Gastautor / 11.07.2021 / 06:00 / Foto: Pixabay / 87 / Seite ausdrucken

Das Leben ist endlich 

Von Manfred Horst.

In den letzten 150 Jahren hat die Menschheit in ihrem Kampf gegen Krankheit und Tod, gegen Kinder- und Müttersterblichkeit viel erreicht und das mittlere Sterbealter in den reichen Ländern der Erde von um die 35 auf etwa 80 Jahre angehoben

80 Jahre ist ein Mittelwert. Es sterben durchaus noch einige Menschen in jüngeren Jahren – aber glücklicherweise eben viel weniger als in früheren Zeiten. 2019 starben in Deutschland insgesamt 939.520 Menschen, mit folgender Verteilung in Altersklassen:

Sterbetafel Deutschland 2019:

0–9 Jahre             3.242    (0,35%)
10–19 Jahre         1.188    (0,13%)
20–29 Jahre         3.095    (0,33%)
30–39 Jahre         6.534    (0,70%)
40–49 Jahre       15.575    (1,66%)
50–59 Jahre       56.967    (6,06%)
60–69 Jahre      114.470  (12,18%)
70–79 Jahre      202.955  (21,60%)
80–89 Jahre      350.365  (37,29%)
Über 90 Jahre  185.129  (19,70%)

Gesamt            939.520  (100,00%)

Auch wenn die Gesamtzahl von Sterbefällen aufgrund der Alterung in unserer Bevölkerung in den letzten Jahren stetig zunimmt – das mittlere Sterbealter und die prozentuale Verteilung auf Altersklassen sind dabei relativ konstant geblieben (hier und hier); sie ähneln sich auch grundsätzlich in allen Ländern der westlichen Welt.

Seit nunmehr fast eineinhalb Jahren werden wir mit den täglich aufaddierten Zahlen von „Corona-Toten“ in Angst und Schrecken gehalten. Die Alterverteilung dieser in Deutschland bis zum 29.06.2021 „mit dem Coronavirus“ Verstorbenen sieht so aus:

Sterbetafel  „mit Coronavirus“, Deutschland 2020/21:

0–9 Jahre                        15        (0,02%)                                                               
10–19 Jahre                    11        (0,01%)
20–29 Jahre                     82       (0,09%)
30–39 Jahre                    234      (0,26%)
40–49 Jahre                     703     (0,78%)
50–59 Jahre                   3.050    (3,36%)
60–69 Jahre                   8.234    (9,08%)
70–79 Jahre                 18.782   (20,72%)
80–89 Jahre                 40.394   (44,55%)
Über 90 Jahre             19.159    (21,13%)

Gesamt                        90.664  (100,00%)

Der geneigte Leser vergleiche die prozentuale Altersverteilung dieser „Corona-Toten“ mit derjenigen in der Allgemeinbevölkerung und stelle sich bitte folgende Fragen:

  • Worin unterscheiden sich die „Corona-Toten“ von der natürlichen Sterbetafel?
  • Für welche Teilgruppen wäre es gegebenenfalls sinnvoll, lebensverlängernde Maßnahmen zu erforschen? 
  • Welche Altersgruppen sollte man bei einer solchen Diskussion über gegebenenfalls lebensverlängernde Maßnahmen ins Auge fassen? 

Es kann doch eigentlich auch ohne tiefere statistische Analyse kein Zweifel daran bestehen, dass die Todesfälle „mit Coronavirus“ (das heißt mit einem positiven PCR-Test) Teil des normalen und nicht verhinderbaren Sterbegeschehens in Deutschland sind. Und das ist auch überall sonst auf der ganzen Welt so – völlig unabhängig von den jeweils ergriffenen Maßnahmen.

„Mit Corona“ sogar noch etwas älter als der Rest der Bevölkerung 

Da das Virus Kindern und Jugendlichen nichts tut – oder auch, weil man bei ihnen bisher weniger getestet hat –, wird man „mit Corona“ im Schnitt sogar noch etwas älter als der Rest der Bevölkerung. 

Das Coronavirus (beziehungsweise der positive PCR-Test) ist mit Bezug auf das Ergebnis „Tod“ eine statistische Zufallsvariable – wie Fußpilz oder das Tragen roter Socken. Sämtliche Berechnungen von den Coronatoten angeblich verlorengegangener Lebenszeit sind statistischer Unsinn. Man kann und darf die Restlebenserwartung von Lebenden nicht einfach auf eine Gruppe (Kohorte) von Verstorbenen übertragen, denn sonst könnte man jede beliebige Zufallsvariable zur tödlichen Gefahr deklarieren. 

(In seiner Diskussion solcher Berechnungen von Corona-YYL (years of life lost) erklärt John Ioannidis auf elegante Weise und ohne eklatante Kollegenschelte genau diesen Sachverhalt. Im übrigen ist auch die von manchen anderen Autoren vorgebrachte Ausflucht, das Sterberisiko durch und mit Corona sei zwar altersmäßig gleich mit, aber (großenteils) zusätzlich zu dem normalen Sterberisiko, ist nicht ernsthaft haltbar. Denn das hieße ja, dass die Kohorte der Coronatoten ohne das Virus signifikant länger gelebt hätte als die Allgemeinbevölkerung. Warum sollte das der Fall sein, was hätte denn gerade diese Kohorte zu einem im Durchschnitt längeren Leben prädestiniert?)

Natürlich gibt es eine durch / mit SARS-CoV-2 hervorgerufene schwere Verlaufsform von Atemwegsinfekten. Natürlich ist die Medizin verpflichtet, jedem einzelnen der davon betroffenen Menschen nach bestem Wissen und Gewissen zu helfen. Im statistischen Mittel jedoch wären die „Coronatoten“ auch ohne Corona zum selben Zeitpunkt verstorben – an (oder mit) einem anderen Virus oder einer anderen Krankheit. Wir sind nun einmal nicht unsterblich. 

An dieser banalen Normalität, an unserer Sterblichkeit in einem mittleren Alter von 80 Jahren, an unserer ständigen (vor allem winterlichen) und immunisierenden Auseinandersetzung mit frisch mutierten Atemwegsviren, kann keine politische oder gesellschaftliche Intervention irgendetwas ändern. Und das wussten wir, das wussten mit Sicherheit auch viele Experten und Politiker spätestens am 12. März 2020, als die Italiener die Daten der Coronatoten von Bergamo (Durchschnittsalter 80,3 Jahre, alle mit schweren Vorerkrankungen) öffentlich bekanntgaben. 

Nützliche Lehren aus dieser dystopischen Episode?

Daran kann im Übrigen auch keine Impfung etwas ändern – und viele meiner ehemaligen Kollegen in der pharmazeutischen Industrie wissen das auch. Als Voraussetzung für eine Zulassung – und erst recht für eine derart überhastete und daher riskante – hätten die Zulassungsbehörden unbedingt eine Mortalitätsstudie (d.h. den Nachweis einer geringeren Zahl von Todesfällen in der Impfgruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe) fordern müssen. Nur – eine solche Studie würde gar kein positives Ergebnis erbringen können, denn die normale Sterblichkeit des Menschen ist nun einmal nicht verhinderbar. 

Stattdessen wurde der Nachweis einer Reduktion von Erkältungssymptomen mit einem positiven Test zum klinischen Endpunkt deklariert und mit großer Fanfare publiziert, und stattdessen wird die – ja schon im letzten Sommer zu beobachtende – saisonale Abnahme von testpositiven Fällen und Toten als Erfolg der Impfung gefeiert. Und deutsche Fachgesellschaften behaupten einfach wider besseres Wissen, die Impfung habe in den Zulassungsstudien nachgewiesen, dass sie schwere Verläufe und Todesfälle zu fast 100 Prozent verhindere

Erkältungen und grippale Infekte werden die Menschen aber weiterhin bekommen, schwere Verlaufsformen bei Älteren und Geschwächten wird es auch weiterhin geben, und eine gewisse (je nach Jahrgegebenefalls etwas schwankende) Anzahl von im Mittel 80-Jährigen wird uns wie immer verlassen – mit dem Coronavirus oder eben mit anderen mutierten Atemwegsviren und deren ständig mutierenden Varianten. 

Wenn die menschlichen Konsequenzen der politischen und gesellschaftlichen Reaktion auf dieses eine Atemwegsvirus nicht so entsetzlich wären, könnten wir das Ganze fast als groteske Farce genießen. Vielleicht wird eine (hoffentlich noch) freie Menschheit in nicht allzuferner Zukunft nützliche Lehren aus dieser dystopischen Episode ziehen und ein gesundes Misstrauen gegenüber modellisierenden und orakelnden Panikwissenschaftlern und deren politischer Gefolgschaft entwickeln.

Dr. med. Manfred Horst verbrachte den größten Teil seiner beruflichen Karriere in der pharmazeutischen Industrie. Im Jahr 2016 schied er aus leitender Position in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Merck & Co. / MSD aus und ist seitdem als unabhängiger Berater tätig. 

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Sabine Schönfelder / 11.07.2021

Sascha@Quandt, bei so viel Impertinenz könnte man fast schon richtig ÄRGERLICH werden. Sie benutzen Schicksale, um für eine Pandemie, noch schlimmer, um indirekt für eine potenziell körperverletzende oder sogar tödliche Impfung zu werben. Sie wissen es GANZ GENAU, es verbreitete sich zwangsläufig sogar im Mainstream, ganz sicher wurde es auf dem Blog detailliertest dargeboten und selbst viele hohe Gerichte WELTWEIT verkündeten die UMUNSTÖßLICHE TATSACHE: DER PCR- TEST kann keine SARS-CoV-2- INFEKTION feststellen. Allenfalls die Möglichkeit, die durch weitere Tests verifiziert werden muß. Ich weiß, daß Sie der Pandemie-Liga angehören, die gegen evidenz- basierte Daten anarbeitet, die mit Gefühlen und Märchenerzählungen UNBEDINGT ihr ANGST-Narrativ erhalten will, welches bröselt und bröselt und bröselt…. Sie wissen von KEINER EINZIGEN Person, deren Elend sie zur Erzeugung von Mitgefühl i n s t r u m e n t a l i s i e r e n,  ob sie wirklich an einem Covid- Virus erkrankte. Schamgefühl geht Ihnen völlig ab. Dann noch die Södernummer mit dem Flugzeug, Herr Quandt, ist das nicht selbst unter Ihrer Würde? Zählen Sie lieber DIE Impf- TOTEN und Impfgeschädigten, DIE GIBT ES WIRKLICH. Würden Sie sich in ein Flugzeug mit NOTZULASSUNG setzen??? Schauen Sie sich das Endspiel an, das gerade läuft. Das ist die Realität! Morgen werden die Medien, Lauterbach und CO, nebst Ihren Null-Covid-Schwachmaten im Geiste, wieder versuchen, eine Panikstimmung herbeizuvisionieren. Lassen Sie es. Anstand und Aufrichtigkeit machen die Menschen glücklich und bilden die beste Voraussetzung für körperliche und geistige Gesundheit. Fahren Sie eigentlich BMW?

Nikolaus Neininger / 11.07.2021

@ beat schaller: Das hat es schon einmal gegeben, daß jemand ganz genau und öffentlich beschrieben hat, was er vorhatte - und es niemand geglaubt hat, weil es so monströs war; ist knapp 100 Jahre her…

toni Keller / 11.07.2021

@ Herr Preis, wer heute 80 ist, gehört zu denen, die langsam aufhören die Todesanzeigen zu lesen, weil sie eh niemanden mehr kennen. Da hier keine Links erlaubt sind, empfehle ich ihnen einfach mal Bevölkerungspyramide Deutschland zu googeln.

Jörg Klöckner / 11.07.2021

Sie schreiben: “Und deutsche Fachgesellschaften behaupten einfach wider besseres Wissen, die Impfung habe in den Zulassungsstudien nachgewiesen, dass sie schwere Verläufe und Todesfälle zu fast 100 Prozent verhindere.” Lassen wir sie doch einfach in ihrem Glauben, denn dann kann sich jeder zu fast 100 Prozent selbst schützen und darf die anderen mit der Impferei in Ruhe lassen. Einen Verstoß gegen den Nürnberger Kodex ist es dann doch gar nicht wert!

Marion Sönnichsen / 11.07.2021

Wer sich in dem in Rede stehenden Zeitraum gesund gestoßen hat und wer stirbt einmal aus einer anderen Perspektive mit anderen Zahlen betrachtet: Ich zitiere jetzt einmal aus einem Artikel von Kerstin Chavent: „Seit der Deklaration der Corona-Pandemie haben Aktienanleihen und Immobilienmärkte immer neue Höchststände erreicht. Der Börsenwert der Internetgiganten hat zwischen 30 und 80 Prozent zugenommen, und die Vermögensverwalter Blackrock und Vanguard konnten einen Zuwachs von mehr als 2 Billionen Dollar verbuchen. Das Vermögen der Ultrareichen hat um mehr als 3,9 Billionen Dollar zugenommen, und mit Elon Musk ist erstmals innerhalb eines Jahres ein einzelner Mensch um mehr als 100 Milliarden Dollar reicher geworden. Gleichzeitig ist in den Entwicklungsländern der Lebensstandard von mehr als 1,5 Milliarden Menschen dramatisch gesunken, und mehr als 100 Millionen Menschen sind zum Hungern verurteilt worden.“

RMPetersen / 11.07.2021

Die Mehrheit interessiert sich nicht für statistische Gegenbeweise, sondern glaubt den netten Herren in der Tagesschau. Propaganda wirkt.

Peter Robinson / 11.07.2021

Wäre interessant herauszufinden, wie viele mit Schuppen und wie viele an Schuppen gestorben sind. Der Konsistenz wegen. Es gibt Lügen, verdammte Lügen und Statistik. Die Covid-19 Sterbezahlen sind verdammte Lügen und dienen einen politisch sonst nicht durchführbaren Zweck. Ziel ungewiss. Denoch wahr.

Sirius Bellt / 11.07.2021

@Sascha Quandt. Immerhin kennen Sie nach anderthalb Jahren 2 Personen, die an Corona erkrankten. In meinem Umfeld hat es im gleichen Zeitraum 2 Menschen (einer 58 und einer 70 Jahre alt) mit Herzinfarkt und Thrombose gegeben, die daran gestorben sind. Und wissen Sie warum? Weil beide sich aus Angst vor Corona keinen Meter mehr aus ihren Häusern bewegt haben. Eine gute Bekannte verstarb im April an Leukämie, weil sie sich nicht zum Arzt traute. Auch diese Menschen hinterlassen traurige Angehörige.

Dieter Kief / 11.07.2021

Dr. Manfred Fröbel - vielen Dank für Ihre aufschlussreichen Zahlenreihen. - Kleine Frage: Selbstgerechnet oder aus einer - ggf. : welcher? - Quelle?

Leo Hohensee / 11.07.2021

@Sascha Quandt - Hallo Herr Quandt, normalerweise würde ich Mitgefühl haben wenn es Leute schicksalhaft hart trifft. Bei Ihnen habe ich leider das Gefühl, dass Sie unaufrichtig sind. Die schnelle Bewertung Ihres Umfeldes, ohne weitere Fragen an Gründe und Umstände zu stellen, benutzen Sie, so ist mein Eindruck, um hier Vorwürfe an Corona-Maßnahmen-Kritiker los zu werden. Sollte mein Eindruck falsch sein, bleibe ich trotzdem dabei, wir haben es mit einer Plandemie zu tun und (Zitat Volker Kleinophorst) ” Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage hinzu zu fügen, sondern den Tagen mehr Leben.” Will sagen, einbuddeln sollte eine freiwillige Sache sein, ich möchte mit meinen Enkeln und mit Freunden ein einigermaßen freudvolles Leben haben. beste Grüße

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen

Es wurden keine verwandten Themen gefunden.

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com