112-Peterson: Die rassistische Idee vom „weißen Privileg“

Jordan B. Peterson, Psychologie-Professor an der Universität von Toronto, wird jetzt jede Woche auf Achgut.com vertreten sein. Seine Hauptthemen sind die Psychologie des religiösen und ideologischen Glaubens sowie die Entwicklung der individuellen Persönlichkeit. Im vergangenen Jahr widersetzte sich Peterson einem kanadischen Gesetz, das die Bürger unter anderem dazu zwingen will genderneutrale Pronomen zu verwenden (Bill C-16), weil es nach seiner Auffassung die Redefreiheit verletzt. Mit seiner Kritik an den  damit verbundenen Ideologien erreicht Peterson auf seinen Youtube-Kanälen inzwischen ein Millionenpublikum. Die Achse des Guten veröffentlicht jede Woche einen ins deutsche übertragenen Beitrag des Kanadiers unter dem Kolumnentitel „112 Peterson“.

Von Jordan B Peterson.

In meinen Augen ist die Idee des „weißen Privilegs“ absolut verwerflich. Und zwar nicht deshalb, weil weiße Leute nicht privilegiert seien. Ihnen ist sicher klar, dass wir alle möglichen Privilegien genießen. Die meisten Menschen haben Privilegien irgendeiner Art. Sie sollten dankbar für Ihre Privilegien sein und etwas dafür tun, sie zu verdienen, würde ich sagen.

Aber die Vorstellung, dass man einer ethnischen Gruppe ein kollektives Verbrechen anhängen kann, unabhängig von der spezifischen Unschuld oder Schuld der konstituierenden Elemente dieser Gruppe? Es gibt absolut nichts, das rassistischer wäre, als das. Es ist vollkommen verabscheuungswürdig.

Wenn Sie wirklich mehr über dieses Phänomen wissen wollen, sollten Sie sich über die Kulaken in der Sowjetunion in den 1920er Jahren informieren. Die Kulaken waren Bauern, sehr produktive Bauern. Sie waren die produktivste Bevölkerungsgruppe der bäuerlichen Schichten in Russland. Sie wurden praktisch alle von den Kollektivisten getötet, vergewaltigt und ausgeraubt, die postulierten, dass sie Verbrecher und Räuber seien, weil sie so etwas wie Reichtum besaßen.

Eine der Folgen der Verfolgung der Kulaken war der Tod von sechs Millionen Ukrainern während der Hungersnot in den 1930er Jahren. Die Idee der kollektiven Schuld auf der Ebene des Individuums als juristisches oder philosophisches Prinzip ist gefährlich. Sie ist genau die Art von Gefahr, die von Menschen ausgeht, die wirklich Ärger machen wollen. Und schon ein flüchtiger Blick auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts sollte jedem, der genau wissen will, wie inakzeptabel das ist, eine sehr anschauliche Lektion erteilen.

Dieser Beitrag ist ein Ausschnitt aus dem Vortrag „Strengthen the Individual: Q & A Parts I & II“. Hier geht’s zum Original-Vortrag auf dem Youtube-Kanal von Jordan B. Peterson.

Foto: jordanbpeterson.com

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Leserpost (5)
Paul Scherrer / 08.11.2017

Wunderbar, jetzt kommen auch Menschen die der englischen Sprache nicht mächtig sind in den Genuss dieser “tiefen” Gedanken. Vor einem halben Jahr habe ich mich mit den Vorträgen von Prof. Peterson beschäftigt. Seine Vorlesungen sind auf YouTube zugänglich. Ich habe mich darüber gewundert, auf was für einem armseligen Niveau an kanadischen Universitäten gelehrt wird.

Rudi Knoth / 08.11.2017

Ein kleiner Widerspruch Zitat:“In meinen Augen ist die Idee des „weißen Privilegs“ absolut verwerflich. Und zwar nicht deshalb, weil weiße Leute nicht privilegiert seien. Ihnen ist sicher klar, dass wir alle möglichen Privilegien genießen.” Ist Al Bundy als Weißer gegenüber Michelle Obama privilegiert? Also dem Anschein nicht, denn er fährt ja immer noch seinen alten Wagen.

Peter Jordanson / 08.11.2017

Yeah. vielen Dank, dass ihr Peterson nach Deutschland bringt! Das ist seit einem Jahr mehr als ueberfaellig.

Ulla Smielowski / 08.11.2017

Für mich als nicht so gut informierte Bürgerin ist das etwas zu wenig Futter.. Ich hätte gerne mehr erfahren…

Georg Dobler / 08.11.2017

Danke. Danke.

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