“Grünes-Kino”: Produzenten im Nachhaltigkeits-Zoo

Von Lars-Michael Richter. 

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die „Nachhaltigkeits“-Fanatiker in unserem Land die nächste politische Spielwiese entdecken würden: den deutschen Kinofilm. Ein Bereich, der in seinen Strukturen, Herstellungs- und Vermarktungsabläufen einer breiten Öffentlichkeit als Buch mit sieben Siegeln erscheint. Deshalb lassen sich hinter den Kulissen dieser Branche ideologisch und politisch motivierte Vorschriften und Kontrollmechanismen auch besonders gut und effektiv durchsetzen. Abstruse Ideen und praxisferne Richtlinien grenzen ans Absurde. Produzenten, Regisseure und andere Filmschaffende machen bei dem ganzen Hype mit. Ob dies freiwillig und/oder aus ökologischer Verantwortung für unsere Umwelt geschieht, sei dahingestellt.

Man sollte vielleicht eher von vorauseilendem Gehorsam sprechen, von Anpassung und Unterwerfung. Und natürlich auch von Erpressbarkeit. Geht es doch beim Produzieren eines deutschen Films um nicht unerhebliche Finanzierungssummen aus den öffentlichen Fördertöpfen, deren Entscheidungsgremien inzwischen links-grün unterwandert sind. Ohne die staatlichen Filmförderungen aus Steuermitteln wäre die deutsche Filmbranche längst pleite gegangen. Hierzu verweise ich auf den im März 2013 in der „Welt“ veröffentlichten Artikel von Alan Posener. Schlechte Filme, vom Steuerzahler subventioniert.

Am Tropf des öffentlichen Geldhahns

Das deutsche Filmförderungssystem ist nicht unkompliziert. Zum einen gibt es die Förderung durch den Bund, Deutscher Filmförderfonds genannt, angesiedelt im Etat des Kulturstaatsministers für Kultur und Medien, dem BMK. Hier liegen inzwischen 75 Mio. Euro im jährlichen Fördertopf. Daneben fördern die einzelnen Bundesländer. Die diversen Etats schwanken stark je nach Größe und Bedeutung des Bundeslandes. Eine wichtige Förderinstitution ist auch die Filmförderungsanstalt. Sie fördert Filme in allen Produktionsstufen sowie Verleiher und Kinos. Ihr Jahresetat beträgt rund 70 Mio. Euro und setzt sich wie folgt zusammen: aus den 1,8 bis 3 Prozent ihrer Einnahmen, die die Kinobetreiber als Filmabgabe entrichten müssen; aus Beiträgen der Videowirtschaft und der Fernsehsender. All diese Förderungen können (und müssen zumeist sogar) miteinander kombiniert werden, um einen Kinofilm finanziell zu stemmen. 

Es gibt finanzielle Fördermittel für Drehbuchautoren, für Produktionsvorbereitung, für die Gesamt-Produktion eines Films, für Verleihförderung, für Kinoförderung. Aus der Fülle der jährlich gestellten Produktionsanträge für Kinofilme und Dokumentarfilme können nur wenige von den diversen Auswahlkommissionen für eine Förderung vorgeschlagen werden. Für die Förderungswürdigkeit gab und gibt es Kriterien: zum Beispiel der künstlerische Wert eines Filmstoffs und/oder seine Wirtschaftlichkeit, das heißt der vermutete und zu erwartende Erfolg an der Kinokasse. (Letzteres ist eher selten). 

Zu den bisherigen Auswahlkriterien für die Verteilung öffentlicher Gelder im Filmbereich kommt nun ein weiteres hinzu. In immer stärkerem Maß hat es sich in den letzten Jahren etabliert. In den Richtlinien der meisten Filmförderungsinstitutionen ist es inzwischen fest verankert. 

„Green shooting“ – Grünes Drehen 

Der Slogan „Fördern und fordern“ zeigt als politische Willenskundgebung hier besonders groteske Auswüchse. Denn wer das Geld gibt, bestimmt die Regeln, seien sie auch noch so praxisfern. Nahezu alle deutschen Filmförderungsinstitutionen haben sich „Green shooting“ auf die Fahnen geschrieben. Dabei geht es bisher noch nicht um die Inhalte der Filme. Bei „Green shooting“ handelt es sich um diverse Maßnahmenbündel ökologischer Vorschriften, Regeln und  Bedingungen für die Vorbereitungen zum Drehen eines Films, für die Dreharbeiten selbst, die Postproduktion (Schnitt, Musik, Spezialeffekte, etc) und die Kinos als Abspielstätten. Um "Ressourcen schonende Filmproduktion“ (siehe Anlage 8 der Filmförderungsrichtlinie des BKM, auf S.44 in Richtlinien der Filmförderung).  

Ins Visier der Regulierer und Bevormunder des links-grünen Polit-Spektrums geraten demnach sämtliche Mitwirkende, die an Herstellung und Vermarktung eines Kinofilms beteiligt sind: Produzenten, Drehbuchautoren, Regisseure, Schauspieler, Kameraleute, Beleuchter, Requisiteure, Kostümbildner, Aufnahmeleiter, Catering-Unternehmen sowie Kinobesitzer, um die wichtigsten zu nennen. Die Crew-Mitglieder eines Filmteams sollen angehalten, zum Teil auch verpflichtet werden, „nachhaltig“ zu planen und zu arbeiten. Dass dies für die Mitarbeiter eine erhebliche Mehrbelastung bei ohnehin stressigen Arbeitsbedingungen bedeutet, kann man sich leicht ausrechnen. Es rumort in der Branche. (VER.Di Publik 1/2019) Schon jetzt ist die Arbeitsverdichtung am Filmset enorm. Es fehlt der Nachwuchs an technischen Kräften

Die griffigen Schlagworte für „Green shooting“ lauten:

  • „Grünes Kinohandbuch“ (Herausgeber Filmförderungsanstalt)
  • „Grüner Drehpass“(Filmförderung Hamburg/Schleswig-Holstein), 
  • „Green Consultant“ (Medien Film Gesellschaft Baden-Württemberg, MFG)
  • „CO2 Rechner für Film- und TV-Produktionen“ (ebenfalls MFG)

Ein Windrad vor dem Kinoeingang?

Das „Grüne Kinohandbuch“, ein sogenanntes Nachschlagewerk, wurde vom FFA-Vorstand und der Autorin Birgit Heidsick im September 2018 auf der Filmkunstmesse in Leipzig vorgestellt. Das Motto: „Nachhaltigkeit hilft sparen“. Die FFA bezeichnet das 172 Seiten starke Konvolut als „umfangreiches Kompendium rund um das Thema Nachhaltigkeit“. 

Es geht um Maßnahmen und Vorschläge für die Kinos: Die Kinobetreiber werden angehalten, bei der Stromversorgung im Kino auf erneuerbare Energien wie Sonne und Wind zurückzugreifen. Hier ergäben sich enorme Einsparpotenziale. Konterkariert wird diese Idee jedoch durch eine kleine Spaßbremse: „Durch den Einsatz von Digitalprojektoren und den dafür erforderlichen Klimaanlagen ist der Stromverbrauch in vielen Häusern (gemeint sind die Kinos) in die Höhe geschnellt.“

Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung wird heutzutage wesentlich mehr Strom für das Abspielen eines Films benötigt als zu Zeiten der Analogproduktion auf normalem Filmmaterial. Was also tun? Sonnenpaneele auf dem Dach des Lichtspielhauses? Ein Windrad vor dem Kinoeingang? Wasser soll natürlich auch im Kino gespart werden, zum Beispiel auf den Toiletten. Die Diskussion um Einmalbecher und Plastikhalme ist hinreichend bekannt. Dumm nur, dass es für Plastikhalme noch keine wirkliche Alternative gib. (siehe Handelsblatt vom 25.10.2018).

Bei der FFA gab es für den Kinobereich im Jahr 2018 finanzielle Mittel in Höhe von 17,3 Mio. Euro. Gefordert wird im „Grünen Kinohandbuch“ eine zusätzliche Aufstockung dieser Gelder für Maßnahmen im Sinne der „Nachhaltigkeit“. Damit könnten die Kinobetreiber in die kostspieligen Umrüstungen, vor allem im Bereich Strom (Umstellung auf LED-Leuchtmittel oder die Installation von Photovoltaikanlagen) investieren. Würde sich das längerfristig lohnen? Die Kino-Halbjahresbilanz der FFA des Jahres 2018 veranschaulicht die alarmierenden Veränderungen im Bereich Kino, zum Beispiel weil „...die Zahl der Besucher in den deutschen Kinos deutlich zurückgegangen und der Gesamtumsatz spürbar gesunken...“ ist. Dennoch werden immer mehr öffentliche Finanzmittel in die unsinnige Umsetzung von „Nachhaltigkeitsförderungen“ in die Kinobranche gepumpt. Es darf bezweifelt werden, ob dadurch Kino und Klima gerettet werden.

„Grüner Drehpass“

Das Schönste am Norden – grüner drehen! Der „grüne Drehpass“ ist eine Erfindung der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, kurz FFHSH: „Beim Drehen eines Kinofilms landen üblicherweise tausende Plastikbecher im Müll, während ungefilterte Dieselgeneratoren, Auto- und Flugreisen circa 600 bis 1000 Tonnen CO 2 in die Luft schleudern. Die FFHSH will Produktionsfirmen in ihrem Vorhaben unterstützen, Produktionsabläufe ökologischer zu gestalten.“

Der „grüne Drehpass“ ist eine Art Zertifikat. Er dokumentiert die richtige Haltung des Filmproduzenten. Eine Voraussetzung, damit das nächste Filmprojekt größere Chancen auf Förderung hat.

„Jede Norddeutsche Produktion, die nachweist, „Grün“ zu drehen, kann den Pass bekommen.“ 

Zu den sechs Kategorien mit „grünem Potenzial“ gehört für die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein beispielsweise:

  • „Das Produktionsbüro.Vermeidung von Druckerzeugnissen, Verwendung von umweltfreundlichen Papier und doppelseitiges Bedrucken, Nutzung elektronischer Dispo (Abkürzung von „Tagesdisposition“, dem täglichen Dreh- und Zeitplan für alle Crew-Mitglieder). Benennung eines Umweltbeauftragten für die gesamte Produktion, strikte Mülltrennung sowie Ökostrom im Büro.“ 
  • Der „Umweltbeauftragte“: Ein neues Berufsfeld im links-grünen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen-Programm. Hatten die links-grünen „Klimaretter“ nicht schon vor Jahren versprochen, im Bereich Umwelt gäbe es jede Menge neuer Arbeitsplätze?

 „CO2-Rechner für Film- und TV-Produktionen“  

Besonderen Eifer bei der Umsetzung grüner Klimavorgaben zeigt die Medien- und Filmgesellschaft des Landes Baden-Württemberg. Kein Wunder, wird das Land doch von einem grünen Ministerpräsidenten regiert. In einem Merkblatt dieser Förderinstitution zum Thema „Green shooting“ sind die Bedingungen zur Beantragung von Zuschussmitteln aufgelistet. An erster Stelle steht der „Green Consultant“. Er ist in etwa dasselbe wie der „Umweltbeauftragte“ der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein.

„Ein Green Consultant initiiert oder unterstützt maßgeblich bei der Dreh- und/oder sonstigen Produktionsplanung sowie am Set und ggf. in der Postproduktion bis zur Fertigstellung des Films die Implementierung einer ökologisch orientierten Produktionsweise. Er begleitet und motiviert das Team bei diesen Prozessen.“ 

Die Idee des „Green consultant“ kann (ebenso wie der „Umweltbeauftragte“ in Hamburg und Schleswig-Holstein) nur als massiver Eingriff in die künstlerische und gestalterische Freiheit des Filmemachens bezeichnet werden. Der Produzent, der einen solchen „Supervisor“ als Aufpasser in sein Team holt, soll für dessen Honorar einen Zuschuss bis maximal 5.000 Euro beantragen können. Ich vermute, die meisten Produzenten würden eine solche Summe lieber in die direkten, zumeist ohnehin knapp bemessenen Produktionskosten stecken.

Weiterhin heißt es in dem genannten Merkblatt: „Eine wesentliche Bedingung dieser Förderung ist neben der Beschäftigung des Green Consultant der Einsatz des von der MGF initiierten „CO 2-Rechners für Film- und TV-Produktionen“ sowie ein aussagekräftiger Abschlussbericht.“ Dieser Abschlussbericht wird von der Förderinstitution kontrolliert, denn „... Zudem ist eine Zugangsberechtigung zu allen Daten des „CO 2 R-Rechners für Film- und TV- Produktionen“ einzuräumen.

Wenden wir uns kurz diesem „CO 2-Rechner“ zu. Er soll eine „...konkrete Übersicht über den eigenen CO 2 Verbrauch...“ bei einer Filmproduktion geben. Errechnet werden die gesamten Emissionen, die beim Produzieren eines Films anfallen. „Dieser carbon footprint berücksichtigt neben CO 2 alle weiteren Treibhausgase des Kyoto-Protokolls“ und berechnet die Werte innerhalb der einzelnen Abteilungen bei einer FilmproduktionAuf diese Weise soll auf „... fundierte und effektive Weise eine klimafreundliche Filmproduktion...“ durchgeführt werden. 

Strom strampeln mit dem Hometrainer

Ein Beispiel für den „Green shooting“-Wahn“. Das Studenten-Kurzfilmprojekt The Meeting, produziert von der Hochschule für Film- und Fernsehen, München. Bei diesem Film wurde „...der Klimawandel nicht nur inhaltlich thematisiert, sondern der Spot ist auch klimaneutral produziert worden.“ (siehe „greenfilmshooting“ Energieeffizienz) Zur Erzeugung des Stroms haben die Teammitglieder „stundenlang auf einem Heimtrainer gestrampelt“. Auch die Scheinwerfer-Akkus wurden per Tretmobil aufgeladen. Kamera, Scheinwerfer und sonstiges Material wurden per Fahrrad zum Drehort transportiert. Das Mittagessen haben die Macher des Films selbst am Set gekocht, natürlich vegetarisch. „Wir haben hierfür regionale Produkte und zum Teil Essensreste von Foodsharing sowie Obst aus dem eigenen Garten verwendet... Um restliche CO 2-Emissionen wie zum Beispiel das Kochen mit dem Gasherd für das Mittagessen sowie den Post-Versand des Öko-Trainers aus Leipzig nach München auszugleichen, haben wir im Garten meiner Eltern einen Kirsch- und einen Apfelbaum gepflanzt.“

Ein solcher Produktionsbericht ist an Absurdität kaum zu überbieten. Wie gut, dass bei diesem 2-minütigen Werbeclip die Dreharbeiten nur einen einzigen Tag gedauert haben! Bei längeren Drehzeiten müssen allein zum Transport des Materials (Kamera, Stative, Kamerawagen, Beleuchtungskörper, Kostüme, Requisiten etc.) große Transportfahrzeuge eingesetzt werden. Die werden zumeist mit Diesel betrieben. Bekanntlich steckt die Technik zu leistungsstarken Elektro-LKW noch in den Kinderschuhen. (faz.net „Elektro LKW. Alle Nachrichten und Informationen der F.A.Z. zum Thema Elektro LKW“) Und ob diese dann in der Herstellung ihrer einzelnen Bauteile umweltfreundlicher wären als Dieselfahrzeuge, darf bezweifelt werden. Denn woher kommen die Rohstoffe für Batterien, und unter welchen Bedingungen werden sie abgebaut? 

An Drehorten, wo kein Stromanschluss für Scheinwerfer etc. gelegt werden kann, benötigt man Generatoren, die ebenfalls mit Diesel betrieben werden. Eine wirkliche Alternative gibt es noch nicht.

Klima-Ideologen haben die deutsche Filmbranche fest im Griff

Die links-grünen Klima-Ideologen haben die deutsche Filmbranche fest im Griff. Auf einer Veranstaltung der GRÜNEN-Bundestagsfraktion am 24. Januar 2019 mit dem Titel „Grüner wird es nicht von allein. Mehr Nachhaltigkeit in der Filmproduktion“ hatte die GRÜNEN-Sprecherin für Netz- und Verbraucherpolitik zu einem Fachgespräch eingeladen. Hier trafen sich im Fraktionssaal der Grünen im Paul-Löbe-Haus Filmfachleute, Vertreter der Förderungsgremien, von Fernsehsendern und interessierte Gäste. Niemand in der Referenten-Runde (und im Publikum) äußerte sich kritisch oder auch nur skeptisch zum Thema „Green shooting“. Man war sich einig im Kampf um die Rettung des Planeten! Irgendwann meinte die GRÜNEN-Sprecherin, als nächstes müsse man weitere künstlerische Bereiche ganz im Sinne der „Nachhaltigkeit“ anvisieren: zum Beispiel das Theater. Es klang wie eine Drohung.

Auch auf der diesjährigen Berlinale, dem größten Publikumsfestival der Welt, war das Thema „Nachhaltigkeit“ im Filmbereich angesagt. An vorderster Front steht hier seit Jahren Dieter Kosslick, langjähriger Chef der Berliner Filmfestspiele. Die Berlinale 2019 war seine letzte. Er ließ keine Gelegenheit aus, in Interviews darauf hinzuweisen, dass er selbst Vegetarier sei und dass auf den offiziellen Berlinale-Empfängen schon lange kein Fleisch mehr serviert würde. Zudem wurde der Rote Teppich in diesem Jahr aus „recycelbaren Fischernetzen“ hergestellt.

Kosslick ist auch der Erfinder des „Kulinarischen Kinos“einer Programmsparte im Spektrum der Berlinale-Sektionen. Diese Veranstaltung gibt es schon seit Jahren auf jeder Berlinale. „Das Kulinarische Kino spiegelt in diesem Programm seine Achtung für Filmemacher*innen, die mit ihrem Handwerk der individuellen Arbeit von Bauern, Fischern und Köchen Anerkennung zollen. Es hinterfragt die Macht der Industrie und wehrt sich gegen die fortschreitende Trivialisierung sowohl des Filmschaffens als auch des Essens, die durch Achtlosigkeit entsteht“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

„Unterhalte dich doch mal mit Greta!“

Am 12. Februar 2019 fand im Rahmen der Berlinale die Panel-Diskussion „Grünes Drehen – Filmproduktion und Nachhaltigkeit zusammenbringen“ statt. Veranstalter war das Bundesumweltministerium. Auch hier war das Podium ausschließlich mit Befürwortern und Fanatikern des „Green shooting“ besetzt. Einmal gab es allerdings einen Einwand seitens einer auf dem Podium anwesenden Produzentin, als es um das Thema „Fleisch oder kein Fleisch im Catering am Set“ ging. Den Crew-Mitarbeitern vorzuschreiben, ob sie Fleisch essen sollen oder nicht, ging dieser Produzentin dann doch zu weit.

Eine weitere Idee wurde auf dem Podium diskutiert: eine übergroße Geschirr-Spülmaschine am Set, wie sie in Großküchen  eingesetzt werden. Damit Einmalbecher und Einmalgeschirr/-Besteck während der Dreharbeiten vemieden werden, könne man besser richtiges Geschirr verwenden. Das könne ja dann per Spülmaschine gereinigt werden. 

Ein solcher praxisferner Unsinn sucht seinesgleichen. Zum einen ist die Miete eines solchen Gerätes sehr kostenintensiv, gerade bei längeren Drehzeiten. Zum anderen wäre der Wasser- und Stromverbrauch (bei Filmteams bis zu hundert Mitarbeitern und mehr und bei langen Drehzeiten) sicher wenig „nachhaltig“. Sofern ein entsprechender Wasser- und Abwasseranschluss in der Nähe des Sets überhaupt vorhanden wäre.

Anschließend gab es Redebeiträge aus dem Publikum. Ein älterer, international erfahrener Filmproduzent meinte, „Green shooting“ ginge in weiten Teilen an der Wirklichkeit vorbei und sei zumeist „völlig praxisfern“. Ein jüngerer Mann aus dem Publikum entgegnete ihm daraufhin in aggressivem Tonfall: „Unterhalte dich doch mal mit Greta!“ Dieser anmaßende Hinweis verschlug dem Produzenten buchstäblich die Sprache. Es fehlte nur noch die Forderung nach „gendergerechten“ mobilen Toilettenhäuschen am Filmset. 

Foto: Tim Maxeiner

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Leserpost

netiquette:

Wilfried Cremer / 09.03.2019

Sollen die sich doch zerzausen. Die Filmförderung ist sowieso der Wurmfortsatz der Kulturförderung, ein Hemmschuh für den Anschluss an das Weltniveau, und das seit 70 Jahren.

Gabriele Kremmel / 09.03.2019

“Unterhalte dich mal mit Greta” - wenn es nicht so bitter wäre, auf welch unterirdischem Niveau die Klimaneurotiker allen Widerspruch attackieren (argumentieren kann man das ja kaum nennen) , dann wäre es direkt zum schmunzeln. Da unterhalte ich mich lieber mit meinem zweijährigen Enkel, der einen altersgemäß gesunden Menschenverstand besitzt, die Dinge so benennt wie sie sind und keiner Ideologie anhängt, die auf Angst und Panik setzt. Wer ernsthaft glaubt, für seine CO²-Sünden durch das Pflanzen eines Kirschbaumes einen Ausgleich zur Klimabesänftigung schaffen zu können und so seine CO² reinhalten will, der verhält sich wie der Sünder, der durch Beichte Abbitte bei seinem Gott leistet und damit den Widerspruch aufzulösen versucht, in dem der (von wem?) erklärte Sündenfall zur Lebensrealität steht.

Ludeloff Klaus / 09.03.2019

Herr Richter, gendergerechte Toiletten werden ebenso kommen wie links-grün konotierte Drehbücher, so diese denn nicht schon längst üblich sind. Im ÖR-Fernsehen wird der ideologisch genehme Spin schon durchgesetzt. Beim Tatort beispielsweise wird der Mord schon längst zum Vehikel der Belehrungen über Gendergerechtigkeit, Nachhaltigkeit oder die positiven Wirkungen der Migration. Das süße Gift der Unterhaltung wird schon längst als Trägermaterial für politisch genehme Umerziehung genutzt.

Joachim Lucas / 09.03.2019

Gesinnungsterror, Ökoterror, Infantilität bei gleichzeitigem völligem ökonomischen Unverstand. Sie werden es also auch in dieser Branche schaffen neue Arbeitsplätze zu schaffen, als da sind:. Überflüssige Grünberater, Aufpasser, Korrektheitsüberwacher, Sprachpolizisten, Spione und das ganze hochsubventioniert. Die Filmbranche als ein weiterer fetter Wirt für ansonsten zu nichts zu gebrauchende Schmarotzer. Was anderes können die Linksgrünen nicht.

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