Russlands Treibstoffmangel: Putin setzt auf Benzin-Importe
Der Treibstoffmangel in Russland ist schon jetzt deutlich größer als im vergangenen Jahr im Sommer, und er kommt früher, meldet die FAZ. Mittlerweile seien weit mehr als die Hälfte der russischen Regionen betroffen, zudem die besetzten Gebiete, und auch in Moskau bildeten sich Schlangen an Tankstellen. Die Kraftstoffpreise steigen, Transportdienstleistungen hätten sich angeblich schon um zehn Prozent verteuert. Manche Regionen würden bereits den Busverkehr einschränken. Im sibirischen Gebiet Transbaikalien sei sogar die Müllabfuhr ausgesetzt worden. Die Nachrichtenagentur Reuters habe unter Berufung auf Branchenkreise gemeldet, Russland hätte jetzt aus Indien mindestens 60.000 Tonnen Benzin gekauft, das in Tankern angeliefert werden solle. Insgesamt wolle Russland 400.000 Tonnen Benzin im Monat importieren, auch aus Weißrussland. Auch auf Kasachstan hoffe Moskau. Russland soll dort über den Import von rund 50.000 Tonnen 92-er Benzin verhandeln. Doch fordere die Gegenseite Kerosin, dessen Ausfuhr Moskau vor Kurzem verboten habe.
Mutmaßlicher IS-Kämpfer in Baden-Württemberg gefasst
Die Bundesanwaltschaft hat im baden-württembergischen Ortenaukreis ein mutmaßliches Mitglied der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) festnehmen lassen, meldet der Tagesspiegel. Der Iraker soll sich spätestens im April 2016 im Irak dem IS angeschlossen haben und bis ins Frühjahr 2017 bei einer Kampfeinheit im Einsatz gewesen sein, habe die oberste deutsche Strafverfolgungsbehörde mitgeteilt. Er sei daraufhin dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vorgeführt worden, der ihm den Haftbefehl eröffnet und Untersuchungshaft angeordnet habe.
Tote bei Explosion in Damaskus
Bei einer Explosion im Zentrum der syrischen Hauptstadt Damaskus sind nach staatlichen Angaben mindestens neun Menschen getötet worden, meldet der ORF. Nach Angaben des Innenministeriums sei ein improvisierter Sprengsatz in einem Café nahe dem Justizpalast explodiert. Das Gebiet wäre weiträumig abgesperrt worden. Zunächst sei unklar gewesen, wer den Sprengsatz gelegt hätte. Im Justizpalast laufen seit mehreren Wochen Prozesse gegen Vertreter aus dem Apparat des Ende 2024 gestürzten Machthabers Baschar al-Assad.
UNO: 17 Millionen in Nord-Nigeria von Hunger bedroht
Im Norden Nigerias droht den Vereinten Nationen zufolge mehr als 17 Millionen Menschen eine schwere Hungerkrise, meldet der ORF. Gewalt und Kürzungen bei der Finanzierung hätten die Ernährungsunsicherheit auf den schlimmsten Stand seit fast einem Jahrzehnt getrieben, habe das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) mitgeteilt. Die Zahl der Menschen, die von einer akuten Hungersnot betroffen seien, wäre um fast zwei Millionen im Vergleich zu früheren Prognosen gestiegen. Grund für die Krise in Afrikas bevölkerungsreichstem Land seien islamistische Aufstände im Nordosten und bewaffnete Banden in Teilen des Nordens.
SPD rudert plötzlich bei Krankschreibungsregeln zurück
SPD-Chef Lars Klingbeil relativierte die von der Koalition vereinbarte Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag meldet die Welt. Im RTL/ntv-Interview habe er darauf verwiesen, dass die konkrete Ausgestaltung noch offen wäre: „Die Bundesgesundheitsministerin hat heute schon gesagt: Natürlich müssen wir das Ganze so hinbekommen, dass niemand, der krank ist, dann auch wirklich zum Arzt gehen muss.“ Und wie bekommt er dann seinen Krankenschein?
Deutschlandtrend: Merz stürzt auf neuen Tiefstwert
Im Deutschlandtrend, der im Auftrag von ARD-„Tagesthemen“ und WELT erfasst wurde, stürzt Kanzler Friedrich Merz auf ein neues Rekordtief ab. In der Erhebung äußerten sich nur 13 Prozent der Befragten „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ mit dem Kanzler. Das seien drei Prozentpunkte weniger als im Vormonat. 84 Prozent hingegen gäben an, sie seien „weniger“ oder „gar nicht zufrieden“. Unter Unionsanhängern seien immerhin noch 51 Prozent mit Merz unzufrieden. Unbeliebter als Merz sei in der Gesamtbevölkerung nur Grünen-Chefin Franziska Brantner und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mit je elf Prozent Zustimmung sowie Linke-Vorsitzende Ines Schwerdtner mit neun.
AfD erreicht Rekordwert von 40 Prozent in Thüringen
Die Thüringer AfD mit ihrem Partei- und Fraktionschef Björn Höcke hat in einer Umfrage den Vorsprung zu anderen Parteien ausgebaut, meldet Focus. Mit 40 Prozent habe sie den höchsten jemals für sie im Freistaat gemessenen Wert erreicht. Nach einer repräsentativen Insa-Umfrage im Auftrag der Funke-Mediengruppe habe die AfD im Vergleich zu April um einen Prozentpunkt zugelegt. Die CDU kam demnach auf 22 Prozent (-2), die Linke 16 Prozent (+2), das BSW auf 7 Prozent, die SPD auf 6 Prozent und die Grünen auf 4 Prozent (+1). Die Regierungskoalition aus CDU, BSW und SPD von Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) komme damit in der Umfrage zusammen nur auf 35 Prozent.
Zusammenstöße bei Protesten in Tirana
Bei der bisher weitgehend friedlichen Protestwelle in Albanien ist es am Donnerstag zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen, meldet der ORF. Die Demonstranten hätten demnach versucht, das Parlamentsgebäude in Tirana zu blockieren, und warfen nach albanischen Medienberichten Eier und Mehl gegen die Polizisten. Die Beamten hätten Wasserwerfer und Pfefferspray eingesetzt, um die Menge zurückzudrängen. Es sei zu Festnahmen gekommen, mehrere Menschen seien verletzt worden. Der Protest habe sich gegen die geplante Verbauung von Teilen der Lagune von Narta im Delta des Flusses Vjosa durch amerikanische Investoren gerichtet. Federführend sei dabei eine Firma von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump.