Neue Massenproteste im Iran
Den zwölften Abend in Folge demonstrierten gestern freiheitsliebende Iraner gegen die islamistischen Herrscher, 45 Menschen sollen bereits getötet worden sein. Berichte und Aufnahmen aus dem Land deuten auf eine massive Eskalation der Lage am Donnerstagabend. Die Organisation NetBlocks habe berichtet, die iranischen Behörden hätten das Internet gesperrt. Das Land befinde sich inzwischen in einem „fast vollständigen landesweiten Internet-Blackout“.
US-Senat stimmt mehrheitlich gegen Trumps militärische Befugnisse in Venezuela
Mit knapper Mehrheit hat der US-Senat nach Medienberichten für einen Gesetzentwurf gestimmt, der dem US-Kongress ein Mitentscheidungsrecht bei zukünftigen Einsätzen in Venezuela gibt. Als eine von beiden Kongresskammern habe der Senat bei einer Vorabstimmung eine Resolution mehrheitlich angenommen, die vorsehe, dass US-Präsident Donald Trump das Parlament um Zustimmung für weitere militärische Einsätze in dem südamerikanischen Land bitten muss. 52 Senatoren hätten dafür gestimmt, 47 dagegen. Unter den Befürwortern seien auch fünf Republikaner gewesen, die sich mit den Demokraten gegen Trumps Vorgehen positionierten. Zu den republikanischen Befürwortern zählten Rand Paul (Kentucky), Lisa Murkowski (Alaska), Josh Hawley (Missouri), Susan Collins (Maine) und Todd Young (Indiana).
Venezuelas Regierung kündigt Freilassung vieler Häftlinge an
Die venezolanische Regierung hat die Freilassung einer großen Zahl venezolanischer und ausländischer Gefangener angekündigt. Dies wäre eine Geste "auf der Suche nach Frieden", habe Parlamentspräsident Jorge Rodríguez, der Bruder der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez, erklärt. Um welche und wie viele Häftlinge es sich genau handelt, habe er nicht gesagt.
Syrische Armee bombardiert erneut kurdische Stadtviertel von Aleppo
In Syrien dauern die heftigen Gefechte zwischen Truppen der Übergangsregierung und kurdischen Kämpfern in Aleppo an. Auch am Donnerstag habe die Armee kurdisch kontrollierte Stadtteile bombardiert, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf Militärkreise meldete.
Deutschlands Gas-Speicherstände fallen auf Rekordtief
Deutschlands Gasspeicher sind Anfang 2026 so leer wie noch nie seit Beginn der Datenerfassung 2011. Laut Daten des Verbandes der europäischen Gasinfrastrukturbetreiber, Gas Infrastructure Europe (GIE), seien die deutschen Speicher zu Jahresbeginn (Stand 5. Januar) nur zu 53 Prozent gefüllt gewesen – der niedrigste Wert seit Beginn der GIE-Datenerfassung im Jahr 2011. Deutschland liege mit seinem Füllstand damit unter dem europäischen Durchschnitt, der am Montag laut GIE bei rund 59 Prozent gelegen habe. Andere EU-Länder würden über deutlich mehr Gasreserven verfügen als die Bundesrepublik. In Italien seien die Speicher beispielsweise zu 72, in Polen zu 80 und in Portugal sogar zu 93 Prozent gefüllt. Die Initiative Energien Speichern (INES), der Zusammenschluss der deutschen Speicherbetreiber, habe daher bereits im November gewarnt, dass es bei einem außergewöhnlich kalten Januar zu Engpässen kommen könnte.
Firmenpleiten 2025 auf höchstem Stand seit 20 Jahren
Die Zahl der Unternehmenspleiten in Deutschland ist 2025 einer Studie zufolge so hoch ausgefallen wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr, heißt es in Medienberichten. Insgesamt habe es 17.604 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften gegeben - der höchste Stand seit 2005, teilte das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) mit. Selbst im Zuge der großen Finanzkrise 2009 hätte die Zahl rund fünf Prozent niedriger gelegen, hieß es. Insgesamt sollen etwa 170.000 Arbeitsplätze betroffen gewesen sein. Wie schon 2024 traf es demnach auch im vergangenen Jahr besonders viele Jobs im Verarbeitenden Gewerbe - insgesamt rund 62.000.
Zalando schließt Standort Erfurt mit 2700 Beschäftigten
Der deutsche Mode-Versandhändler Zalando schließt Ende September sein Logistikzentrum in Erfurt mit 2700 Beschäftigten, habe der Dax-Konzern mit Hauptsitz in Berlin mitgeteilt. Die Erfurter Betreibergesellschaft des Standorts und Konzerntochter werde demnach zum Jahresende den Betrieb einstellen. Bis zum Schluss für das Logistikzentrum Ende September solle die Arbeit unverändert weiter laufen.
Krise der Chemieindustrie: Domo stellt Produktion in Deutschland ein
Das belgische Chemieunternehmen Domo Chemicals stellt an seinen drei deutschen Standorten den Betrieb endgültig ein. Die Produktion in Sachsen-Anhalt und Brandenburg werde ab sofort gestoppt und in einen Notbetrieb versetzt, habe ein Sprecher der Insolvenzverwaltung Flöther & Wissing mitgeteilt.
Merz verteidigt Kai Wegner
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den wegen seines Krisenmanagements in der Kritik stehenden Berliner Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) in Schutz genommen. „In den Abläufen ist nichts zu kritisieren“, habe Merz am Donnerstag bei der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im Bundestag im oberbayerischen Kloster Seeon vor Journalisten gesagt. „Wir hätten das wahrscheinlich nicht viel besser machen können, als es so gemacht wurde.“ Nun ja …
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff will Amt vorzeitig abgeben
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) will sein Amt nun doch vorzeitig an Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) abgeben, heißt es in Medienberichten. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa habe Haseloff seinen Rücktritt an Bedingungen geknüpft. Demnach müssten am Montag die Parteien der Regierungskoalition schriftlich zustimmen. An diesem Tag solle es ein Parteiführungstreffen aller drei Koalitionsparteien geben, um die geplante Wahl von Schulze vorzubereiten.
Benzinpreise steigen sprunghaft an
Die Preise für Benzin und Diesel sind um den Jahreswechsel sprunghaft angestiegen: Im Schnitt hätte die Preiserhöhung neun Cent pro Liter, habe Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt mitgeteilt. Dies wäre im Kern auf Steigerungen beim CO2-Preis und der Treibhausminderungsquote (THG-Quote) für Mineralölunternehmen zurückzuführen, also auf politische Entscheidungen.
BGH kippt Mindestlaufzeit-Klausel bei Glasfaser-Verträgen
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat eine Klausel für unwirksam erklärt, nach der die Mindestlaufzeit bei Glasfaserverträgen erst mit der Freischaltung des Anschlusses beginnt. Der dritte Zivilsenat habe die Revision des beklagten Anbieters zurückgewiesen und damit ein entsprechendes Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg bestätigt. Kläger war die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. (Az. III ZR 8/25)