Karim Dabbouz / 01.05.2017 / 18:00 / Foto: Jean Housen / 17 / Seite ausdrucken

Meine kleine Checkliste für die Leitkultur-Debatte

Der Innenminister hat die Diskussion um eine deutsche Leitkultur wieder aufgegriffen, schließlich ist Wahlkampf. "Wir sind nicht Burka", schreibt er in "Bild am Sonntag". Für manche reicht das nicht, für andere ist es schon zu viel des Guten. "Brauchen wir nicht! Nazis! Überflüssig! Wir haben doch das Grundgesetz!“ Man kennt die Reflexe.

Aber reicht das Gesetz allein wirklich aus? Folgende acht Dinge, die in Deutschland nicht verboten sind:

1) Es ist nicht verboten, euren ältesten Sohn zum Herrn über alle weiblichen Familienmitglieder zu erklären, obwohl er selbst noch ein Kind ist.

2) Es ist nicht verboten, eure 8-jährige Tochter in ein Kopftuch zu hüllen und sie von gleichaltrigen Jungs abzuschotten und in ein Leben als Hausfrau zu drängen.

3) Es ist nicht verboten, eure Kinder vom Schwimmunterricht fernzuhalten, euren Töchtern zu verbieten, Fußball zu spielen oder Skateboard zu fahren.

4) Es ist nicht verboten, Frauen nicht die Hand zu geben, nur weil sie Frauen sind.

5) Es ist nicht verboten, euren Kindern vorzuschreiben, wen sie wann zu heiraten haben oder dass sie zu heiraten haben.

6) Es ist nicht verboten, den Westen zu hassen, obwohl ihr seine Errungenschaften in vollen Zügen genießt.

7) Es ist nicht verboten, die sexuellen Bedürfnisse eurer Familienmitglieder zu unterdrücken.

8) Es ist nicht verboten, ein Leben zu führen, in dem alle Dinge göttlich vorbestimmt und weltliches Wissen keinen Wert hat. Das Grundgesetz verbietet euch nicht, ein trauriges, unmündiges Leben zu führen.

Mit anderen Worten: Ihr dürft das. Ist es okay, sich da einzumischen? Na klar, denn Mündigkeit ist die Voraussetzung für ein freies Leben und genau deshalb bleibt die Leitkulturdebatte aktuell. Mit kulturrelativistischen Ausreden mag man sich Freunde machen, schließlich kommt Multikulti immer cool. Die Suppe auslöffeln müssen die anderen. Mit tolerant, bunt und offen hat deren Leben dann aber wenig zu tun.

Leserpost (17)
Hubert Bauer / 01.05.2017

Karim Dabbouz hat vollkommen Recht mit seinen acht Punkten. In einem Rechtstaat ist alles erlaubt, was nicht verboten ist und die acht Dinge sind in Deutschland nicht verboten. Und wenn sie doch verboten sind, greift das Sprichwort “Wo kein Kläger da kein Richter”. Sicher fällt einem zu jedem der acht Punkte ein Artikel des GG ein, der etwas anderes sagt. Aber die Grundrechte sind nur Abwehrrechte des Bürgers gegen den Staat und nicht Abwehrrechte eines Bürgers gegen einen anderen Bürger. Der Staat hat sich weltanschaulich neutral zu verhalten; eine Religionsgemeinschaft darf aber trotzdem den Staat hassen, der auch ihr und ihren Mitgliedern Glaubensfreiheit gewährt. Aber unabhängig von diesem Artikel, würde ich mir auf der Achse eine wirkliche Diskussion über die “Deutsche Leitkultur” wünschen. Hierzu sollten die Kommentare zeitnah veröffentlicht werden und die Diskussion eine Woche offen bleiben. Was de Maizaire kann, können wir doch schon lange und sicher besser.

Hans Meier / 01.05.2017

Die deutschen Innen-Minister sind in Wirklichkeit sämtlich nur “Maul-Helden“ auf der politischen Gigolo-Tanz-Bühne, mehr haben die absolut nicht drauf. Die ignorieren doch alle 8 Kardinal-Verstöße gegen unsere Freiheit, unsere Kultur und unsere Rechte, nur um „im Geschäft zu bleiben“, beim Rechte-Verramschen an die Saudis & Co.

Leo Lepin / 01.05.2017

Zu Punkt 3: Nach meinen Informationen dürfen Eltern ihr Kind nicht vom Schwimmunterricht fernhalten. Es gibt eine Schulpflicht.

Dr. Bredereck, Hartmut / 01.05.2017

Wenn die nun erneut , vom Innenminister angestossene Diskussion, zur deutschen Leitkultur aus der inneren Überzeugung De Maizere´s käme, wäre es positiv zu bewerten. Leider drängt sich der Verdacht auf, dass es triviales Wahkampfgetöse der CDU ist, um AfD -Wähler zurück zuholen. Es sei daran erinnert,  dass der CDU-Politiker Friedrich März bereits im Jahre 2000 von der deutschen Leitkultur als “Regel für Einwanderung und Integration” gesprochen hat. Damit argumentierte März gegen Multikulturalismus und Parallelgesellschaften. Der CDU aus dem Jahre 2000 konnte man dieses Anliegen als ehrlich abnehmen. Bei der CDU unter -Angela Merkel- im Jahre 2017 klingt es wie Hohn. Die acht Dinge, die nicht in Deutschland verboten sind, wie von Karim Dabouz formuliert, zeigen, dass März eigentlich Recht hatte.

Oliver Bender / 01.05.2017

Und wieder mit dem Finger in die Wunde getroffen. Wenn zum eigenen Wohlbefinden andere leiden müssen, ist das nicht immer für alle eine Schande. Sofern man nur aus richtigen guten moralischen Gründen handelt, sind die Folgen nicht so wichtig.

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