EU will sich auf lange Energiekrise vorbereiten
Angesichts zerstörter Energieinfrastruktur im Nahen Osten infolge des Iran-Krieges bereitet sich die EU auf eine lange Energiekrise vor, meldet der ORF. „Niemand weiß, wie lang die Krise dauern wird, aber ich denke, es ist wichtig zu betonen, dass sie nicht kurz sein wird“, habe EU-Energiekommissar Dan Jörgensen gestern nach einer Videokonferenz der EU-Energieminister in Brüssel erklärt. Selbst wenn der Krieg „morgen“ beendet sei, „werden wir in absehbarer Zeit nicht zur Normalität zurückkehren“, wird Jörgensen weiter zitiert. Er habe die Mitgliedsstaaten aufgefordert, die Nachfrage nach Treibstoff in ihren Ländern zu senken. (Ist das der Auftakt zur Ausrufung des Energienotstands?)
Australien geht der Treibstoff aus
Australien geht wegen des Iran-Kriegs der Treibstoff aus. Das Land gehöre zwar zu den größten Exporteuren von Kohle und Gas, beziehe inzwischen aber mehr als 90 Prozent seiner Kraftstoffe aus dem Ausland. Australien verfüge für Notfälle über Diesel- und Kerosin-Reserven für jeweils 30 Tage sowie über Benzinreserven für 39 Tage. Laut der australischen Regierung sei die Versorgung mit allen Kraftstoffen auch ohne Rationierung noch bis mindestens Mai gesichert. Neue Lieferungen seien demzufolge bereits auf dem Weg.
Tanker auf dem Weg nach Europa drehen plötzlich ab
Deutschland und Europa sind beim Diesel nicht nur vom Import des Rohstoffs Öl abhängig, sondern auch von der Einfuhr des fertigen Kraftstoffs. Nun werden Europa ganze Schiffsladungen des wichtigsten verbliebenen Lieferanten vor der Nase weggeschnappt, meldet n-tv. Auf ihrem Weg von New Orleans nach Amsterdam habe beispielsweise der Tanker "Elka Delphi" bereits den größten Teil der Strecke zurückgelegt, als er nordwestlich von Spanien plötzlich scharf wendete und Kurs Richtung Süden nahm. Innerhalb weniger Tage hätten mindestens vier Tanker mit insgesamt 1,2 Millionen Fass (etwa 190 Millionen Liter) Diesel auf dem Weg aus den USA nach Europa ihren Kurs Richtung Süden geändert. Auch von mindestens einem Flüssiggastanker werde berichtet, dass er mit einer für Europa bestimmten Ladung aus den USA auf dem Atlantik umgelenkt worden wäre. Die Häfen in Afrika, die diese Schiffe nun ansteuern, dürften nur Zwischenstationen sein, um den Treibstoff nach Asien zu bringen.
Zwei chinesische Frachter haben Straße von Hormus durchquert
Zwei Containerschiffe des chinesischen Staatskonzerns Cosco Shipping haben den Persischen Golf über die Straße von Hormus verlassen, meldet das Handelsblatt. Die Frachter fahren demnach unter der Flagge Hongkongs. Es seien die ersten Schiffe mit chinesischer Verbindung seit Kriegsbeginn, deren Durchfahrten Peking bestätigt habe. Vergangene Woche hätten die beiden Frachter „CSCL Indian Ocean“ und „CSCL Arctic Ocean“ noch einen erfolglosen Versuch gestartet.
Irans Revolutionsgarden drohen mit Angriffen auf US-Tech-Konzerne
Die iranischen Revolutionsgarden haben damit gedroht, Niederlassungen von US-Tech-Konzernen wie Apple, Google und Meta in der Region anzugreifen, falls weitere Vertreter der iranischen Führung in Teheran getötet würden, berichtet der ORF.
Italien soll US-Militär Landung auf Sizilien verweigert haben
Italien hat einem Bericht zufolge US-Flugzeugen die Zwischenlandung auf einem Militärstützpunkt auf Sizilien für den Krieg gegen den Iran verweigert, meldet der Deutschlandfunk. Nach Informationen der Zeitung „Corriere della Sera“ habe Verteidigungsminister Crosetto der US-Armee keine Erlaubnis gegeben, den Militärflughafen Sigonella zu nutzen. Aus dem Umfeld des Ministeriums in Rom wäre die Darstellung bestätigt worden.
Russland reagiert skeptisch auf Waffenruhe-Angebot zu Ostern
Russland hat skeptisch auf das Angebot des ukrainischen Präsidenten Selenskyj reagiert, während der orthodoxen Oster-Feiern eine Waffenruhe einzuhalten, meldet der Deutschlandfunk. Selenskyj hoffe unterdessen weiter auf Unterstützung der USA. Kreml-Sprecher Peskow habe erklärt, man hätte dafür bisher keine detaillierten Vorschläge bekommen. Russland würde außerdem ein umfassendes Friedensabkommen bevorzugen und nicht nur einen vorübergehenden Waffenstillstand, so Peskow weiter.
Gericht stoppt Bau von Trumps Ballsaal am Weißen Haus
Ein US-Bundesgericht hat den Bau des neuen Ballsaals am Weißen Haus vorläufig gestoppt. Richter Richard Leon habe am Dienstag dem Antrag der Organisation National Trust for Historic Preservation auf eine einstweilige Verfügung stattgegeben, meldet das RND. Er habe zur Begründung erklärt, die Organisation hätte mit ihrer Klage gute Aussicht auf Erfolg, weil kein Gesetz dem Präsidenten auch nur annähernd die Befugnisse einräume, die er für sich beanspruche. Er habe das Projekt vorangetrieben, ohne vorher Stellungnahmen zweier bundesstaatlicher Prüfgremien einzuholen.