Manfred Knake, Gastautor / 27.09.2019 / 06:25 / Foto: Pixabay / 23 / Seite ausdrucken

Meeresspiegel: Hinterm Deich ist die Welt noch in Ordnung

Von Manfred Knake.

Alle Jahre wieder im ewigen Rhyth­mus der Klimagipfel steigt der Meeresspiegel dramatisch an. Eine aktuelle FAZ-Meldung („Das Wasser steigt, und wie!") behauptet, dass nun auch die Insel Langeoog durch den Meeresspiegelanstieg "langfristig gefährdet" sei. Dies ist eine durch nichts zu belegende Alarmistenmeldung. Der Meeresspiegel der Nordsee steigt seit dem Ende der Weichselkaltzeit vor etwa 12.000 Jahren beständig an. Damals lag der Meeresspiegel bis zu 120 m tiefer als heute, der heutige Meeresgrund war von Jägern und Sammlern der Steinzeit besiedelt (Doggerland) und steigt bis heute mal mehr oder weniger an (Transgression, Regression). Das lernten früher auch schon Grundschulkinder. Ohne den nacheiszeitlichen Meeresspiegelanstieg gäbe es die heutigen Düneninseln gar nicht.    

Die Insel Langeoog – wie alle anderen Ostfriesischen Inseln auch – wäre längst (!) in ihrer heutigen Form verschwunden, wäre "gewandert", hätte ihre Form verändert, ganz natürlich durch Wind, Windrisse in den Dünen und durch nagende Sturmfluten. Anfang des 19. Jahrhunderts war die Insel in drei Teile zerbrochen. Heute werden die Inseln regelmäßig durch Küstenschutzmaßnahmen (Sandaufspülungen) zur Sicherung der Infrastruktur vor Lageveränderungen und Durchbrüchen gesichert, mit enormen Mitteln des Steuerzahlers.

Der Meeresspiegel der Nordsee steigt derzeit mit etwa 1,7 mm pro Jahr oder 17 cm im Jahrhundert, das ergaben Messungen der Universität Siegen vor einigen Jahren. Die Pegel Norderney und Cuxhaven lassen keinen dramatischen Anstieg erkennen. Beim "säkularen Meeresspiegelanstieg" gingen die Küstenschutzbehörden bisher für die Nordsee von etwa 2,5 mm Anstieg im Jahr aus. Der säkulare Anstieg wird in die Deichbemessungshöhen mit eingerechnet. Der Anstieg hat sich daher wohl verlangsamt.

Eine Zunahme von Sturmfluten gibt es laut Darstellung der Küstenschutzbehörde Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ebenfalls nicht. Bei steigendem Meeresspiegel wachsen das Watt und die vorgelagerten Salzwiesen an der Küste durch höheren Schlickeintrag zudem mit.     

Einige Satellitenmessungen gehen von 3,3 mm Anstieg im Jahr aus, sollen aber ungenauer als die terrestischen Pegelmessungen sein. Satelliten mussten für Messungen schon nachkalibriert werden. Immerhin gibt es auf diesem Planeten durch die unterschiedliche Schwerefelder keine einheitliche Höhe des Meeresspiegels. Die FAZ und die Langeooger müssen also noch lange nicht in die Boote, und ich auch nicht, der nur 4 km hinter dem Seedeich wohnt.

 

Manfred Knake koordiniert die kleine und unabhängige Naturschutzgruppe Wattenrat Ostfriesland und ist verantwortlich für das Weblog wattenrat.de.   

Zur weiteren Information: Ein anerkannter Fachmann für den nacheiszeitlichen Meeresspiegelanstieg ist Karl-Ernst Behre, ehemals Niedersächsisches Institut für Historische Küstenforschung (NIHK), auf den der Meterorologe Klaus-Eckart Puls (ehemaliger Leiter eines Wetteramtes) in seinem Aufsatz bei "Die Kalte Sonne" verweist: Wie verlässlich sind Satellitenmessungen des Meeresspiegels? Küstenpegel zeigen einen viel geringeren Anstieg als Messungen aus dem All.     

Weitere Beiträge von "Wattenrat" zum Thema:

Klima und Meeresspiegel: „Grüner" Besuch auf Langoog – viel heiße Luft

Klimakonferenz in Bonn: Fidschi geht nicht unter, Langeoog schon eher

Das Wattenmeer wächst weiter

Küstenschutz: „So wenig Sturmfluten wie nie in 100 Jahren“
 

Foto: Pixabay

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Leserpost

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Klaus Kalweit / 27.09.2019

Beruhigend zu wissen, daß es noch sehr lange dauern wird, bis der vom Meer umtoste Kölner Dom (Spiegel-Weissagung) Wirklichkeit wird. Doch egal, wie seriös, wie wissenschaftlich argumentiert wird, an den Lügen zerschellt alles. Am Ende werden die wissend- und absichtlich gestreuten Unwahrheiten siegen.

Dieter Kief / 27.09.2019

Was erlauben FAZ?! - Fake News über Wasseranstiege und Panikmache wg. Langeoog von der Alten Tante in Frankfurt - fui Tantchen, das schickt isch nicht! - Nachsitzen!

Thomas Brentana / 27.09.2019

Sie wissen aber schon Herr Knake das der verlinkte FAZ Beitrag von H. Müller-Jung stammt oder? Und dieser ist sozusagen einer der Hohepriester der Gretaseibeiuns-Sekte. Seine Artikel triefen geradezu vor Weltschmerz und fünf-vor-zwölf Apokalypsen. Ernstzunehmen sind diese fanatischen Anhänger normalerweise nicht denn sie werden sich beim Abflauen des Interesses bzw. bei Verlagerung der Diskussion hin zu ernsthafter Debatte klammheimlich pfeifend anderen Themen zuwenden. Und auch dann werden sie wieder Kleinstthemen finden die sich medial aufblasen lassen um als Kassandra in die Journalistengeschichte einzugehen.

Frank Mertes / 27.09.2019

Die Einzigen, denen das Wasser bis zum Hals steht, sind Bundesregierung und EU.

Heide Junge / 27.09.2019

Der Meeresspiegel steigt um 1,7mm im Jahr bzw. 17 cm im Jahrhundert ? Interessant ! schon mal was von Plattentektonik gehört ! Der Himalaya , die Alpen, die Anden wachsen stetig in die Höhe ( Satelitenmessung ESA) um 0,8 bis 1,1 mm im Jahr). Es hebt und senkt sich auch der gesamte Meeresboden ebenfalls durch Plattentektonik , somit ändert sich auch der Meeresspiegel. Das passiert seit aber Millionen Jahren , wer in Geo aufgepasst hat dem sagt wohl : Gondwana und Superkontinent Pangaea etwas. Den Link ganz unten im Artikel mal anzuschauen :  Küstenschutz: „So wenig Sturmfluten wie nie in 100 Jahren“ ist auch interessant. Wer weitere Fakten zum Thema ” Klimapanik ” sucht , der schaut sich bei Youtube mal den Vortrag des Herrn Prof. Horst Malberg an ( Leiter des Institutes für Meterologie Uni Berlin und ehemaliges Mitglied im Weltklimarat ) an.

C. Brendel / 27.09.2019

Kein Wunder das uns in Deutschland soviel Unsinn,Unwahrheiten, Panikmache über das Klima und den Weltuntergang untergeschoben wird. Den ” Dummen und Leichtgläubigen kleinen Michel” kann man ja auch alles erzählen. Wenn man von allen Seiten aus den Mainstream lange genug berisselt wird , dann glaubt es am Ende wohl auch Jeder , LEIDER ! Statt bei ” Fricky for Fridays” so nenne ich die “Fridays for Future Demos” demostrieren zu gehen , sollte unsere Jugend mal lieber die Nase ins Geographie oder Physik stecken und mal ihre Smartfone statt zum ” Datteln”, lieber zum Faktencheck im Internet nutzen, Wenn es interssiert der schaut sich bei Youtube mal den Vortrag des Herrn Prof. Horst Malberg an ( Leiter des Institutes für Meterologie Uni Berlin ) Solche Herren wie der Inder Prof. Mojib Latif vom Klimaforschungsinstitut in Posdam , die um enorm hohe Forschungsgelder von der Bundesregierung, der EU und anderen Lobbisten kämpfen , sind darauf angewiesen die Klimakatastrophe herbeizureden. Sonst würden Ihnen die Forschungsgelder getrichen, keine Einladungen zu gutbezahlten ” Gastvorträgen”, keine Preisgelder, keine Einladungen in Talkshows mit Allinklusiv Programm usw. Von der Klimapanik profitieren eine Menge Leute in Deutschland , auch die GRÜNEN .

Karla Kuhn / 27.09.2019

“Die FAZ und die Langeooger müssen also noch lange nicht in die Boote, und ich auch nicht, der nur 4 km hinter dem Seedeich wohnt.”  Schön, daß Sie trotz der ganzen Hysterie (oder gerade deshalb?) Ihren Humor nicht verloren haben und sehr gut, daß man die Situation von einem Langeooger erklärt bekommt.  Vor 44 Jahren, kurz nach meiner Ankunft in München,  war ich das erste Mal in Holland, mein Freund war Holländer und wir haben das ganze Land brereist, seitdem war ich schon mehrmals in Holland und habe mich in dieses Puppenstuben ähnelnde Land verliebt.  Da Holland ja mehrere Meter unter dem Meesresspiegel liegt, wollte man uns schon damals den nahen Untergang Hollands mindestens bis Hamburg weismachen. Daß die Holländer hervorragende Deichbauer sind und die Deichgrafen mit Argusaugen über die Deiche wachen, wurde wohlweislich verschwiegen. Vom ewigen Lied vom “Weltuntergang” kann die Politik und die Wirtschaft offensichtlich prima profitieren, darum wird es wahrscheinlich regelmäßig neu aufgelegt. Und die WOHLSTANDS GENERATION, jedenfalls etliche davon, sehen es anscheinend als Abwechslung von ihrem öden Smartphone Dasein auf die Straße zu gehen und wie am letzten Freitag, den ganzen Wohlstandsmüll “klimaneutral” zu hinterlassen und sich dann von Mama/Papa mit dem Auto abholen zu lassen. Herr Brands, ob der Meeresspiegel sinkt oder steigt, das Theater was darum gemacht wird ist das gleiche ! Trotzdem interessant, ich werde das Experiment machen, danke.  Herr Kaufmann, GENIAL !

Arnold Krämer / 27.09.2019

Was soll der “arme” Mitarbeiter der FAZ denn machen? Bei seinen Recherchen zum Thema findet er in der Zeitschrift “Fluter” vom Frühjahr 2019, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung einen Artikel über die Klage eines Hotelbesitzers aus Langeoog gegen die EU wegen des Anstiegs des Meeresspiegels durch Klimawandel. Dort steht wörtlich: “So ist etwa an der Messstelle Norderney-Riffgat das Wasser zwischen 1971 und 2014 um 15 Zentimeter gestiegen”. Müssen Publikationen des Staates auch bei solchen Sachaussagen in Frage gestellt werden? Wem ist überhaupt noch Vertrauen entgegen zu bringen? Was bedeutet das für das gesellschaftliche Zusammenleben?

Robert Jankowski / 27.09.2019

Diese millionenschweren Sandaufspülungen finden ebenfalls vor Sylt statt. Dort werden millionenschwere Immobilien mit seit Jahrzehnten mit Millionen € von Steuergeldern subeventioniert. Ein Skandal!

Claudius Pappe / 27.09.2019

Vor zwei Tagen sah ich zufällig den Wetterbericht ( ich glaube ARD-Plöger) da wurde von einem Anstieg des Meeresspiegels von 50-101 cm in diesem Jahrhundert geredet. 50 cm wenn wir CO2 reduzieren, wenn nicht dann geht Holland unter. Halb Holland liegt 1m unter dem Meeresspiegel-nur weil die Holländer so doof sind unter dem Meeresspiegel zu leben müssen wir aufs autofahren, heizen, arbeiten und leben verzichten ? Nur wir in Deutschland können die Welt retten, die übrige Welt lebt weiter.

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