Gastautor / 16.07.2017 / 11:00 / Foto: Carol Neuschul / 4 / Seite ausdrucken

Nix mehr auf Zucker in Kuba

Von Klaus Leciejewski.

Fast zwei Jahrhunderte lang konnten problemlos Zucker und Kuba in einem Atemzug genannt werden. Auch heute noch prägen ausgedehnte Felder mit Zuckerrohr viele Gegenden der Insel. Aber dieser Eindruck verstellt den Blick für die Realität. Die Produktion ist inzwischen so stark gefallen, dass kaum noch Zucker exportiert werden kann, und selbst die Versorgung der Bevölkerung ist nicht immer gesichert. 

Über einhundert Jahre prägte eine besondere Eigenschaft die Zuckerwirtschaft Kubas. Der Anbau des Zuckerrohrs und seine Verarbeitung zu Rohzucker waren komplett in einer Hand, nämlich in der des Besitzers einer Zuckerrohr-Hacienda. Alles bis zum Versand des Zuckers in die Häfen passierte auf seinem Grund und Boden. Zugleich wurden - quasi nebenbei  - auch noch die wichtigsten Nahrungsmittel angebaut, wie Mais, Malanga, Yucca, Reis und Bohnen sowie Hühner, Schweine, Rinder, Ochsen und Pferde gehalten. Die Hacienda war eine in sich geschlossene Einheit, einschließlich der Aufseher, der Sklaven und später auch der Arbeiter sowie ihrer Versorgung mit Lebensmitteln bzw. einfacher Güter für den Alltag. "Ingenio" war dafür die Bezeichnung auf Kuba. In einer Fabrik entstand der Zucker, alles andere wurde um diese herum zentralisiert.

Vielleicht ist dadurch der Name für die späteren separaten Zuckerfabriken entstanden: Central! Bis heute sagt auf Kuba niemand "fabrica de azucar" sondern stets nur "central". Erst nach der Unabhängigkeit um 1900 löste sich das System der Ingenio auf, aber weiterhin besaßen die Eigentümer der Zuckerfabriken auch noch umfangreiche Ländereien zum Anbau des Rohrs. Bis Anfang der 70er Jahre blieb Zucker das wichtigste Produkt Kubas, danach brach seine Wirtschaft zusammen. Heute produziert die große und ungemein fruchtbare Insel keine landwirtschaftlichen Produkte mehr, die in seiner Statistik an vorderster Stelle auftauchen. Die beiden wichtigsten Einnahmequellen des Landes sind die Überweisungen der kubanischen Verwandten aus den USA und der Tourismus, ebenfalls dominiert von Nordamerikanern. Manchmal verläuft die Geschichte im Kreis: erst die Abhängigkeit von den USA, dann die von der Sowjetunion, darauf die von Venezuela und nun wieder die von den USA.

In einem Reiseführer von 1934 sind im Radius von 30 Kilometern um Colón sieben Centrales aufgelistet. In der gesamten Provinz Matanzas, zu der Colón gehört, verarbeiteten damals 24 Fabriken das Zuckerrohr. Über ein Fünftel befand sich also in einem kleinen Umkreis um eine Mittelstadt herum. In einem Buch von 2014 sind alle Unternehmen Kubas für das Jahr 1958 zusammengestellt. Darin werden diese Fabriken immer noch aufgeführt, als Bestandteil unterschiedlicher Zuckerunternehmen, teilweise im Besitz amerikanischer Konzerne oder Banken, teilweise im Besitz kubanischer Familien oder Unternehmen und teilweise in gemischtem Besitz. Nach 1960 wurden sie sämtlich verstaatlicht und ihre Namen den neuen Verhältnissen angepasst. 57 Jahre später arbeiten davon insgesamt gerade einmal noch 4 Fabriken, alle im angeführten Radius um Colón. Die anderen drei aus dem Buch sind Ruinen, ebenso wie die übrigen 17 der Provinz.

Ein Gang durch die Geschichte

Wenn man aus der Provinzhauptstadt Matanzas kommt, liegt fünf Kilometer vor Colón das Dorf Sergio González. Früher gehörte es zu der Kleinstadt Perico. Aber das rein verwaltungstechnisch, denn dieser Flecken gehörte sich selber. 1840, wenige Jahre nach der Entstehung Colóns, gründete hier der zweite Sohn der Familie Diago eine Zuckerfabrik. Dieser Familie gehörten umfangreiche Ländereien um die neue Stadt, einschließlich weiterer Zuckerfabriken. Jede für sich war eine Einheit von Zuckerrohrplantage und Verarbeitung des geernteten Rohrs auf der Basis von Sklavenhaltung. 1840, nur vier Jahrzehnte nach der blutigen Beseitigung der Sklaverei auf Haiti und dem folgenden Zusammenbruch der Zuckerproduktion auf der einstigen "Zuckerinsel der Welt", war Kuba die neue Zuckerinsel der Welt und eines ihrer Zentren waren die Ingenios um den gerade erst gegründeten Ort Colón.  Die neue Ingenio erhielt den Namen "Tinguaro" und behielt ihn 160 Jahre lang.

Ein unbefangener Gang durch das Dorf und über das Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik lässt Gleichgültigkeit zurück. Ist dieser Gang jedoch von der Geschichte beeinflusst, wird er zu einer Offenbarung.mBereits von weitem künden zwei hohe Schornsteine davon, dass hier einst die Süßigkeit der Welt entstand. Zu beiden Seiten dieser zentralen Straße ziehen sich Zuckerrohrfelder hin. Die einzige Erhöhung der ganzen Gegend, eine Straßenbrücke über eine Eisenbahnlinie, ermöglicht einen weiten Blick über diese Landschaft. Aber was ist zu sehen? Ein grünes Meer! Bei leichtem Wind wiegen sich die unzähligen grünen Halme des Zuckerrohrs wie die Wellen des Ozeans.

Das kleine Dorf befindet sich etwas versetzt neben dieser Straße. Zweihundert Meter hiervon entfernt liegt sein Dorfplatz. Er ist wie alle Dorfplätze während der spanischen Zeit gestaltet, viereckig mit breitausladenden Bäumen, deren dichtes Blätterdach fast den gesamten Platz überschattet, an den Rändern des umlaufenden Weges sind Bänke aufgestellt. An seiner linken Seite steht ein langgestreckter einstöckiger Bau, dessen breites Vordach über die gesamte Front des Hauses geht, einst wahrscheinlich das Verwaltungsgebäude. Am Ende des Platzes beginnt bereits das Gelände der Zuckerfabrik, von der sich die zwei Schornsteine wie riesige Königspalmen gegen die Wolkenflocken des Himmels recken. Rechts davon befinden sich einige kleine Geschäfte für Lebensmittel und Arzneien sowie ein Haus mit einem zentralen Speiseraum. Dahinter möchte ein mächtig breiter Wassertank den Himmel verbergen. Nach diesem biegt eine Stichstraße ab, auf der zuerst einige kleinere sorgfältig gebaute Häuser zu erkennen sind, bis unter Palmen, Mango-, Orangen-, Zitronen und Avocadobäumen eine prächtige Villa auftaucht, eindeutig ein Herrenhaus. Es ähnelt den Plantagenhäusern aus den Südstaaten der USA, mit einem Aufgang sowie einem breiten Vordach an drei seiner Seiten.

Helden statt Terroristen?

Links hinter dem Gelände der Zuckerfabrik stehen hölzerne Wohnhäuschen, vor ihnen sitzen alte Leutchen. Am Ende der Fabrik beginnen kleine Gartenstücke auf denen in geraden Reihen grüne Salat- und Schnittlauchpflanzen blinken. In ihren Ecken leuchten, scheinbar von ihrem dichten Blattwerk durcheinandergewirbelt, die gelben Blüten der Kürbispflanzen heraus. Am Ende der Gärtchen riecht es nach Metall. Der Schienenstrang einer Eisenbahn teilt sich in mehrere Gleise auf, die direkt in das Fabrikgelände hineinstreben.Es ist die traditionelle Struktur einer Ingenio, die sich anscheinend in Sergio González erhalten hat. Alles ist noch erkennbar. Die alten Leutchen können sogar einen Platz hinter dem Schienenstrang benennen, auf dem früher die Baracken der Sklaven standen.

Sergio González wird von der Regierung als Revolutionsheld verehrt. Als Mitglied der städtischen Widerstandsbewegung "Moviemento 26 de Julio" gegen die Diktatur des Generals Batista wurde er 1958 in Havanna erschossen. Bis dahin hatte er in dieser Stadt über einhundert Bombenattentate verübt. Heute würde er dafür als Terrorist gebrandmarkt, und weltweit gesucht werden. Aber nachdem seine Bewegung die Macht übernommen hatte, war er kein Terrorist mehr, sondern ein Freiheitskämpfer. Wäre Fidel Castro - wie die meisten seiner Kameraden - bei der Landung der Jacht Granma auch umgekommen, wäre er wahrscheinlich ein Terrorist geblieben. Sergio González - welche Ironie der Geschichte - hat als Namensgeber für das Dorf, die Zuckerfabrik und sogar für das kleine örtliche Baseballstadium keinen Segen gebracht. Die Zuckerfabrik ist bei chinesischen Stahlkochern gelandet, auf dem Rasen des Stadiums weiden Ziegen, und das Dorf ist vergessen.

Es wird kein Zucker mehr auf Tinguaro produziert. Auch die Eisenbahn gibt es nicht mehr. Ein wenig versteckt von Bananenstauden und Mangobäumen rosten auf dem letzten Gleis, dessen Schienen noch nicht zum Abstützen eines Hauses oder als Zaunpfähle verwendet wurden, ein knappes Dutzend alter Kesselwagen und Zuckerrohr-Waggons vor sich hin. Das Rohr von den umliegenden Feldern fahren jetzt schwere LKWs mit zwei hohen Anhängern auf mit Löchern übersäten Straßen zu einer 30 km entfernten Fabrik mit einem kleinen Schornstein.

Die letzten Reste alter Größe

Drei Teile sind von der Fabrik noch übriggeblieben: Zuerst die Schornsteine, deren Betonringe immer noch makellos weiß sind. Am linken ist in verblichener Farbe zu lesen "S. González 1964" und am rechten "S. González 1983". Zwischen ihnen ragt hoch eine stählerne Welle auf, an der sich noch drei unterschiedlich große Zahnräder befinden. Eine unbeabsichtigte Installation, die unwillkürlich an ein Kreuz erinnert. Die Schornsteine werden von einem Drahtseil abgesperrt, deren Pfosten einst Eisenbahnschienen waren. Wahrscheinlich kann der Staat die Schornsteine weder sprengen noch die Betonbrocken wegräumen und verwenden. Oder sollten sie gar als Ausguck für einen Krieg vorrätig gehalten werden? Dafür würde sprechen, dass sich hinter der Gärtnerei ein kleiner grasüberwachsener Hügel erhebt mit einem Betoneingang tief in die Erde hinein, hierzulande ein weitverbreiteter Bunker.

Hinter dieser Absperrung stehen als zweites Überbleibsel eine kleinere und eine größere Halle, einst wahrscheinlich die Lagerhallen für Rohr und Zucker. Teilweise sind sie aus Wellblech, aber teils auch mit Wellasbest verkleidet. In ihnen sollen heute Öllager sein. Aber niemand im Dorf weiß so richtig, was in ihnen vorgeht.

Das dritte Überbleibsel ist in der ganzen Landschaft verstreut. Es liegt am Wegesrand, vor den Häusern oder macht sich im Alltag der Menschen als Baumaterial nützlich. Keine fünf Meter nach dem Dorfplatz lugt schon das Gehäuse einer Pumpe aus dem Gras, oder eine Kurbelwelle versperrt den Weg, oder ein Gestänge stützt das Vordach eines Hauses, oder ein Rohr grenzt ein Gärtchen ab, oder Räder liegen an Stellen, wo niemand weiß, wie da eine Maschine hingekommen sein soll. Auf dem Rasen vor der Bushaltestelle sind zur Dekoration drei massige Halbkugeln aufgestellt, mit jeweils zwei dicken Rundeisen an den Seiten. Aus ihnen sprießt Gras. Einst, in den sehr frühen Zeiten der Ingenio, dienten sie wahrscheinlich zum Sieden des Zuckers.

Der letzte Sockel der Revolution

Was ist erbärmlicher? Das Angebot in den kleinen Läden oder der Zustand der meisten Häuser? Im großen Verwaltungsgebäude stehen vom ersten Stock nur noch die Wände, und selbst im Erdgeschoß hat das Regenwasser die meisten Räume unbenutzbar gemacht. Obgleich die wenigen noch übriggebliebenen Holzhäuser wahrscheinlich den nächsten Hurrikan nicht überstehen werden, sind sie mit ihren hölzernen Ornamenten und Schnitzereien vom Ende des 18. Jahrhunderts immer noch eindrucksvoll. Vielleicht würde mit ihnen auch die letzte architektonische Erinnerung an die alte "Ingenio" verschwinden, wäre da nicht noch das ehemalige Herrenhaus. Aus der Ferne wirkt es noch gut erhalten, sein beiger Anstrich scheint frisch zu sein, die Holzsäulen sind in Blau gehalten, die großen Türen und hohen Fenster sind geöffnet. Aus der Nähe sind die Holzsäulen durch einfache Betonsäulen ersetzt, auf dem Vordach grünt Gras, die Fenster hängen schief in den Angeln, vor seinem Aufgang spielen Kinder. Es dient heute als Kindergarten.

Und wo sind die Menschen geblieben? 1958 arbeiteten auf "Tinguaro" 2400 Menschen. Fast so viele, wie damals im ganzen Dorf wohnten. Etliche von ihnen sind am Vormittag eines normalen Wochentages zu erleben: Frauen stehen vor den Läden, andere hängen in den Vorgärten die Wäsche auf, an den Wegesrändern stehen Männer in gemächlichen Schwatz zusammen, andere spielen im Park Domino, zwei Pferdefuhrwerke traben vorbei, eines mit Brot für die Bodega worauf Männer und Frauen alles andere unterbrechen, um zur Bodega zu eilen. Auf den Stufen irgendeiner staatlichen Verwaltung sitzen Männer und rauchen, einige gehen hinein, andere kommen heraus, manchmal hält ein Auto und stößt Männer aus, andere lädt es ein, und an der Bushaltestelle sitzt ein Dutzend Säufer.

Der Weltmarkt zwingt zum Vergleich. Brasilien ist heute der größte Rohrzuckerproduzent. Dort sind die Felder größer, die Saatpflanzen dicker, der Dünger ausreichend, die Maschinen schneller und die Fabriken funktionieren. Auf Kuba sind die Arbeiter billiger.Ach, nicht zu vergessen! Vor den Schornsteinen steht noch das Stahlgerippe eines ehemaligen Fabrikgebäudes. Einen Meter über dem Erdboden hat sich auch noch ein schmaler Betonsockel erhalten. Auf ihm steht verwaschen, wenngleich in roter Farbe noch lesbar:

"REVOLUCIÓN"

Hätte Geschichte einen Sinn, würde sie sich dafür rächen, dass aus Terroristen Helden gemacht werden sollen.

Klaus D. Leciejewski hat an verschiedenen deutschen Hochschulen Wirtschaft gelehrt, ist Autor mehrerer Sachbücher und Publizist. Er ist mit einer Kubanerin verheiratet und lebt einen großen Teil des Jahres auf Kuba.

Leserpost (4)
Gerhard Mader / 17.07.2017

Während der Kubakrise 1960 war ich mit dem DDR-Ausbildungsschiff “J. G. Fichte” auf Praktikumsreise in Havanna. Seit dem ist für mich Kuba ein Beispiel gewesen, daß Sozialismus immer eine Verschlechterung des Lebensstandards mit sich bringt. Aber daß die kubanischen Sozialisten immer noch so unfähig sind, ist auch für mich erstaunlich. Natürlich liegt es auch am Zusammenbruch der Sowjetunion und der weitgehenden Isolierung Kubas.

Martin Wessner / 16.07.2017

Ein sehr schöner, lesenswerter, melancholischer Artikel. Alles was der Mensch kaputt macht, das kann er auch wieder aufbauen. Meist tat er es prachtvoller, größer und moderner. Für Kuba habe ich diese Hoffnung aber leider nicht. Meines Erachtens sind die gesellschaftlichen und mentalen Zerstörungen erheblich nachhaltiger, als die der Infrastruktur des Landes. Zu einem ist da der sogenannte “Brain-Drain”. Wer als Zugehöriger der Elite und als “Innovationsträger” nicht schon während des Bürgerkriegs präventiv seine Koffer gepackt hatte und dann, nach dem Sieg der “Revolucion”, endgültig in die USA geflohen war, der hatte es darauffolgend in den vielen Jahrzehnten danach getan. Die Zeit wird kommen, in der das sozialistische Regime in Havanna mangels Ressourcen in sich zusammenfällt und kein allmächtiger Überwachungsstaat mehr da ist, der seine Bürger aufhalten will und kann. Dann werden die Kubaner, die mehr Wert darauf legen ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, als sich vom fürsorglichen Staat an die Hand nehmen zu lassen, angesichts der trostlosen Lage vor der eigenen Tür und im krassen Gegensatz dazu 250 Meilen weiter nördlich die schillernden und verlockenden Verheißungen, gewiss nicht darauf warten wollen, bis “die DM zu ihnen kommt”, so wie das im Jahr des Herren anno 1990 in der verblichenen DDR war. Sich an die Vorstellung zu klammern, dass schließlich die Exilkubaner, wenn sie es denn könnten, mit großer Sehnsucht und ganz viel Heimweh zurück auf “ihre” Zuckerinsel kämen, um dort zu leben und ihre durchaus stattlichen Kleinodien freudig zu investieren, um hernach Kuba zu alter Größe emporzubringen und sie(die Insel) wieder zu dem zu machen, was sie einst auf der Welt war, nämlich die reichste und fortschrittlichste Republik in der karibischen Hemisphere, die Idee halte ich für völlig illusionär. Für diese Option ist wohl schon zu viel Zeit vergangen und die emotionalen Bindungen der Exilanten zur Herkunft der Großeltern und Eltern mittlerweile zu sehr erkaltet. Vergleichbar zog es auch keinen Sudetendeutschen und keinen Ostpreußen nach dem Ende des kalten Krieges und dem Ende der kommunistischen Herrschaft in Osteuropa zurück in die alte Heimat. Bei allem Herzschmerz, man hatte sich an das neue Lebensumfeld schon so sehr gewöhnt, sodass es einem nach einiger Zeit vertrauter erschien, als das, was man zuvor kannte. Und auch der Beitritt der ehemaligen COMECON-Länder zur EU hat nichts an diesem desinteressierten Nichtverlangen verändern können. Wie auch immer. Ob indes der boomende Tourismus, als die einzigste noch verbliebene bedeutende “Industrie”, das Potential hat alle anderen Wirtschaftsbereiche, die verloren gegangen sind, zu kompensieren, um die restlichen Einwohner Kubas ausreichend zu ernähren und sie damit in Folge von den Vorteilen des Nicht(!)auswanderns zu überzeugen, wird man dann, in der Zukunft, noch sehen. Zum anderem ist auch die destruktive Kraft einer fast 60zigjährigen hoheitlich-totalitären Gehirnwäsche zwecks der Heranbildung eines neuen, besseren Menschen, in ihrer negativen Auswirkung auf das Denken , Fühlen und Handeln der Kubaner und die sich daraus ergebenden fatalen Folgen für Gesellschaft und Volk, sicher nicht zu unterschätzen. Ob sich auf dem Fundament dieser kulturellen Altlast in einem freien und demokratischen Kuba eine erfolgreiche Marktwirtschaft errichten läßt, wage ich daher stark zu bezweifeln.

Th.F. Brommelcamp / 16.07.2017

Herrlich romantisch dieser kubanische Sozialismus. Mit Che T-Shirt am Strand. Das essen, was die Einheimischen sich nicht leisten können. Bei 25 Grad ein Sonnenuntergang genießen. Der Sozialismus für DDR Nostalgen.

Winfried Sautter / 16.07.2017

Beeindruckendes Stimmungsbild, sicherlich auch die richtigen Schlussfolgerungen. Was mir aber seit Jahren nicht einleuchtet will, ist, dass ich im Dienst (Wohlfahrtsverband mit Sitz in Hannover)  fairgehandelten Rohrzucker aus Übersee verwenden soll, während der Rübenzucker doch vor der Tür produziert wird.

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