Manfred Haferburg / 27.12.2018 / 06:29 / 42 / Seite ausdrucken

Blackout in Deutschland – vor 40 Jahren war alles zu spät (Teil 1)

Wann ist bei Ihnen zu Hause schon mal längerfristig der Strom ausgefallen? Das kennen sie nicht? Seien Sie froh. Viele Leute denken: Ein Stromausfall ist nicht so dramatisch. Da machen wir eben eine Kerze an und vielleicht entsteht ja bei der Gelegenheit ein Kind der Liebe? 

Die meisten Leute glauben, dass in Deutschland die Rente und die Energiewende sicher sind. Und dieser Glaube wird politmedial ununterbrochen bestärkt. „Ein Blackout in Deutschland ist extrem unwahrscheinlich“, sagt die Bundesnetzagentur. „Ein Blackout in Deutschland ist Panikmache“, sagt der Think-Tank Agora Energiewende.

In Deutschland entscheiden Politologen, Bischöfe, Juristen und Soziologen – von keinerlei Sachkenntnis getrübt – über eine Energiepolitik, in der die Physik nur stört. Wer’s nicht glaubt, soll sich mal die Zusammensetzung der Kernenergie- und Kohleausstiegskommissionen ansehen. Um das Klima zu retten, wird in Deutschland die Energie munter und vor allem bedenkenlos gewendet, obwohl jeder Schüler, der in der Schule Physik nicht abgewählt hat, weiß, dass sich Energie nicht wenden lässt. Außer in Deutschland: Kernkraftwerke werden nicht mehr gebraucht und verschrottet. Strom kommt aus der Steckdose und das Netz ist der Speicher.

Die Klima-Panikmache kommt aus einer Ecke, die unverdrossen vor Blackout-Panikmache warnt: „Die Klimakrise ist mitten in Deutschland angekommen. Energiewende, Verkehrswende, Landwirtschaftswende – radikaler Klimaschutz muss jetzt her“, meinen die grünen Energieexperten Annalena, Cem und Anton, auch wenn dabei Gigatonnen und Tonnen, Megabyte und Megawatt oder Prozent und Grad Celsius schon mal schwer durcheinandergeraten. Wie sollen solche Experten dann installierte Leistung und elektrische Arbeit auseinanderhalten können?

Was passiert bei einem Blackout?

Wie groß ist denn die Gefahr eines Blackouts in Deutschland? Das weiß kein Mensch, ich auch nicht. Aber die Wahrscheinlichkeit eines Blackouts steigt mit jedem abgeschalteten Grundlast-Kraftwerk, egal, ob Kohle, Nuklear oder Gas. Die klimaschützenden Energiewender wiegen die Bevölkerung in einer trügerischen Sicherheit – „der Blackout ist extrem unwahrscheinlich“. Ja, das war der Tsunami in Japan auch. Und der hat in Deutschland mehr Kernkraftwerke zerstört, als in Japan. 

Was passiert bei einem Blackout? Was sagt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz dazu?

Ohne elektrischen Strom sind die Großstädte und Metropolregionen schlagartig lahmgelegt, da fast jede Infrastruktur direkt oder indirekt von der Verfügbarkeit dieser Energie abhängt. Besonders betroffen sind alle Bereiche, die zwingend auf die Verfügbarkeit von Strom angewiesen sind: Verkehrssysteme, Notfall- und Rettungswesen oder staatliche Behörden und Verwaltungen. Schon sehr kurze Ausfälle können heftige Auswirkungen auf andere Infrastrukturen, wie beispielsweise die Informationstechnik und Telekommunikation oder andere sensible elektronische Systeme haben; richtig problematisch wird es, wenn der Strom für viele Stunden oder gar Tage ausfällt“. 

Wikipedia berichtet in fast naiver Sprache und unter Ausklammerung aller menschlichen Tragödien, was im Falle eines Stromausfalls passieren würde:

  • Beleuchtung: Elektrisches Licht, Ampeln, Signale fallen aus, ebenso elektrische Rollladenantriebe.
  • Mobilität: Aufzüge, Skilift, Seilbahn oder Parkhausschranken fallen aus, genauso wie Abfahrtsanzeigen des öffentlichen Verkehrs. Eisenbahnen haben zum Teil eigene Stromversorgungsnetze. Akkus für Radbeleuchtung oder Taschenlampen können nicht mehr so einfach aufgeladen werden.
  • Wärme: Die Heizung/Lüftung bzw. Klimaanlage fällt aus, Elektroheizungen, aber auch Öl-, Gas- und Pellets-Zentralheizungen haben ohne elektrischen Strom keine Steuerung, keinen Zündfunken und keine Umwälzpumpe. Wäsche kann nur noch an Luft trocknen.
  • Lebensmittel: Lebensmittel werden im Kühl- sowie Gefrierschrank nicht länger gekühlt und können bei einem längeren Stromausfall verderben bzw. auftauen.
  • Kochen: Elektroherd, Mikrowelle, Kaffeeautomat, Wasserkocher usw. funktionieren ohne den elektrischen Strom nicht.
  • Nachrichten: Rundfunk und Fernsehen mit Netzspannung funktionieren nicht. Radiogeräte mit Akkus oder Batterien funktionieren unter Umständen, sofern die Sendeanlagen nicht vom Stromausfall betroffen sind.
  • Kommunikation: Mobiltelefonie, Festnetz sowie Computer und Internet stehen bei längeren Stromausfällen nur eingeschränkt oder gar nicht zur Verfügung.
  • Geld: Geldautomaten von Banken sind meistens nicht funktionsfähig.
  • Einkaufen: In Supermärkten gibt es meist Einschränkungen, da weder Kassen noch die Kühlung der Lebensmittel funktionieren, wenn kein Notstromaggregat vorhanden ist. Getränkebonier- und -zapfsysteme in der Gastronomie fallen aus. Elektrische Schiebe- und Drehtüren sind funktionsunfähig.
  • Treibstoff: Die meisten Tankstellen haben weder einen eigenen Stromerzeuger noch eine Einspeisevorrichtung für einen Stromerzeuger. Ohne Strom funktionieren die Pumpen nicht, die die Zapfsäulen und Zapfhähne mit dem Treibstoff aus den unterirdischen Tanks speisen.
  • Wasser: Bei einem längeren Stromausfall fallen Trinkwasseraufbereitung und Abwasserentsorgung mit Pumpen aus. Bei Wasserversorgungsnetzen, welche durch das natürliche Gefälle und ohne Pumpen betrieben werden (wie bei der Wiener Wasserversorgung über die Hochquellenwasserleitungen), hat ein Stromausfall auf die Versorgung nur geringe Auswirkung.
  • Sicherheit: Türsprechanlagen und Türöffner, Zutritts-Sicherungssysteme, Alarmanlagen, Feuermelder und Warnlichter für Flugverkehr auf hohen Bauwerken funktionieren nur, falls und solange Akkus oder Notstromsysteme ersatzweise liefern.
  • Krankenhäuser haben hierzulande Notstromaggregate und besonders kritische Bereiche wie Operationssaal und Intensivmedizin haben eine Unterbrechungsfreie Stromversorgung (solange der Dieselvorrat reicht – Anm. d. Verf.) Fluchtwegmarkierungsleuchten in größeren (Wohn-)Gebäuden sind meist einzeln akkugestützt und leuchten eine Zeitlang.

Risikobewusstsein nur in Ansätzen vorhanden

Eine Studie des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) kommt zu dem Ergebnis, dass durch einen langandauernden und großflächigen Stromausfall alle kritischen Infrastrukturen betroffen wären und ein Kollaps der gesamten Gesellschaft kaum zu verhindern wäre. Trotz dieses Gefahren- und Katastrophenpotenzials sei ein diesbezügliches gesellschaftliches Risikobewusstsein nur in Ansätzen vorhanden. Ich würde es so formulieren: Bei einem tagelangen Blackout in Deutschland wären hunderte, wenn nicht tausende Opfer zu beklagen, und keiner sieht die Gefahr.

Dabei ist ein Blackout alles andere als unwahrscheinlich. Es gibt sogar Erfahrungen. Vor genau 40 Jahren fiel am 28. Dezember 1978 in den nördlichen Teilen Deutschlands der Strom für mehrere Tage aus. Die Inseln Rügen und Hiddensee und große Landstriche im Norden waren für sechs Tage stromlos und von der Welt abgeschnitten. In der Bundesrepublik beklagte man 17 Todesopfer. Die DDR gab fünf Todesfälle zu, ehrliche Zahlen weiß allerdings keiner.

Dialysepatienten konnten nicht mehr versorgt werden, Frauen bekamen die Kinder zu Hause ohne ärztlichen Beistand. Tausende Menschen strandeten irgendwo und überlebten, wenn sie Glück hatten, unter jämmerlichen Bedingungen in Bahnhöfen oder Turnhallen. Als die Ventilatoren ausfielen, erstickten hunderttausende Hühner in den Legebatterien, Kühe und Schweine krepierten zu tausenden in den Ställen. Die öffentliche Kommunikation brach zusammen. Die Schäden gingen in die Milliarden, und es dauerte Jahre, bis sich die Wirtschaft von dem Schock erholt hatte. 

Die Ursachen waren simpel: ein Schneesturm, ein unausgewogener Energiemix und ein weitgehendes Versagen des staatlichen Katastrophenschutzes. 

Einfall eines sibirischen Tiefdruckgebietes

Was war passiert? Es gab kurz nach Weihnachten den Einfall eines sibirischen Tiefdruckgebietes mit einem länger andauernden Schneesturm, verbunden mit einem starken Temperaursturz. Damals schob man allerdings Wetterkapriolen noch nicht auf den Klimawandel. Durch die extremen Witterungsbedingungen fielen sämtliche Kohlekraftwerke in Mitteldeutschland aus, da ihnen die Kohle auf den Transportbändern und in den Waggons festfror.

Gas- und Ölkraftwerke waren auf Beschluss einer ahnungslosen und unverantwortlichen Politik geschlossen worden, um die wertvollen Devisen zu sparen. Die DDR setzte einseitig auf Braunkohle und hatte ihren vernünftigen Energiemix abgeschafft. Das Rückgrat der Stromproduktion war nun die kälteempfindliche Braunkohle, die zu 50 Prozent aus Wasser bestand und zu Eis gefror. Erfolglos versuchten die Bergleute, sie mit Presslufthämmern aus den Eisenbahnwaggons zu brechen. Das Zentralkomitee der SED genehmigte sogar den Kauf von hunderten Bohrhämmern aus dem Westen, allerdings lag das Kind da schon im Brunnen.

Im Resultat einer Wetterkapriole gab es in der DDR nur noch ein einziges funktionierendes Kraftwerk, das den totalen Blackout verhinderte – das Kernkraftwerk Greifswald mit seinen drei Reaktor-Blöcken. Um Strom für die Hauptstadt zur Verfügung zu stellen, mussten allerdings im Norden großflächige Blackouts tagelang in Kauf genommen werden. Mit katastrophalen Folgen für die betroffene Bevölkerung und die Wirtschaft. 

Die meisten Toten, die zu beklagen waren, waren entweder auf medizinische Hilfe angewiesene Patienten, die nicht versorgt werden konnten, oder Leute, die zu Fuß versucht hatten, ins nächste Dorf zu gelangen und Autofahrer, die im Schnee steckenblieben und es nicht irgendwohin ins Warme schafften. Einige Opfer wurden erst gefunden, als Wochen später der Schnee wieder wegtaute.

Man muss aber auch zusätzlich bedenken, dass heute die Gesellschaft viel stromabhängiger geworden ist, speziell in den großen Ballungsräumen und Städten. Gar nicht davon zu sprechen, dass es in jeder Gesellschaft einen kriminellen Bodensatz gibt, der nur auf so eine Gelegenheit wartet, wenn die staatlichen Ordnungsorgane hoffnungslos überlastet oder mit sich selbst beschäftigt sind. Die ersten Opfer werden die Schwächsten der Gesellschaft sein, Alte, Kranke, Kinder und Frauen.

Hier der Link zu einer Sendung des NDR zum Schneewinter 1978/1979 mit einem Interview des Autors dieses Beitrages, Manfred Haferburg. 

Im Teil 2 dieses Beitrages lesen Sie morgen eine Zeitzeugengeschichte über den Blackout 1978/79. Autor Manfred Haferburg, war damals im Kernkraftwerk mit seiner Schicht C über 70 Stunden von Eis und Schnee eingeschlossen und machte den Strom für die Republik. Die Geschichte ist ein Auszug aus dem RomanWohn-Haft“, der bei KUUUK nun endlich auch als Taschenbuch erschienen ist.

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Ulrich Jäger / 27.12.2018

Hallo Herr Haferburg, außer dem Kernkraftwerk Greifswald waren zur Jahreswende 1978/79 noch andere (Kohle-)Kraftwerke am Netz. In Thüringen kam es im Süden nicht zu kompletten Flächenabschaltungen wie im Rest der DDR. Bei uns im Ort gab es noch “helle Inseln”, die an das Stromnetz im damaligen Bezirk Suhl angeschlossen waren. Der Rest war dunkel bis auf den örtlichen Großbetrieb, der ein eigenes Kradtwerk besaß, das mit Briketts (nicht Rohbraunkohle!) betrieben wurde, Der Silvesterschneesturm war auch nur der berühmte Tropfen, der zum Überlaufen führte. Vorangegangen war bereits ein Kälteeinbruch Anfang Dezember, der dazu führte, dass die Bunkervorräte in den Großkraftwerken aufgebraucht waren und die ausbleibenden Kohletransporte aus den Tagebauen dann zu den Netzinstabilitäten und Abschaltungen führten. Die folgenden Maßnahmen waren dann aber wieder DDR-typisch: Die Ferienheime in unserer Region, die der Partei- und Staatsführung unterstanden, wurden mit Notstromaggregaten ausgerüstet, das oben beschriebene betriebliche Kraftwerk sollte auf Rohbraunkohle umgerüstet werden. Was damals aber nicht passierte war der Zusammenbruch der Infrastruktur. Das Telefonnnetz, da noch nicht digital, funktionierte weiterhin, Ein Großteil der Bevölkerung in unserer Region hatte noch Kohleheizung und einen erfahrungsbedingten Sinn für Vorratshaltung, in den Supermärkten funktionierte der Verkauf, zwar mit Einschränkungen, was das Licht betraf, und der Zugverkehr lief auch noch dank der Dieselloks.

Chaim Noll / 27.12.2018

Danke für diese Erinnerung. Wir waren auf der Insel Hiddensee im Eis eingeschlossen. Der Strom fiel aus, auf der gesamten Insel kein Licht. Zum Glück hatte das Haus einen Kamin, und es war (für einige Tage) Brennholz da. Und wir waren jung und gesund. Wir schliefen in Wattejacken, mit um den Kopf gebundenen Tüchern. In der “Kaufhalle” fielen die Kühltruhen aus, es gab Torten und Gänsebraten zum Schleuderpreis, aber kein Brot. Nach einer Woche wurden Lebensmittel und Kisten voller Wodka-Flaschen von Hubschraubern abgeworfen. Mehrere Häuser brannten ab, die Feuerwehr konnte nicht löschen, weil das Wasser in den Schläuchen gefror. Als Dröses Schweinestall abbrannte - der Besitzer war ungeübt wie wir alle im Umgang mit Kerzen und Windlichtern - mussten wir mit Eimerkette löschen wie auf Genrebildern im Mittelalter. Kein Telefon, keine Verbindung zur Außenwelt. Wir haben nie erfahren, was ringsum geschah, wie viele Menschen ums Leben gekommen sind.

Lutz-Michael Henjes / 27.12.2018

Ich war damals Grundwehrdienstleistender bei der NVA. Für mich war damals besonders schlimm, dass in unserer Kaserne die Fernwärmeversorgung zusammengebrochen war und dann noch die Rohre einfroren und zerstört wurden. Über Wochen hatten wir Minusgrade in den Unterkünften. Der Temperaturabfall war so stark, dass Diesel und Benzinmotoren u.a. auch Notromaggregate nicht mehr ansprangen. Nachmittag waren es noch Plusgrade, abends zweistellige Minusgrade. Dann fiel großräumig der Strom aus. Erst ein offenes Holzfeuer unter einem Aggregat brachte das Erste zum laufen.

Rüdiger Hollkott / 27.12.2018

Teil II Dem zufällig auf dem Flur, mit Taschenlampe bewaffnet, anwesenden Hotelmanager gelang es , wie auch immer, die Tür zu öffnen. Am nächsten Morgen verließen wir ungewaschen und mit Gepäck das Zimmer. Aus angrenzenden Fluren, in denen auch Toiletten lagen, kam uns schon ein unverkennbarer Geruch entgegen. Die Spülung funktionierte nicht mehr, Tolietten waren schon lange verstopft. Der Bustransfer zum Flughafen las uns schließlich vor dem Hotel auf und deutete an uns nur gegen cash mitzunehmen. Nach einem kurzen Wortwechsel war auch das geklärt. Wir fuhren durch ein wie entvölkertes New York. Am Flughafen drängten sich die Massen. Meinem Nachfragen unseres Fluges begegnete man mit einem freundlichen aber müden Lächeln. Ich schaltete langsam auf Notfallmodus uns suchte nach einem Plätzchen für meinen Sohn und mich zum übernachten. Auch hier gab es nichts eßbares zu kaufen. Irgendwie, , erfuhr ich durch zufälliges Nachfrage vom boarding unseres Fluges. An langen Schlangen vorbei checkten wir ein. Ich hatte den Eindruck unser Flug war der einzige der an diesem Tag abgefertigt wurde, lag da aber sicherlich falsch. Nach ca. 3 Std. konnten wir in das Flugzeug, nachdem ein rollbarer Zustieg, wie vor Jahrzehnten üblich,  organisiert worden war, einsteigen. Unseren Hunger konnten wir mit halbaufgetauten Sandwiches stillen, da die Bordcrew über keinerlei Zubereitungsmöglichkeit mehr verfügte. Sieben Std. später waren wir in Frankfurt. Wir haben gerade mal 24 Std. Stromausfall erlebt und dabei noch eine Menge Masel , wie wir als Kinder sagten, gehabt. Meine Wissens brauchte es ca. 10 Tage, um die Stromversorgung wieder zu 100% hochzufahren.

Hjalmar Kreutzer / 27.12.2018

Vielen Dank für die umfassende und präzise Aufklärung. Ich freue mich auf Teil 2. Da hatte ich selbst ja Glück! Ich hatte gerade Urlaub von der Armee bekommen. Bei Plustemperaturen in Halberstadt am 31.12.78 abgefahren, in Magdeburg setzte Eisregen ein.  Offenbar fuhren aber noch Diesel-Loks. Auch von Potsdam, heute Pirschheide bis Falkensee alles ohne Probleme, erst auf dem Bahnsteig spiegelglatt. Zu Hause und dort, wo wir Silvester feierten, gab es Ofenheizung und Gasherde und batteriebetriebene Radios. Als ch abreisen musste, fuhren die Züge wieder, wenn auch mit Verspätung. Auch drückte die Militärstreife beide Augen zu, obwohl ich verbotswidrig als Soldat in Uniform einen sog. Interzonenzug bestieg. So richtig hohe Schneeverwehungen, wie im Norden, gab es auf dieser Strecke zum Glück nicht.

Karl Biehler / 27.12.2018

Wenn die Unfähigsten ein Volk führen (regieren), muss es untergehen.

Rüdiger Hollkott / 27.12.2018

Sommer 2003, NewYork, gerade von einem Museumsbesuch ins Hotel zurück gekehrt, beschwert sich mein 15jähriger Sohn über den nicht funktionierenden Fernseher. Nach dem Hinweis dies sei sicher nur vorübergehend, registriere ich am Hotelfenster kurze Zeit später ein völliges Verkehrschaos. (Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wußte: Wir erlebten gerade den Begin eines der größten Strom Blackoutes der USA ,von dem, meiner Erinnerung nach, mehr al 20 Millionen Menschen betroffen waren, wie ich später erfuhr). Nicht ahnend was das alles bedeutet verließen wir das Hotel. Zu tausenden befanden sich Menschen auf der Straße, um nach Haus oder wohin auch immer zu Fuß zu gelangen. Da unsere Abreise am nächsten Morgen anstand, wollten wir noch etwas einkaufen. Wir fanden, nachdem wir uns durch größere Menschenmassen gewunden hattten, fast nur noch nicht verkaufsfähige Geschäfte vor, da bargeldloses zahlen nicht mehr möglich war. Wenigstens essen wollten wir. In einem Snack-Bistro bekamen wir schließlich noch eine halbe halbwarme Pizza. Die Verkäuferin schloß daraufhin die Verkaufstheke, da alles ausverkauft war. Erst jetzt bemerkte ich, daß wir ohne Absicht an der wartenden Schlange entlanggelaufen waren und die “letzte Mahlzeit”  ergattert hatten. An die immer noch freundlichen Blicke der Wartenden kann ich mich noch bei meinem “Gang nach Canossa” aus dem Bistro erinnern. Den Abend verbrachten wir mitTausenden auf den Straßen ( Ausfall Klimaanlage ) Die Rückkehr ins Hotel war für mich ein besonderes Erlebnis. Die im inneren des Hotels totale Finsternis, erzeugte in mir zum ersten mal in meinem Leben leichte Panik. Ich verlor die Orientierung. Ich bat meinem Sohn mir seine Hand zu geben, da er besser mit der Situation umgehen konnte und der Weg zum Hotelzimmer gefunden wurde. Ich wäre hoffnunglos aufgeschmissen gewesen. (Obwohl in den 50/60ern im Kohlenpott aufgewachsen) Das Zimmer war mit dem elektronischen Schlüssel nicht mehr zu öffenen. (Fortsetzung im weiteren Leserbrief)

Joachim Neander / 27.12.2018

Wir haben einen neuntägigen (!) Stromausfall durch einen Tornado letztes Jahr im Sommer in der Kaschubei (Gegend südlich von Danzig) erlebt. Der wahre Horror, wie in Wikipedia beschrieben.

Bernd Ackermann / 27.12.2018

Dialysepatienten und kriminelle Plünderer - interessiert doch keinen. Auch die Trottel, die ihren Diesel an der Tanke auffüllen wollen und nicht können sind doch selbst schuld, sollen sie halt E-Autos fahren…ähm, ups…. Erst wenn Facebook und Whatsapp nicht mehr funktionieren, dann bricht die Panik aus. Erinnern sollte man auch an das “Münsterländer Schneechaos” von 2005, als wetterbedingt die Strommasten umknickten, da sie teilweise vor 1940 errichtet worden waren und die damals verwendeten Stahlsorten nicht mehr den aktuellen Ansprüchen genügten. Auch 2005 gab es tagelange Stromausfälle, wurde seitdem bundesweit in die Infrastruktur investiert?

Andreas Rochow / 27.12.2018

Die Merkel-Regierung mit ihren unzähligen Instituten, dem Wissenschaftlichen Beirat (WBGU), Stiftungen, Vereinen und Kirchen hat es zugelassen, dass gefühlte Mehrheiten dem Glauben verfallen konnten, das Netz müsse nur “ausgebaut” werden, dann sei die Energieversorgung mit “Erneuerbaren” sicher. Allein Glauben und Propaganda vermögen es aber nicht, die Energiesicherheit zu garantieren. Erneuerbare sind ruinös für die Energiesicherheit. Auf sie zu setzen, ist grob fahrlässig! Es ist unverantwortlich, den Gedanken an eine dringend notwendige Balance zwischen zentralen und autarken Energielieferanten zu vernachlässigen. Im Blackout-Winter 1978/79 war in der DDR gottseidank noch das sommerliche “Einkellern” von Braunkohlebrikettsgang und gäbe und dürfte einen Großteil der Not gebannt und Leben gerettet haben. Die Lehre daraus: Netzwerke bergen die Gefahr flächendeckender Havarien. Eine exklusiv zentralisierte Energieversorgung, die auf immer mehr Verträgen mit Zehntausenden von unzuverlässigen Wind- und Sonnenwirten beruht, ist umso störbarer je höher der Anteil “erneuerbarer” Energie steigt! Vor dem nächsten Blackout - dazu brauchen wir keine Schneekatastrophe! - sollte man den hochsubventionierten Wind- und Sonnenwirten mitteilen, dass nur noch kontinuierlich und jederzeit lieferbarer Strom in die Netze gelassen wird. Das erreichen die Einspeiser dadurch, dass sie ihre Überkapazitäten vor Ort in Speichern für die Lieferpausen bei Dunkelflaute bereithalten. Nur wenn sie diese Bedingung erfüllen, dürfen sie einspeisen. Das EEG ist dahingehend zu novellieren. - Der kluge Stromkunde und Häuslebauer dieser Tage greift zur Selbsthilfe und richtet vorsorglich eine zweite Energieschiene ein, indem er Möglichkeiten einrichtet, Brennholz oder (wieder) Braunkohlebriketts zum Heizen zu verwenden. Im Wolkenkuckucksheim namens “Energiewende” hingegen scheint immer die Sonne, wenn der Wind nicht weht. Den Rest regelt das Netz.

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