Christoph Kramer / 20.01.2023 / 13:15 / Foto: Christoph Kramer / 37 / Seite ausdrucken

#NichtGenesen – Neue Protest-Initiative spricht auch Impfschäden an

Mit 400 Feldbetten und Porträts von Betroffenen, die unter dem Chronischen Fatigue-Syndrom leiden, wurde vor dem Reichstag demonstriert. Auch die Corona-Impfung wurde als Verursacher benannt, obwohl hier nicht die üblichen Kritiker der Corona-Politik protestierten.

„Ich traue meinen Ohren nicht“ schreibt uns ein Leser gestern Abend nach dem Genuss der 20-Uhr-Tagesschau. Dort verkündet der Sprecher zum Thema „Chronisches Fatigue-Syndrom“ (ME/CFS) doch tatsächlich: „Corona-Infektionen und seltener auch die Impfung führen offenbar zu deutlich mehr Fällen“. Der Leser fragt sich: „Kriegen die GEZ-zahlenden Bürger die Wahrheit jetzt zumindest scheibchenweise serviert?!“ Was ist passiert? 

Es gab eine Aktion vor dem Berliner Bundestag, bei der 400 Feldbetten mit Porträts von ME/CFS-Betroffenen aus dem gesamten Bundesgebiet aufgebaut wurden. Veranstalter ist die Initiative #NichtGenesen. Wenn man den Namen von deren Sprecherin Ricarda Piepenhagen, einer Lehrerin aus Mecklenburg-Vorpommern, die selbst von ME/CFS betroffen ist, bei Google eingibt, findet man zahlreiche Meldungen öffentlich-rechtlicher und anderer etablierter Medien, wie auch der dpa zu der Aktion, allerdings fast ausnahmslos unter dem Schlagwort „Long Covid“. Dabei führt die Initiative ausdrücklich auch „Post-Vac“, also einen Impfschaden, als mögliche Ursache des Chronischen Fatigue-Syndroms an. Auf den mir vorliegenden Materialien behauptet die Initiative, anders als die Tagesschau, auch keineswegs, dass die Impfung „seltener“ als die Infektion zu ME/CFS führe. Vielmehr beklagt sie, dass das Krankheitsbild in Deutschland bereits vor Corona verbreitet war (schätzungsweise 300.000 Betroffene, darunter 40.000 Kinder). Im Zuge der Corona-Krise nahm die Verbreitung allerdings massiv zu. 

Ich habe mir gestern selbst einen Eindruck von der Aktion vor dem Reichstagsgebäude gemacht, auch weil die Frau eines Bekannten seit ihrer Impfung an ME/CFS leidet und mir aus seinen Erzählungen sehr bewusst ist, wie schwerwiegend die Erkrankung sein kann. Der Aufbau der Betten wirkte sehr professionell. Die Protest-Organisatoren vor Ort kamen nach meinem Eindruck überwiegend aus dem Gesundheitsbereich, darunter auch selbst Betroffene und Angehörige. Die auf den 400 ausgestellten Porträts auf den Feldbetten angegebenen Berufsbezeichnungen deuteten ebenfalls auf eine große Fallzahl im Gesundheitsbereich hin, also dort, wo man viele und enge Kontakte zu Coronapatienten hatte und im letzten Jahr eine Impfpflicht galt. 

Forderung nach statistischer Erfassung

In den Gesprächen mit den Demonstranten geht es vor allem um individuelle Schicksale. Viele beklagen eine völlig falsche Erstbehandlung bei ME/CFS, die oft darin bestehe, dass man versucht, die Betroffenen durch therapeutische Maßnahmen wieder zu „aktivieren“. Das kann aber bei diesem Krankheitsbild zu noch schlimmeren Erschöpfungszuständen führen. Sie beklagen auch, dass die Krankheit oft nicht ernstgenommen und als lediglich „psychosomatisches“ Problem abgetan werde.

An einem Infostand lasse ich mir Flyer geben. Die Initiative fordert unter anderem die statistische Erfassung der Fallzahlen von Betroffenen, eine Erhöhung der staatlichen Förderungen für klinische Studien und Zulassungsstudien und zu geeigneten Therapiemöglichkeiten, eine ganzheitliche ärztliche Aufklärung und eine verbesserte Vernetzung der Fachrichtungen untereinander, den Ausbau der Ambulanzen zu interdisziplinären Behandlungszentren und eine Vereinfachung bürokratischer Prozesse für Schwerstbetroffene. 

Besondere Hoffnungen liegen offenbar auf der Entwicklung eines Medikamentes namens BC007. Die Initiative hat dazu auch eine Petition gestartet, die bisher immerhin über 60.000 Menschen unterschrieben haben. Vieles davon findet sich auch in einem Antrag der CDU/CSU, der zeitgleich im Bundestag diskutiert und anschließend in den Fachausschuss überwiesen wurde. Es lohnt sich, das Protokoll der Debatte zu lesen, hier ab S. 9501

Wie reagieren denn die Abgeordneten so auf diese Demo? Das frage ich die junge Frau am Infostand. Sie seien sehr interessiert, antwortet sie. Es seien bereits Abgeordnete der Grünen, der SPD, der CDU und der FDP herausgekommen, hätten mit ihnen gesprochen und zugesagt, sich dafür einzusetzen, dass mehr zu ME/CFS geforscht werde. Bevor ich fragen kann, ob sich DIE LINKE und AfD nicht für das Thema interessieren (sie tun es beide, wie man aus dem Protokoll der Debatte entnehmen kann), werden wir durch den Auftritt einer weiteren Bundestagsabgeordneten unterbrochen. Sie kommt forschen Schrittes und wünscht, mit der Initiatorin zu sprechen. Offenbar stand man vorher bereits im Austausch. Es geht um einen ihrer Angehörigen, der betroffen ist und über den sie mit Frau Piepenhagen sprechen will, die bereits mit dem Abbau der Feldbetten beschäftigt ist.

Mein Eindruck ist, dass hier wirklich ernsthafte Anstrengungen zum Wohle der Betroffenen gemacht werden, und zwar vor allem deshalb, weil es so viele Betroffene auch in den Reihen der etablierten Parteien bzw. bei den Angehörigen von Politikern der etablierten Parteien gibt, so dass diese eine hinreichend große Motivation haben, etwas zu tun. Bemerkenswert ist dabei, dass auch das Phänomen der Impfschäden (Post-Vac) offen benannt wird, auch wenn sich die ganze Aktion im Windschatten des offiziellen Long-Covid-Narrativs bewegt. Die Initiatoren glauben offenbar, sich so bewegen zu müssen, um allseits zustimmungs- und anschlussfähig zu sein.

Foto: Christoph Kramer

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Peter Woller / 20.01.2023

Was heißt “... nicht die üblichen Kritiker der Corona-Maßnahmen?” Gibt es hier wieder gute Demonstranten und böse Demonstranten?

A. Ostrovsky / 20.01.2023

@Rainer Irrwitz : >>Erfunden wurde es um Panik vor der angeblich gefährlichen Pandemie (die eine reine Inszenierung war) zu schüren und jetzt wird es benutzt um die Ursache der Schäden wegen der experimentellen Genbehandlung zu vertuschen.<<  Ja, ist das nicht großartig, wie sich alles so schön fügt? Das lebe Long Ding mehrfach wiederverwendbar. Da soll noch mal jemand sagen, der Mensch wäre zufällig entstanden. Das sieht doch wie eine Kreation aus, wenn es rundrum so gut passt. Irgendein höherer Geist hat alles schon vorausgesehen. An sowas arbeiten in den Think Tanks große Teams. Und das steckt alles in so einem winzigen Virus drin, der von einer Fledermaus entwickelt wurde, Wahnsinn, wenn man überlegt, wie klein eine Fledermaus ist.

Martin Beckmann / 20.01.2023

Diese Regierungsschwurbler wissen nur eins” Sie haben überhaupt keine Daten (Lauterbachs Aussage) die zu etwas taugen. Laut Infektionsschutzgesetz hätte bereits im März 2022 eine Auswerung vorgelegt werden müssen. Aber die Verantwortliochen hatten keine gesammelt, also auch keine vorzulegen. Wenn Tom Lausen welche vorlegt, wird das ignoriert und weggeschwurbelt und die MSM halten schön die Klappe. Die denken, sie können das aussitzen und dann Schwamm drüber, als wäre nichts gewesen. Lauterbach liegt ohnehin in seinen letzen Zuckungen und wird Christine Lambrecht bald folgen.

Joerg Gerhard / 20.01.2023

Lesen sie mal ein Interview mit Prof. Schieffer von der Post Vac Klinik in Marburg, z.B. Wetzlarer Zeitung Ende Dez., die Essenz geht immer so: “Die Impfungen sind super. Post Vac ist ganz, ganz selten. Eigentlich ist es eh Long Covid. Long Covid ist ganz, ganz haeufig und ganz, ganz schlimm. Ich brauche viel mehr Geld um Long Covid zu erforschen.” Wer sich danach noch auf die Warteliste einer dieser Alibikliniken setzen laesst, dem ist auch anderweitig nicht zu helfen. Dr. Tina Peers in Surrey verfolgt dagegen den Histamin/Mastzellenansatz bei Impfschaeden. Besser da mal nachschauen oder anrufen.

Bernd Braun / 20.01.2023

Rette sich, wer kann!

Gerd Kistner / 20.01.2023

...“In den letzten Monaten sind viele Publikationen zur Pathophysiologie bei Covid - 19, long COVID und Impfnebenwirkungen erschienen. Einige Arbeiten, die ich als Naturwissenschaftler für relevant halte, habe ich in der Anlage zusammengestellt. Vermutlich sind Impfnebenwirkungen und long COVID zwei Seiten einer Medaille, diese heißt spike protein.“....( Zitat aus einem Brief an die Bundestagsabgeordneten vom 14.03. 2022). Dem habe ich auch heute nichts hinzuzufügen. Man sollte Langzeitfolgen von Covid - 19 nicht verharmlosen, das ändert nichts an der Tatsache, daß die Impfung massive Schäden angerichtet hat und eine Impfpflicht ein Verbrechen gewesen wäre. Ich selbst habe mit einer Lungenembolie nach der zweiten Impfung Lehrgeld bezahlt. Beweisen Sie aber als Herzkranker mit oraler Antikoagulation diesen Zusammenhang. Das wäre noch im Dezember mit dem immunhistochemischen spike - Protein - Nachweis in Lymphknoten - oder Gefäßbiopsien möglich gewesen. Nach einer Infektion geht nichts mehr.

Matthias Fromberg / 20.01.2023

Das ist nicht einmal die Spitze des Eisberges ... Es müßten sich 10x soviele Särge dazu gesellen, wenn ich auf die dramatische Übersterblichkeit schaue. Das dröhnende Schweigen diesbezüglich ist ohrenbetäubend.

RMPetersen / 20.01.2023

Ah ... “... hier nicht die üblichen Kritiker der Corona-Politik ...” Dafür protestierten die Opfer einer schwer definierbaren Erkrankung, die sich vorwiegend bei Angehörigen des Öffentlichen Dienstes manifestiert.  Früher trat sie vorwiegend am Montagmorgen auf.

Dr. R. Möller / 20.01.2023

Ich hab da mal ne Frage: wieviel Prozent der Long Covid/fatigue-Erkrankten sind eigentlich geimpft? Ich hätte da so ne Vorstellung.

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