Gastautor / 13.10.2012 / 10:28 / 0 / Seite ausdrucken

Der WWF-Report (Teil 2 der Zusammenfassung)

Rypke Zeilmaker
(Aus dem Holländischen von Enno Dittmar)

Lesen Sie hier die Vorbemerkung:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_wwf_unehrlich_und_ineffektiv/
Und hier Teil 1 der Zusammenfassung:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_wwf_report_teil_1_der_zusammenfassung/

Trägt der WWF dazu bei, dass seine Werbeträger-Spezies effektiv geschützt werden? Nehmen wir das Beispiel Eisbär. Jeder kenn das Bild des „ertrinkenden Eisbären“ , der mit letzter Kraft auf einer schmilzenden Eisscholle kauert. „Schuld ist der Klimawandel, wir müssen jetzt handeln!“ lautet die Botschaft dazu (Soll heißen: Geben Sie uns Ihr Geld!).

Der niederländische WWF-Zweige, der WNF, zieht mit Kindern auf Schlittschuhen in Eisbär-Kostümen durch das Land, damit sie die Angst vorm Weltuntergang verbreiten und verkauft das als „Umwelt-Erziehung“. Er wirbt landesweit mit ganzseitigen Anzeigen dafür, dass man die Eisbären retten könne, indem man zwei 6-Gigawatt-Windkraftanlagen in der Nordsee baut. Daran haben der WNF, sein hauseigener Energieversorger Eneco und seine Hausbank Rabobank natürlich ein finanzielles Interesse. Eneco erhielt für dieses Projekt unlängst 850.000 Euro Fördermittel.

Das Bild vom „ertrinkenden Eisbären“ ist jedoch irreführend. Es gehört zu den normalen Lebensgewohnheiten des Eisbären Hunderte von Kilometern schwimmen über das offene Meer zurückzulegen.
Mal angenommen, man ist der Meinung, dass Mega-Windfarmen CO2 einsparen, dass weniger CO2 in der Atmosphäre mehr Eis am Nordpol bedeutet und dass Meereis eine lineare positive Korrelation zu Eisbärpopulationen hat. Wenn man also glaubt, dass diese Behauptungen alle wahr sind, stellt sich die Frage: Wieviel Zeit und wieviel Geld kostet es, einen Eisbären zu retten, wenn man die Mittel des Kyoto-Protokolls anwendet?

Grobe Zahlen bezüglich der Auswirkungen von Klimapolitik á la Kyoto sind vom Klimawissenschaftler Tom Wigley errechnet worden. Die Wirksamkeit dieser Auswirkungen auf die Rettung der Eisbären errechnete der Statistiker Bjørn Lomborg, unter der Annahme einer linearen Beziehung zwischen Eisbären und der Ausdehnung des Polarmeereises und einer linearen Beziehung zwischen CO2 und Temperatur unter Anwendung der IPCC-Klimamodell-Schätzungen – immer vorausgesetzt diese Modelle seien korrekt. Dabei kam heraus, dass die Rettung von 0,06 Eisbären durch ein Jahr Kyoto-Maßnahmen Hunderte Milliarden Eurokosten würde.
Jetzt schauen wir uns mal Fakten an. Die Population der Eisbären in ihrem wichtigsten Habitat in Kanada hat sich in den letzten 25 Jahren ungefähr verdoppelt, auf 15.000 Tieren im Jahr 2006. Jährlich werden etwa 130 Eisbären durch kommerziellen Jagdtourismus erlegt, meistens durch reiche Europäer. Also würde ein einjähriges Verbot der kommerziellen Jagd so viele Bären retten wie 500 Jahre Kyoto-Maßnahmen.

Angenommen, die Eisbären seien bedroht, dann ist der WWF offensichtlich nicht daran interessiert, die Eisbären auf kosteneffektive Art zu retten. Er erwähnt die Eisbärenjagd in keiner seiner Publikationen auch nur mit einem Wort. Wenn man die jährliche Eisbären-Abschussquote in der kanadischen Provinz Nunavut (500 Tiere) extrapoliert, dann kann das nach WWF-Standards nur mit 8.000 Jahren Kyoto-Klimapolitik kompensiert werden.

Teil 3 der Zusammenfassung folgt.

Hier können Sie die beiden Teile des WWF-Reports (englische Fassung) von Rypke Zeilmaker in voller Länge herunterladen:

Teil 1 (Finanzen):
http://www.groenerekenkamer.nl/grkfiles/images/The-World-Wide-Government-Fund-_1_.pdf

Teil 2 (Ineffektivität im Naturschutz):
http://www.groenerekenkamer.nl/grkfiles/images/World-Wide-Government-Fund-_2_.pdf

Leserpost (0)

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können wir meist nur während der ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung eines Artikels annehmen.

Verwandte Themen
Gastautor / 01.12.2016 / 06:29 / 0

Welt-AIDS-Tag: Wer HIV hat, ist selbst schuld?

Von Marisa Kurz. Stellen Sie sich vor, Sie wären nach einem schweren Skiunfall an beiden Beinen gelähmt und müssten Ihren Angehörigen und Kollegen davon erzählen.…/ mehr

Gastautor / 24.11.2016 / 10:00 / 2

Die Dosis macht das Gift: Wieviel Kohlendioxid ist gut?

Von Klaus-Peter Dahm. Kürzlich ist hier auf der "Achse des Guten" die Kurzfassung meines Buches „Vom Klimawandel zur Energiewende“ in 10 Einzelbeiträgen (siehe unten) erschienen…/ mehr

Gastautor / 23.11.2016 / 06:00 / 10

Blüten der Ökohysterie: Strahlende Nudeln

Von Hans-Jörg Jacobsen. Eine Entdeckung von epochaler Tragweite und brennender Aktualität ist zu vermelden: Ionisierende Strahlen können das Erbgut verändern, sogar das von Pflanzen! Bekanntermaßen…/ mehr

Gastautor / 22.11.2016 / 06:00 / 4

30 Jahre postfaktischer Öko-Populismus

Von Hans-Jörg Jacobsen. Es ist immer schön, wenn ein neuer Begriff auftaucht, der den Zeitgeist widerspiegelt: Da freut sich der Zeitgenosse, weiß er/sie doch endlich,…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com