Fritz Vahrenholt, Gastautor / 05.01.2019 / 14:00 / Foto: Pixabay / 23 / Seite ausdrucken

Klima: Soll die „Pause“ abgeschafft werden?

Von Fritz Vahrenholt.

Bis 2016 war die "Pause" in der Klimadiskussion in aller Munde. Die globalen Mitteltemperaturen stiegen von 1998 bis 2012 nur sehr geringfügig an. Das Mittel aller Modellrechnungen sagte eine Erwärmung um 0,21 Grad Celsius pro Dekade voraus, gemessen wurden aber lediglich ein minimaler Anstieg von 0,05 Grad/Dekade (IPCC 2013, S.5). Die "Pause" schaffte es sogar in die Langfassung des IPCC-Reports von 2013. Im Technischen Report auf Seite 63 rätselt man über die Ursachen.

Die Abschwächung des globalen Temperaturanstieges der letzten 15 Jahre wird dort auf das Zusammenwirken von

  • einem deutlichen Minimum im solaren 11-jährigen Zyklus,
  • vulkanischer Aktivität und
  • interner Klimavariabilität

zurückgeführt. Doch dieser interessante Abschnitt schaffte es nicht in die Zusammenfassung "Summary for Policymakers". Auf politischen Druck hin wurde in der Zusammenfassung der Hinweis auf einen Hiatus oder eine Pause gestrichen.

Besonders hervorgetan hatten sich bei den Abschlussverhandlungen in Schweden im September 2013 die Vertreter des Umweltministers Peter Altmaier (CDU) und der Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU). Als Begründung wurde vorgetragen, dass eine 15-jährige Pause in der Temperaturentwicklung zu kurzfristig sei, um die Klimaprognosen der Modellrechnungen in Frage zu stellen. Was kümmert mich die Realität, wenn doch die Modellrechnungen mir besser ins politische Konzept passen! Und man war ja gerade dabei, die Dekarbonisierung durch "die große Transformation" (Schellnhuber, Klimaberater der Bundeskanzlerin) der deutschen Industriegesellschaft umzusetzen. Da störte die „Pause“.

Die „Pause“ wird „wissenschaftlich“ abgeschafft

Die „Pause“ war ab Mitte 2015 Geschichte, denn der Super El Niño von 2015/16 ließ die globalen Mitteltemperaturen gewaltig ansteigen. Einige Klimawissenschaftler verbreiteten nun, dass sich die Diskrepanz zwischen Modellen und Realität schließen würde. Der Anstieg wurde von vielen Wissenschaftlern dem CO2 zugeschrieben. Aber nach Ende des El Niño gingen die Temperaturen wieder auf das Niveau der ersten Hälfte des Jahres 2015 zurück und verharren seitdem dort.

Wohl prophylaktisch schaffen daher im Dezember 2018 eine Reihe von Wissenschaftlern in zwei Publikationen die "Pause" im Nachhinein ab. Die "Pause" hat es demnach nie gegeben. Einige der Autoren sind in der Klimaforschung  tonangebende Wissenschaftler und gut bekannt:

Michael Mann, der Erfinder des längst widerlegten Hockeysticks, nach dem in den letzten tausend Jahren die Temperatur konstant war und sich erst durch das CO2 erhöhte; Stefan Rahmstorf, noch heute Verteidiger des Hockeysticks; Stephan Lewandowsky, australischer Psychologe, der behauptete, dass 97% der befragten Wissenschaftler glauben, dass der Mensch die alleinige Ursache der globalen Erwärmung ist und Naomi Oreske, amerikanische Psychologin und Aktivistin, die immer wieder behauptet, dass kritische, skeptische Wissenschaftler von der Ölindustrie finanziert seien.

Die Schlussfolgerungen dieser Wissenschaftler (?) ist, dass diejenigen Klimawissenschaftler, die sich mit der „Pause“ beschäftigt haben, Unsicherheiten in der Politik geschürt hätten und den so dringend gebotenen sofortigen Aktionen gegen die Klimakatastrophe „den Schwung genommen“ hätten. Das würde „unkalkulierbar höhere Zukunftsrisiken“ eintragen.

Wohlgemerkt, es gab über 200 Publikationen von Wissenschaftlern über die „Pause“, die hier durch diese ehrenwerte Gesellschaft gebasht werden. 

Steigt die globale Lufttemperatur in den nächsten fünf Jahren nicht deutlich, so sind alle Klima-Modellsimulationen außerhalb des Vertrauensbereiches. Da hilft selbst ein leichter Anstieg nicht mehr, um diese Klima-Modelle zu retten. Unabhängig davon zeigt sich bereits jetzt, dass die globalen Modelle die natürliche Variabilität unterschätzen und viele Wechselwirkungen im Klimasystem nur unzureichend erfassen und dem CO2 fälschlicherweise eine nahezu alleinbestimmende Steuerung des Klimas zuweisen.

Redaktionelle Nachbemerkung: 2018 war nach den Satellitenmessungen das sechstwärmste Jahr der vergangenen 40 Jahre (global) und nicht besonders auffällig. Auch dies spricht eher dafür, dass die „Pause“ womöglich anhält (siehe diese Grafik).  Meldungen, 2018 sei das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (vor etwa 130 Jahren), beziehen sich nur auf Deutschland und haben im globalen Maßstab praktisch keine Bedeutung.

Fritz Vahrenholt ist Honorarprofessor an der Universität Hamburg im Fachbereich Chemie und war bis 1997 Umweltsenator der Freien und Hansestadt Hamburg. Von 1998 bis 2013 war er in Vorstandsfunktionen im Bereich der Erneuerbaren Energien bei der Deutschen Shell AG, der Repower Systems AG und der RWE Innogy. Er ist Vorsitzender der Deutschen Wildtier-Stiftung

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HaJo Wolf / 05.01.2019

Wissen Sie, Herr Vahrenholt, wieviele Menschen Ihre „kalte Sonne“ gelesen haben? Können Sie uns eine Zahl nennen? Es können nicht viele gewesen sein, denn spätestens nach der Lektüre dieses Werks weiß man, dass Latif, Schelnhuber und Konsorten entweder riesengroße Dummköpfe sind oder verdammte Lügne, und dass „Klimaschutz“ nicht anderes ist als eine Gelddruckmaschine. Rücksichtslos, skrupellos, verlogen. Verbrecherisch gegen das Volk und die Wirtschaft.

Gilbert Brands / 05.01.2019

Ob nun 0,05° oder 0,21° - beides ist Unfug. Die Klimatisten geben es sogar selbst zu: in den Mittelungsverfahren stecken so viel seriös geratene Korrekturfaktoren drin, dass man jeden beliebigen Wert erzeugen kann. Und das tun sie auch, sehr bewusst. Sie kennen die astrophysikalischen Modelle und wissen, dass die den Trend exakter beschreiben, aber nicht die Hybris begehen, das Quantisieren zu wollen. Der CO2-Unfug hat sich in der letzten Zeit an diese Modelle angelehnt, damit nicht zu schnell offensichtlich wird, dass alles nur Lügerei ist.

H. Volkmann / 05.01.2019

Was aber können ein paar hundert (sogar internationale) seriöse Forscher und Wissenschaftler schon bewirken gegen von der Politik, Wirtschaft und Finanz, - ihrem Renommee nicht zu vergessen - abhängigen “Gelehrten”  ?  Vor allem aber gegen die auch noch hinter ihren Ohren grünen, heranwachsenden und ungelernten Politikerinnen und globalen Weltretter, wenn die das alles zu wissen behaupten. (Trotz des offenbar zu heißen Sommers war ja in vielen Medien zu lesen, daß wir “einen schönen Sommer” hatten. Was denn nun?) Es scheint eine geistige Verseuchung immer weiter um sich zu greifen - analog zur Umweltverschmutzung - eine Verflachung von Vernunft und Tugenden , ohne die die ” segensreiche” Globalisierung nicht so einfach ihre Verbreitung fände. Wenn unsere Nachfahren dereinst alle mit den gleichen chinesischen Plastik-Teletubbies spielen werden und es statt lokaler Märchen und Sagen nur noch globale Narrative gibt, dann wird den armen Erdlingen gar nicht mehr auffallen, das das Wetter immer noch so ist wie es stets war, nämlich wechselhaft. Nur das Geld wird -von welcher Flut auch immer - hinweggespült sein. abhängige

Timo Uhlmann / 05.01.2019

Die Modellrechnungen sagen einen Anstieg von 0.12 Grad voraus, nicht wie von Ihnen genannt 0.21. Ups, kleiner Zahlendreher - kann schon mal passieren! Ausserdem wird klar angemerkt, dass der Zeitraum von 1998 - 2012 mit einem starken El Nino anfing, was Sie komplett verschweigen. Gleichzeitig rechtfertigen Sie dann aber den “gewaltingen” Anstieg danach mit dem Super El Nino 2015/16.

Jochen Lindt / 05.01.2019

Bevölkerungsexplosion in der Dritten Welt; Vermüllung und Verseuchung aller Lebensräume (ebenfalls verursacht von der Dritten Welt bzw Asien);  Islamischer Terror (Urheber sind Muslime, dito Dritte Welt); Ausrottung von Flora und Fauna (ebenfalls grossenteils in der Dritten Welt); das sind die wichtigsten Probleme der Menschheit.  Da allerdings nichts davon ( gar nichts!), von der ersten Welt verursacht wird, erfindet die westliche Politik einen “Sündenfall” wie den Klimawandel zur Verdeckung der Auflösung der eigenen Gesellschaft. Hier ist insb. der Migrationspakt zu nennen, der praktisch kommentarlos unterschrieben wurde.  Das Wort Klimaflüchtlinge wird ja schon verwendet, zu deutsch die Dritte Welt soll hier ungehindert einwandern.

Joachim Lucas / 05.01.2019

Religion ist, wenn man’s glaubt, und wer nichts weiß, muss alles glauben. Darauf setzten diese Klimapriester. Prophezeite Weltuntergänge, Sekten-Massenselbstmorde, Kinderkreuzzüge, Klimawandel - tuet Buße! Alles immer dasselbe Strickmuster. Die Leute besoffen reden, um die eigenen politischen Ziele - hier Abschaffung der Industrienationen und des Kapitalismus - zu erreichen. Das 1000ste Sozialismusexperiment, diesmal in Klimasülze verpackt, mit dem immer gleichen Ausgang. Verteilte Massenarmut, Unterdrückung anderer Meinungen, garniert mit einer grünen Funktionärsfettschicht aus Halb-Akademikerproletariat a la Roth/KGE!

Gerhard .Giesemann / 05.01.2019

Ist der Mensch schuld an allem, dann gibt es nur eins: Weniger davon. Dann wird die Schuld kleiner. Agenda 2100 der UNO: Bis dahin sollen es nur noch 5, besser 4 Milliarden Erdenbewohner sein, die alles versauen. Das geht ganz leicht, wenn es alle so machen wie die Europäer, die Deutschen, die Japaner mit ihren 1,5 Kinderchen pro Frauenleben und basta. Wäre auch humaner gegenüber den eigenen Kindern weltweit. Aber macht was ihr wollt … und erstickt am eigenen Dreck - ich hab’s so dicke langsam. Und haltet mir die Hyperfertilen vom Leibe, gefälligst. Mit einem Zaun à la Trump.

Wolfgang Schäfer / 05.01.2019

Ich warte jetzt schon auf eine Erklärung, die sagt, die Pause deute darauf hin, dass selbst die wenigen bisher unternommenen Maßnahmen zur CO2-Reduktion bereits jetzt die erwarteten Effekte zeigen, und dass die Annahme des menschengemachten Treibhauseffektes durch CO2 daher bewiesen sei ...

Peter Hartwiger / 05.01.2019

Zwei Grün*innen unterhalten sich: Grün 1: „Seit über hundert Jahren schmelzen die Gletscher, die Flüsse transportieren Wasser in das Meer, es regnet in das Meer, der Nordpol schmilzt! Warum läuft das Meer nicht schon lange über?“ Grün 2: „Da hab ich lange drüber nachgedacht! Kommste nie drauf! Das saufen die Fische!“

Andreas Mertens / 05.01.2019

Alles sehr schön zusammengefaßt. Und auch noch wissenschaftliche Beweisen ... aber (und wie mein Großvater immer sagte: Alles vor dem Aber war gelogen) ... das interessiert keine Sau. Seit wann interessiert sich Religion für Fakten? Hat es das je? Fakten sind Häresie. Damit sind sie .. ich .. wir .. Häretiker. Häretiker müssen brennen! Klimawandel ist die offizielle westlche Religion des westlichen Kulturkreises. Verglichen mit dieser Religion sind die Taliban Pfadfinder. Lausbuben die etwas über die Stränge schlagen. Lausbuben kann und darf vergeben werden. Häretikern nicht! Häretiker (auch Leugner genannt) müssen brennen. Sie gehören sozial geächtet, stigmatisert, dehumanisiert, gebrandmarkt und schlußendlich ausgestoßen. Nur ein ökölögischer Gang nach Canossa kann den Häretiker vor dem medialen Scheiterhaufen bewahren.

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