News-Redaktion / 14.03.2019 / 15:57 / Foto: US Consulate Munich / 0 / Seite ausdrucken

US-Botschafter protestiert gegen Auftritt von Terroristin in Berlin

Am morgigen Freitag soll die verurteilte palästinensische Terroristin Rasmea Odeh in den Räumen des Dersim-Kulturvereins in Berlin-Kreuzberg einen Vortrag über „Palästinensische Frauen im Befreiungskampf“ halten. Veranstalter ist der Verein Samidoun, der der palästinensischen „Befreiungsfront“ PFLP nahesteht – diese ist in Israel und den USA verboten, in Deutschland jedoch nicht.

Odeh wurde 1970 in Israel wegen der Beteiligung an einem Bombenattentat auf einen Jerusalemer Supermarkt, bei dem zwei israelische Studenten starben, zu lebenslanger Haft verurteilt. 1980 wurde Odeh gemeinsam mit 77 weiteren Häftlingen im Austausch gegen einen israelischen Soldaten freigepresst. Sie lebt heute in Jordanien.

Verschiedene Organisationen und Individuen haben Entsetzen über den geplanten Auftritt geäußert. Die Sprecherin des Berliner Jüdischen Forums, Lala Süsskind, sagte: „Es ist unerträglich, dass hier in Berlin eine palästinensische Terroristin für ihren mörderischen Kampf gegen Israel und die Juden als Freiheitskämpferin verklärt und gefeiert werden soll.“ Der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, sagte gegenüber der B.Z.:

„Wir sind entsetzt, dass eine verurteilte palästinensische Terroristin, die persönlich verantwortlich ist für den Mord an zwei Studenten in einem Supermarkt, eingeladen wurde, in Berlin zu sprechen. Ausgerechnet in Berlin, einer Stadt, die für Toleranz und Freiheit steht und sich jetzt den Kampf gegen Antisemitismus auf die Fahnen geschrieben hat.“

Nun hat sich auch der amerikanische Botschafter, Richard Grenell, zu Wort gemeldet:

„Die weltweite Zunahme des Antisemitismus ist äußerst besorgniserregend. Manche Menschen sähen die Saat des Antisemitismus, während andere sie bewässern und ihr beim wachsen helfen. Wer einer palästinensischen Terroristin, die wegen Mord, Terrorismus und illegaler Einwanderung verurteilt wurde, die Möglichkeit gibt, eine öffentliche Rede zu halten, legitimiert den Antisemitismus zu einer Zeit, wo wir ihn verurteilen sollten. Ich schließe mich denen an, die in Berlin ihre Stimme gegen den Antisemitismus erhoben haben, egal, wo er sich zeigt“.

Foto: US Consulate Munich usembassy.gov via Wikimedia Commons

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