„Alle, Kunst und Wissenschaft, Sitte, Familie, Kirche, Schule und Hochschule empfangen die gleiche Kriegsinstruktion: jeder Auseinandersetzung ausweichen, den Gegner nicht angehen, sondern in weitem Bogen umgehen, niemals sich in wirkliche Diskussion einlassen. Niemals mit Argumenten kämpfen, nur mit Schweigen, immer nur boykottieren und ignorieren“ (Stefan Zweig zu Sigmund Freud)
Ich dachte an Deutschland, in einer kontaktlosen Nacht ab 21 Uhr, und es fiel mir eine Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten ein. Da waren, das beherrscht sein Redenschreiber, bildgeschmückte Phrasen vom Miteinander-Diskutieren, von Einander-Zuhören (wenn es um andere Meinungen geht), von Überwindung der Spaltung durch Dunkeldenker, von für die Demokratie unverzichtbarem Zu- und Aufeinanderhören ...
Wenn es einen Ort gibt, wo man die Umsetzung dieser prätentiösen Weisheiten des politisch Allerhöchsten in diesem unserem Lande verfolgen kann, so ist der wohl nicht eine Gartenparty in Schloss Bellevue, sondern der Bundestag. Die demokratische, zivilisierte Kultur der Gesprächsführung, weil medial national übertragen, wird dort besonders verantwortungsvoll gepflegt.
Oder etwa nicht?
Man könnte, sobald es um die Präsentation regierungsaverser Meinungen geht, von einer „Brüllaffen“-Methode der Diskussionen in diesem Hohen Hause sprechen. Brüllaffen, so lesen wir „haben ihren Namen vom lauten Brüllen der Tiere, das beide Geschlechter ausstoßen. Das Gebrüll dient vor allem der Kommunikation verschiedener Gruppen untereinander.“ (Wikipedia)
Wer sich gelegentlich Leute wie den Grünen Hofreiter ansieht, weiß, welche Kraft dezibelstarke Argumente in seiner Diskussionskultur entfalten können.
Merkel ist jedoch kein Hofreiter, und schon gar kein mutierter Herbert Wehner der SPD, der einst keiferndes Schlangengift dem Redner entgegenspritzte, wenn er anderer Meinung war. Wehner, das war sein Pro, hörte genau zu, bevor er schmerzlich – bisweilen unter der Gürtellinie und taktlos- zubiss.
Und Merkel?
Mancher mag sich gefragt haben, wie sie eigentlich zu dem zärtlichen Titel „Mutti“ kam. Vielleicht, weil sie sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, wie das eine gute Mutti aus Liebe zum Kind auch tut?
Verdient hat sie das nicht. Denn ihre Ruhe ist das Menschen verachtende Ignorieren des politisch Andersdenkenden, nach der Methode, wie das Sigmund Freud analysiert hat (siehe oben). Ignorieren ist ihre Methode der politischen Kriegsführung, fernab einer streitbaren Auseinandersetzung mit Argumenten. Siehe hier ab Minute 1:30 und 2:40.
Die Rednerin der größten Oppositionspartei im Bundestag wirft Schwerst-Gewichtiges zur Politik der Kanzlerin in den Ring. Merkel, so das Resümee, treibe mit ihrer Politik Deutschland in Richtung Failed State. Ein Land rast gegen die Wand, am Steuer sitzt die Kanzlerin. Für kurze Momente gestattet es die Regie der Kamera, die Pokerface-Kanzlerin zu zeigen, wie sie in Dokumenten blättert beziehungsweise mit dem Smartphone Wichtigeres verrichtet, als sich mit Argumenten zu beschäftigen, die verdeutlichen, dass sie Deutschland und dessen Zukunft verantwortet.
Merkel zeigt sich in den Aufnahmen – wie immer gegenüber Kritik – von arroganter Souveränität. In der Konfrontation mit vernichtenden Argumenten blättert sie gleichmütig in Papieren oder ist digital beschäftigt. Was der Zuschauer sieht, ist Verachtung demokratischer Diskussionskultur.
heute läut es so, die junge Elite verlässt Deutschland, ist gut vernetz! Verzeihung, der „deutsche Bundestag“,
da sitzen „fette Allesfresser“ dumm dreist rum….ein lustiges deutsches Volk mit samt seinen Anhängern! Und weil dieses deutsche Volk eben schlicht zu doof ist, von meiner Seite„ Standing Ovation“ an Great Britain, das keinerlei Interesse
an dieser „Tussie“ aus Restbeständen der DDR hat. Beste Entscheidung aus England…eine dumme gelangweilte fette Merkel…deren Gesichtszüge….jeder Mops als Hund wäre vermutlich schlicht empört! Man fährt eben MG und mehr aus England!!!
Wenn ein Hund in eine Stresssituation gerät, dann bleibt ihm die Wahl zwischen den 4 Fs: Freeze, Flirt, Flight und Fight. (Auf deutsch: einfrieren, rumalbern, fliehen, kämpfen.) Allerdings lässt sich das auch schön auf Menschen übertragen. Die für Merkel absolut typische Konfliktstrategie ist das Einfrieren. Leider wird das von merkelaffinen Medien gerne als Stärke bzw. Souveränität gedeutet. Im betreffenden Fall liegen die Dinge aber etwas anders, glaube ich. Merkel zeigt hier schlicht Arbeitsverweigerung. Sie hat keine Lust, sich mit ihren vergangenen Sünden zu beschäftigen. Ich meine, dass das Amt des Bundeskanzlers von Anfang an ein paar Nummern zu groß für Merkel war. Was ich der Frau ankreide, was ich, um es mit ihren Worten zu umschreiben „unverzeihlich“ finde ist, dass sie nicht schon längst zum Wohle des Landes das Handtuch geworfen und es einem Fähigeren überlassen hat. Stattdessen hat sie in der Vergangenheit alle, die einen halbwegs vernünftigen Eindruck machten kaltgestellt und hält nun krampfhaft an der Macht fest in der Hoffnung, dass das dicke Ende noch möglichst lange auf sich warten lässt. Und bis dahin wird noch so viel Porzellan wie nur möglich zertrümmert. Vielleicht denkt sie auch, dass es schon niemandem auffällt, wie lausig ihre Arbeit ist, solange sie an der Macht bleibt. Ich weiß es nicht. Was ich jedoch weiß ist, dass diese Frau offensichtlich eine Gefahr für das Land und seine Bewohner ist und dass man sie bereits vor Jahren aus dem Amt hätte entfernen müssen. Tja… hätte, hätte, Fahrradkette!
Ob ein großer Sack Kartoffeln im Bundestag steht oder Merkel auf ihrem Stuhl sitzt:
EGAAAAAL. Beiden ist völlig wurscht, was gerade abgeht, Respekt und Emotionen zeigen beide nicht, Regungen sind nicht vorhanden, wenn sie umfallen sind beide nur schwer wieder hochzuwuchten. Dennoch sind mir die Kartoffeln sympathischer, denn sie sind unterm Strich für vieles zu gebrauchen und weitaus nützlicher!
Schönes Wochenende :-)
Zu Kaisers Zeiten hieß das Parlament im Volksmund „teuerster Gesangsvwerein Deutschlands“, weil zu Beginn der Sitzungen die Nationalhymne gesungen wurde. Entscheidungen überließ man aber lieber anderen, z.B. dem Kaiser. Nun, heute können sie nicht mal mehr singen, die Nationalhymne schon gar nicht (ist ja rechts). Im Übrigen glaube ich, dass die Entscheidungen des Kaiser besser waren, als diejenigen von Frau Merkel und auf ein Scheinstaatsoberhaupt a la Steinmeier konnte man damals genausogut wie eigentlich auch heute verzichten.
@Andreas Block: Kurz knackig und absolut richtig!
Als ich 1988/89 für einige Monate in Polen gelebt und gearbeitet habe, kam ich mit einer älteren Dame ins Gespräch, die zur Geschichte Polens – Stand damals – sinngemäß sagte: „Hitler hat uns nur 6 Jahre unterdrückt. Die Russen sind jetzt schon 40 Jahre hier …“ Nun, Frau Merkel wird die 40 Jahre wohl nicht schaffen, 16 Jahre reichen aber komplett und sind immer noch mehr, als 6 oder auch 12 Jahre. Und es sind 16 Jahre zuviel. Man kann ihr allerdings zugute halten, dass sie gewählt wurde, auch, als ihre Alternativlos-Masche schon bekannt gewesen ist. Wer sie gewählt hat, na ja…
@Torsten Hopp.
Lakonisch und treffend. Und 16 Jahre nur fatale Entscheidungen getroffen. Diese Frau ist Respektlos.