Manfred Haferburg / 18.01.2016 / 13:14 / 0 / Seite ausdrucken

Ein Minister mit festem Klassenstandpunkt

Der Justizminister der Bundesrepublik Deutschland Heiko Maas hat schon seit einiger Zeit mein psychologisches Interesse geweckt. Ich kenne ihn leider nicht privat, er mag ja ein ganz patentes Haus sein. Aber als Justizminister ist er ein durchaus interessanter Fall.

Er ist zweifelsfrei unser bestangezogener und bestgekämmter Minister. Ob er vergrößernde Einlagen in den Schuhen trägt, ist mir nicht bekannt. Ihn umgibt ein Flair, das mich an einen anderen Politiker erinnert, auch so gut gekämmt, gut angezogen und nicht sehr groß daherkommt. Aber nein, der ist ja viel dicker und trägt keine Krawatten, sondern hochgeschlossene Stehkragen.

Psychologisch noch interessanter sind die politischen Äußerungen und das politische Handeln des Heiko Maas. Der Spiegel meldet am 17. Januar:  Justizminister Maas sieht durch den wachsenden Rechtsextremismus den inneren Frieden gefährdet. Darum lädt er seine Länderkollegen am 10. März nach Berlin

Das nenne ich mal ein Timing. Der Justizminister will Rechtsextremismus bekämpfen. Er sieht kein Problem im Linksextremismus. Er sieht kein Problem im Islamismus. Er sieht auch kein Problem in Sexismus nach den massenweisen Attacken auf Frauen in verschiedenen Städten. Von linken Ausschreitungen in Magdeburg, Leipzig, Hamburg, Berlin und so weiter hat er nichts mitbekommen. Auch die permanente Terrorgefahr durch Islamisten ficht seinen festen Klassenstandpunkt nicht an. Aber er sieht hinter jedem Busch einen Nazi lauern.

In einer funktionierenden Demokratie würde die Opposition jetzt seinen Rücktritt wegen Realitätsverweigerung fordern. In einer funktionierenden Presse würden Kommentatoren mit spitzer Feder fragen, ob der Herr Minister noch alle Datteln in der Pfanne hat. Aber in Deutschland fällt so etwas kaum noch auf, weil es Normalität geworden ist.

Heiko Maas ist im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen aber auch ein Mann der Tat. Ein aufrechter Demokrat mit Klassenstandpunkt, der großen Worten auch unerschrocken revolutionäre Handlungen folgen lässt. In seinem unermüdlichen Kampf gegen rechts hat er ein 300-köpfiges Expertenteam eingesetzt, das jetzt Facebook auf „Hasskommentare“ durchstöbern und diese zeitnah löschen, auf Forderung der Grünen sogar an die Justiz melden sollen. Was Hasskommentare sind, legen Heiko Maas und Renate Künast fest. Ich weiß auch nicht, ob die nicht hilfreichen Kommentare von ehemaligen Verfassungsrichtern zur Flüchtlingspolitik unter das Löschgebot fallen.

Ob der Justizminister bei der Rekrutierung der Hasskommentar-Schlapphüte auf bewährte Genossen im Vorruhestand aus der Aufdampfertruppe von Ostberlins Horch & Guck zurückgreifen konnte, bleibt unbekannt. Oder sind es ausschließlich Soziologiestudenten von der Antifa, die sich dieser verantwortungsvollen Aufgabe aufopfernd widmen?

Mit der Schaffung dieser Behörde erinnert mich Heiko Maas nun wieder an einen anderen Minister mit festem Klassenstandpunkt, der einst in seiner letzten Rede vor dem Parlament sagte: „Aber ich liebe doch alle“.

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost (0)

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Manfred Haferburg / 06.08.2018 / 18:00 / 7

Im Bundesinnenministerium brennt noch Licht

Die Regierung und der Bundestag sind im Sommerloch…, nein, im Hitzefrei…, nee, im Urlaub in Bayreuth, oder sie fahren im Porsche umher. Volksnahe Politiker eben. Nur…/ mehr

Manfred Haferburg / 25.07.2018 / 17:00 / 17

Die Nowitschok-Räuberpistole

Der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Yulia sind im englischen Salisbury höchstwahrscheinlich Opfer von Nervengift geworden. Skripal, der in Russland in Haft…/ mehr

Manfred Haferburg / 23.07.2018 / 18:00 / 35

Ein Professorentitel schützt vor Torheit nicht

Welt-Online droht den hinter jedem Busch lauernden verkappten deutschen Nazis: „Die Professorin Naika Foroutan aus Berlin sieht Anzeichen dafür, dass sich Deutschland in eine „präfaschistische Phase“ entwickelt.…/ mehr

Manfred Haferburg / 12.07.2018 / 12:00 / 23

Wenn die Reserveleistung mit Mareike durchgeht

Eine Welt-Redakteurin Namens Mareike ist mir schon im März diesen Jahres aufgefallen, als sie herausfand, dass die nachgehenden Backofenuhren von alleine wieder richtig gehen, wenn „die fehlende…/ mehr

Manfred Haferburg / 10.07.2018 / 14:30 / 14

Auf fremdem Arsch durchs Feuer reiten

Aus dem Millionenheer der Migranten sind die Missetäter nur wenige. Für die Opfer ist ein jeder von ihnen einer zu viel. Eric S.: „Ich habe…/ mehr

Manfred Haferburg / 22.06.2018 / 15:00 / 11

100 Tage GroKo: Die Top-Minister!

Die GroKo hat schon in ihren ersten 100 Tagen viel erreicht! Ein europäisches Gesetz zum Datenschutz DSGVO wurde glatt durchgewunken. Nun muss ja ein Angeordneter nicht unbedingt lesen oder gar…/ mehr

Manfred Haferburg / 13.06.2018 / 16:00 / 21

Es brennt

Ich bin schon vor vielen Jahren aus Deutschland fortgegangen. Damals, als sich Deutschland noch nicht abschaffte. Nun schaue ich auf mein Heimatland und fremdele, als wäre…/ mehr

Manfred Haferburg / 30.05.2018 / 10:00 / 23

Überholen ohne einzuholen: Smartphone „Made in Germany“

Fast alle Deutschen benutzen gedankenlos ihr Smartphone, ohne sich der Schande bewusst zu sein, dass Deutschland keine Smartphones herstellen kann, genauso wenig wie Kernkraftwerke, Bahnhöfe…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com