Michael Miersch (Archiv) / 11.03.2012 / 18:12 / 0 / Seite ausdrucken

„Wellness-Oase für Vergangenheitsbewältigung“

Im FOCUS spricht Henryk M. Broder über sein neues Buch „Vergesst Auschwitz!“.  Einige Kostproben: 

Über Juden:
„Meine persönliche Definition vom jüdisch sein lautet: Gutes Essen und schlechte Manieren. Und wer möchte nicht Mitglied in einem Club sein, zu dem auch Jesus, Groucho Marx, Einstein und Freud gehörten? Das hat schon was sehr Exklusives in einer Welt, wo inzwischen jeder eine Goldene American Express Karte bekommt.“

Über Antisemiten:
„Die Amerikaner sagen, Antisemit ist einer, der die Juden noch weniger leiden kann als es normal ist. Das trifft es, finde ich, ganz gut.“

Über die Gedenkstätte Auschwitz:
„Das ist Gruseltourismus, ein Disneyland des Todes. Ich finde das obszön. Diese konservierten Baracken sollten abgerissen werden.“

Über die deutsche Erinnerungskultur:
„Sie besteht größtenteils aus Wohlfühlritualen für die Nachkommen der Täter, die sich selbst darin bestätigen, wie vorbildlich sie mit der Geschichte umgehen.“

Über die Feier zum fünfjährigen Jubiläum des Berliner Holocaust-Mahnmals:
„Da sagte Professor Eberhard Jäckel: „Es gibt Völker, die uns um das Mahnmal beneiden.“  Wichtiger ist, wie wir uns heute zu Regimes verhalten, die die Deutschen um den Holocaust beneiden.“

Über die Tatsache, dass die meisten Deutschen keinen einzigen Juden kennen:
„Für viele sind Juden so etwas wie die Hethiter oder die Phönizier, Völker, die nur noch Geschichtsbüchern existieren. Wobei der Kontakt zu Juden nicht dazu führen muss, dass man sie mag.“

Über Israelkritik:
„Israelkritik muss nicht fair sein, sie muss nicht einmal sachlich sein. Sie sollte jedoch etwas mit dem Objekt ihres Interesses zu tun haben. Dem Antisemiten im antizionistischen Gewand geht es nicht um Israel. Er will unentwegt den Nachweis erbringen, dass die Juden die Nazis von heute sind. Er will sich entlasten. Das erkennt man sehr schnell an Formulierungen, wenn etwa die Situation der Menschen Gaza mit dem Warschauer Getto gleichgesetzt wird.“

Alles Weitere morgen im FOCUS (nur am Kiosk, nicht im Internet).

Siehe auch:
http://www.focus.de/politik/deutschland/henry-m-broder-kritisiert-vergangenheitsbewaeltigung-auschwitz-ist-ein-disneyland-des-todes_aid_722898.html


Und das meint der Leser:

Gerade weil es ein unfassbares Verbrechen in der deutschen Geschichte an das jüdische aber auch an andere Völker gegeben hat, darf Deutschland nicht stillstehen wenn heute Menschen diskriminiert werden, sei es aus Gründen des Glaubens, Geschlechts oder der Herkunft. Daß Israel die Palästinenser teilweise grotesk diskriminiert ist eine Tatsache. Da kann Hr. Boder sagen was er will!.

Die Aussagen von Broder tangieren mich wenig bis gar nicht. Menschen die Israelkritik und Antisemitismus gleich setzen, betreiben moralische Erpressung. Man muss nicht einmal Palästinenserfreund sein, um die andauernden Menschenrechtsverletzungen zu kritisieren. Und was Auschwitz und andere KL angeht, ich bin für den Erhalt dieser Einrichtungen, denn Geschichte muss erfassbar bleiben….

Ich verwahre mich der Bezeichnung als Antisemitit, nur weil ich mich für die Rechte der Palästinenser einsetze.Das ist das stereotype Verhalten vom Menschen, die nur einseitig die Menschenrechte akzeptieren. Gerade von Jude, der die schlimmen Auswüchse kennt, sollte man mehr Verständnis für die Palästinenser verlangen können. Was sich Israel in den besetzten Gebieten erlaubt, das hat mit Demokratie nichts am Hute. Schließlich wurde Israel auf den Boden der Palästinenser errichtet und wird täglich durch Landraub erweitert. Ich werde auch weiterhin die Sache der Palästinenser unterstützen, bis diese Menschen ihre Freiheit, ihren Staat und ihre Rechte bekommen.

Wir Deutsche gedenken dem, was Deutsche Deutschen, Juden wie Christen, angetan haben. Dieses Gedenken pflegen wir, gerade dann, wenn wir Israels Siedlungspolitik kritisieren. Das täten wir auch, wenn dort Christen Palästinenser unterdrückten. Wir haben gelernt. Henryk Broder offensichtlich nicht, wenn er mit dem Totschlagargument des Antisemitismus zu diktieren versucht, wer wen kritisieren darf. Damit missbraucht er den Holocaust, um 70 Jahre danach Unrecht zu negieren. Beschämend.

Der selbsternannte Gutmensch Broder ist sich offenbar ncht zu schade, auf dem Rücken von Millionen geschundenen und ihrer Heimat beraubten Palästinensern Eigenwerbung für sein neues Propagandawerk zu betreiben. Seine nun schon bis zum Gelenkrheuma geschwungene Antisemitismuskeule lockt glücklicherweise inzwischen niemand mehr hinterm Ofen hervor. Gehen Sie in Rente, Broder, dieses Land braucht Sie nicht!.

Die unverantwortlichen Deutschen der Nachkriegszeit haben aus ihrer Vergangenheit gelernt und niemals einen Krieg begonnen. Aber nicht so die jüdischen Bewohner Israels: Die fordern sogar von dem “bösen” Deutschland eine Führungsrolle im kommenden Krieg Israel gegen den Iran. 

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