News-Redaktion / 20.05.2022 / 09:44 / Foto: Pixabay / 0 / Seite ausdrucken

Höchster Anstieg der Erzeugerpreise seit 1949

Das Statistische Bundesamt meldet für den April einen Anstieg von 33,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es sind beunruhigende Zahlen, die die amtliche Statistik hier ausweist

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lagen im April 2022 um 33,5 Prozent höher als im April 2021, hat das Statistische Bundesamt (Destatis) mitgeteilt. Dies war nach Darstellung des Amtes der höchste Anstieg gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949. Im März 2022 hätte die Steigerungsrate noch bei 30,9 Prozent und im Februar bei 25,9 Prozent gelegen. Im Vormonatsvergleich waren die gewerblichen Erzeugerpreise im April 2022 um 2,8 Prozent gestiegen. „Die aktuellen Daten spiegeln auch die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine wider“, heißt es in der Pressemitteilung wörtlich, womit indirekt aber auch deutlich gemacht wird, dass es sich keineswegs nur um Kriegsfolgen handelt, wie es politische Verantwortungsträger gern darstellen.

Die Angaben beziehen sich auf Erzeugerpreise, deren Entwicklung sich oft erst in unterschiedlichem Maße verzögert auf den Preis für den Endverbraucher auswirkt.

Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise im Vorjahresvergleich sei weiterhin die Preisentwicklung bei Energie, heißt es vom Statistischen Bundesamt weiter. Die Energiepreise hätten im April 2022 im Durchschnitt 87,3 Prozent höher gelegen als im Vorjahresmonat. Gegenüber März 2022 seien diese Preise um 2,5 Prozent gestiegen, nachdem sie im März 2022 gegenüber Februar 2022 um 10,5 Prozent gestiegen waren. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei Energie habe Erdgas mit einem Plus gegenüber April 2021 von 154,8 Prozent. Kraftwerke müssten für Erdgas 307 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Für Industrieabnehmer sei Erdgas 259,9 Prozent teurer geworden und für Wiederverkäufer 170 Prozent.

Die Preise für elektrischen Strom hätten im April 2022 um 87,7 Prozent höher gelegen als im April 2021. Für Weiterverteiler habe Strom 157,3 Prozent mehr gekostet als ein Jahr zuvor, für Sondervertragskunden 85,6 Prozent. Gewerbliche Anlagen hätten 15,8 Prozent mehr gezahlt.

Mineralölerzeugnisse seien 53,9 Prozent teurer gewesen als im April 2021, jedoch seien hier die Preise gegenüber dem Vormonat März 2022 um 4,6 Prozent gesunken. Leichtes Heizöl sei mehr als doppelt so teuer gewesen als ein Jahr zuvor (+102,1 Prozent), Kraftstoffe hätten 46,6 Prozent mehr gekostet. Für beide Mineralölprodukte sanken jedoch die Preise gegenüber dem März 2022.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätten die Erzeugerpreise aber immer noch 16,3 Prozent höher gelegen als im April 2021 (+3,0 Prozent gegenüber März 2022). Besonders hoch seien die Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen gewesen, die sich mehr als verdoppelten (+111,7 Prozent). Allein gegenüber März 2022 seien diese Preise um 14,5 Prozent gestiegen.

Verpackungsmittel aus Holz hätten binnen Jahresfrist 75,0 Prozent mehr gekostet, Industriegase 66,4 Prozent. Die Preise für Futtermittel für Nutztiere seien um 52,8 Prozent gestiegen. Nadelschnittholz sei 52,3 Prozent teurer geworden.

Der Preisanstieg bei Papier und Pappe lag bei 52,7 Prozent. Hier seien insbesondere die Preise für Zeitungsdruckpapier (+111,9 Prozent) gestiegen. Wellpapier und Wellpappe, die für die Verpackungsindustrie wichtig seien, hätten 41,0 Prozent mehr gekostet.

Auch bei Nahrungsmitteln und Verbrauchsgütern meldet das Statistische Bundesamt teils drastische Preissprünge. Die Preise für Getreidemehl lägen beispielsweise 39,1 Prozent höher als im April 2021. Gegenüber März 2022 seien diese Preise um 5,0 Prozent gestiegen. Besonders stark seien die Preise für Butter (+70,9 Prozent gegenüber April 2021, +11,4 Prozent gegenüber März 2022) gestiegen. Nicht behandelte pflanzliche Öle hätten 70,0 Prozent mehr gekostet als im Vorjahr. Rindfleisch sei 41,6 Prozent und Kaffee 30,8 Prozent teurer geworden. Die Preise für Schweinefleisch seien gegenüber März 2022 um 14,7 Prozent gestiegen und hätten damit 22,1 Prozent über den Preisen von April 2021 gelegen.

Die Preise für Gebrauchsgüter hätten im April 2022 um 8,3 Prozent höher gelegen als ein Jahr zuvor, insbesondere bedingt durch die Preisentwicklung bei Möbeln (+10,5 Prozent).

Weitere Zahlen finden Sie hier auf destatis.de

Foto: Pixabay

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