damen darunter. Auf die – gewiss recht zudringliche – Frage, weshalb sie nicht fliegen würde, denn eine Schiffspassage sei doch lang und teuer, antwortete sie mit einem etwas hilflosen Lächeln. In der Tat erschien es unvorstellbar, dass sie freiwillig in einer Sesselreihe mit Menschen sitzen könnte, von denen manche sich nicht zu benehmen wissen.

Man hätte sie ebenso fragen können, was sie vom Tätowieren halte. Niemals war ihr etwas anzumerken, doch im Verlauf der Reise bestellte und verbrauchte sie bemerkenswerte Mengen Black & White und Johnny Walker – Single Malt hatten wir schließlich nicht an Bord. Bei einer Gelegenheit erwähnte sie nebenher, sie habe ein Buch über das Zusammenleben mit einer von ihr aufgezogenen Löwin geschrieben. Der Stoff ist bald darauf verfilmt worden, und zumindest die Löwin Elsa wurde dadurch weltberühmt. Jene Dame – natürlich gehörte vom Eis verwässerter Whisky on the rocks für sie zu den Todsünden – erzählte mir die Geschichte vom Whiskyschiff, und ich nahm mir seither vor, irgendwann darüber zu schreiben. Was hiermit endlich geschehen ist. Und nicht vergessen: „Ein Glas davon ist fabelhaft, zwei sind zu viel, drei sind zu wenig.“

 

P. Werner Lange, ursprünglich Seemann, ist ein deutscher Autor von Biografien, Reisebeschreibungen, erzählenden Sachbüchern und Hörspielen. Er lebt bei Berlin.

Foto: Pixabay

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Peet Schröder / 08.01.2022

wie schön! Nach meinen Reisen durch Schottland und Irland könnte ich Bücher mit Geschichten füllen. Doch Malt und Hebriden trumpfen alles! Heartwarming! Danke!

Andreas Trötschel / 08.01.2022

Wunderschön! Welch Talent, anrührend, bewegend, die Kunst des Erzählens wie hier hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, Dank dafür und Schluss, bevor mir das Garn wegrollt.

Hans-Peter Dollhopf / 08.01.2022

“Diese Menschen am Rande eines solchen Abgrundes” der Sahara, des antarktischen Südens, des rauen Nordens. Diese nie zur Klimaflucht neigenden Indigenen, sie dienen der immerzu in der Zwischenwelt der gemäßigten Zone siedelnden Globalista nicht nur als Attraktion: so schön bunt diese da, vom Wetter gegerbte Luxusartikel, importieren, importieren, importieren! Nach Wettervorhersage von Greta Kachelmann-Nostradamus geborene Thunzwerg, wird das Leben auf den Hebriden durch Wandelklima in 11 Jahren sogar erst so richtig unerträglich werden! Besorgt schon mal Eis für den Whisky.

Hans-Peter Dollhopf / 08.01.2022

“Diese Menschen am Rande eines solchen Abgrundes” der Sahara, des antarktischen Südens, des rauen Nordens. Diese nie zur Klimaflucht neigenden Indigenen, sie dienen der immerzu in der Zwischenwelt der gemäßigten Zone siedelnden Globalista nicht nur als Attraktion: so schön bunt diese da, vom Wetter gegerbte Luxusartikel, importieren, importieren, importieren! Nach Wettervorhersage von Greta Kachelmann-Nostradamus geborene Thunzwerg, wird das Leben auf den Hebriden durch Wandelklima in 11 Jahren sogar erst so richtig unerträglich werden! Besorgt schon mal Eis für den Whisky.

Andreas Schuem / 08.01.2022

Eine wirklich schöne Geschichte. An der frieschen Küsten strandeten einst gut versiegelte Pakete mit reinstem Kokain, ich vermute auch zur Freude der Küstenbewohner, die einer ähnlichen Tradition frönen wie die Hybridenbewohner. Aber das ist eine andere Geschichte, über die bis heute harnäckig geschwiegen wird.

sybille eden / 08.01.2022

Eine wundervolle Geschichte, danke Herr LANGE.  Leider ist das Buch bei Amazon nicht vorrätig und die DVD nicht in deutsch synchronisiert. Schade.

Winfried Jäger / 08.01.2022

Der Schotte ist schon ein cooler Typ. Der Nachteil ist, daß er auch ein Opportunist ist. Man hasst die Engländer, aber das Geld wird dort unten verdient und nach oben umverteilt. Deswegen wollte man auch in der EU bleiben. Scotlands are brave and Germans are stupid.

Gerhard_F_Mossmayr / 08.01.2022

Danke, Herr Lange, einfach nur danke für diese herzerwärmende Geschichte. Tasächlich war eine Flasche Black & White mein erster selbstgekaufter Whiskey. Ich besitze sogar noch die beiden Porzellanterrier, die Anfang der achtziger Jahre am Flaschenhals gebunden waren (wahrscheinlich der Grund meiner Kaufentscheidung). Sei´s drum, ich bin dennoch beim Whiskey geblieben ... Zum Jahresbeginn hat meine (fast) erwachsene Jungschar bei uns zu Hause Sylvester gefeiert. Ich habe dann zum neuen Jahr nicht nur das Feuerwerk spendiert, sondern auch eine Flasche sehr alten, sehr rauchigen Islay Whiskey für die Interessierten geköpft. Das Jahr scheint ein gutes für Whiskey zu werden. “Born free” ist übrigens ein faszinierendes Buch. Sie müssen die Frau Gessner in ihren letzten Lebensjahren kennengelernt haben. Ihre Freude an der Begegnung kann ich nachvollziehen. So, jetzt werde ich mir einfach mal ein fabelhaftes einschenken (der Tag ist gerettet). Nochmal: Vielen lieben Dank!

Wolf Hagen / 08.01.2022

Genau die richtige Geschichte für einen grauen und nass-kalten Samstagabend, während im Fernsehen der unvermeidliche Staatsfunk empört vor sich hin gendert und der hauseigene Vierfüßler leicht gelangweilt seinen Ball von einem Raum in den anderen rollt. Vielleicht sollte der Schreiber dieser Zeilen im nahen Supermarkt noch schnell eine Flasche “Singleton” erstehen, was dann aber getreu dem Motto: “Ein Glas davon ist fabelhaft, zwei zuviel und drei zuwenig”, dazu führen könnte, dass er im Zwischennetz die eigene Meinung ungeschönt formuliert. Das hätte am nächsten Tag, neben einem Kater, die wahrscheinlich endgültige Sperrung in den zensurfreudigen sozialen Medien zur Folge. Na ja, mal sehen. Trotzdem danke für die schöne Geschichte.

Bernd Meyer / 08.01.2022

Die Flasche macht den Whisky nicht. Regeln sind ganz einfach, wenn man sie kennt. Was für ein geistreicher und unpolitischer Beitrag.

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