Chinas Energiehunger (Teil 2): Ihr wollt nicht? Wir schon!

Peking und Smog – das gehörte in den vergangenen Jahren untrennbar zusammen. Extremer Wintersmog, nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in anderen Ballungsgebieten, führt immer wieder zu enormer Belastung der Bevölkerung. Selbst die Shanghaier Akademie der Sozialwissenschaften schlussfolgerte 2013 etwas überspitzt, dass die Stadt für menschliches Leben kaum geeignet sei. Deutsche Medien kommentieren solche extremen Vorkommnisse teils mit Häme, teils mit erhobenem Zeigefinger. Schuld ist natürlich die "zügellose" Kohleverbrennung ohne Rücksicht auf Mensch und Umwelt. 

Nun, europäischen oder amerikanischen Städten ging es noch im vorigen Jahrhundert nicht besser. Der Londoner Smog war so legendär wie der graue Himmel über dem Ruhrgebiet oder der "Stahlstadt" Pittsburgh. Alles lange vorbei: Über dem Ruhrgebiet blaut seit Jahrzehnten wieder der Himmel. Grund zur Freude liefern auch von der Environment Protection Agency (EPA) veröffentliche Zahlen: Sie zeigen, dass in den USA die Emissionen der sechs wichtigsten Schadstoffe von 1980 bis 2013 um über 60 Prozent abnahmen, trotz gleichzeitigem Zuwachs von Bruttosozialprodukt, Bevölkerung und Energieverbrauch. 

Was für Deutschland oder die USA galt, gilt auch für China oder Indien: Wenn ein Industrieland einigermaßen wohlhabend geworden ist (und die Bevölkerung hinreichend Druck macht), gibt es auch genügend Mittel und den Willen, sich um die Umwelt zu kümmern. Die Umwelt-Kusnetskurve beschreibt diesen Ablauf sehr schön.

Greenpeace, Sierra Club oder das PIK in Potsdam geben die Schuld an der Luftverschmutzung gern den Kohlekraftwerken. Zu unrecht, denn der meiste Dreck kommt, wie auch in den frühen westlichen Industrieländern, aus einer Vielzahl anderer Quellen. Das sind Auspuffe von Autos, Mopeds und LKWs, Herde, Kamine und Öfen zum Kochen und Heizen in Haushalten, veraltete Heizkraftwerke in den Stadtvierteln, Feuerungsanlagen in Restaurants, Werkstätten und Fabriken. Jedes Jahr werden in China nach eigenen Angaben (2016) 700 bis 800 Millionen Tonnen Kohle direkt verbrannt.

Betreibt man diese vielen Klein- und Kleinstanlagen mit Kohlestrom aus modernen Kraftwerken ("clean coal by wire"), so nimmt der Gesamtausstoß an Schadstoffen kräftig ab. In einem von Kohle dominierten Energiemix wie in China sind moderne Kohlekraftwerke also der beste Weg zu einer sauberen Umwelt, ein Zusammenhang, den Grüne leider nicht verstehen. 

Habeck hätte es nicht besser machen können

Aktuell sind 700 Gigawatt (GW) der chinesischen Kohlekraftwerke mit Ultraniedrig-Emissionstechnologie ausgerüstet, wie der unabhängige China Economic Review im Februar berichtete. Der Ausstoß an Schadstoffen wie Ruß, Schwefeldioxid und Stickstoffoxiden liege bei diesen Anlagen nahe den Werten von Erdgaskraftwerken. Überraschend ist dieser hohe Standard nicht: Die meisten modernen Kohlekraftwerke finden sich in China. Die neuesten davon zählen zu den effizientesten und saubersten Anlagen weltweit. 700 GW – das sind siebzig Prozent der chinesischen Kohleflotte. Von "schmutzigem Kohlestrom" kann im Falle Chinas also nicht die Rede sein, im Gegensatz zu Deutschland, wo der Anteil moderner Kohlekraftwerke wesentlich kleiner ist. 

Entsprechend der erwähnten Kusnetskurve dürfte China inzwischen an dem Wendepunkt angelangt sein, ab dem Umweltbelange wichtig werden. In der DDR oder der Sowjetunion spielte die Umwelt keine Rolle, im staatssozialistischen China sehr wohl. Auch deshalb, weil die Parteiführung "politische Unruhe" wegen schädlicher Luft- und Umweltverschmutzung fürchtet. Heute spricht sie von neuen Wirtschaftsstrukturen, hochwertigem Wachstum oder gar einer "ökologischen Zivilisation". Bei den Grünen im Westen kommt so etwas gut an. "China", so heißt es in einem Papier eines Melbourner Instituts für eine nachhaltige Gesellschaft, "befindet sich derzeit im Übergang von einer Wirtschaft mit hoher Treibhausgasverschmutzung zu einer mit niedriger." Das mag stimmen, trifft aber nicht den Kern. Treibhausgase sind nicht die Hauptsorge chinesischer Umweltpolitik. 

Im März versprach Xi Jinping auf dem 13. Nationalen Volkskongress in Peking den Delegierten quasi "blühende Landschaften". Er erwähnte ausdrücklich den Aufbau einer ökologischen Zivilisation, betonte die Integration von Umweltschutz und wirtschaftlichem Wachstum und bekannte sich zum "entschlossenen Kampf" gegen Luftverschmutzung und für den Schutz schöner Landschaft. Habeck hätte es nicht besser machen können. Den Klimawandel erwähnte Xi allerdings kein einziges Mal.

Ebenfalls unerwähnt bleibt der Klimawandel in einem Video, das 2015 im chinesischen Netz viral ging. Innerhalb weniger Tage erreichte die unabhängig produzierte Dokumentation über Chinas dramatische Smog-Krise über 200 Millionen Zuschauer. Fehlende Kontrollen, nicht befolgte Gesetze, Monopole und weit verbreitete Korruption, so zeigt die Autorin, sind wichtige Hemmnisse auf dem Weg zu sauberer Luft. Für die Lösung verweist sie auf das Vorbild England oder USA: der Umstieg zu Öl, Erdgas und "clean coal" sowie die strenge Regulierung von "Auspuffen und Schornsteinen". 

Kein einziges Mal fallen in dem fast zweistündigen Video die hierzulande allgegenwärtigen Schlagworte aus dem grünen Kramladen wie erneuerbare Energie, Klimakrise oder Klimarettung. In China kennt man offensichtlich eine einfache Wahrheit: Kohlendioxid ist nicht schädlich. Verschmutzte Luft hat nichts mit diesem nützlichen Molekül zu tun; verantwortlich sind tatsächliche Schadstoffe, die man weitgehend vermeiden kann. Und es drängen wichtigere Probleme, etwa die Sanierung der Umwelt in ländlichen Regionen: saubere Toiletten, Abwassersysteme, Müllabfuhr, dörfliche Kläranlagen. Dafür will der Staat laut Reuters in den kommenden drei Jahren 440 Milliarden Dollar ausgeben. 

Westliche Umweltschützer sollten ihre Hoffnung, dass China die Kohlenutzung wegen der "Klimakrise" aufgeben werde, begraben. Es gibt dort wichtigere Aufgaben. 

Kohle bleibt – noch viele Jahrzehnte

Im März dieses Jahres regte das China Electricity Council (CEC) an, die Kapazität der gesamten Kohlekraftwerke auf 1.300 Gigawatt im Jahr 2030 zu begrenzen. Bleibt es dabei, so kämen zu den vorhandenen tausend Gigawatt noch 300 GW hinzu. Berücksichtigt man zudem den Ersatz alter Kraftwerke, dürften chinesische Kraftwerker bis auf weiteres alle ein bis zwei Wochen ein neues modernes Kohlekraftwerk in Betrieb nehmen. Grüne, aufgemerkt: Sollten in Deutschland in zehn Jahren, wie geplant, 27 GW an Kohlekraftwerken außer Betrieb sein, füllte allein der chinesische Zubau eines Jahres das vermiedene CO2 locker wieder auf.

Westlichen NGOs graut vor Chinas Plänen. "Der enorme Umfang der chinesischen Wirtschaft und die kräftig wachsende Energieerzeugung" seien groß genug, um jede Emissionsminderung in anderen Ländern zunichtezumachen, beklagte jüngst ein Vertreter von endcoal.org. China müsse "energische Schritte" unternehmen, um seine Kohlenutzung rasch und deutlich zu verringern. Sonst bestünde keine Hoffnung, die Klimaziele von Paris zu erreichen.

In dieselbe Kerbe schlagen auch das Trio aus Global Energy Monitor, Greenpeace und dem Sierra Club. Um das beworbene 2°-Ziel zu erreichen, so fordern die drei wohlbetuchten NGOs in dem gemeinsam erstellten Bericht Boomand Bust 2019, dürfe China keine neuen Kohlekraftwerke bauen und müsse bis 2045 vollständig aus der Kohleverstromung aussteigen. Aufzugeben und durch andere Quellen zu ersetzen wären pro Jahr vierzig GW an Kohlestromleistung. Dafür müssten chinesische Energieversorger 150, 200 Milliarden Dollar jährlich ausgeben, grob geschätzt. Und das, um eine billige, effiziente Energiequelle durch eine teure, ineffiziente abzulösen. 

China würde damit die industrielle Basis, die es in den letzten Jahrzehnten geschaffen hat, zerstören. Aberwitzig. Wie können intelligente Leute nur meinen, die chinesische Führung ließe sich auf so etwas ein? So töricht kann nur ein (noch recht) wohlhabender Staat wie Deutschland handeln, in dem Regierung und große Teil der Bevölkerung die Bodenhaftung verloren haben. China hingegen ist, trotz Wirtschaftsboom und prosperierender Megastädte, immer noch ein unterentwickeltes Land. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt knapp unterhalb des Weltdurchschnitts. An Strom nutzen Chinesen pro Kopf rund 5.000 kWh, 30 Prozent weniger als ein Deutscher und 50 Prozent weniger als ein Taiwanese. Deshalb wird der Energiebedarf Chinas in den kommenden Jahrzehnten weiter wachsen. 

Die Cinesen werden sich hüten, die Kohle aufzugeben

Heute ist das Land mit mehr als siebentausend TWh pro Jahr weit vor den USA der größte Stromproduzent der Welt. Seit der Jahrhundertwende wächst seine Stromerzeugung mit bis zu zehn Prozent im Jahr. Selbst bei geringerem Wachstum dürften chinesische Kraftwerke in zehn bis fünfzehn Jahren die doppelte Menge an Elektrizität pro Jahr erzeugen wie heute. Und auch wenn der Anteil der Kohle sinken sollte (von über 70 auf rund 50 Prozent, wie manche Analysten schätzen), bedingte dieser Anstieg immer noch einen höheren Kohleverbrauch. 

Kohlekraftwerke produzieren vierzig, vielleicht fünfzig Jahre. Das heißt: All die Anlagen, die China seit der Jahrhundertwende gebaut hat und bauen wird, verfeuern auch dann noch munter Kohle, wenn Deutschland von Sonnenlicht, bewegter Luft und Biogas lebt. Natürlich sähen westliche Aktivisten es gerne, dass auch China auf grüne Energie setzte. Da sei das Land ja Spitzenreiter, mit den meisten Windrädern und Solarzellen weltweit. Nun, betrachtet man den gesamten Energieverbrauch des Landes, dann liefern Wind und Solar laut BPs jüngstem Energiebericht knapp vier Prozent vom Ganzen. Mehr als Beiwerk ist von diesen teuren, wetterabhängigen Energiequellen nicht zu erwarten. 

Warum auch sollte sich Peking eine "Energiewende" nach EU beziehungsweise deutschem Vorbild antun? Die höchsten Energiepreise für Haushalte und Industrie finden sich in europäischen Ländern. Wirtschaftliches Wachstum stagniert, Investitionen sinken. Dafür wächst die Verschuldung ungebremst. Auf dem Energiesektor nimmt die Abhängigkeit von russischen Quellen zu. Und dann noch, wie in Frankreich, Massenproteste gegen steigende Energiepreise. Gerade dieser Widerstand dürfte den chinesischen Autokraten zu denken geben. Unruhe in der Bevölkerung können sie nun gar nicht gebrauchen. 

Moderne Gesellschaften lassen sich durch Sonnen- und Windenergie auf Dauer nicht aufrechterhalten, arme Länder können sich damit nicht entwickeln. Wer's trotzdem versucht, muss schleichenden Wohlstandsverlust in Kauf nehmen oder weiter in Armut leben. Da mag endcoal.org noch so klagen: Die chinesische Führung wird sich hüten, die größte heimische Energiequelle, die Kohle, aufzugeben. 

Vorbild Deutschland, bevor grüne Angstmacherei obsiegte

In drei Jahren macht Deutschland Schluss mit der Kernenergie; später ist auch die Kohle fällig. Das vermurkelte Land im Herzen Europas meuchelt alle realistischen Formen der Energieerzeugung. China macht all das, was man hierzulande aufgibt. Dort herrscht nicht nur "König Kohle"; auch die Kernenergie kommt. Sieben Kernkraftwerke gingen im letzten Jahr in Betrieb; fünfzehn sind aktuell im Bau. 2020 wird es in China etwa fünfzig Einheiten geben, und 2030 sollen rund 150 Meiler Nuklearstrom liefern. 

China legt damit ein Ausbautempo wie einstmals Frankreich vor, das zwischen 1977 und 2000 über fünfzig Reaktoren fertigstellte. Die chinesische Kerntechnik lernt (und kopiert) dabei von den Besten. In den 1990er Jahren lieferte die französische Framatome die ersten Kernkraftwerke mit Druckwassertechnik; nach diversen Baureihen und Typen entstand daraus ein einheimischer Reaktor, der im Wesentlichen dem französischen Vorbild entspricht. Seit 2005 entwickelt sich die chinesische Kerntechnik rapide; inzwischen baut sie, derzeit noch zusammen mit Framatome und Westinghouse, Reaktoren der dritten Generation wie den französischen EPR (an dem einstmals auch Siemens beteiligt war) und den von Westinghouse entwickelten AP1000. Diese stützen sich auf die bewährte Druckwassertechnik, sind aber kompakter und verfügen über exzellente Sicherheitseinrichtungen: Selbst bei schweren Unfällen sollen sich die Auswirkungen auf die Anlage beschränken. Kernschmelzen werden aufgefangen. 

Zwei EPRs, die ersten weltweit, sind in China in diesem Jahr in Betrieb gegangen. Vier AP1000 laufen seit letztem Jahr. Sie bilden die Grundlage für künftige einheimische Reaktoren der Generation III. "Die Chinesen befinden sich in einer erstklassigen Position. Sie sind jetzt in der Lage, die Technologie innovativ und evolutionär voranzubringen", erklärt Marc Hibbs, Autor von The Future of Nuclear Power in China. Nukleartechnisches Knowhow, das in Deutschland dahinsiecht, sammelt sich nunmehr in Fernost. 150.000 Beschäftige zählt die chinesische kerntechnische Industrie. "Die Kernenergie wird in China in den kommenden Jahrzehnten exponentiell wachsen", meinte Asienanalyst Joseph Jacobelli von Bloomberg Intelligence jüngst in China Daily.

Einen Blick in die Zukunft gibt der Standort Yangjiang (Provinz Guangdong) im Süden Chinas. Sechs Reaktoren, jeder mit einem Gigawatt Leistung, produzieren dort pro Jahr zusammen rund 48 TWh Strom, genug, um den Strombedarf von Portugal oder Griechenland komplett zu decken. Wer es ernst mit der Rettung des Planeten meint, mag selbst ausrechnen, wie viel Kohlendioxid diese Anlagen nicht emittieren.

Chinas schon vor dreißig Jahren formulierte Nuklearstrategie zielt auf einen geschlossenen Brennstoffkreislauf mit Schnellbrut-Reaktoren (SBR). So etwas hatte auch schon einmal die deutsche Regierung geplant, bevor grüne Angstmacherei obsiegte. 2018 begann China mit dem Bau eines Demonstrations-SBR. Er soll 600 MW leisten und 2023 in Betrieb gehen. Chinas Planung sieht vor, dass sich um 2040 die Kapazität der Druckwasserreaktoren bei 200 GW einpendelt. Dann würden mehr und mehr Schnelle Reaktoren die nukleare Stromerzeugung übernehmen. Deren Kapazität soll bis 2050 auf mindestens 200 GW und auf 1.400 GW um die Jahrhundertwende wachsen.

Zum künftigen nuklearen Portfolio gehören kleine Reaktoren, um Städte und Stadtteile zu beheizen oder Flugzeugträger anzutreiben, Hochtemperaturreaktoren (HTR), die Prozesswärme für Industrieprozesse liefern, etwa um Wasserstoff zu erzeugen, Meerwasser zu entsalzen oder Ölschiefer zu verarbeiten. Kohle und HTR passen gut zusammen; er ist hervorragend geeignet, um Kohle zu vergasen oder zu verflüssigen. Flüssigsalzreaktoren sind ebenfalls Teil des Programms, genauso wie Bill Gates' Brennwellenreaktor, der jetzt in China beheimatet ist. Und, nicht zu vergessen, auch an der Kernfusion arbeiten chinesische Forscher.

Ein starker Ausbau der Kernenergie macht die Kohle nicht überflüssig. Selbst 400 Kernkraftwerke, zur Jahrhundertmitte in Betrieb, könnten etwa nur ein Drittel des Strombedarfs decken. Bleibt genug Arbeit für ein bisschen Wind und Sonne, für Wasserkraft und Erdgas, und vor allem für Kohle. 

„Militärisch ambitionierte Ziele“ mit Windrädern unmöglich

Innerhalb von vier Jahrzehnten hat China den größten Teil seiner Bevölkerung aus bitterster Armut befreit. Den Treibstoff für diese Entwicklung liefert die Kohle; kein Land auf der Welt fördert und verbraucht davon mehr als derzeit China. Etliche Billionen Euro dürften sich inzwischen im Kohlebergbau, in der Kraftwerksflotte und im Stromnetz vergegenständlicht haben. Man kann kategorisch ausschließen, dass die chinesische Führung dieses immense Guthaben aufgeben würde, um irgendein Klima zu retten. 

China baut inzwischen die modernsten Kohlekraftwerke; 80 Prozent aller Neubauten sind vom ultrasuperkritischen Typ. Sie arbeiten sauber und effizient und weisen, quasi als Kollateralnutzen, auch noch geringere CO2-Emissionen auf. Nimmt man den Ausbau der schadstofffreien Kernenergie dazu, so erweist sich das Land als echter CO2-Vermeider, und das ohne die kräftig gestiegenen Energiekosten, die das Markenzeichen der Energiewende sind. 

Eine sichere Energieversorgung setzt man nicht aufs Spiel. Der chinesischen Führung geht es nicht nur um Wohlstand und Wirtschaft, sondern auch um Macht, nach innen und nach außen. Die kommunistische Partei benötigt einen fortwährenden wirtschaftlichen Aufschwung, um ihre autokratische Herrschaft zu rechtfertigen und zu sichern. Nach außen geht es um die "Frage der zukünftigen globalen Hegemonie", wie der China-Experte Eberhard Sandschneider von der FU Berlin in einem Gespräch mit der NZZ meinte. "Wir sehen die allerersten Anfänge einer immer konfrontatorischeren Politik". Der Konflikt im Südchinesischen Meer, wo China 80 Prozent eines Gebiets für sich reklamiert, auf das auch die Philippinen, Vietnam, Brunei und Malaysia berechtigte Ansprüche erheben, ist schon einmal ein Anfang. 

"Militärisch ambitionierte Ziele", wie sie China laut Sandschneider hat, lassen sich mit erneuerbaren Energien sicher nicht erreichen. Da braucht es schon die, aus grüner Sicht, alten Energien. Schön wäre es aber, von Peking aus gesehen, wenn der prospektive Gegner mit Biotreibstoff, Solarantrieb und Windgas ins Feld zöge. Damit sind wir wieder am Anfang, bei Trumps Leugner-Tweet: Rumpelt der Westen den Klimapfad hinunter und China nicht, gewinnt Peking.

Den ersten Teil dieses Beitrages lesen Sie hier.

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Mike Loewe / 25.08.2019

Ein sehr guter Artikel. Zur Smog-Problematik in chinesischen Städten ist zu sagen, dass in den Städten zwar Myriaden von Motorrädern unterwegs sind, aber alle fahren elektrisch! Flächendeckend in allen Städten! Damit sind die Abgase dieser Mopeds zwar nicht eliminiert, aber sie entstehen nicht mehr in den Städten, sondern dort wo die Kraftwerke stehen. Mit Bussen ist China auf einem ähnlichem Weg, die Stadt Shenzhen betreibt ihre gesamte Flotte von 17.000 Bussen bereits elektrisch, und auch dies wird vermutlich bald in ganz China der Fall sein. Mit Autos und LKWs wird in China ähnliches passieren, zudem hat China in wenigen Jahren das ganze Land mit Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecken und die Städte mit Metronetzen überzogen, was den Autoverkehr reduziert. Deutschland ist für das Hochtechnologieland China kein Vorbild. Gegen China ist es ein Zwergstaat, wie auch die meisten anderen der ca. 200 Nationen auf diesem Planeten. Das China-Bild der meisten deutschen Mainstream-Journalisten ist von vorgestern und von verstecktem Nationalismus geprägt.

Sabine Schönfelder / 25.08.2019

Die Energiegewinnung der Zukunft wird immer das Wort ‘KERN’ beinhalten, auch wenn Grün-Linke die Klimathematik durch den Äther jagen, bis sie uns zum Hals raushängt. Das ist Logik, das ist Naturwissenschaft, das ist auf Dauer unvermeidlich. Im Grunde besteht dieser Status bereits jetzt, denn wir beziehen neben unserer n i c h t grundlastfähigen Alternativenergieversorgung Atomstrom von den Anrainern. Zur Märchenausschmückung einer zeh-oh-zwei-reduzierten Welt, bleiben unsere eigenen Kohlkraftwerke ausgestellt. Wir befinden uns momentan in einem politischen Alptraum. Idioten und Ideologen bestimmen Deutschlands Geschicke, toleriert von einer übersättigten Wohlstandsgesellschaft. Abwarten und Tee trinken.

Klaus Fellechner / 25.08.2019

Zahlen lügen nicht, warum begreifen unsere Politiker nicht, was sie gerade anrichten? Sind sie wirklich so naiv oder dumm oder führen sie uns absichtlich in die Katastrophe? Das Pariser Abkommen ist das Papier nicht wert auf dem es steht! China und die USA feixen, ihre Wirtschaft brummt und wir überlegen wie wir das Weltklima retten! WIR SCHAFFEN DAS NICHT!

Dieter Eckstein / 25.08.2019

Kleine Korrektur - der von Bill Gates geförderte Reaktor Typ heißt Laufwellen-Reaktor (engl. traveling-wave reactor TWR).

Reinhard Lange / 25.08.2019

China hat einen Militärstützpunkt im Ausland, die USA, zählt man neben den knapp 800 eigenen auch die Stützpunkte hinzu, über die die USA jederzeit verfügen können, rund 1.000. China ist im Gegensatz zu den USA auch eine nur relativ unbedeutende Seemacht. Die Militärausgaben allein der USA betrugen im vergangenen Jahr mehr als das Zweieinhalfache derjenigen Chinas, obwohl Chinas Bevölkerung mehr als viermal so groß ist wie die US-amerikanische. Man sollte schon stets die richtigen Proportionen beachten.

Helmut Driesel / 25.08.2019

Ja, sehr beeindruckend. Jetzt müssten wir uns aber noch vorstellen, wie die chinesische Gesellschaft aussehen wird, wenn die gelobten Anlagen alle fertig und in Betrieb sind. Da ist Prophetie gefragt. Werden aus den Chinesen dann phlegmatisch-gutmenschelnde “Europäer” mit Schlitzaugen sein? Oder werden sie mehr wie die heutigen Amerikaner sein? Das heißt mit einem gewissen Hang zur Weltpolizei bei ausufernder Kriminalität zu Hause?  Wie weit ist die Mafia in China heute und wo wird sie in 20 Jahren sein, mit Raumfahrt und funktionierendem Plutoniumkreislauf? Wann werden sie ihren ersten Krieg führen? Vielleicht in Afrika gegen Frankreich? Oder bringen sie einfach nur ihr kommunistisches Konzept vorbei und sagen:  “Ihr schafft das!”?

Michael Sachs / 25.08.2019

Der Artikel haut einen fast um u. zeigt unsere auf Selbstzerstörung angelegte Linke Merkel Regierung. Wenn selbst ein kommunistisches Land wie China uns zeigt wie Kapitalismus in der guten Form funktionieren kann. Ich wußte nicht das Kohlekraftwerke so sauber sein können, es zeigt das jeder Fortschritt nur mit der modernsten neuesten Technik verwirklicht werden kann u. nicht mit Altrussischer kommunistischer DDR Denkweise. Merkel schafft Deutschland ab das ist ja schon lange bewiesen u. dieser Artikel wird in keiner Mainstream Zeitung verbreitet darauf kann man fast schon Wetten. Was diese Frau in 14 Jahren mit uns gemacht hat spottet jeder Beschreibung u. ist nicht in Zahlen auszudrücken. Deutschland das Land das bis zum 20.Jahrhundert fast alles erfunden hat was auf dieser Welt existiert mutiert zu einem Entwicklungsland unterster Stufe wenn wir so weitermachen, es gibt Zeitungsartikel in deutschen Leitmedien wie Bildzeitung aber auch Spiegel, Focus, Süddeutsche die von soviel linker Dummheit strotzen das man sich schämt in so einem Land zu Leben, kommt scheinbar aus dem null Bock no Future Denken der Klimaselbstmörder.

Enrique Mechau / 25.08.2019

Diese vermaledeiten NGO’s mit all den faulenzenden Nichtskönnern und Dummschwätzern sollten endlich in die Tonne getreten werden. Sie sind absolut überflüssig und die Dampfplauderer dürfen dann unsere Straßen von Ultrafeinststaub freisaugen. All diese wohlmeinenden Weltenretter gehen von einem China aus, in dem noch die meisten Personentransporte per Rikscha gemacht werden und der Obermandarin die Kulis mit der Peitsche traktiert. Alle heutigen Erkenntnisse über die technische Entwicklung strafen diese in allen Talkshows auftretenden Laberkästen Lügen; die Chinesen haben das großmäulige und hypermoralische; oder besser “moralisierende” Deutschland technologisch schon lange überholt. Als Beispiel möge auch der Transrapid dienen zu dem China bereits wesentlich mehr Patente angemeldet hat als wie jemals hatten. Und die Kernkraftwerke, Deutschland hat immer damit geprahlt die Forschung anzuführen, aber seit den 60 Jahren “nur weiter so” gearbeitet. Das Resultat sehen wir nun. Diese sogenannte “Elite” der kenntnislos daherschwätzenden die überall das Maul aufreißen - vorweg unsere kadergeschulte Frau Dr. M. die Physikerin die scheinbar in Physik immer gefehlt hat - und Fakten weder zur Kenntnis nehmen, noch diese diskutieren wollen; wird das Maul schon gestopft werden wenn der so tolle erneuerbare (wo gibt es denn sowas in der Physik) Strom ausfällt und/oder unbezahlbar wird.

Andreas Hofer / 25.08.2019

Ich gehe mal davon aus, dass diese Zahlen kein Geheimnis sind. In den Referaten arbeiten ja keine Volltrottel. Mit anderen Worten: Eine energiearme Bundesrepublik ist gewollt und die Konsequenzen sind allen klar. Eventuell gibt es einen Deal mit Frankreich: Wir machen die E-Autos, ihr liefert uns Atom-Strom. Auch ein Stück weiterer europäischer Einigung. Wichtigstes Ziel: Deutschlands Souveränität muss gebrochen werden! D.h. Keine Souveränität mehr über Armee, Währung, Grenzen und Energie. Eigentlich ein klares Bild, oder? Immer nur darauf zu beharren, dass “unsere” Politiker doof und ungebildet sind, hilft nicht weiter. Das Wahnsinn hat Methode. Fragt sich nur: Was passiert, wenn EU und Euro zerbröseln?

Bettina Landmesser / 25.08.2019

Toller Bericht. Wenn man ihn liest, wird einem Angst und bange angesichts der Unzurechnungsfähigkeit unserer aktuellen Politiker. Aber wenn schon an das Bundeskanzleramt gesendet würde, wie Herr Benthien vorschlägt,  dann bitte per Gerichtsvollzieher. Einschreiben beweisen keinen Zugang eines speziellen Schriftstückes.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Heinz Horeis, Gastautor / 24.08.2019 / 06:25 / 40

Chinas Energiehunger (1): Der Kohle-Koloss

Eine Maus, die einem Elefanten ans Bein pinkelt – etwa so müsste sich ein deutscher Klimaretter vorkommen. Der Elefant ist China, wo niemand Greta kennt und wo…/ mehr

Heinz Horeis, Gastautor / 28.02.2019 / 06:25 / 66

Weiberfastnacht 2: Kopfwäsche

Greta Thunberg, knapp 16 Jahre alt, kämpft für das Klima. Inzwischen ist sie, so die Süddeutsche Zeitung, die „Galionsfigur der Klimaschutzbewegung“. Damit hat sie, auch…/ mehr

Heinz Horeis, Gastautor / 03.12.2018 / 06:28 / 83

Kattowitz: Das Erdsystem steuern? Welche Hybris!

Als der Mensch auf die Erde kam, hatte ihm niemand ein Recht auf einen konstanten Meeresspiegel zugesichert. Oder auf eine stets angenehme Temperatur. Stattdessen erhielt…/ mehr

Heinz Horeis, Gastautor / 05.05.2018 / 06:20 / 34

Rettet den Strompreis!

Elektrischer Strom ist den Deutschen lieb – und vor allem teuer. Gerade hat der Haushaltspreis für eine Kilowattstunde die 30-Cent-Marke geknackt. Genau 30,8 Cent pro…/ mehr

Heinz Horeis, Gastautor / 01.03.2018 / 06:20 / 17

Deutschland steigt aus (3): Weg mit der Kohle!

Von Heinz Horeis. Die Energiewende gilt als Erfolg. Windräder und Voltaikanlagen haben kräftig zugelegt; es gibt nur noch wenige Landstriche in Deutschland mit freier Sicht…/ mehr

Heinz Horeis, Gastautor / 11.09.2017 / 06:04 / 36

Energiewende – Das Versagen steht zur Wahl

Von Heinz Horeis. Anfang des Jahres im Januar stellten Windräder und Solarzellen über mehrere Tage ihre Arbeit nahezu komplett ein. Kaum Wind, wenig Sonne –…/ mehr

Heinz Horeis, Gastautor / 14.06.2012 / 22:31 / 0

Fukushima rechtfertigt nicht den Ausstieg aus der Kernenergie

Interview mit dem britischen Physiker und Strahlenexperten Prof. Wade Allison Die Fragen stellte Heinz Horeis Vor kurzem haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Wissenschaftliche Ausschuss…/ mehr

Heinz Horeis, Gastautor / 16.04.2012 / 18:20 / 0

Schlechte Bilanz für Windräder und Photovoltaik

Heinz Horeis Gemessen an Kohle- oder Kernkraftwerken sind Windräder und Solarzellen ineffizient. In Deutschland ganz besonders. Strom aus “erneuerbaren” Quellen wird hierzulande deutlich aufwendiger als…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com