Walter Krämer / 01.11.2015 / 15:36 / 1 / Seite ausdrucken

Exzessiver Fleischkonsum schadet - exzessiver Blumenkohlkonsum auch

Es ist seit langem bekannt, dass exzessiver Fleischkonsum der Gesundheit schadet. Genauso wie exzessiver Blumenkohlkonsum. Jetzt hat die Weltgesundheitsorganisation das Risiko präzisiert: Pro 50 g Wurst am Tag steigt das Darmkrebsrisiko um rund 20 %. Absolut gesehen zwar nur eine Trivialität – Anstieg von 5 % auf 6 % – aber immerhin. So das Fazit einer Auswertung verschiedener einschlägiger Studien.

Dieses Fazit ist damit nur so viel wert wie diese Ausgangsstudien selbst. Und hier sind angesichts serienmäßiger Falschmeldungen zu Krebsgefahren durchaus Zweifel angebracht. Die wohl weltweit renommierteste Wissenschaftszeitschrift Science hat einmal diverse einschlägige Alarmmeldungen auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht: Cholesterinreiche Diät erhöht das Darmkrebsrisiko bei Männern um 65%. Der Verzehr von Joghurt mindestens einmal im Monat verdoppelt das Risiko für Eierstockkrebs bei Frauen, eine wöchentliche Spülung der Geschlechtsorgane vervierfach es sogar. Die regelmäßige Anwendung von alkoholhaltiger Mundspülung erhöht das Mundkrebsrisiko um 50%. Und wer mehr als 3 Liter Flüssigkeit gleich welcher Art pro Tag konsumiert, verdoppelt damit das Risiko von Blasenkrebs. Und so weiter und so fort.

Aber keine Panik: Alle diese Studien sind zwar in mehr oder weniger renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschriften erschienen (und wie üblich vor allen in den deutschen Medien begierig aufgegriffen worden), aber alle falsch, d.h. auf unzulässigen Analysen aufgebaut. Laut Science ließ sich keine einziges dieser Ergebnisse durch unabhängige Wiederholung replizieren; in aller Regel hatte man – wenn nicht ganz einfach betrogen - wichtige weitere erklärende Variablen einfach vergessen. Auf diese Möglichkeit weist auch die zweiseitige Zusammenfassung des noch nicht erschienenen WHO-Berichtes hin, auf die sich die aktuelle Hysterie in Deutschland stützt.

Der wichtigste dieser oft übersehenen Krebserreger – neben dem Rauchen und mangelnder Hygiene - ist dabei das Alter. Denn die mit Abstand größte Krebsgefahr geht nach wie vor von einem langen Leben aus. Ab dem Alter 65 steigt die Krebsgefahr in Deutschland alle fünf Jahre um mehr als 40 %! So sterben etwa in Deutschland von 1000 Frauen im Alter zwischen 65 und 70 rund 47 an Krebs, im Alter zwischen 70 und 75 dagegen schon 65, und mit jedem weiteren Lebensjahr nimmt auch die Krebsgefahr wie auch bei Männern weiter zu.
Wann endlich fordert die Bundestagsfraktion der Grünen, das Älterwerden einfach zu verbieten. Auch die Rentenversicherer würden sich darüber freuen.

Die aktuelle WHO-Panikmache zu Wurst und Fleisch reiht sich damit nahtlos ein in vergangene Kampagnen zu Glyphosat und Pflanzenschutzmitteln aller Art, in denen ebenfalls gewisse Minigefahren aus einem riesigen Universum von Gesundheitsrisiken willkürlich herausgegriffen worden sind. Es ist traurig, aber wie es aussieht, verkommt die Weltgesundheitsorganisation immer mehr zu einem billigen Propagandakanal radikalgrüner Weltverbesserungsfantasten.

Das beste Video zum Thema hier.

Zum gleichen Thema schreibt Christoph Lövenich auf Novo-Argumente hier.

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Leserpost (1)
Jürgen Grossheim / 01.11.2015

Da hatte ich vor einigen Tagen eine Diskussion mit einem alten Freund. Der ist jetzt 72 und ernährt sich nur noch Bio. Es diene seiner Gesundheit, sagt er. So verzichtet er auf Weintrauben, die mit Pestiziden vergiftet sind. Besonders mit dem in Verruf geratenen Glyphosat. Da ist er nun 72 Jahre alt geworden und hat sein Leben lang alle möglichen Gifte in sich hinein gegessen. Und, oh Wunder, er lebt noch und ist kerngesund. Ich wünsche ihm für die noch vor ihm liegenden (72?) Jahre Gesundheit und weiterhin viele Spaß.

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