Wolfgang Meins / 09.01.2020 / 06:25 / Foto: Bildarchiv Pieterman / 49 / Seite ausdrucken

Klimawandel-Ethiker: Dicke Lippe und tote Hose

Die Bundesregierung leistet sich ja so einiges. Darunter auch, gemeinsam mit dem Deutschen Bundestag, eine Unterstützung in ethischen Fragen – durch den 26-köpfigen (13 Männer, 13 Frauen!) Deutschen Ethikrat. Im Vergleich zu den von verschiedenen Ministerien ja gerne in Anspruch genommenen Dienstleistungen von verschiedenen Beratungsunternehmen gibt es diese Beratung ausnahmsweise mal zu einem echten Schnäppchen-Preis – knapp zwei Millionen Euro pro Jahr. Und das einschließlich der Kosten für die Geschäftsstelle in Berlin. In finanzieller Hinsicht backen Ethiker also offensichtlich eher kleine Brötchen. Bei Roland Berger würden sie für den Betrag nicht mal ans Telefon gehen, es sei denn UvdL persönlich ist dran. Aber um das Thema soll es hier nicht gehen.                                   

Vielmehr geht es um eine öffentliche Tagung eben dieses Ethikrats im Oktober 2019 – unter Leitung seines Vorsitzenden, des Theologen Professor Peter Dabrock – mit dem blumigen Titel: „Meinen – Glauben – Wissen: Klimawandel und die Ethik der Wissenschaften“. Klingt zumindest nicht uninteressant, zumal diese Tagung die Grundlage für eine zu erwartende offizielle Stellungnahme des Ethikrats zum Thema Klimawandel sein dürfte. Also: Was ging da ab bei der Klimawandel-Fortbildung der Crème der deutschen Ethiker? Was verrät uns das umfangreiche Tagungsprotokoll?

Zunächst einmal geht es Professor Dabrock ganz offensichtlich darum, mögliche Missverständnisse schon im Keime zu ersticken, wenn er sich gleich zu Beginn seiner Begrüßungsansprache als linientreuer Alarmist positioniert: „Die Welt brennt. Es ist fünf vor zwölf, vielleicht schon danach, wir wissen es nicht so genau.“ Ansonsten hätten vielleicht die Zuhörer sein anschließendes Geschwurbel für bare Münze nehmen können: „Der innere Motor der Wissenschaft ist der Zweifel an dem gesicherten Stand des Wissens. (…). Nichts ist heilig, nichts ist für ewig, weshalb Wissenschaft keine Religion oder Metaphysik ist.“ 

In diesem Stil geht es vollmundig weiter: Eine Gefahr „ist dort gegeben, wo Wissenschaft als dogmatische Sicherheit ausgegeben wird, wo sie einen ideologischen Charakter bekommt, wo sie den Eindruck erweckt, sie könne aus Erklärungen geradezu umfassende Sinndeutungen ableiten oder – genauso schlimm – bestimmte Sinndeutungen als von vornherein unsinnig abstempeln.“ 

Schließlich wird noch geklagt über „Differenzierungsverluste (…) wenn von der Wissenschaft gesprochen wird“. Aber wäre es spätestens an dieser Stelle nicht doch zwingend notwendig gewesen, entweder selbst Stellung zur berüchtigten Legende von der 97-prozentigen Übereinstimmung der Klimaforscher zu beziehen – oder die eingeladenen Klimawissenschaftler und Medienforscher um Klärung zu bitten? 

Im „Abschlusspodium“ durfte Luisa Neubauer nicht fehlen

Dieser Beschwörung von vermeintlich ehernen Werten der Wissenschaft zum Trotz war während der gesamten Veranstaltung – abgesehen von einer knappen, namenlosen Wortmeldung aus dem Publikum – keine grundlegend skeptische Position zur Theorie oder vielleicht besser: Hypothese eines maßgeblich oder so gut wie ausschließlich menschengemachten, CO2 verursachten Klimawandels zu hören. Auch nicht in Form eines rhetorischen Stilmittels, an dem sich dann der Referent kritisch hätte abarbeiten können. Dieses Manko gilt nicht nur für den klimawissenschaftlichen Teil der Veranstaltung, sondern auch für den medienanalytischen und ethischen. 

Passend dazu durfte im „Abschlusspodium“ dann natürlich auch Luisa Neubauer nicht fehlen, die an der Anmoderation durch ein Mitglied des Ethikrats sicherlich nichts auszusetzen hatte: „Ich möchte noch einmal zusammenfassen: (…). Es wird wärmer, der Meeresspiegel steigt, Extremwetterereignisse nehmen in ihrer Intensität zu. Parallel beobachten oder messen wir unsere steigenden CO2-Emissionen“ usw., usf.  Vorläufiges Fazit: Der Mainstream war unter sich, wobei die einen ein bisschen mehr, die anderen ein bisschen weniger alarmistisch gestimmt waren. 

Zur letztgenannten Kategorie gehörte auf dieser Tagung der im Ruhestand befindliche Klimaforscher Professor Hans von Storch. Der allerdings vermittelte den Eindruck, als stecke er irgendwie zwischen Baum und Borke. So grantelte er ein bisschen an der politischen Vereinnahmung der Klimaforschung herum, benannte kurz schwerwiegende wissenschaftliche Fehlentwicklungen, um dann aber recht nonchalant darüber hinwegzugehen und auch vor Plattitüden nicht zurückzuschrecken: Der Wissenschaftsbetrieb „öffnet sich der permanenten kollegialen Kritik, dem Fegefeuer der Falsifikation“. Weiterführend und vielleicht gar erkenntnisfördernd wäre dieser Satz nur gewesen mit einem sehr konkreten Bezug zur Klimaforschung: Welche wichtigen Erkenntnisse oder vermeintlichen Gewissheiten sind – vielleicht von den Zuhörern bisher weitgehend unbemerkt – bereits im Fegefeuer verschmort, welche stehen mittendrin und welche möglicherweise kurz davor? 

Passend zu dieser inhaltlichen Abstinenz wird dann nicht einmal den beiden folgenden, überwiegend unzutreffenden Behauptungen der deutlich alarmistischer gestimmten Direktorin des an sich renommierten Alfred-Wegener-Instituts widersprochen: „Zum Beispiel können wir den Meeresspiegelanstieg feststellen und sehen, dass er sich beschleunigt.“ Und: „Die Ergebnisse der Wissenschaft zeigen, dass wir (…) erhebliche Veränderungen haben mit erheblichen, überwiegend negativen Folgen für Ernährungssicherheit, Ressourcen“. Wäre da ein kurzer Verweis auf die tatsächliche Entwicklung der Pegelstände und unserer in den letzten Jahrzehnten ergrünten Erde (siehe hier und hier) nicht hilfreich gewesen?

Ausgeprägtes Vermeidungsverhalten bei den Ethikern

Und was genau bedeutet die folgende Aussage von Storchs für die Forschungsqualität innerhalb der Klimawissenschaften: „Wenn ein Klimaforscher andeutet, er stehe nicht 100-prozentig hinter der Erklärung des Klimawandels durch die Emission der Treibhausgase, dann wird er meist von den Gutachtern geschlachtet“? Niemand wollte hier eine etwas tiefer schürfende Analyse, nicht der Redner, nicht die anwesenden Mitglieder des Ethikrates, nicht die anderen Referenten und auch das Publikum nicht. Genauso verhielt es sich mit einem weiteren, für die Ethiker doch eigentlich alarmierenden Sachverhalt, den von Storch immerhin benennt: den Umgang mit dem sogenannten Hiatus, also der mehrjährigen Erwärmungspause ab etwa 1998, trotz global weiter ansteigender CO2-Emissionen. Dieser Hiatus, so von Storch „ist aber von vielen Wissenschaftlern sofort abgebürstet worden als: Das kann nicht sein.“ 

Was sagt uns ein solches Verhalten von Wissenschaftlern? Vieles. Unter anderem, dass es doch wohl eine hohe Dunkelziffer und ein hohes Wiederholungsrisiko für die Leugnung von nicht ins Weltbild passenden Forschungsbefunden gibt. Aber auch hier: ausgeprägtes Vermeidungsverhalten bei den Ethikern – bloß nicht nachfragen, bloß keine schlafenden Hunde wecken. Wie die Qualität der Forschung erodiert, wenn ideologisch getriebene Wissenschaftler von ebenso ideologisch getriebenen Gutachtern beurteilt werden, demonstriert der renommierte australische Great-Barrier-Reef-Forscher Professor Peter Ridd hier (mit deutscher Übersetzung) ausgesprochen eindrucksvoll und überzeugend.  

Nach dem Klimaforschungsteil ließ sich der Deutsche Ethikrat von Medienforschern über die „Darstellung des Klimawandels in den Medien“ informieren. Vielleicht sollte der Leser ein kurzes Stück aus diesem Teil der Tagung einmal im O-Ton auf sich wirken lassen: „Wir haben die Klimaforscher 2015 gefragt, inwieweit sie einzelne Bedingungen zur Berechnung des Klimas für ausreichend erfüllt halten. (…) Die große Mehrheit der Klimaforscher ist der Ansicht, dass einzelne Bedingungen heute noch nicht erfüllt sind, aber in Zukunft erfüllbar sind. Da ging es zum Beispiel um die Qualität der Klimamodelle, um das Verständnis klimatischer Prozesse, um die Verfügbarkeit und die Präzision empirischer Messdaten. (…) Da gab es eine gewisse Unsicherheit unter den Klimaforschern, die aber auch keine Sensation ist. Das wurde eben schon gesagt: Was ist in der Wissenschaft schon gewiss?“

So kann man diese Befunde natürlich auch abtun. Diskussionsbedarf seitens der veranstaltenden Ethiker, der anderen Referenten oder des offenbar durchweg aktivistisch gesonnenen Publikums? Keine Spur. Ebenso wenig wie bei einem anderen vorgetragenen Befund, dass nämlich ausgerechnet diejenigen Klimaforscher bei Journalisten Gehör fänden, „die in hohem Maße von der Verlässlichkeit ihrer Daten überzeugt waren. Bei denen, die erhebliche Zweifel hatten, war der Anteil wiederum verschwindend gering.“ Tja, so sind sie, unsere Journalisten. Am wohlsten fühlen sie sich nun mal unter Gleichgesinnten. 

Blinde versuchen, anderen Blinden Orientierung zu geben

Auch bei der anschließenden Ethik-Debatte geht es nicht wirklich kontrovers zu. Dafür sind die Ethiker aber offensichtlich zufrieden mit dem Tagungsverlauf: „Für unser Beispiel des Klimawandels setzt dies die Aufgabe voraus (was wir auch getan haben), die wissenschaftlichen Ergebnisse zur Kenntnis zu nehmen, zu verstehen, sie interpretieren zu können, aber auch über wirtschaftliche und verantwortliche politische Konsequenzen nachzudenken.“ Und: Damit könne die Klimaethik „Orientierungswissen für die Klimapolitik bereit (stellen)“. Aber kann das gut gehen, wenn Blinde versuchen, anderen Blinden Orientierung zu geben? 

Zu dieser aus einer kritisch-wissenschaftlichen Sicht doch ausgesprochen enttäuschend verlaufenen Tagung passt, dass man auch ein ganz spezielles, sich beim Thema Klimawandel geradezu aufdrängendes ethisches Problem gänzlich unberücksichtigt ließ: die Ethik von Prognosen. Bekanntlich ist das Thema des aktuellen Klimawandels, wie vielleicht kein zweites, untrennbar verknüpft mit Prognosen auf verschiedenen Gebieten mit zudem unterschiedlichen Zeithorizonten – und damit auch mit den Prognosen grundsätzlich immer innewohnenden Unsicherheiten. 

Verschärft werden die bereits aus diesen Unsicherheiten entstehenden ethischen Probleme beim Thema Klimawandel durch drei weitere Aspekte: Erstens haben sich so gut wie alle in den letzten vierzig Jahren zum Klimawandel gemachten Prognosen entweder als schlicht falsch oder aber zumindest als deutlich übertrieben bzw. systematisch in eine Richtung verzerrt herausgestellt. Zweitens, sieht es auch bei der aktuellen Generation von Klimamodellen diesbezüglich nicht besser aus. Und das sagen nicht nur die üblichen Verdächtigen, sondern mittlerweile auch andere, wenn sie beklagen, dass die Klimamodelle strukturell ungeeignet (sind), irgendetwas von Bedeutung über unser Klimasystem auszusagen“. Handelte es sich dabei bloß um Prognosen innerhalb des Elfenbeinturms der Wissenschaften – geschenkt. Aber wenn, drittens, die Politik auf Grundlage eben solcher Prognosen, ungewöhnlich weitreichende, den Wohlstand und sozialen Frieden sowie potenziell die demokratischen Freiheiten einer ganzen Nation gefährdende Maßnahmen auf den Weg bringt, sieht das Ganze doch ein bisschen anders aus.

Einpeitscher aus der Wissenschaft

Was wäre zum Beispiel, sollte zum Ende des neuen Jahrzehnts der – aus Sicht unserer aktuellen Regierung – „worst case“ eingetroffen sein? Unzuverlässige und teure Energieversorgung mit häufigeren Blackouts, Deindustrialisierung, beginnende Massenverelendung mit Erosion des nicht mehr zu finanzierenden Sozialstaats, dabei global weiter ansteigende CO2-Emissionen und zu allem Überfluss auch noch eine mittlerweile eindeutig eingesetzte Abkühlung

Kann es dann nur um die Übernahme von politischer und moralischer Verantwortung gehen? Man habe doch nur das Beste gewollt, sich auf die Wissenschaft verlassen oder sei Opfer höherer Gewalt geworden – und gut ist? Oder ist das Ganze dann nicht vielleicht auch juristisch aufzuarbeiten, sowohl im Hinblick auf bestimmte Einpeitscher aus der Wissenschaft als auch auf die für das Desaster hauptsächlich verantwortlichen Politiker? Da fragt sich der juristische Laie: Sollten sie dann nicht angeklagt werden können, zumindest wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht oder Fahrlässigkeit, in Einzelfällen vielleicht auch wegen Korruption und Betrugs oder, ein paar Nummern größer, gar wegen Menschenrechtsverletzungen? Zumal die Latte dafür seit etlichen Jahren vom EuGH beständig tiefer gelegt wird. Und sollte sich dabei die jahrzehntelange systematische Ignoranz gegenüber „klimawandelskeptischen“ Positionen oder gar deren gezielte Unterdrückung nicht strafverschärfend auswirken?

Zu guter Letzt seien vorrangig unsere Ethiker an ein historisches Beispiel erinnert: Auch die Erbgesundheitslehre – die Eugenik – stand mitnichten nur bei den Nationalsozialisten hoch im Kurs, sondern war eine Zeitlang auch international durchaus im wissenschaftlichen Mainstream angesiedelt. Mainstream schützt also vor Torheit nicht. Aber es erfordert auch Mut, ihn zu kritisieren oder gar zu verlassen. Und daran mangelt es, nicht zuletzt beim Deutschen Ethikrat. 

Foto: Bildarchiv Pieterman

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Andreas Rochow / 09.01.2020

Der Ethikrat ist wie die Wissenschaftlichen Beiräte der Bundesregierung ein Feigenblatt der Regierung. An die stelle des Gottesbezugs tritt der Gott namens Rat. Es ist schon wichtig, wenn Legislative und Exekutive auch Rat bei ethisch-wissenschaftlichen Bedenkenträgern einholen, noch bevor sie sich ans Werk machen und sich eine neue offene Gesellschaft importieren und zurechtbasteln. Das destruktive Potential der von Merkel favorisierten Open-Society-Ideologie ist dem Rat offenkundig nicht aufgefallen. Oder der Rat hat im wohlverstandenem Eigeninteresse erkannt, dass Kritik, Kontroverse oder gar die Infragestellung zur neuen linken Weltrevolution - diesmal an der Hand und mit dem Geld des Multimilliardärs György Soros - nicht erwünscht sind. Man kann es so formulieren: Der Ethikrat der Bundesregierung hat die Alternativlosigkeit ihrer Politik anerkannt.

Wolf Köbele / 09.01.2020

Man könnte ja mal die Namen und Naminnen der Mitgliede*r*in*x des Ethikrat*ens benennen.Oder*in?

Perseida Theodora / 09.01.2020

Wie weit fortgeschritten die Erosion der Gesellschaftlichen Werte bereits ist, zeigt doch deutlichst der geschmackloseste Song des aktuellen Jahrhunderts. Das Instrumentalisieren von Kindern für Propaganda gehörte sowohl im dritten Reich, als auch in der DDR zum festen Programm. Dass sich nun linke Befürworter dieser geschmacklosen Doktrinpropaganda über angeblich rechte Kritik echauffieren ist wohl ein Treppenwitz der Geschichte. Dass da nicht die vernunftbegabten Menschen auf die Straßen gehen zeigt nur, wohin die Reise noch gehen soll. Früher wurden Bücher verbrannt, jetzt werden sie einfach neu “übersetzt” um dem gendergerechten und übermoralischen Mainstream zu genügen und die eigentliche Aussage der Werke geht dabei großteils verloren. Mit Ethik hat das alles gar nichts mehr zu tun. Die Klimahysterie dient nur den Feinden der freiheitlichen, demokratischen Grundordnung als Trojanisches Pferd. Diese habe in den letzten Jahrzehnten ihren Marsch durch die Institutionen vollendet und sind gerade dabei, diesen Staat zu zerstören. Aber wen kümmert es schon, wenn das allgegenwärtige Schreckgespenst der Klimaapokalypse vermeintlich die Zukunft bedroht. Da steht ein riesiger Rosa Elefant im Wohnzimmer der Republik, den alle sehen können, aber wer darüber spricht wird gesellschaftlich und sozial zerstört - so schafft man Diktaturen. Ich bin dann als IT-Fachkraft mal weg - woanders gibt es noch Menschen mit gechillteren, weil gebildeteren Geistern…

Rudolf George / 09.01.2020

Im Grunde genommen ist es einfach: das Grundmoment des zur Zeit herrschenden Wahnsinns ist der Glaube an den Fluch des materiellen Überflusses. Der materielle Überfluss, in dem wir uns angeblich befinden, bzw. vielmehr das Streben nach selbigem wird nämlich als Ursache allen Übels in der Welt angehsehen: Rassismus, Ausbeutung von Mensch und Umwelt, Kolonialismus, Umweltzerstörung, Klimagefährdung, soziale Ungerechtigkeit, usw. usf. Diese “Erkenntnis” führt bei davon befallenen zu einem Gefühl der Scham sowohl sich selbst als auch der Gesellschaft als ganzes gegenüber, und mündet in seltsamer Bußfertigkeit (vor allem was Forderungen an die anderen angeht, etwas weniger bei sich selbst). Und diese Mischung aus Scham und Wunsch nach Buße mündet dann in jenen suizidal-masochistischen Auswüchsen, die wir täglich in Politik und Medien beobachten können.

Lef Kalender / 09.01.2020

Die Geschichte ist voll von Zeiten, in denen ein mainstream von “Wissenschaftlern” angeführt und beherrscht wurde, und Widerredner verbrannt, in den Ruin getrieben, verfolgt ff wurden. Von der Lehre des Geozentrismus (nur um die bekannteste Irrlehre vor der Aufklärung zu nennen) über die abgestrittene Kontinentalverschiebung , die abgestrittene Existenz der Helicobacter bis vielen vielen Behauptungen der “Wissenschaft”. Im Grunde gab es wohl weltweit nie eine Zeit (auch nach der “Aufklärung”), in der nicht irgendeine Irrlehre behauptet und gewaltsam durchgesetzt wurde, bis diese sich dann als nun wirklich falsch erwiesen hat. In letzter Zeit halten sich Irrlehren und falsche Behauptungen erstaunlich lange, trotz oder wegen der Existenz des Internets?

Gerhard Berlin / 09.01.2020

Mir fällt da einer der größten Denker des vergangenen Jahrhunderts ein, der gesagt hat: “den Sozialismus in seinem Lauf…. Es ist faszinierend, wie es diese tot geglaubte Sekte es immer wieder schafft neue Themen zu kapern.

Eduard Grabherr / 09.01.2020

Sehr geehrter Herr Meins, Respekt und Dank für diesen Artikel.! Zum ersten half er mir sehr bei der Vertiefung meiner eigenen Meinungsbildung und zum zweiten wird er mir hoffentlich bei Diskussionen helfen. Die Klimahysteriker in meinem Bekanntenkreis sind leider sehr zahlreich (bin kath. Theologe und auch im Ruhestand noch kirchlich aktiv). Offensichtlich sind die auch für (falsche) apokalyptische Horizonte besonders empfänglich. Nun hoffe ich, dass Sie nicht “geschlachtet”  werden bzw. nicht der “Heiligen Inquisition” der Klimawissenschaftler überführt werden. Wenn doch, wünsche ich Ihnen einen exzellenten “Advocatus Diaboli”. Das könnte sogar v. Storch sein, wenn er sich so gut zeigt wie neulich in einem FS Talk (Maischberger oder ähnliches). Mit besten Grüßen Eduard Grabherr

Silas Loy / 09.01.2020

Sie werden sagen, daß sie das alles ja so nie gesagt haben. Und das stimmt, da sind überall Konjunktive und rhetorische Hintertürchen. Sie können ja nichts dafür, was andere daraus dann so gemacht haben. Sie haben eine Korrelation festgestellt und die haben eine Kausalität daraus gemacht (und die auch noch falsch herum). Juristisch sind diese ethikfreien Wissenschaftler, Politiker und Medienschaffenden nicht zu belangen, das geht nur politisch und finanziell und es wird wirklich Zeit.

Horst Kruse / 09.01.2020

Luisa Neubauer ist nun einmal die Stellvertreterin der heiligen Greta in Deutschland . Und da gerät ein im Prinzip eher liberaler Geist wie der Welt - Chefredakteur Ulf Poschardt in den Zustand ephebenhafter Schwärmerei , wenn von diesem Millionärsspross die Rede ist .

Karl Schmidt / 09.01.2020

Wollen wir die Propaganda und Propagandainstrumente, den Fake ernsthaft diskutieren? Ist das nicht ein bisschen viel Aufmerksamkeit und Respekt für die, die an einer differenzierten und ehrlichen Darstellung des Standes der Wissenschaft gar nicht interessiert sind? Diese Veranstaltungen dienen doch nur der Show und der Selbstdarstellung, der Wichtigtuerei, der Selbstbestätigung, der (Selbst-)Täuschung. Ethisch oder wissenschaftlich ist daran nichts. Diese Begriffe werden zwar verwendet, aber nicht gelebt - im Gegenteil: Der Ethikrat beabsichtigt, die kritische Diskussion weiter zu verhindern und bereitet das von Anfang an feststehende Ergebnis nur mit großem Theater vor. Und das ist es auch: Eine mäßig phantasievolle Geschichte, die der politischen Werbung und Instrumentalisierung dient; und denen, die an dieser Geschichte gut (mit)verdienen.

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