Gunter Weißgerber / 11.07.2017 / 10:00 / 3 / Seite ausdrucken

Thüringer SPD in strategischer Umnachtung

Von Gunter Weißgerber. Es macht manchmal gar keinen Spaß, Recht gehabt zu haben. 2014 sagte ich in einer Rede in Erfurt: "Arme SPD, arme Grüne. Wie tief wollt Ihr noch sinken? Den Stolz auf eure Geschichte habt ihr bereits abgegeben. Mutig seid ihr nicht, kämpfen könnt ihr nicht. Was seid ihr dann? Nicht einmal in den Spiegel könnt ihr schauen! Die Grünen werden in den nächsten Jahren aus dem Orbit geschleudert, die SPD wird aus derselben instabilen Umlaufbahn ins linke Zentralgestirn stürzen. Politischer Selbstmord ist für Parteien nicht verboten. Erstaunlich ist der frenetische Jubel, der diesen Weg begleitet." Und jetzt lesen Sie mal das.



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Leserpost

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Robert bauer / 11.07.2017

“Strategische Umnachtung”? Das gilt nicht nur für die Thüringer SPD.

Helmut Driesel / 11.07.2017

Als die Jungen Gemeinden im Herbst 89 überein kamen, dass man sich möglichst auf alle neuen Parteien verteilen und dort engagieren müsste, was schon abzusehen, dass die Ost-SPD so eine Art doppelter Boden der CDU werden würde. Die dagegen von den SED-Linken enttäuschten Sozialisten, die damals in diese Partei gingen oder sie wählten können inzwischen naturgemäß mit einer SPD ohne Sozialismus nicht viel anfangen. Es bleiben also die Matschie-Kollaborateure und ein paar machthungrige Beliebigkeitsapostel, die den Niedergang der deutschen Parteiendemokratie exemplarisch vorweg nehmen werden. Normalerweise muss aber niemand traurig sein, wenn eine Bewegung aufgeblasener Versager dem Vergessen anheim fällt. Dann kommen eben andere. Es ist der Erfolg, der historisch zählt. Von den Misserfolgen der anderen kann man nur kurze Strecken zehren. Ich kann mir gut vorstellen, dass Bausewein sich den Kahn gut angeschaut hat, wo er die Gallionsfigur machen soll. Wahrscheinlich ging es in Thüringen seit 1990 immer um Kollaboration, nie um Koalition und Zusammenarbeit. Die dafür nötige Verschrobenheit ist bekanntlich nicht jedermanns Sache.

Oliver Groh / 11.07.2017

Das “Fundstück” dürfte die SPD nicht die Bohne interessieren. Da denkt man eher etwas anders. Z. Bsp. so: 1. Wir sitzen in der Regierung. 2. Die wirtschaftlich, kulturell und medial starken Städte sind uns. 3. Es gibt nur eine Thüringer Zeitung ( wortgleich bei verschiedenen Namen) und die gehören uns (Funke- Gruppe). 4. Mit der größte Opositionspartei CDU unter Mike Mohring haben wir ja vorher regiert. Die tun nix. Wenn die Grünen rausfliegen, sind wir auch wieder zusammen. 5. Die Afd ist als zweite Opositionspartei zwar nach Wählerstimmen ungefähr so winzig wie wir, aber der Höcke ist ganz böse ( steht ja immer in unserer Zeitung ). 6. Die Wirtschaft brummt und im MDR sind dann unsere Bürgermeister sehr oft bei Grundsteinlegungen, Einweihungen o.ä. zu sehen. Wo war jetzt genau das Problem mit der thüringer SPD ?

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