Rainer Bonhorst / 13.06.2018 / 17:00 / 5 / Seite ausdrucken

Ein Einkaufsgespräch in Herne

Schulleiter: Guten Tag, bin ich hier richtig bei den Bademoden?

Verkäuferin: Jawohl. Soll es etwas für Sie sein, mein Herr? Boxershorts? 

Schulleiter: Nein, nein, ich suche weibliche Bademoden.

Verkäuferin: Selbstverständlich. Einen Badeanzug für die Frau Gemahlin? Oder für die Tochter?

Schulleiter: Nicht direkt … 

Verkäuferin: Ich verstehe. Nur keine falsche Scham. Darf ich mal kurz Ihr Maße nehmen?

Schulleiter: Wie bitte? Unterstehen Sie sich!

Verkäuferin: Oh. Verzeihung. Mein Irrtum. Können Sie mir die Dame denn ein bisschen beschreiben? Ist sie schlank oder eher vollschlank?

Schulleiter: Schwer zu sagen …

Verkäuferin: Hätten Sie vielleicht die Maße mitgebracht? Hüfte? Taille? Körbchengröße?

Schulleiter: Sie verstehen nicht. Es geht nicht nur um eine Dame.

Verkäuferin: Oh. Aha. Um wie viele handelt es sich denn?

Schulleiter: Um zwanzig.

Verkäuferin: Zwanzig! Donnerwetter. 

Schulleiter: Es ist nicht, was Sie denken …

Verkäuferin: Natürlich nicht. Zwanzig Stück also. An was dachten Sie denn? Sollen es schicke Bikinis sein? Da hätten wir ein paar ganz reizende Teile. Hier zum Beispiel, Leoparden-Print … 

Schulleiter: Nein, nein, nein … 

Verkäuferin: Aha, die Damen sind wohl etwas reifer. Also Einteiler. Da haben wir durchaus attraktive Angebote.

Schulleiter: Nein, nein, auch keine Einteiler. 

Verkäuferin: Keine Einteiler?

Schulleiter: Also, ja, doch schon im Prinzip … 

Verkäuferin: Mein Herr, heraus damit. Sie können mir alles sagen.

Schulleiter: Ich hätte gerne zwanzig Burkinis.

Verkäuferin: Burkinis?

Schulleiter: Ja, für den Schwimmunterricht. Damit unsere jungen Muslimas mit schwimmen können.

Verkäuferin: Zwanzig?

Schulleiter: Ja, für den Anfang.

Verkäuferin: Da müsste ich erst mal nachschauen, wann wir die letzte Burkini-Lieferung herein bekommen haben.

Schulleiter: Ja, bitte, tun Sie das.

Verkäuferin: Bevor ich nachschaue: Welche Farbe sollen die Burkinis denn haben? Etwas fröhliches? Oder eher uni? 

Schulleiter: Ja, uni. Auf jeden Fall uni. Schwarz, um genau zu sein.

Verkäuferin: Und der Schnitt? Dürfen die Burkinis körperbetont sein oder sollen sie weit und locker geschnitten sein?

Schulleiter: Nein, nein, auf keinen Fall körperbetont. Weit und locker bitte. Und mit Kapuze.

Verkäuferin: Schön. Mit Kapuze.

Schulleiter: Ja, bitte.

Verkäuferin: Darf ich Ihnen auch passende Gesichtsschleier dazu anbieten?

Schulleiter: Gesichtsschleier? Ich weiß nicht. Da müsste ich mal mit dem Imam telefonieren.

Verkäuferin: Wie alt sind die Burkini-Trägerinnen denn?

Schulleiter: Sechs bis achtzehn.

Verkäuferin: Sechs bis Achtzehn? Da würde ich Ihnen schon ein paar Schleier empfehlen. Sagen wir zehn. Dann sind Sie auf der sicheren Seite. Schulleiter: Na gut. Aber die Kapuzen müssen für alle zwanzig sein. Eng anliegend.

Verkäuferin: Also doch körperbetont.

Schulleiter: Kopfbetont. Nur kopfbetont.

Verkäuferin: Natürlich.

Schulleiter: Und, wie gesagt, in schwarz.

Verkäuferin: Gewiss. Pechschwarz. Ich schau dann mal nach, ob wir da was vorrätig haben.

Schulleiter: Danke.

Geht ab, kommt zurück.

Verkäuferin: Also, wir haben zufällig fünfundzwanzig Burkinis auf Lager. Im Sonderangebot. Die bekommen Sie für den Preis von zwanzig.

Schulleiter: Fünfundzwanzig? Zum Preis von zwanzig? Das ist ja wunderbar.

Verkäuferin: Allerdings sind sie nicht uni.

Schulleiter: Nicht uni?

Verkäuferin: Nein, sie sind auch nur halb schwarz.

Schulleiter: Halb schwarz?

Verkäuferin: Rchtig. Unsere Burkinis sind schwarzgelb gestreift.

Schulleiter: Oh. Schwarzgelb gestreift.

Verkäuferin: Ja, wir hatten noch Stoffreste aus unserer Sportabteilung. Sie verstehen … 

Schulleiter: … Borussia …

Verkäuferin: Stimmt.

Schulleiter: Also immerhin zur Hälfte schwarz.

Verkäuferin: Aber halb gelb.

Schulleiter: Schade, schade. Ich bin zwar aus Dortmund. Aber wir haben auch Schalke-Fans auf unserer Schule.

Verkäuferin: Tja. In königsblau haben wir leider keine Burkinis vorrätig.

Schulleiter: Das ginge auch nicht. Sie wissen ja. Schalke und Dortmund. Das sind zwei verfeindete Religionen. Da würde das Schwimmbad zum Schlachtfeld.

Verkäuferin: Ich weiß. Wenn es um Religion geht, hört der Spaß auf.

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Leserpost (5)
Wilfried Cremer / 13.06.2018

Kann man nicht einfach einen Sack in Beckengröße nähen, wo die alle zusammen drin schwimmen können? Mit Stacheln nach außen, versteht sich, Kerle abweisend sozusagen.

Frank Holdergrün / 13.06.2018

Haha, gelungener Talk! Bei Religionen hört der Spaß wirklich auf. Des hed der Bundesjogi jetzt auh gmergt. Fußball und Religionen sind bierernst und gnadenlos sowieso, sie unterstehen der Diktatur eines Gottes, den jeder in sich selbst sieht.

Hjalmar Kreutzer / 13.06.2018

Warum müssen nicht die ach so frommen Eltern, sondern die Schule für Badebekleidung sorgen? Danke, Herr Bonhorst, dieser Unsinn ist wirklich nur noch mit Sarkasmus zu ertragen.

Frank Stricker / 13.06.2018

Kommt ein Schulleiter zu Karstadt ; ” 20 Kopftücher bitte !  “Normal” oder Hidschab fragt die Verkäuferin, ” Also ich hab 400 Euro , machen sie mal “halb und halb”...........

Karla Kuhn / 13.06.2018

Herrlich, einfach herrlich. Satire oder nicht ist egal, man muß heute den ganzen Wahnsinn einfach nur noch auf die Schippe nehmen.

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