Henryk M. Broder / 09.11.2012 / 12:24 / 0 / Seite ausdrucken

His Majesty’s Cabinet

Bevor Martin Schulz Europa-Poitiker wurde, war er Bürgermeister der Gemeinde Würselen bei Aachen. Anfang 2012 wurde er zum Präsidenten des Europa-Parlaments gewählt. Wir haben ihn neulich besucht und mit gesprochen. Unser Eindruck war positiv. Live kommt Schulz viel besser rüber als im Fernsehen. Worüber wir uns allerdings gewundert haben, waren die vielen Leute in seinem Büro (er hat zwei, eines in Brüssel und eines in Strasburg), die alle irre beschäftigt waren, ohne etwas zu tun. Hier findet sich eine Erklärung für das Phänomen: Präsident Schulz hat ein “Cabinet”. Dazu zählen: Ein Head of Cabinet, ein Deputy Head of Cabinet, der zum Zug kommt, wenn der Head of Cabinet verhindert ist, ein/eine Assistant to the Head of Cabinet, ein/eine Assistant to the Deputy Head of Cabinet, weitere Assitants und Adivisers, ein Diplomatic Adviser, ein Spokesman, ein/eine Assistant to the Spokesman, vier Press Officers, ein Clerical Assistant, ein Driver und ein Personal Usher to the President, der das Essen vorkostet und die Pantoffeln des Präsidenten anwärmt. Alles in allem 38 Leute, die mit ihm zwischen Brüssel und Strasburg hin- und herfahren.

Man könnte meinen, es wären zu viele. Man muss aber zugeben, dass die Entourage des Präsidenten des EU-Parlaments sechs Köpfe weniger zählt als der Rat der Stadt Würselen, in dem 44 Ratsmitglieder sitzen. Dennoch könnte es sich um einen Fall für den früheren bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber handeln, den ehrenamtichen Leiter der “High Level Group für Bürokratieabbau in Europa”. Ihn haben wir auch in Brüssel (oder war es Strasburg?) getroffen, er war aber mit dem Abbau der Bürokratie dermaßen beschäftigt, dass er keine Zeit hatte, mit uns zu reden. Dabei wollten wir ihm nur eine einzige Frage stellen: Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie in Ihrer High Level Group für Bürokratieabbau in Europa? Und stimmt es, dass es immer mehr werden?

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost (0)

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Henryk M. Broder / 19.05.2018 / 10:00 / 12

Merkel: Es gibt eine illegale Migration!

Die Debatte über die Frage, ob es eine illegale Einwanderung gibt, wird immer absurder. Zur Ehrenrettung der Kanzlerin muss man festhalten, dass sie unter den Ersten…/ mehr

Henryk M. Broder / 18.05.2018 / 11:00 / 23

Die Stimme Teherans im deutschen Fernsehen: Natalie Amiri

Wie weit „Irans langer Arm reicht", nämlich „bis in die ARD" hat Stefan Frank an dieser Stelle bereits beschrieben. Deswegen überrascht es nicht wirklich, dass eine…/ mehr

Henryk M. Broder / 15.05.2018 / 12:00 / 34

Die Tagesschau übt schon mal den Kopfstand

Vielen Lesern der Achse hat mein kleiner Notenwechsel mit dem HR ordentlich Spaß gemacht. Es gibt jetzt eine Fortsetzung, diesmal mit dem Chef der Tagesschau…/ mehr

Henryk M. Broder / 12.05.2018 / 10:30 / 9

Abgereist und eingereist

Deutscher Außenpolitik wohnte schon früh ein Element von Erpressung inne. Zur Zeit der Hallstein-Doktrin zum Beispiel, also von Mitte der 50er bis zum Ende der…/ mehr

Henryk M. Broder / 11.05.2018 / 06:25 / 40

Was erlauben, Donald?

Der amerikanische Präsident hat es wieder einmal getan und eine Entscheidung getroffen, ohne vorher die Leute zu fragen, auf die es wirklich ankommt: die Mitarbeiter…/ mehr

Henryk M. Broder / 01.05.2018 / 10:00 / 14

Endlich bewiesen: Es gibt keinen muslimischen Antisemitismus!

Die sogenannte „Israelkritik" kommt besonders authentisch daher, wenn sie von Israelis praktiziert wird, frei nach dem Satz von Alexander Roda-Roda: „Aus dem Antisemitismus könnte schon was werden,…/ mehr

Henryk M. Broder / 30.04.2018 / 12:00 / 21

Kaum versprochen, schon gebrochen

Letzten Donnerstag hat sich der Bundestag zum Existenzrecht Israels bekannt. Das war bestimmt gut gemeint, aber für den Ernstfall so relevant wie das Versprechen von Norbert…/ mehr

Henryk M. Broder / 25.04.2018 / 16:29 / 4

So nicht, liebe Dänen!

Nach den Polen, den Tschechen, den Slowaken, den Ungarn, den Holländern, den Österreichern geraten nun auch die Dänen in das Kreuzfeuer der Kritik aus Deutschland,…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com