Rainer Bonhorst / 19.12.2017 / 17:49 / Foto: Tim Maxeiner / 8 / Seite ausdrucken

Gefährden Sie doch bitte woanders

720 Gefährder, so lese ich, halten sich derzeit in Deutschland auf. Es scheinen sehr sesshafte Gefährder zu sein, denn ihre Zahl hat sich in letzter Zeit kaum verändert. Sie gefährden halt so vor sich hin.

Ich weiß nicht genau, warum wir uns die Gefährder halten. Wenn ich bei mir zu Hause einen hocken hätte, ich würde wahrscheinlich zu ihm sagen: Gefährde doch bitte woanders. Und wenn ich in der Politik wäre, hätte ich längst wenigstens eine Obergrenze für Gefährder gefordert. Und für den Fall, dass Anhänger unserer Willkommenskultur etwas dagegen hätten, wäre ich notfalls auch mit einer atmenden Obergrenze einverstanden.

Aber so weit sind wir offenbar noch nicht. Bisher habe ich den Eindruck, dass wir die Gefährder in bekannter Manier einfach aussitzen. Das kann eine ziemlich lange Sitzung werden. Sie ist es schon: Bereits vor zehn Jahren hat der damalige Innenminister Schäuble die ersten Gefährder entdeckt und dann sprachlich bei uns eingeführt. Seither sind sie hier heimisch geworden.

Manche können sich offenbar ein Deutschland ohne Gefährder gar nicht mehr vorstellen. Wo sollen sie denn hin, die Gefährder? Etwa dahin, wo sie hergekommen sind? Ist das nicht viel zu gefährlich? Haben Gefährder denn keinen Anspruch auf ein Umfeld, in dem sie sich sicher fühlen können?

Wie dem auch sei: Auch die Gefährder gehören, um einen früheren Bundespräsidenten zu variieren, zu Deutschland. Am besten, wir blicken dieser Realität gelassen ins Auge. Was aber gar nicht geht, ist die eklatante Missachtung der Frauen in der Gefährderszene. Wie zu lesen ist, sind fast alle Gefährder auch heute noch Männer. Die Zahl der Gefährderinnen kann man an einer Hand abzählen. Hier klafft eine Genderlücke, die unser Land auf Dauer zu spalten droht.

Dabei liegt die Lösung des Problems auf der Hand: Eine Gefährderinnenquote nach dem Vorbild der Aufsichtsratsquote. Erst wenn ein Drittel aller Gefährder Frauen sind, sind die Gefährder wirklich in unserer Gesellschaft angekommen.

Foto: Tim Maxeiner

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K. Pape / 20.12.2017

Wenn ein Gefährder aus seinem gefährlichen Land flieht und die Gefahren der Flucht auf sich genommen hat, ist er ja somit ein geflüchteter Gefährder, umgangssprachlich Flüchtling genannt. Das ist dann wie bei Schnickschnackschnuck: Flüchtling schlägt Gefährder, also darf er als Sieger in dem Spiel hierbleiben.

Hans-Peter Hammer / 20.12.2017

Keine Bange, Herr Bonhorst, die “Gefährderinnenquote” werden die zurückkehrenden Dschihadistinnen schon bald etablieren! Und Sie können auch unbesorgt sein das diese die “volle Härte” der Gerichte zu spüren bekommen werden! Ganz nach dem Richter Ulrich Vultejus: “Ein Frauenrabatt ist gerechtfertigt, weil es Frauen im Leben schwerer haben und Strafen deshalb bei ihnen härter wirken.” Und wenn es Frauen gibt die es im Leben schwer hatten/haben, dann gehören Dschihadistinnen in die vorderste Reihe, weil, die sind qua Geschlecht Opfer!

Werner Arning / 19.12.2017

Es ist doch so schwer Ausbildungsplätze für junge Neubürger zu finden. Wäre denn da nichts zu machen in der Gefährderbranche? Könnte man da nicht ein paar Arbeitsplätze kreieren? Sprachprobleme gäbe es schon mal nicht, zumindest nicht so eklatante. Bleibt die Frage nach der Vorbildung. Besteht Berufserfahrung? Was ist mit der Motivation? Alle diese Fragen müssten von einer interkulturellen Arbeitsgruppe natürlich vorab geklärt werden.

Karla Kuhn / 19.12.2017

“Hier klafft eine Genderlücke, die unser Land auf Dauer zu spalten droht. Dabei liegt die Lösung des Problems auf der Hand: Eine Gefährderinnenquote nach dem Vorbild der Aufsichtsratsquote. Erst wenn ein Drittel aller Gefährder Frauen sind, sind die Gefährder wirklich in unserer Gesellschaft angekommen.”  Einfach köstlich !

Harald Weiler / 19.12.2017

Herr Bonhorst, jetzt seien Sie mal nicht so. Gefährder sind doch auch nur Menschen ...

Andreas Glaesel / 19.12.2017

Da sprechen Sie einige wichtige und richtige Punkte an, Herr Bonhorst. Darüberhinaus sehe ich noch weitere Möglichkeiten, die Gefährder aus der Schmuddelecke herauszuholen, in die sie überbesorgte Weihnachtsmarktbesucher (vor allem in Sachsen) mit pauschalen Vorurteilen und rechten Ressentiments stellen. Die Bundesregierung könnte etwa unter Federführung einer Expertenkommission (Mayzek, Özgüz etc.) einen runden Tisch einberufen, an dem sich Bund, Länder, Gefährder und Kommunen endlich an einen Tisch setzen. Natürlich müssten die Gefährder sich irgendwie organisieren, ich denke da an einen Dachverband GefährderInnen in Deutschland, welcher sich durch Steuergelder finanzieren könnte (aus dem Budget für Kampf gegen Rechts), verbunden mit öffentlichkeitswirksamen Kampagnen (Mein Freund ist Gefährder), Schul-, Studenten- und Theaterprojekte u.ä. Und wenn wir jedem Gefährder sagen wir mal zehn Betreuer zur Seite stellen, sind auf einen Schlag über 7000 sonst schwer vermittelbare Uni-Absolventen der Sozialwissenschaften von der Straße weg. Ein weltoffenes Land wie Deutschland sollte sich da seiner sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sein…

Gustav Wallenstein / 19.12.2017

Naja, immerhin ist so ein “Gefährder” doch sehr nützlich… lässt sich a.H. dessen doch die totale Massenüberwachung ALLER rechtfertigen… obwohl man doch sonst gegen jegliche Form von “Pauschalisierungen” ist ;-)

Robert Bauer / 19.12.2017

Daß der Aufenthalt der Gefährder in unserem Lande von Staats wegen gefährdet wird, entspricht nicht den Idealen unserer Willkommenskultur. Schnappatmung für die Obergrenze!

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