Dirk Maxeiner / 18.08.2016 / 14:59 / 3 / Seite ausdrucken

Nervenzusammenbruch: Amadeu-Antonio-Stiftung nimmt Neue Rechte Wiki vom Netz

Das Wiki ,Neue Rechte‘ der Amadeu-Antonio-Stiftung ist vom Netz, meldet soeben ScienceFiles. Zumindest einstweilen. Die Vereinigung anonymer Denunzianten hatte auch Verbindungen der CDU zu Rechtsextremen hergestellt. Möglicherweise hat das die Sponsoren (darunter das SPD-geführte Bundesfamilienministerium) ein wenig irritiert, schließlich sitzt man zusammen auf der Regierungsbank. Mal sehen wie das weitergeht. Wie sagte meine Großmutter immer: da liegt kein Segen drauf. Die Zensur durch die Hintertür fällt den Verantwortlichen allmählich auf die Füsse. Zu den Hintergründen lesen Sie unbedingt unser Dossier Zensur 4.0.



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Maximilian Mausch / 19.08.2016

Denunziantentum fördern, andere Meinung bekämpfen und nieder brüllen, Medien und Nachrichtenpolitik lenken. Das hat doch autokratische, totalitäre Züge. Die Bundesrepublik Deutschland geht einen ähnlichen Weg wie die Türkei unter Erdogan. Also, liebe deutsche Presse: Bezüglich Erdogan und Putin und Co. Nicht aufregen. Sondern lernen!!!!!!!!!

Ulrich Spinner / 19.08.2016

Diese Hexenjagd ist nicht neu. In den Jahren ab 68 wurde ich Zeuge, wie Professoren, die keinesfalls rechts, aber eben auch nicht links waren, denunziert und verunglimpft wurden. Die ideologisch verblendeten Kommillitonen boykottierten hervorragende Vertreter ihres Faches, wie Wilhelm Hennis oder Thomas Nipperdey und wussten schon damals nicht, dass es “Pogrom” und nicht “Progrom” heißt. Ich war Zeuge, wie Hennis in Freiburg im Audimax niedergebrüllt und ausgepfiffen wurde. Nur wenige, wie ich, schämten sich. Hennis beugte sich dem Mob und verließ den Saal mit dem Hinweis, dass er so etwas als Verfolgter des Nationalsozialismus nun leider zum zweiten Mal erlebe. Die meisten Kommilitonen in meinen Fächern Politikwissenschaft und Neuere Geschichte waren total verblendet. Ich hatte mal einige zu Gast in meiner Studentenbude, da Gruppenarbeit angesagt war. Als erstes inspizierten sie meine recht umfangreiche Bibliothek und fanden dort auch einige Bücher, die aus der Feder von Nazis, wie Rosenberg, stammten. Große Empörung! Auf die Idee, dass man solche Bücher auch aus wissenschaftlichem Interesse lesen könne, ohne sich im Geringsten mit ihrem Inhalt zu identifizieren, kamen sie nicht. So wurde man flugs als Nazi abgestempelt von Leuten, die ihreseits kaum etwas anderes, als die Schriften von Stalin oder Mao im Schrank hatten und diese als Ikonen anhimmelten. Dann wunderten sie sich, dass ich auch Bücher von Platon, Kant oder Montesquieu im Schrank hatte. Unvergessen der Kommentar: “Was vor Marx war, interessiert mich nicht.” Später machten einige dieser Leute, die selbst kaum nachdachten, sondern nur ideologisch gestanzte Sätze ausspuckten,  erstaunliche Karrieren. Ich war der einzige meines Jahrganges, der sein Geschichtsexamen bei Nipperdey abgelegt hat. Alle anderen Kommillitonen haben ihn boykottiert. Er lebt ja leider nicht mehr, aber sein Opus Magnum “Deutsche Geschichte von 1800 bis 1918” wird man noch in hundert Jahren lesen. Ein später Triumph über seine dümmlichen Gegner? Ich sehe ihn noch vor mir: Er lächelte oft milde und wusste als weiser Historiker, dass die Dummen niemals aussterben.

Erhard Möller / 18.08.2016

Da haben die Kämpfer gegen Rechts wohl ein klein bisschen überzogen. Heute morgen war im Wiki Neue Rechte neben der CDU auch die SPD unter Parteien benannt, verlinkt mit Thilo Sarrazin! Ich muss zugeben, ich habe Tränen gelacht!

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