Die Krise, die keine war

Ich möchte hier eine Krise analysieren, die sich vor 25 Jahren anbahnte und zu deren Vorbeugung weltweit hunderte Mrd. Dollar ausgegeben wurden. Die zeitliche Distanz erlaubt es, die Angelegenheit eher historisch als politisch zu betrachten. Und noch etwas: Es gab damals eine „Kontrollgruppe“.

Wenn demnächst der Hausarrest endet und Corona hoffentlich bezwungen ist, dann wird es Kritik und Beifall geben. Manche werden sagen: „Seht Ihr, es war alles halb so schlimm. War nur eine ganz normale Grippe. Den wirtschaftlichen Schaden durch den Shutdown hätten wir uns sparen können.“ Vom anderen Ende des Spektrums werden wir hören: „Wir haben die schlimmste Bedrohung für Leib und Leben seit 1945 überstanden – ein phantastischer Erfolg. Dank an die Regierung für das professionelle Krisenmanagement und an die Bevölkerung für ihr Verständnis.“

Ich möchte hier eine Krise analysieren, die sich vor 25 Jahren anbahnte und zu deren Vorbeugung weltweit hunderte Mrd. Dollar ausgegeben wurden. Die zeitliche Distanz erlaubt es, die Angelegenheit eher historisch als politisch zu betrachten. Und noch etwas: Es gab damals eine „Kontrollgruppe“. Es gab Länder, welche auf jegliche Gegenmaßnahmen verzichteten und deren Schicksal zum Vergleich herangezogen werden kann.

Dem Computer ausgeliefert

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts waren Computer bereits allgegenwärtig. Auf den PCs war Windows 2000 installiert, was Sie vielleicht heute noch benutzen, die Festplatten hatten bis zu 1.000 Megabyte und die Prozessoren tickten mit einem halben Gigahertz.

Es gab damals aber auch noch ältere Hard- und Software aus den 60er und 70er Jahren, die vorwiegend in den Rechenzentren von Banken, Industrie und Behörden installiert waren.

Diese Rechner hatten vergleichsweise sehr wenig Speicherplatz, und die Programmierer mussten mit Daten geizen, wo es nur ging. Eine verbreitete Sparmaßnahme war es, Jahreszahlen nur zweistellig zu schreiben. Es wurde als selbstverständlich angenommen, dass beispielsweise 89 nichts anderes bedeutet als 1989. Dann nahte das Jahr 2000 und Fachleute erkannten, dass diese Abkürzung jetzt zu Missverständnissen führen könnte. Der pfiffige Nerd David Eddy erfand für dieses Problem die Abkürzung Y2k = Year 2 Kilo, d.h. Jahr 2000. Damit war ein griffiges Label gefunden – eine wichtige Voraussetzung, damit eine Krise Fahrt aufnimmt. Der Y2k Bug verbreitete sich schneller als der Borkenkäfer.

Der Bug und das überzogene Konto

Wo liegt nun die konkrete Bedrohung durch Y2k? Sie liegt darin, dass die Jahreszahl auf Erden von 1999 auf 2000 umschlägt, was im Kalender des Computers aber als Wechsel von 99 auf 00 dargestellt wird. Stellen Sie sich vor, Sie hätten Ihr Konto überzogen und Ihre Bank berechnet die fälligen Zinsen. Dazu muss man die Anzahl der Tage kennen die verstrichen sind, seit Sie in den roten Zahlen sind.

Der Computer nummeriert jeden Tag des Jahres; also Neujahr 1, Heilig Abend 358 (wir haben gerade kein Schaltjahr), und Silvester 365. Nehmen wir an, es ist Weihnachten 1989, Sie hätten in letzter Sekunde noch wild Weihnachtseinkäufe gemacht und Ihr Konto geplündert. Am ersten Februar werden Sie Ihre Schulden bezahlen – plus Zinsen. Wie viele Tage sind das?

Der Rechenvorgang im Computer, manchmal auch „Algorithmus“ genannt, läuft so ab:

Konto ausgeglichen am 1. Februar = Tag 32 minus Überziehung am Tag 358 macht also

32 – 358 =  - 326 Tage.

Wie bitte? Ach ja, wir hatten die Jahreszahlen vergessen; es kommen noch

(90 – 89) x 365  = 365 Tage dazu.

also: 32 + 365 – 358 = 39 Tage

So lange hatten Sie Ihr Konto überzogen.

Hätte das Ganze nicht 1989 stattgefunden, sondern 1999 und Ihre Bank hätte den selben Algorithmus laufen lassen, und dann wäre nicht ein Jahr Differenz eingerechnet worden sondern 00 – 99 = -99 Jahre. Das wären -36.135 Tage gewesen, und die Zinsrechnung hätte ein absurdes Resultat ergeben. So einen Quatsch würden Sie als Kunde nicht akzeptieren und die Bank könnte sich das nicht leisten.

2000 und das Ende der Welt

Solch ein Malheur könnte sich zum Jahrhundertwechsel in allen alten Computern abspielen und alle möglichen mehr oder weniger dramatischen Folgen haben. Der Mann am Radar würde die Jets nicht mehr richtig lotsen und die Herz-Lungen-Maschinen in Krankenhäusern würden verrückt spielen.  

Solche dystopischen Szenarien malte man sich aus, bis der totale Kollaps unausweichlich schien: Stillstand der Erde und Atomkrieg, ausgelöst durch den Y2k Bug. Kombiniert mit der visionären Kraft von Un-Heilsaposteln, die für das Ende des Millenniums ohnehin den Weltuntergang prophezeit hatten, gewann das Thema an Dynamik und Y2k schwoll zu einer globalen Krise.

Um den Kollaps abzuwenden, wurden Entwickler und Programmierer, welche sich mit den veralteten Systemen auskannten, aus dem Ruhestand geholt. Sie arbeiteten Tag und Nacht, um sicherzustellen, dass man gut ins neue Jahrtausend käme. Findige Firmen schossen aus dem Boden und boten Y2k Zertifizierung an. Durch sie wurde dem Klienten bestätigt, dass seine Systeme fit für den Jahrhundertwechsel wären.

Y2k und das Verfallsdatum

Zu dieser Zeit arbeitete ich als Berater – nicht in Sachen Y2k – bei einer Pharma-Firma. Da waren solche Zertifizierer am Werk, welche die Produktion für ein paar Wochen stillgelegt hatten. Bei der Herstellung von Arzneimitteln muss jeder kleinste Schritt dokumentiert werden: Von welchem Lieferanten kam das Acetonitril, was war die Nummer der Charge, wer bediente in diesem Moment die Abfüllvorrichtung, etc.

Und so gab es für die Inspektoren unendlich viel Arbeit. Jedes Maschinchen, das im Verdacht stand, einen Chip in sich zu tragen, wurde unter die Lupe genommen. Beim Label-Drucker für die Pillenschachteln hatte ich dafür Verständnis. Da soll ja nicht als Verfallsdatum der 1. Juni 1903 stehen. Aber auch die Kaffeemaschine mit Digitaluhr und Datumsanzeige musste gründlich untersucht werden.

Die Firma wurde schließlich rechtzeitig zertifiziert, und man rutschte reibungslos über die Zeitenwende. Wäre es auch ohne den ganzen Y2k Aufwand glatt gegangen? Wer weiß.

Lebenslauf einer Krise

Die Y2k Krise startete, wie viele andere, mit einer technisch-sachlichen Beobachtung. Die Konsequenzen wurden dann, eine Etage höher, von Managern beurteilt und bekamen dabei politischen Spin. Schließlich forderte Präsident Clinton seine Leute auf, den eigenen Laden in Sachen Y2k in Ordnung zu bringen. Mit jeder Eskalationsstufe hatte das Thema an Gewicht gewonnen und an Sachlichkeit verloren.

Jetzt mussten große Unternehmen diesem Weg folgen, auch wenn die Experten im eigenen Hause vielleicht anderer Meinung waren, und kleinere Firmen wurden dann unwillkürlich von dem Sog erfasst. Die Sache kostete die USA geschätzte 100 Milliarden Dollar, und weltweit waren es 450 Milliarden – das wären rund 60 Dollar pro Kopf der Weltbevölkerung gewesen, einschließlich der vielen kleinen Babys in Asien und Afrika.

War das Geld gut ausgegeben? Fakt ist, dass außer einigen anekdotischen Pannen wie hundertjährigen Ausleihzeiten von Videos (was für Filme müssen das gewesen sein!) keine Y2k Crashs bekannt wurden. Keine Flieger sind vom Himmel gefallen, und keine Atomraketen haben sich selbstständig gemacht. Beide Seiten können nun behaupten, recht gehabt zu haben. Die einen: „Haben wir doch gleich gesagt, dass nichts passieren würde“; und die anderen: „Hätten wir nicht rechtzeitig..., dann…“

Y2k Leugner

Nun hat es aber Länder gegeben, die das ganze Y2k ignorierten – Russland und die Ukraine. Sind dort Züge entgleist und Atomkraftwerke explodiert? Sind die Aeroflot Maschinen hilflos durch den Himmel geirrt? Soviel man weiß, ist nichts derartiges geschehen. Der Jahreswechsel 2000 hat weder für die Ukraine noch für Russland Störungen mit sich gebracht.

Und im Rest der Welt wäre es wohl ohne die kostspieligen Y2k Programme auch glatt verlaufen. Y2k war ein „non event“, ob mit oder ohne Krisenmanagement. Darüber herrscht heute Einigkeit. Haben sich aber erst einmal die obersten Würdenträger einer Krise angenommen, dann bekommt diese ein Eigenleben, dann tritt die ursprüngliche Absicht, die Vermeidung von Schaden, in den Hintergrund. Dann wird die Krise zur Bühne, auf der Entscheidungsträger ihre Kompetenz dartun.

Und Corona? Es ist verwunderlich, dass bei dem Erfahrungsschatz aus Jahrhunderten in Sachen Seuchen, bei minutiöser Aufzeichnung und Analyse derer Verläufe, etwa durch das Robert-Koch-Institut, dass es dennoch, wie man der öffentlichen Diskussion entnimmt, keine Einigkeit der Experten über die Behandlung eines solch zentralen gesundheitlichen Problems gibt.

Es ist offensichtlich, dass auch diese Krise in ihrer Entstehungsphase starken politischen Spin bekam – in Deutschland und weltweit – und dass die Erkenntnisse der modernen Medizin und die wissenschaftliche Logik durch politisches Kalkül an die Wand gedrückt wurden. Und dass die Therapie, die den Völkern verordnet wurde, suboptimal war. Das ist der Preis, wenn Logik durch Ideologie ersetzt wird.

Dieser Artikel erschien zuerst bei www.think-again.org und im BuchGrün und Dumm“.

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Leserpost

netiquette:

Dr. Mephisto von Rehmstack / 02.06.2020

Ich war damals OA auf einer Intensivstation: noch nie war Sylvester eine Intensivstation so gut besetzt vom Chef bis zur doppelten crew. Wir standen uns stundenlang mit alkoholfreien Sektflöten gegenüber und auf den Füßen und warteten auf den count down hier und obwohl alle schon sechs Stunden zuvor das Feuerwerk in Japan bewundert hatten und Japan nicht explodiert war und keine Beatmung in Japan ausgesetzt hatte, hatte keiner den Mut, den Irrsinn abzubrechen. Wir warteten also wie die Idioten bis es 12 war und nichts passierte und alle Respiratoren unbeirrt weiter schnauften. Dann durften alle bis auf die arme Restcrew nach Hause. Alle wußten, daß sie sich zum Narren gemacht hatten.

Eva Meier / 01.06.2020

Liebe Achse-Leser, wir sind in der Minderheit!  Mich überrascht es immer wieder sehr, daß Leute z.B. auch Eltern von Schulkindern so lange im Panik-modus bleiben können. Mir tun die Kinder mit Masken wahnsinnig Leid und ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß Eltern diesen Quatsch so lange mitmachen. Wenn ich frage: “Wo sind die Toten?, Kennst Du jemanden der gestorben ist?” mache ich mich sehr unbeliebt.

Eva Meier / 01.06.2020

Als Softwareentwicklerin habe ich 1998/1999 unzählige zweistellige Felder für Jahreszahlen auf vierstellig geändert in vielen Programmen und auch in vielen Formularen. Ich selbst hatte ich Respekt vor dem Jahrtausendwechsel. Mein Mann und ich stellten damals auch ein paar Vorräte zusammen z.B. auch Wasservorräte. Wir konnten uns einen Blackout an Silvester gut vorstellen. Dafür ist mittlerweile mein Mann völlig sorglos und ich glaube, daß wir einen Stromausfall seither aus anderen Gründen näher gekommen sind.

Arthur Dent / 01.06.2020

Sorry, aber da muss ich widersprechen. Es gab genug veraltete Software im Einsatz, die nicht Jahr 2000 fähig war. War zu dem Zeitpunkt selbst in einer Firma tätig, die 1999 alle Hände voll zu tun hatte die Software/Firmware upzudaten. Keine Frage, das Thema ist zu heiß gekocht worden und viele haben sich eingemischt, die keine Ahnung davon hatten. Aber das als Nicht-Problem darzustellen, ist dann auch daneben.

Rolf Lindner / 01.06.2020

Wenn Logik durch Ideologie ersetzt wird, zahlen die von machtausübenden Ideologieträgern Betroffenen immer einen hohen Preis. Das ist seit tausenden von Jahren und noch immer so, trotz dass wir uns - wie immer behauptet - im Zeitalter der Wissenschaft und Technik befinden. Moderne Technik wird sogar in nie gekanntem Ausmaß missbraucht, um Menschen einer Ideologie zu unterwerfen, die sich auf Wissenschaftler beruft, die sich zur Prostituierten eben jener Ideologie gemacht haben.

A. Iehsenhain / 01.06.2020

Ein sehr guter und zutreffender Beitrag! Das Thema Corona ist inzwischen zu einem reinen Glaubenskrieg verkommen. Und was hinterlassen Glaubenskriege? Trümmerlandschaften.

Karla Kuhn / 01.06.2020

“....keine Einigkeit der Experten über die Behandlung eines solch zentralen gesundheitlichen Problems gibt.” Hatte MERKEL RKI und DROSTEN im “Würgegriff?” MUßTEN sie so entscheiden, um die anfängliche Unfähigkeit von Merkel und Spahn aber auch von Maas, der sich öffentlich gelobt hat, obwohl es bereits in DEUTSCHLAND gravierende Engpässe bei der medizinischen Schutzkleidung gab, daß tonnenweise Schutzkleidung ins Ausland verschenkt/verkauft (??) wurde, zu kaschieren ??  Oder ist es so, wie bereits mehrmals angesprochen, daß “höhere ” Interessen, z. B., die von Gates geforderte IMPFPFLICHT, weil Milliarden damit verdient werden können,  unbedingt durchgesetzt werden mußten ??  Da würden ja die wirklichen Koryphäen wie Bhakti, Streeck, Püschl, Wordag und viele andere , auch z. B. aus Israel nur stören ! Abgesehen davon, würde sich doch trefflich die kommende FINANZKRISE, die unter vielen Ökonomen schon seit Monaten diskutiert wurde,  auf CORONA SCHIEBEN LASSEN.  WAS es auch ist, dahinter steht mal wieder, wie 2015 MERKEL. GIBT es eigentlich etwas, was diese Frau NICHT verbockt hat währen ihrer Regierungszeit ??  “....und dass die Erkenntnisse der modernen Medizin und die wissenschaftliche Logik durch politisches Kalkül an die Wand gedrückt wurden. Und dass die Therapie, die den Völkern verordnet wurde, suboptimal war. Das ist der Preis, wenn Logik durch Ideologie ersetzt wird.”  Unter SCHMIDT hatte die Ökonomie noch eine Chance, unter der ehm. AGIT PROP offensichtlich die Renaissance des verbrecherischen Sozialismus. Wie sonst soll ein bodenständiger selber denkender Mensch die Handlungen Merkels deuten ? Der Höhepunkt dieser Frau war vor paar Tagen, als sie sagte , die Pandemie habe eben erst begonnen !!  Ist diese Frau wirklich so krank, daß sie ihre Äußerungen nicht mehr steuern kann ?? Oder was sollte diese absurde Äußerung bezwecken ? Ob gewollt oder nicht, damit werden immer mehr Menschen auf die Straße getrieben ! Merkel muß weg, das ist alternativlos .

beat schaller / 01.06.2020

<<<<Und dass die Therapie, die den Völkern verordnet wurde, suboptimal war. Das ist der Preis, wenn Logik durch Ideologie ersetzt wird.<<<  Das tut doch schon weh, Herr Hofmann-Reinecke. Und nun habe ich gerade gelesen, dass Deutschland mit Windkraft und Solardeckel, mit einer Art “Cap Canaveral”  und Miliarden von Anschubsubvention zum Wasserstoffweltmeister avancieren will. Anja Karliczek hat sich das zum Ziel gesetzt und will das der Wirtschaft zum Frass vorwerfen. Ich gehe mal davon aus, dass sie das bereits weitestgehend in der Schublade hat. Es scheint wirklich, als ob das grüne EUtschland mit all den Milliarden die da zum Verteilen herumliegen, alles daran setzen wird, um auch hier die absolute Nr. 1 zu sein. Sind diese Armleuchten in EUtschland eigentlich eingesperrt oder laufen die bei dem Ansteckungsrisiko alle noch frei herum? Schade dass die beiden Kühltürme des stillgelegten AKWs schon zertrümmert sind, sonst hätte sie wohl diese als offene Tanks für den Wasserstoff nutzen können. Offen, damit der Druck dann nicht so gefährlich hoch ansteigen kann.  Aber, nun sind die halt schon weg. EUtschland über alles, bitte einfach nicht über mich. b.schaller

Torsten Hopp / 01.06.2020

Und dann kommt im Herbst die 2. Welle. Schrecklich. Danke an Herrn Prof. Lauterbach für die Erinnerung, damit wir noch voll im Panikmodus bleiben. Was würden wir ohne ihn machen. Ach ja, bald kommt die App und jeder 2. lässt sich mit einem Stoff impfen, der immerhin mindestens ein paar Monate getestet wurde. Zuerst aber bitte Kinder und Frauen…

Ilona Grimm / 01.06.2020

Über dieses längst vergessene „non-event“ habe ich sehr lachen müssen. Denn als Einzelkämpferin im Home Office konnte ich es mir leisten, einfach nur abzuwarten, was passieren würde, obwohl ich altmodisch mit Windows 95 und sogar mit einem dBase-Programm unter DOS gearbeitet habe. Mein Fax-Gerät war Baujahr 1989, und bei dem war ich sicher, dass am 1. Januar 2000 die Jahreszahl falsch, also 1900, sein würde. Nach überstandener Silvesterfeier bei Freunden, kamen mein Mann und ich nach Hause und stürzten uns hoch gespannt sofort auf unsere elektronischen Geräte. Und dann die große Überraschung: Das Faxgerät zeigte nicht nur die Uhrzeit, sondern auch das korrekte Datum an. Auch meine alten Programme auf dem PC waren noch da und funktionierten einwandfrei; sie konnten auch richtig mit dem Datum rechnen. Ach, was haben wir gelacht über den Y2K-Zinnober, mit dem zuvor die ganze Welt verrückt gemacht worden war. Dass die Show 450 Mrd. US-Dollar gekostet hat, erinnert an die 750 Mrd. Euro, mit denen Uschi wie mit Schokolinsen (©Broder) um sich werfen wird, um den Lebensstandard der Frührentner in Frankreich und im Süden der EUnion zu sichern.——[450 Mrd. US-$ im Jahr 2000 = 954 Mrd. DM oder 488 Mrd. Euro. Bei einer Inflationsrate von Ø1,3% p.a. ergibt sich bis 2020 ein Wert von 560 Mrd. Euro. Demzufolge war das Y2K-Ereignis preiswerter als Corona.]——Ja, das 2YK-Syndrom ist ein sehr schöner Vergleich mit Panikschürereien aller Art, die fast immer einen (oft verborgenen) politischen Hintergrund haben. Vielen Dank für diesen erfrischenden Rückblick in eine Krise, die keine war.

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