Kreative Mobilität

Gestern trat die E-Scooter-Verordnung in Kraft. Eine Erläuterung dazu bietet Computerbild, Fragen beantwortet das Bundesverkehrsministerium. Die Nachfrage nach alternativer Mobilität ist besonders in den letzten Monaten rasant gestiegen. Die Vorteile der kreativen, teils herzallerliebsten Elektrokleinstmobile wussten bislang vor allem behinderte und ältere Menschen zu schätzen. Der Markt öffnet sich nun auch für alle, die aus verschiedenen Gründen kein Auto fahren dürfen oder wollen. Nicht zuletzt laut Bosch wird die Mobilität der Zukunft von Elektro-Kleinfahrzeugen geprägt. Die diversen Flitzer wie elektrische Einräder oder Elektro-Rollschuhe beeindrucken und verängstigen gleichermaßen. Die Sorge um Chaos auf Straßen und Wegen liegt nahe, da Verkehrsbauten bisher weit überwiegend nur Autofahrer berücksichtigten. Die Zahl der Zusammenschlüsse wie „Changing Cities“ wird sicherlich steigen. Es steht eine aufregende Auseinandersetzung um die Beanspruchung des öffentlichen Raumes bevor.

Dieser Beitrag erschien auch auf Susanne Baumstarks Luftwurzel

Foto: Deutsche Fotothek‎ CC BY-SA 3.0 de via Wikimedia Commons

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Wolfgang Richter / 16.06.2019

Wer das vielfach abenteuerliche Verhalten von Radlern und die kreativ-freiheitliche Interpretation von Verkehrsregeln vor allem in innerstädtischen Bereichen schon mal beobachtet, darf sich auf kreative Ergänzungen seitens der fröhlichen, e-betriebenen Scooter - und was auch immer Generation freuen. Und freuen können sich auch Organspende erwartende auf das sich erwiternde Angebot, sobald ein Hoch mit anhaltend schönem Wetter nicht nur die Herzen erwärmt, sondern auch zu entsprechenden aushäusigen Tätigkeiten animiert.

Klaus Klinner / 16.06.2019

Ich bin mir sicher, für meine unfallchirurgischen Kollegen werden die neuen Dinger ein Fest sein. Wie wünscht man einem E-Scooter-Fahrer? Wahrscheinlich Hals- und Beinbruch?

Andreas Mertens / 16.06.2019

Super diese E-Scooter. Je schneller um so besser. Deutschland braucht Organspender! Ich finde im Übrigen das E-Scooter, E-Bikes und raketengetriebene Treppenlifter für Senioren zu 100% subventioniert gehören. Quasi als Beitrag des Staates zum sozialverträglichen Frühableben.

Robert Korn / 16.06.2019

Es werden sicher bald die ersten “tuning kits” angeboten werden damit die Dinger 30 oder 35 km /h machen können. Das wird dann richtig spannend in den Fußgängerzonen. Warum muss so ein Schei# zum Verkehr zugelassen werden? Die Ebike Deppen sind schon schlimm genug. Ja ich bin ein alter weißer Mann, der sein Leben lang lieber (Renn) Rad fährt…

Leo Hohensee / 16.06.2019

Die Befürworter der “kreativen Mobilität” handeln unter einer Art Schutzatmosphäre - sie denken, sie retten die Städte vor KFZs und damit die Menschen vor schlechter Luft. Das ist albern und kindisch! Wer vorgibt mit dem Einrichten von Fahrradwegen in Bereichen wo die Straßen sowieso eng, unübersichtlich und verknotet sind, das Stadtklima zu retten, der hat den Bezug zur Realität verloren! Eine neue Art von Unfällen wird sich einstellen weil die Verkehrswege grundsätzlich nicht breit genug sind. Die Versorgungssicherheit wird eingeschränkt. Stadtplaner vergangener Jahrhunderte hatten es gelernt, Städte brauchen eine wirksame Durchlüftung durch Straßenschneisen und brauchen grüne Lungen. Und die erforderlichen Breiten für die “Durchlüftung” kamen zu den Breiten für die Verkehrsabwicklung hinzu. Wer heute die Idee vertritt, diese Straßenschneisen müssten verengt werden mit dem Ziel, die Bebauung zu verdichten und Radwege und Busfahrspuren einzurichten der verstößt gegen Prinzipien der Lebenserhaltung, er wird den Schadstoffgehalt in Luft - oh Wunder - erhöhen weil die Schadstoffe nicht mehr ablüften können. Wir schaffen einen Stadt-Moloch nach dem anderen. Begründung - weil in Kalkutta geht es ja auch ...... nur die ganzen Kleinfahrzeuge in Kalkutta bedienen 1) einen ganz anderen Lebensanspruch - und 2) wenn die alle elektrisch fahren müssten dann würde jedes Stromnetz zusammen brechen.

Karla Kuhn / 16.06.2019

.”  Die Vorteile der kreativen, teils herzallerliebsten Elektrokleinstmobile wussten bislang vor allem behinderte und ältere Menschen zu schätzen.”  Schöne Satire !! Wenn die ersten Raser auf die Fr.. fliegen und andere mit verletzen und die Versicherung nicht zahlt, weil selbst verschuldet, wird es im “Grünen Schlaraffenland” noch hoch hergehen. Übrigens habe ich gelesen, daß der Absatz eben NICHT florieren soll !  WELCHES HIRN ha sich diesen UNAUSGEREIFTEN MIST ausgedacht ?? Die Fußwege sind tabu, sie müssen Straßen und Radwege benutzen. Mal sehen, wann der erste Rollerfahrer unter einem Laster zu Tode kommt, denn die sind ja noch weniger zu erkennen als die Radler, abgesehen von den verstopften Straßen und den- FALLS überhaupt vorhanden, ebenfalls verstopften Radwegen, auch weil OHNE STRAFE einfach viele AUTOFAHRER auf den Radwegen PARKEN !!  Es ist nicht zu fassen, was uns, dem VOLK,  alles zugemutet werden DARF. WANN ziehen wir endlich die WESTEN an ??  Sollen die E Roller kaschieren, daß die   E Busse z. T. nur HALBTAGS fahren können ?? Übrigens schlage ich vor, daß ALLE POLITIKER IN BERLIN nur noch mit dem E Roller fahren und KEINE Autos mehr benutzen dürfen !! AB SOFORT und ALLE !!

Rudhart M. H. / 16.06.2019

Laßt doch die infantilen Rollerfahrer einfach rollern. Zum Arbeiten sind die doch sowieso nicht zu gebrauchen. Baut eine neue Mauer, aber diesmal nicht nur um Westberlin , nein diesmal gleich um ganz Berlin und vielleicht auch noch um Hamburg und Bremen ! Aber schafft um Gottes Willen keine Kartoffel und keine Mohrrübe mit dem Lkw hinein! Das sollen die sich in ihren grünen Balkonen selbst gärtnern , vielleicht darf ab und zu mal Einer, der etwas zum Tauschen hat, mit seinem Lastenfahrrad dann ein paar Kirschen aus dem Gebiet von Werder holen, aber das sollte die Ausnahme bleiben ! Und Strom gibt’s von außen auch nicht mehr, schließlich scheint auch innerhalb der Mauern die Sonne. Darf man dann eben nicht so faul sein und muß ein paar Säcke mehr Sonne auf Vorrat einschaufeln !

Wilfried Cremer / 16.06.2019

Die Hetzerei (im Sinne von Eile) wird zunehmen und die Kommunikation in der Öffentlichkeit noch aggressiver.

Andreas Rühl / 16.06.2019

An dem Beispiel Elektroroller kann man schön erkennen, wie ein hypertropher Beamtenstaat Fortschritt behindert. Die Idee, die hinter unserem Recht der Benutzung öffentlicher Straßen und Wege steht, lautet: Alle Gefahren im vornherein erkennen und durch Verbote, Gebote und andere Regeln diese Gefahren einzudämmen und zu “bekämpfen”. Kein Deutscher Politiker oder Beamte kommt auch nur noch auf die Idee, dass sich die Verkehrsteilnehmer vielleicht selbst besser organisieren können. Das Beamtenhirn glüht geradezu, wenn es darum geht, Gefahren zu bekämpfen, die es noch gar nicht gibt, die nur im Beamtenhirn selbst vorhanden sind. Die Frage bei den E-Rollern war: Wollen wir, dass E-Roller die Fußgänger plattmachen oder wollen wir, dass E-Roller von Autos umgenietet werden? Die Beamtenhirne kamen zum dem Ergebnis, Letzteres sei besser. In anderen Ländern lässt man die Leute einfach machen, dann merkt man, wo die Probleme entstehen (ist ja auch von Stadt zu Stadt verschieden) und reagiert (siehe Spanien). Bei uns wäre das unvorstellbar. Wir packen das Problem an den Hörnern, bevor es überhaupt existiert (und wenn es sei muss, erzeugen wir es!) Das nennt sich dann Daseinsvorsorge. Und hat sich über unser Land gelegt wie eine klebrige Kruste. Der Mensch behilft sich derweil mit Normenignoranz. Es gibt ein schönes Beispiel aus einer brasilianischen Großstadt der 80er Jahre. Dort wurden bei Einbruch der Dämmerung von allen Autofahrern die Ampeln ignoriert. Das Seltsame war, dass der Verkehr flüssiger lief als tagsüber, wenn die Ampeln beachtet wurden. Grund war Car-Raping. An einer roten Ampel zu halten, war schlicht lebensgefährlich. Da dies aber für alle galt, bemühte sich jeder, dass niemand stehen bleiben musste. Und das funktionierte. Anders gesagt: die vom Staat aufgestellten Regeln versagten komplett. So übrigens entstehen gesunde Regeln und gutes Recht. Nicht aus Beamtengehirnen jedenfalls wie bei uns.

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