Christian Ortner / 11.02.2014 / 01:16 / 3 / Seite ausdrucken

Schweizer, stimmt bitte künftig am Tahrir-Platz ab!

Martin Schulz, Vorsitzender der Sozialisten-Fraktion im EU-Parlament und Möchtegern-Nachfolger von Kommissionschef Barroso, ist ein großer Freund der Demokratie, vor allem, wenn diese sich in sicherer Entfernung, also etwa in Ägypten, austobt.

Vor genau zwei Jahren, als dort der Despot Hosni Mubarak zurücktrat, jubelte Schulz darüber, „welche Kraft die Idee der Freiheit und der Demokratie hat“ und bekräftigte „die Solidarität der SPD mit den Demonstranten“ am Tahrir-Platz.

Das erwies sich zwar kurz darauf als naiver Quatsch, aber daran erinnerte sich eh niemand mehr.

Wesentlich weniger amüsiert über die Kraft der Freiheit und der Demokratie zeigte sich Herr Schulz freilich nach dem Votum der Schweizer für eine Begrenzung des Zuzugs von EU-Bürgern in die Eidgenossenschaft. Eher pampig wies er darauf hin, dass die EU der größte Handelspartner der kleinen Schweiz sei; was nicht nur Paranoiker als unmissverständlichen Hinweis auf die Machtverhältnisse verstehen werden.

Vielleicht sollten die Schweizer künftig einfach am Tahrir-Platz in Kairo abstimmen, um sich der „Solidarität der SPD“ mit den demokratischen Kräften sichern zu können.

Mehr auf:
http://www.ortneronline.at

Leserpost (3)
Alexander Biersack / 12.02.2014

Die Androhungen nicht mehr über die Stromverbindungen zu verhandeln, sind geradezu lächerlich. Die Schweiz ist ohne den deutschen Zappelstrom besser gestellt. Ohne die Talsperren in der Schweiz scheitert dann eben die Energiewende in Deutschland etwas früher, wenn sie ihn nicht in der Schweiz billig loswerden können.

Reinhard Kapp / 11.02.2014

Wenn die Schweiz auf die Vorteile die Ihr von der EU gewährt werden verzichten kann, soll Sie es tun. Die Schweiz braucht die EU nicht umgekehrt. Ich brauch die Schweiz nicht.

Axel Wahlder / 11.02.2014

Ein Handelspartner von EU ist auch Kanada. Na und? Dürfen Sinti u. Roma aus EU-Staaten sich, deshalb, in Kanada niederlassen und Welfer beziehen?

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können wir meist nur während der ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung eines Artikels annehmen.

Verwandte Themen
Christian Ortner / 24.05.2017 / 09:25 / 5

Die Europaten: Ein Angebot der EU, das man nicht ablehnen kann

Der ORF berichtet  auf seiner Website ORF.at: „Die Europäische Kommission plädiert dafür, dass bis 2025 alle EU-Länder den Euro einführen. Zwar könne und werde man…/ mehr

Christian Ortner / 04.12.2016 / 18:35 / 9

Österreich: Ein Triumph des Ancien Regime

Wenn Österreich tatsächlich „eine Versuchsstation für den Weltuntergang“ ist, wie Karl Kraus gemeint hat, dann kann die Welt seit Sonntagabend erleichtert aufatmen. Nicht der rechtsstehende FPÖ-Kandidat Norbert…/ mehr

Christian Ortner / 25.11.2016 / 10:57 / 2

Die Lustangst vor der Revolution der hässlichen Menschen

Von Christian Ortner. Es ist jetzt etwas über ein Jahr her, dass sich eine „Profil“-Redakteurin todesmutig nach Wien-Favoriten begeben und berichtet hat, was sie dort…/ mehr

Christian Ortner / 30.07.2016 / 09:50 / 10

Willkommenskultur - eine Leistung von herausragenden Dimensionen.

Wer es noch vor einem halben Jahr gewagt hat auszusprechen, dass die Anwesenheit Hunderttausender junger Männer aus extrem gewaltbereiten, frauenfeindlichen und antisemitischen Kulturen in Westeuropa…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com