Henryk M. Broder / 12.04.2007 / 09:38 / 0 / Seite ausdrucken

The Fight To Exist

Nächstes Jahr wird Israel 6o. Das ist nicht viel für einen Staat, aber es sollte genug sein, damit er sich nicht rechtfertigen muss, dass es ihn gibt.  Leider ist das Gegenteil der Fall. Die Debatte um das “Existenzrecht Israels” wird immer heftiger geführt, vor allem in Deutschland, wo es die höchste Zahl von Israel-, Nahost- und Palästinaexperten per capita weltweit gibt. Jeder Bruchpilot, der als Künstler gescheitert ist, jeder Karatelehrer, den niemand mehr aufs Kreuz legt, jede verzweifelte Hausfrau, die sich daheim langweilt, mutiert zu einem/einer Experten/Epertin für die Endlösung der Nahostfrage, wie z.B. eine taz-Leserin aus Stuttgart, die lange nachgedacht und einen ganz neuen und revolutionären Vorschlag ins Gespräch gebracht hat:

=Wer bedroht wen mit atomaren Waffen? Iran hat (noch) keine, Israel hat sie schon lange. Es ist demnach falsch, zu behaupten, dass Israel als einziger Staat der Gegend von einem atomaren Holocaust bedroht ist. Darüber hinaus gilt es festzustellen, dass die Schaffung eines binationalen Staates keine Utopie und damit völlig unrealistisch sei. Im Grunde hat Israel durch die nun seit 40 Jahren andauernde Besatzung und Besiedelung der 1967 besetzten Gebiete selbst bereits einen binationalen Staat geschaffen. Von daher ist Tony Judt und anderen, die dafür eintreten, dass für alle Bewohner nun die gleichen Rechte durchzusetzen sind, keine Blauäugigkeit oder sogar innerjüdischer Antisemitismus vorzuwerfen. Womöglich ist es sogar viel weniger utopisch, als Israel dazu zu bewegen, sich von dort wieder zurückzuziehen mitsamt den 450.000 Siedlern (einschließlich Ostjerusalem).=
taz vom 10.4.2007, S. 12, 28 Z.

Am besten wäre es natürlich, das Projekt “Binationaler Staat in Palästina” zugleich mit der schwäbischen “Kehrwoche” durchzuführen, um überall zugleich Ordnung zu schaffen. Weil das aber so einfach nicht geht, laufen die Kinder der Judenmörder von gestern mit Pali-Tüchern, Hamas- und Hisbollah-Fahnen durch die Gegend und solidarisieren sich mit den Judenmördern von morgen. Aber sonst sind sie gesund und wohlauf.

Worum es wirklich geht, steht hier:
http://lizaswelt.blogspot.com/2007/04/fight-to-exist.html

Siehe auch:
“Whatever we do, we will not get peace”
http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1173879252172&pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull

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