Seit den Bombenanschlägen von Boston wird die Frage diskutiert, ob der Westen nur seine eigenen Toten sieht und für diese Interesse und Gefühl zeigt. Fast zeitgleich mit den Bombenexplosionen in Boston starben bei Anschlägen im Irak, in Syrien und Pakistan fast hundert Menschen, über die sich in den hiesigen Medien keine einzige Zeile fand. Messen wir mit zweierlei Maß? Ja, das tun wir. Denn die Mitleidsfähigkeit des Menschen ist begrenzt. Zu einer ihm von der 24-stündigen medialen Katastrophenberichterstattung abverlangten globalen Empathie ist er nicht fähig. Sein Gefühlshaushalt braucht Struktur und Priorität.
http://www.tagesspiegel.de/meinung/trauer-nach-terroranschlaegen-warum-uns-die-opfer-von-boston-naeher-sind/8105338.html