Chaim Noll

Chaim Noll wurde 1954 unter dem Namen Hans Noll in Ostberlin geboren. Sein Vater war der Schrift­steller Dieter Noll. Er studierte Kunst und Kunstgeschichte in Ostberlin, bevor er Anfang der 1980er Jahre den Wehrdienst in der DDR verweigerte und 1983 nach Westberlin ausreiste, wo er vor allem als Journalist arbeitete. 1991 verließ er mit seiner Familie Deutschland und lebte in Rom. Seit 1995 lebt er in Israel, in der Wüste Negev. 1998 erhielt er die israeli­sche Staatsbür­gerschaft. Chaim Noll unterrichtet neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit an der Universität Be’er Sheva und reist regelmäßig zu Lesungen und Vorträgen nach Deutschland.

Weiterführende Links:
http://www.chaimnoll.com/
https://de.wikipedia.org/wiki/Chaim_Noll

Archiv:
Chaim Noll / 10.12.2018 / 13:00 / 32

Letzter Akt: Personenkult

Irgendwann habe ich mir angewöhnt, meinen Augen zu trauen. Das ist zwar politisch unkorrekt, denn meine Augen gehen verbotene Wege, sie sehen, was sie nicht sehen sollen. Ganz verloren für das politisch Korrekte ist man, wenn die Augen auch noch mit dem Gedächtnis kooperieren. Wo habe ich das bloß schon mal gesehen? Dieses falsch-bescheidene Lächeln, wenn der stehende Beifall in die zehnte Minute geht?/ mehr

Chaim Noll / 03.12.2018 / 12:00 / 33

„Die geistige Wiedererrichtung der DDR“

Cora Stephan schrieb einst ahnungsvoll über "die geistige Wiedererrichtung der DDR.“ Heute, ein Vierteljahrhundert später, lässt sich feststellen: Sie ist erfolgt. Es ist – und war immer in der Geschichte – das Zeichen der Dummen, dass sie abweichende Gedanken nicht als Anregung verstehen, sondern als Gefahr. Solchen Versuchen war nie Erfolg beschieden, jedenfalls nicht lange. / mehr

Chaim Noll / 21.11.2018 / 06:29 / 70

Auftauchen zum Luftholen: Die Achse des Guten als Psychotonikum

Das Sprachbild stammt von Orwell, der einen seiner Romane "Coming Up For Air" nannte. Luftholen, psychotherapeutisch gemeint. So wie Fische, ins Dunkel ihrer Unterwasserwelt gebannt, manchmal hinauf an die Oberfläche schwimmen, zum Sonnenlicht, und dort nach Luft schnappen. Auf meiner Lesereise durch Deutschland war ich erstaunt, wie viele Menschen Achgut.com lesen./ mehr

Chaim Noll / 12.11.2018 / 11:00 / 24

Hummus und Gedenktag

Angela Merkel, offenbar im Vorgefühl ihrer eigenen Historisierung, reist dieser Tage von Gedenkfeier zu Gedenkfeier. Eine davon, am 9. November, galt auch den deutschen Juden. Den toten. Sie spielen eine ungleich größere Rolle im offiziellen deutschen Bewusstsein als die lebenden./ mehr

Chaim Noll / 28.10.2018 / 16:00 / 20

Warum Frauen zuschlagen dürfen und Männer sich entschuldigen müssen

Ihre Heldentat besteht darin, dass sie einen weißen Mann geschlagen hat. Der Mann trug die Uniform der israelischen Armee. Das verunklärt die Sache ein wenig. Zwei Modeströmungen fließen hier zusammen, Israel-Hass und neue Power-Frau, sie überlagern einander und steigern die Wirkung./ mehr

Chaim Noll / 20.10.2018 / 16:00 / 12

Gaza und Granatäpfel

In diesem Herbst haben wir nur eine Handvoll Granatäpfel ernten können, anders als im vergangenen, als es mehrere Schüsseln waren. Doch im Mai begannen, vierzig Kilometer süd-westlich, die ständigen Brände an der Gaza-Grenze, sie verminderten die Zahl von Bienen und Insekten. Es ist Teil der verstohlenen Landnahme durch Menschen, die entschlossener sind als wir und ebenso intelligent./ mehr

Chaim Noll / 15.10.2018 / 16:00 / 16

Gehören Juden noch zu Deutschland?

Arye Shalicar schrieb dieses Buch auch aus Sorge um das Land, in dem er aufwuchs. Er meint, es wäre ein böses Omen für Deutschland, wenn dort eines Tages keine Juden mehr leben könnten. Ein Vorgang nicht ohne Präzedenz. Wie auch seine Folgen aus der deutschen Geschichte bekannt sind. Judenhass ist Deutschland nicht gut bekommen./ mehr

Chaim Noll / 08.10.2018 / 06:25 / 60

Wie der deutsche Medienbetrieb sich bei Sarrazin bloßstellt

Angesichts der Zerrüttung der politischen Landschaft Deutschlands hat ein Buch wie das von Sarrazin wenig Aussicht auf eine sachliche und faire Beurteilung. Die Verfasser der Angriffe verstehen sich weniger als Rezensenten denn als Kämpfer in den Gräben zwischen politischen Fraktionen – und entblößen damit den trostlosen Zustand des Medienbetriebs./ mehr

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