Peter Grimm / 25.07.2017 / 09:08 / 7 / Seite ausdrucken

Omedjan ist kein Antisemit mehr

„Juden gehören in Gaskammern!!“ Ein Satz, bei dem wohl niemand bestreiten würde, dass er die Grenze zwischen freier Meinungsäußerung und Volksverhetzung eindeutig überschritten hat. Käme er von einem „Rechtspopulisten“, könnten wir eine ausführliche öffentliche Würdigung erwarten. Doch es war das Facebook-Profil von Omed Yarzada, auf dem der Satz erschien. Jener Omed Yarzada zeigte auf Facebook auch ein Foltervideo und kommentierte es mit dem Satz: „Das sollte man mit Juden machen! Damit die vernünftig werden“. Der Mann setzt sich ansonsten sehr für die Rechte der Palästinenser ein, gibt an, als Dolmetscher für das BAMF und an einer Zukunft als Journalist zu arbeiten. Auf dem Facebook-Steckbrief stellt er sich vor als „anti Kafiron, anti Semitismus, anti Kapitalismus, anti zionism, anti Faschismus, Anti Imperialismus!!“ Mit Kafiron, die er als erste mit einem „anti“ versieht, dürfte er die „Ungläubigen“ meinen, also die Mehrheit derer, die ihm durch ihre Arbeit den Genuss des hiesigen Lebensstandards ermöglichten.

Dummerweise für Omed fiel das Profil manchem Facebook-User auf. Als es von einigen publiziert und auch angezeigt wurde, verschwand Omeds Profil. Ob aufgrund einer Facebook-Sperre oder weil er selbst schnell alle Spuren verwischen wollte, bleibt offen.

Eine Karte von Groß-Afghanistan

Aber mit den gleichen Fotos tauchte sofort das Profil eines Omedjan Yar Zad Jan auf Facebook auf. Scheinbar ist Omedjan Afghane, zumindest hat er als Titelbild eine bemerkenswerte Karte, auf der auch Quetta und Peshawar zu Afghanistan gehören.

Ansonsten finden sich auch hier die Links zu Artikeln und Videos, die sich mit dem Kampf der Palästinenser gegen die „israelischen Besatzer“ beschäftigen. Dass Juden in Gaskammern gehören, steht nicht mehr so augenfällig auf der Seite, aber die Aussage gibt es noch. Auch das Foltervideo mit der Empfehlung, selbiges auch mit Juden zu tun, wird wieder gezeigt. Dennoch hat Omedjan aus Omeds Fehler gelernt: Er ist kein Antisemit mehr. Jetzt heißt es in seinem Profil: „anti Kafiron, anti Zionismus Empirismus, anti Kapitalismus, anti Faschismus, Anti Imperialismus!!“

Es gibt auch keinen Verweis aufs BAMF mehr. Das Amt hat auch selbst inzwischen klargestellt, dass Omed Yarzada freischaffend gelegentlich als Dolmetscher tätig war, aber jetzt nicht mehr beschäftigt wird. Damit dürfte ja dann alles in Ordnung sein. Vielleicht können wir nun einen Integrationserfolg feiern, denn es gibt ja einen Antisemiten weniger. Das Foltervideo muss man wohl als Omedjans israelkritischen Humor verstehen.

Verlinkte Zitate beziehen sich auf den jeweiligen Seiteninhalt am 24. Juli 2017, ca. 16 Uhr

Nachtrag und Korrektur:

Die vorstehenden Zeilen wurden am Nachmittag des 24. Juli geschrieben. In den folgenden Stunden hat sich Omedjan noch recht eindeutig geäußert. Die Annahme, er hätte sich etwas Zurückhaltung auferlegt, erweist sich als falsch. Zwar betont er auch wieder:

Ich bin nicht anti Juden, sondern anti zionisten, Tura ist ein Buch von meinem Gott!

Aber ansonsten zeigen seine Äußerungen, dass er doch sehr auf Gaskammern fixiert ist:

Meinungsfreiheit für alle! Die Kammern müssen wieder befüllt werden! Mit Mördern und Zionisten, die jeden Tag Menschen töten!

Oder hier:

Wer macht die Muslime zum Mörder?! Die zionisten machen das! Das ist meine Meinung! Für die Mörder sollte nur gaskammern geben!

Und hier:

Alle Bastards gehören in den Gaskammern!

Auch hier als Reaktion auf die Berichterstattung über seine Seite:

Gaskammer Zionisten kochen zur Zeit voll auf!

Das ist alles sicher kein „hate speech“, oder? Omedjan hat sicher nur die deutsche Leitkultur missverstanden.

Alle Zitate des Nachtrags finden sich hier (gesehen am 24. Juli 2017, 23.00 Uhr)

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Leserpost

netiquette:

Dr. rer. nat. Konrad Klein / 26.07.2017

Vielen Dank, Herr Grimm für diese Info. Sowas liest man nicht im medialen Mainstream. Auf etwas möchte ich Sie aber noch (oberlehrerhaft) aufmerksam machen, den Unterschied zwischen “scheinbar” und “anscheinend”. In der ersten Zeile des zweiten Absatzes müsste es “anscheinend” heißen.

Dirk Jungnickel / 25.07.2017

Ich finde: Zu viel Aufmerksamkeit für einen Grenzdebilen. Allerdings sollte man die Protokolle kontrollieren, die unter seiner Mitwirkung im BAMF entstanden sind.

Frank Stricker / 25.07.2017

Wenn solche Leute für das BAMF gearbeitet haben, muß man sich dann noch über irgendetwas wundern? Allein schon aus Fürsorgepflicht müßte das BAMF jeden Fall neu überprüfen lassen, an dem der seltsame Herr Omed Yarzada als “freier Dolmetscher” teilgenommen hat. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, das er je nach Gesinnung und Ethnie der jeweiligen Flüchtlinge die Übersetzung manipuliert hat.

Stephan Müller / 25.07.2017

Wir ernähren und unterhalten sicher Zehntausende von diesem Schlag. Wir nehmen es geduldig hin, denn sonst nennt man uns Populisten und Rassisten. Und wir träumen von einer Integration, die etwa so wahrscheinlich ist wie das Jüngste Gericht.

thomas kirchhoff / 25.07.2017

Vor kurzem hörte ich im Bus 3 türkischen Schülern im Alter zwischen 12 und 14 (geschätzt)bei ihren Gesprächen zu.  “Christen und Juden gehören vergast” sagte er der eine und die anderen waren hellauf begeistert.

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